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Schillernde Seeohr-Schale mit Perlmutt auf grünem Moos

19. Hochzeitstag: Perlmutthochzeit, Bedeutung und Geschenke

19 Jahre verheiratet: Was die Perlmutthochzeit bedeutet, warum Perlmutt je nach Blickwinkel schillert, was Studien zum verklärten Blick sagen und Geschenke.

Laura Weber
Laura Weber
· 17 Min. Lesezeit

Wer eine Perlmuttschale in der Hand dreht, erlebt eine kleine Verwandlung. Von der Seite betrachtet wirkt die Oberfläche stumpf. Von oben schimmert sie in Regenbogenfarben. Die Farbe steckt dabei nicht fertig im Material, sie entsteht erst im Zusammenspiel mit dem Licht, das auf die Schale fällt, und sie hängt davon ab, aus welchem Winkel man hinsieht. So erklärt es das Western Australian Museum.

Nach 19 Jahren Ehe kennt ihr das vermutlich auch ohne Muschel. Derselbe Mensch kann am Abend der klügste Kopf am Tisch sein und am nächsten Morgen jemand, der seit 19 Jahren die Zahnpastatube offen lässt. Was ihr seht, hängt auch davon ab, wie ihr hinschaut.

Zur Perlmutthochzeit passt deshalb eine Frage, die die Psychologie seit Jahrzehnten beschäftigt: Tut es einer Beziehung gut, wenn man den Partner etwas schöner sieht, als er sich selbst sieht? Die Befunde sprechen eher gegen die verbreitete Annahme, dass sich Verklärung zwangsläufig rächt. Sie haben aber eine Kehrseite.

Wie heißt der 19. Hochzeitstag?

Wer 19 Jahre verheiratet ist, feiert Perlmutthochzeit, unter diesem Namen wird der Tag jedenfalls am häufigsten gesucht. Die deutschsprachige Wikipedia führt für das 19. Ehejahr zwei Namen: Perlmutterhochzeit und Cretonnehochzeit. Sie beruft sich dabei auf eine Zusammenstellung von Hochzeitstagsnamen, die die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) 1992 in ihrer Zeitschrift „Der Sprachdienst“ veröffentlichte.

Perlmutt und Perlmutter meinen dasselbe. Perlmutter ist die ältere Form, heute ist laut DWDS meist die gekürzte Form Perlmutt üblich. Fachleute sagen nach Auskunft des Perlmuttermuseums in Adorf bis heute Perlmutter. Falsch ist also keins von beiden.

Gezählt wird in der Regel ab der standesamtlichen Trauung, denn nur sie schließt in Deutschland die Ehe. Wer 2026 Perlmutthochzeit feiert, hat 2007 geheiratet. Einen verbindlichen Standard für die Namen gibt es nicht, und bei den Nachbarjahren ist die Lage unübersichtlicher:

JahreName
16Saphirhochzeit
17im Netz meist Orchideenhochzeit, Herkunft unklar
18im Netz meist Türkishochzeit, Herkunft unklar
19Perlmutthochzeit (Perlmutterhochzeit), auch Cretonnehochzeit
20Porzellanhochzeit
21im Netz meist Opalhochzeit, Herkunft unklar

Für das 17., das 18. und das 21. Jahr führt die Wikipedia derzeit keinen Namen, für das 19. gleich zwei. Die ganze Reihe steht in unserer Übersicht der Hochzeitstage und ihrer Namen. Eine englische Entsprechung fehlt, jedenfalls in der Liste des Emily Post Institute, die nach dem 15. direkt zum 20. Jahrestag springt.

Amtliche Glückwünsche gibt es zum 19. Hochzeitstag nach unserer Recherche nicht. Der Bundespräsident gratuliert laut seiner Seite zu Jubiläen zum 65., 70., 75. und 80. Hochzeitstag, die Ministerpräsidenten von Bayern und Baden-Württemberg frühestens zum 50.

