💘 Die besten Dating-Seiten 2026 — ehrlich getestet & verglichen. Finde die Plattform, die zu dir passt.

Jetzt vergleichen
Festlich gedeckte Tafel mit weißem Porzellan, Blumensträußen und kleinen Gastgeschenken

Porzellanhochzeit: 20. Hochzeitstag richtig feiern

Porzellanhochzeit: Was der 20. Hochzeitstag bedeutet, warum er in die anstrengendste Ehephase fällt und wie ihr ihn feiert, ohne in Kitsch zu rutschen.

Laura Weber
Laura Weber
· 18 Min. Lesezeit

Zwanzig Jahre verheiratet, und der Kalender meldet: Porzellanhochzeit. Für viele Paare kommt dieses Jubiläum zu einem ziemlich unpassenden Zeitpunkt. Im Haus wohnen Teenager, beruflich läuft es auf Hochtouren oder gerade nicht, die eigenen Eltern werden älter und brauchen mehr. Und ausgerechnet jetzt soll man feiern, dass man sich immer noch mag.

Genau