Geheiratet 2007

2007 wurden in Deutschland rund 369.000 Ehen geschlossen, so wenige wie in keinem Jahr zuvor seit 1950 (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, BiB). Unterboten wurde dieser Tiefstand erst 2021. 2025 waren es 348.800, so wenige wie nie seit 1950 (Destatis). Ledige Frauen waren 2007 bei der Hochzeit im Schnitt 29,8 Jahre alt, ledige Männer 32,7 (BiB). Wer in diesem Alter geheiratet hat, ist heute knapp 49 beziehungsweise knapp 52. Mehr als ein grober Anhaltspunkt ist das nicht, denn es sind Durchschnittswerte, und sie gelten nur für Ledige.

Was ist Perlmutt eigentlich?

Perlmutt ist die schillernde Innenschicht der Schalen von Perlmuscheln und manchen Schnecken. Der Name ist laut DWDS eine Übersetzung des mittellateinischen mater perlarum, Mutter der Perlen. Gemeint war die Muschel, die die Perle gleichsam wie eine Mutter hervorbringt, und die Innenseite ihrer Schale, die schon im Mittelalter zu Schmuck und Einlegearbeiten verarbeitet wurde.

Warum Perlmutt schillert

Unter dem Elektronenmikroskop zeigt sich laut Western Australian Museum ein geschichteter Aufbau: Lagen feiner Plättchen aus Aragonit, einer Form von Calciumcarbonat, dazwischen ein Eiweiß. Es trägt dazu bei, dass das Material fest und zugleich biegsam ist. Die Plättchen sind etwa so dick wie die Wellenlänge des sichtbaren Lichts. Deshalb scheint die Oberfläche ihre Farbe zu wechseln, sobald sich der Blickwinkel ändert.

Wie aus vielen Lagen eine so regelmäßige Struktur wird, hat ein Team um Igor Zlotnikov vom Zentrum B CUBE der TU Dresden 2021 im Fachjournal Nature Physics beschrieben (Mitteilung der TU Dresden). Junges Perlmutt steckt voller Baufehler, die sich wie Wendeltreppen durch mehrere Schichten ziehen, mal rechts-, mal linksherum gedreht. Fehler mit entgegengesetzter Drehrichtung ziehen einander an, wandern aufeinander zu und heben sich auf, wenn sie sich treffen. Am Ende steht eine regelmäßige Struktur ohne solche Fehler. Wie eine Perle entsteht, erklärt unser Artikel zur Perlenhochzeit.

Perlmutt aus dem Vogtland

Dass Perlmutt auch ein Stück deutscher Industriegeschichte ist, zeigt Adorf im sächsischen Vogtland. Im Einzugsgebiet der Weißen Elster lebten einst zahlreiche Flussperlmuscheln. Nachdem man sie im 14. Jahrhundert entdeckt hatte, ging es lange nur um die Perlen. Erst ab 1850 verarbeiteten einige Adorfer auch die Schalen toter Muscheln, später importierte Muschel- und Schneckenschalen. Daraus wuchs eine Industrie, und Adorf wurde zum Zentrum der deutschen Perlmutterwarenherstellung. So schildert es das Perlmuttermuseum der Stadt, das im September 2025 als Erlebnismuseum Perlmutter neu eröffnet wurde. Die Flussperlmuschel ist heute laut dem Museum weltweit vom Aussterben bedroht.

Cretonne: der zweite Name

Cretonne ist laut Duden ein Baumwollgewebe in Leinenbindung. Das DWDS beschreibt es als meist bedrucktes Baumwollgewebe. Warum ausgerechnet dieser Stoff zum 19. Ehejahr gehören soll, wissen wir nicht. Neben dem schimmernden Perlmutt ist er ein Stoff für den Alltag, in den Belegen des DWDS geht es um Vorhänge, Möbelbezüge und Schürzen. Baumwolle selbst hat schon früh einen eigenen Hochzeitstag, die Baumwollhochzeit nach zwei Jahren.

Was bedeutet die Perlmutthochzeit?

Eine belegte Entstehungsgeschichte des Namens ist uns nicht bekannt, auch nicht, warum das Perlmutt beim 19. Jahr landete. Helmut Walther von der GfdS merkte laut Wikipedia allgemein an, bei der Namensgebung vieler Jahrestage seien Geschäftsinteressen vor allem des Blumen- und des Schmuckhandels nicht zu übersehen. Ob das hier gilt, lässt sich nicht belegen.

Auf Ratgeberseiten liest man etwa, Perlmutt brauche etliche Jahre, bis es ausgehärtet sei, und so habe auch eine Ehe nach 19 Jahren eine Art Schutzpanzer gebildet. Eine Quelle für diese Deutung haben wir dort nicht gefunden.

Älter ist eine Legende über die „Mutter der Perlen“. Plinius der Ältere berichtet im 1. Jahrhundert, man erzähle sich, die Perlmuscheln öffneten sich zur fruchtbaren Jahreszeit wie gähnend, füllten sich mit Tau, würden davon schwanger und brächten Perlen zur Welt (Naturalis historia, Buch 9, Abschnitt 107; englische Übersetzung). Klarer Tau ergebe weiße Perlen, trüber Tau trübe, unter drohendem Himmel würden sie blass. Mit dem Himmel hätten die Muscheln deshalb mehr zu tun als mit dem Meer. Belegt ist nur, dass man sich das erzählte.

Drei Bilder für 19 Ehejahre, die wir aus der Materialkunde ableiten:

  • Der Glanz entsteht im Blick. Perlmutt schimmert nur, wenn Licht darauf fällt und man aus dem passenden Winkel hinsieht. Auch das Bild, das ihr voneinander habt, ist nicht einfach da, ihr macht es jeden Tag mit.
  • Aus Unordnung wird Ordnung. Junges Perlmutt ist voller Baufehler, die sich mit der Zeit gegenseitig aufheben. Als Bild für eine Ehe: Manches, was am Anfang schief stand, gleicht sich über die Jahre aus, wenn auch selten von allein.
  • Fest und biegsam zugleich. Das Eiweiß zwischen den harten Plättchen trägt dazu bei, dass Perlmutt beides ist. Eine Ehe braucht ebenfalls beides, Halt und Nachgiebigkeit.

Überliefert ist keines dieser Bilder. Wer eine kurze Rede halten will, kann sie trotzdem gebrauchen.

Ist es gut, den Partner durch die rosarote Brille zu sehen?

Dass derselbe Mensch je nach Blickwinkel anders erscheint, hat die Psychologie unter dem Stichwort positive Illusionen untersucht. Gemeint ist die Neigung, den eigenen Partner in einem günstigeren Licht zu sehen, als es ein nüchterner Blick nahelegen würde. In der Psychologie galt das oft als gefährliche Schwäche der ersten Verliebtheit. Die Psychologin Sandra Murray hat mit John Holmes und Dale Griffin an der kanadischen University of Waterloo geprüft, ob das stimmt.

Die Studie von 1996: Wer verklärt, ist zufriedener

Für die erste ihrer beiden Studien von 1996 im Journal of Personality and Social Psychology (Murray, Holmes & Griffin, 1996a) befragte das Team 98 junge, unverheiratete Paare, gewonnen über Einführungskurse der Universität und im Schnitt 19,5 Jahre alt, sowie 82 ältere Paare: 60 verheiratet, 11 verlobt, 11 unverheiratet zusammenlebend. 69 der älteren Paare hatten sich auf einen Aushang im Ontario Science Centre in Toronto gemeldet, 13 kamen aus Einführungskursen der Universität. Die älteren Paare waren im Schnitt 30,5 Jahre alt und seit 6,5 Jahren zusammen. Alle beschrieben sich selbst, ihren Partner, einen idealen und einen typischen Partner anhand von 21 Eigenschaften wie geduldig, verständnisvoll, launisch oder kritisch, auf einer Skala von 1 bis 9. Als Maßstab für die Wirklichkeit diente, wie die Partner sich selbst einschätzten.

  • Das Bild vom Partner glich eher dem eigenen Ideal und dem eigenen Selbstbild als dem, was der Partner über sich selbst sagte.
  • Im Schnitt sahen die Befragten ihren Partner positiver als dieser sich selbst, allerdings nur leicht: Bei den älteren Paaren lag das Bild vom Partner bei 6,51, das Selbstbild der Partner bei 6,24. Bei den jungen Paaren sahen nur die Frauen ihren Partner positiver, als er sich selbst sah. Dass die Männer das Selbstbild ihrer Partnerin nicht übertrafen, liegt nach Vermutung der Autoren daran, dass die jungen Frauen sich schon außergewöhnlich positiv sahen.
  • Wer den Partner verklärte, war zufriedener, und wer verklärt wurde, ebenfalls. Das galt in beiden Gruppen, auch wenn man das eigene Selbstwertgefühl berücksichtigte und wie positiv jemand Partner ganz allgemein sah.
  • Den anderen genau so zu sehen, wie er sich selbst sieht, ging dagegen nicht mit mehr Zufriedenheit einher.

Ein Jahr später: Prophezeiung statt Blindheit?

Ob sich die rosige Sicht später rächt, prüfte das Team in einer Folgestudie (Murray, Holmes & Griffin, 1996b). Beteiligt waren 121 junge, unverheiratete Paare an der University of Waterloo, im Schnitt 19,5 Jahre alt und seit gut eineinhalb Jahren zusammen. Sie wurden zu Beginn, nach vier bis fünf und nach elf bis zwölf Monaten befragt. 43 Paare, gut ein Drittel, trennten sich in diesem Jahr.

  • Paare, die einander stärker idealisierten, blieben eher zusammen. Dieser Zusammenhang lief allerdings vollständig über die Zufriedenheit: Wer idealisierte, war zufriedener, und Zufriedene trennten sich seltener.
  • Ein Puffer, aber nur auf einer Seite. Streit und Zweifel sagten Trennungen voraus, aber nicht mehr, wenn die Männer ihre Partnerin stark idealisierten. Bei der Idealisierung durch die Frauen zeigte sich dieser Puffer nicht, der Unterschied zwischen den Geschlechtern lag allerdings nur am Rand der statistischen Signifikanz.
  • Weniger Streit, weniger Zweifel. Paare, die einander anfangs stärker idealisierten, berichteten am Ende des Jahres vergleichsweise von weniger Streit und weniger Zweifeln. Zufriedener wurden im Verhältnis aber nur die Frauen, die ihren Partner idealisierten.
  • Das Bild färbte ab. Wer vom Partner idealisiert wurde, sah sich im Lauf des Jahres selbst positiver.

Die Autoren nannten Liebe deshalb nicht blind, sondern vorausschauend: Wer idealisiere, erschaffe womöglich ein Stück weit die Beziehung, die er sich wünscht. Zugleich räumten sie ein, dass Paare, die einander idealisieren, zum Teil wohl schlicht die besseren Beziehungen haben. Am plausibelsten sei, dass die Verklärung auf einem wahren Kern aufbaut und ihn im günstigsten Licht deutet.

Und nach vielen Ehejahren?

Junge Paare nach eineinhalb Jahren sind keine Paare nach 19 Ehejahren. Näher kommt eine Studie mit 168 frisch verheirateten Paaren, begleitet über 13 Jahre (Miller, Niehuis & Huston, 2006, ausgewertet: Zusammenfassung). Mitautor ist Ted Huston, dessen Langzeitstudie mit 168 Paaren wir im Artikel zur Baumwollhochzeit vorstellen. Wer den Partner als frisch Verheirateter umgänglicher einschätzte, als es die eigenen Angaben über dessen freundliches und unfreundliches Verhalten erwarten ließen, war damals verliebter und verlor den Auswertungen zufolge in den folgenden Jahren seltener an Liebe. Eine spätere Scheidung sagte diese Idealisierung allerdings nicht voraus.

Was die Studien nicht zeigen

  • Nordamerikanische Paare in früheren Phasen. Die Paare waren jung, frisch verheiratet oder im Schnitt sechseinhalb Jahre zusammen. Repräsentativ ist keine der Stichproben, und Paare nach fast zwei Jahrzehnten Ehe hat keine dieser Studien gezielt untersucht.
  • Zusammenhänge, keine Beweise. Die erste Studie ist eine Momentaufnahme. Die Autoren halten selbst für wahrscheinlich, dass Zufriedenheit und Idealisierung sich gegenseitig verstärken. Auch die Längsschnittdaten sind Beobachtungen, kein Experiment.
  • Wirklichkeit ist schwer zu messen. Als Maßstab diente die Selbsteinschätzung der Partner, und auch die kann geschönt sein.
  • Nicht bei allen gleich. Manche Effekte zeigten sich nur bei Frauen, andere nur bei Männern.

Die Kehrseite: wann Schönreden nicht guttut

Wo der milde Blick an Grenzen stößt, zeigt eine Arbeit von James McNulty, Erin O’Mara und Benjamin Karney (2008, ausgewertet: Zusammenfassung). In zwei Studien begleiteten sie 251 frisch verheiratete Paare über die ersten vier Ehejahre. Untersucht wurde, wie Eheleute mit Negativem umgehen: ob sie negative Erfahrungen wohlwollend erklären oder von ihrem Gesamturteil über die Ehe abkoppeln.

Zum selben Zeitpunkt betrachtet, gingen solche wohlwollenden Deutungen gerade in Ehen mit häufigem negativem Verhalten und ernsteren Problemen mit mehr Zufriedenheit einher. Über die Jahre zeigte sich ein anderes Bild. Vorteile hatten sie nur in gesünderen Ehen. In Ehen mit ernsteren Problemen sagten sie einen stärkeren Rückgang der Zufriedenheit voraus. Die Autoren erklären das damit, dass die Probleme so größer werden konnten. Auch das sind Beobachtungsdaten, kein Experiment. Die Autoren folgern, dass verbreitete Ratschläge zum großzügigen Deuten gefährdeten Paaren schaden können, weil sie die Motivation schwächen, Probleme direkt anzugehen. Ein ähnliches Muster fand McNulty beim Vergeben, mehr dazu im Artikel zur Keramikhochzeit.

Wer den Partner im besten Licht sieht, muss also nicht alles im besten Licht sehen. Und wo einer den anderen kleinmacht, kontrolliert oder bedroht, ist Wohlwollen fehl am Platz. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter 116 016 rund um die Uhr erreichbar, anonym und kostenfrei. Männer erreichen das Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ unter 0800 1239900, montags bis donnerstags von 8 bis 20 Uhr, freitags von 8 bis 15 Uhr.

Wie seht ihr euch im besten Licht, ohne wegzusehen?

Ein Rezept geben die Studien nicht her, eher eine Haltung: großzügig im Blick auf den Menschen, genau bei Problemen, die wiederkehren. Die folgenden Anregungen sind unsere Vorschläge, keine Studienergebnisse.

  1. Sagt, was ihr seht. In der Folgestudie von 1996 sahen sich Menschen, die vom Partner idealisiert wurden, mit der Zeit selbst positiver. Ein konkreter Satz trägt weiter als ein allgemeines Lob: „Wie du das Gespräch mit deinem Bruder geführt hast, war klug.“
  2. Großzügig deuten, wo es um Kleinigkeiten geht. Die offene Zahnpastatube, die schlechte Laune nach einem langen Tag: Hier hilft die wohlwollende Erklärung.
  3. Genau hinsehen, wo sich etwas wiederholt. Was immer wiederkommt und wehtut, etwa Kränkungen, Schulden oder zu viel Alkohol, gehört besprochen, nicht schöngedeutet.
  4. Den Blickwinkel tauschen. Schreibt getrennt drei Eigenschaften auf, die ihr am anderen schätzt und die er an sich selbst eher unterschätzt. Dann tauscht die Zettel.
  5. Hilfe holen, bevor sich etwas festfährt. Was eine Paarberatung leisten kann, wie sie abläuft und was sie kostet, beschreibt unser Artikel Eheberatung: Was dich erwartet.

Was schenkt man zum 19. Hochzeitstag?

Einen überlieferten Geschenkbrauch zum 19. Hochzeitstag haben wir nicht gefunden. Vier Richtungen, die zum Namen passen:

Mit Perlmutt. Manschettenknöpfe, ein Anhänger, eine Uhr mit Perlmuttzifferblatt oder ein altes Stück vom Flohmarkt. Für Perlen, die aus demselben Stoff bestehen, nennt das Gemological Institute of America (GIA) Säuren, Haarspray, Parfüm, Kosmetik und sogar Schweiß als Risiko, Ultraschall- und Dampfreiniger sind tabu. Bei Perlmutt ist dieselbe Vorsicht angebracht.

Mit Baumwolle. Wer den zweiten Namen Cretonnehochzeit aufgreift, schenkt Kissenbezüge oder eine Tischdecke aus bedrucktem Baumwollstoff.

Ein Ausflug. Das Erlebnismuseum Perlmutter in Adorf zeigt auf drei Etagen die Flussperlmuschel, die Perlenfischerei im Vogtland und die Perlmutterwarenherstellung. Öffnungszeiten stehen auf der Seite des Museums.

Ein Brief. Die Übung mit den Zetteln, nur ausführlicher: ein Brief darüber, was du am anderen siehst, auch das, was er an sich selbst unterschätzt. Zum Thema dieses Artikels passt kaum ein Geschenk besser.

Ideen für alle Jubiläen, für Mann, Frau und Eltern, sammelt unser Überblick Geschenke zum Hochzeitstag.

Wie feiert man die Perlmutthochzeit?

Feste Bräuche zur Perlmutthochzeit sind uns nicht bekannt. Drei Ideen:

  • Zwei Blickwinkel auf 2007. Jeder erzählt den Hochzeitstag aus seiner Sicht, mit dem, was ihm damals am anderen aufgefallen ist. Oft sind die Unterschiede das Schönste daran.
  • Ein Wochenende im Vogtland, mit einem Besuch im Perlmuttermuseum in Adorf.
  • Ein Abend bei Kerzenlicht. Perlmutt schimmert erst, wenn Licht darauf fällt. Ein Stück davon in der Tischmitte, ein paar Kerzen, mehr braucht es nicht.

Weitere Vorschläge, nach Budget sortiert, stehen in unseren Ideen zum Hochzeitstag.

Wie gratuliert man zum 19. Hochzeitstag?

Eine Karte oder eine Nachricht reicht. Besonders wird sie durch ein Detail, das nur zu diesem Paar passt, etwa eine Szene von der Hochzeit 2007. Den Namen Perlmutthochzeit kennt nicht jeder. Wer ihn verwendet, erklärt ihn in einem Halbsatz oder schreibt schlicht „zum 19. Hochzeitstag“. Drei Formulierungen von uns, frei zum Übernehmen:

  • „19 Jahre, und ihr seht einander immer noch im besten Licht. Herzlichen Glückwunsch zur Perlmutthochzeit!“
  • „Perlmutt schimmert erst, wenn Licht darauf fällt. Bei euch sieht man es seit 2007. Alles Liebe zum 19. Hochzeitstag!“
  • Für den eigenen Partner: „Neunzehn Jahre, und ich entdecke an dir immer noch neue Farben. Sogar morgens.“

Was du besser weglässt: Witze wie „Die rosarote Brille habt ihr ja wohl längst abgesetzt“. Sie treffen selten den Ton. Außerdem neigten in der Studie von 1996 die älteren Paare nach Einschätzung der Autoren genauso zum Verklären wie die jungen.

Wer es gereimt mag, ein Vers von uns:

Von der Seite stumpf und grau,
von oben Rosa, Grün und Blau:
Perlmutt zeigt, was in ihm steckt,
dem, der es mit Licht entdeckt.

Weitere Formulierungen für Karten und Nachrichten sammeln wir in den Glückwünschen zum Hochzeitstag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der 19. Hochzeitstag heißt meist Perlmutthochzeit. Die Wikipedia führt für das 19. Jahr Perlmutterhochzeit und Cretonnehochzeit, einen verbindlichen Standard gibt es nicht. Wer 2026 feiert, hat 2007 geheiratet.
  • Amtliche Glückwünsche zum 19. gibt es nach unserer Recherche nicht. Der Bundespräsident gratuliert erst ab dem 65. Hochzeitstag.
  • Perlmutt ist die schillernde Innenschicht mancher Muschel- und Schneckenschalen, aus Lagen von Aragonitplättchen mit Eiweiß dazwischen. Weil die Plättchen etwa so dick sind wie die Wellenlänge des sichtbaren Lichts, wechselt die Farbe mit dem Blickwinkel.
  • Eine belegte Herkunft des Namens haben wir nicht gefunden. Dass Muscheln Perlen aus Tau empfangen, ist eine Legende, die Plinius der Ältere überliefert.
  • Studien aus Kanada fanden: Wer den Partner etwas positiver sah als dieser sich selbst, war zufriedener, bei jungen wie bei älteren, meist verheirateten Paaren. Bei jungen Paaren hielten solche Beziehungen über ein Jahr auch eher (Murray, Holmes & Griffin, 1996). Das sind Zusammenhänge, keine Beweise, und lange Ehen wurden nicht gezielt untersucht.
  • Die Kehrseite: Bei frisch Verheirateten gingen wohlwollende Deutungen nur in gesünderen Ehen mit Vorteilen einher, bei ernsteren Problemen mit einem stärkeren Rückgang der Zufriedenheit (McNulty, O’Mara & Karney, 2008).
  • Großzügig bei Kleinigkeiten, genau bei Wiederkehrendem: Das ist eine Anregung, kein Studienergebnis.

Quellen: Murray, Holmes & Griffin (1996a), Journal of Personality and Social Psychology 70(1), 79–98; Murray, Holmes & Griffin (1996b), Journal of Personality and Social Psychology 71(6), 1155–1180; Miller, Niehuis & Huston (2006), Personality and Social Psychology Bulletin 32(12), 1579–1594 (ausgewertet: Zusammenfassung); McNulty, O’Mara & Karney (2008), Journal of Personality and Social Psychology 94(4), 631–646 (ausgewertet: Zusammenfassung); Beliaev und Kollegen (2021), Nature Physics 17, 410–415, nach der Mitteilung der TU Dresden; Western Australian Museum; Erlebnismuseum Perlmutter Adorf; DWDS; Duden; Gemological Institute of America; Plinius der Ältere, Naturalis historia 9,107; Emily Post Institute; Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung; Statistisches Bundesamt; Der Bundespräsident; Helmut Walther, Hochzeitstagenamen, Der Sprachdienst 6/1992, zitiert nach der deutschsprachigen Wikipedia.

Häufig gestellte Fragen

Wie heißt der 19. Hochzeitstag?

Der 19. Hochzeitstag heißt meist Perlmutthochzeit. Die deutschsprachige Wikipedia führt für das 19. Ehejahr zwei Namen, Perlmutterhochzeit und Cretonnehochzeit, und beruft sich dabei auf eine Zusammenstellung der Gesellschaft für deutsche Sprache von 1992. Perlmutt und Perlmutter meinen dasselbe, im Alltag ist die kurze Form üblicher. Einen verbindlichen Standard für die Namen der Hochzeitstage gibt es nicht. Wer 2026 den 19. Hochzeitstag feiert, hat 2007 geheiratet, gezählt wird in der Regel ab der standesamtlichen Trauung.

Was bedeutet die Perlmutthochzeit?

Eine überlieferte Bedeutung haben wir nicht gefunden, die gängigen Erklärungen sind Deutungen. Sie knüpfen an das Material an: Perlmutt ist die schillernde Innenschicht der Schalen von Perlmuscheln und manchen Schnecken. Es besteht aus Lagen feiner Plättchen aus Aragonit, einer Form von Calciumcarbonat, mit Eiweiß dazwischen. Weil die Plättchen etwa so dick sind wie die Wellenlänge des sichtbaren Lichts, ändert sich die Farbe mit dem Blickwinkel, von der Seite wirkt Perlmutt matt. Das lässt sich als Bild für eine lange Ehe lesen: Wie man den anderen sieht, hängt auch davon ab, wie man hinschaut.

Was schenkt man zum 19. Hochzeitstag?

Einen überlieferten Geschenkbrauch zum 19. Hochzeitstag haben wir nicht gefunden. Wer den Namen Perlmutthochzeit aufgreift, schenkt etwas mit Perlmutt, etwa Manschettenknöpfe, einen Anhänger oder eine Uhr mit Perlmuttzifferblatt. Für Perlen, die aus demselben Stoff bestehen, nennt das Gemological Institute of America Säuren, Haarspray, Parfüm, Kosmetik und sogar Schweiß als Risiko und warnt vor Ultraschall- und Dampfreinigern, Vorsicht ist bei Perlmutt also angebracht. Zum zweiten Namen Cretonnehochzeit passt ein Baumwollstoff. Persönlicher ist ein Brief, in dem du aufschreibst, was du am anderen schätzt, gerade das, was er an sich selbst unterschätzt.

Wie gratuliert man zum 19. Hochzeitstag?

Am besten persönlich und konkret, mit einer Erinnerung an die Hochzeit 2007 oder einer Beobachtung, die nur auf dieses Paar passt. Den Namen Perlmutthochzeit kennt nicht jeder. Wer ihn verwendet, erklärt ihn kurz oder schreibt schlicht „zum 19. Hochzeitstag“. Ein Beispiel: „19 Jahre, und ihr seht einander immer noch im besten Licht. Herzlichen Glückwunsch zur Perlmutthochzeit!“ Amtliche Glückwünsche gibt es zu diesem Jubiläum nach unserer Recherche nicht, der Bundespräsident gratuliert erst ab dem 65. Hochzeitstag.

Ist es gut, den Partner durch die rosarote Brille zu sehen?

Studien finden Hinweise darauf, mit wichtigen Einschränkungen. In einer kanadischen Studie von 1996 mit 82 verheirateten, verlobten oder zusammenlebenden Paaren und 98 jungen, unverheirateten Paaren waren Menschen zufriedener, wenn sie ihren Partner positiver sahen als dieser sich selbst und wenn der Partner sie selbst so sah. In einer Folgestudie mit 121 jungen, unverheirateten Paaren hielten Beziehungen mit mehr Idealisierung über ein Jahr eher. Das sind Zusammenhänge, kein Beweis für eine Wirkung, und lange Ehen wurden nicht untersucht. Eine Studie mit 251 frisch verheirateten Paaren zeigt die Grenze einer verwandten Haltung, Negatives wohlwollend zu deuten: Über vier Jahre ging sie nur in gesünderen Ehen mit Vorteilen einher, in Ehen mit ernsteren Problemen dagegen mit einem stärkeren Rückgang der Zufriedenheit. Die Autoren führen das darauf zurück, dass die Probleme so weiter wachsen konnten.

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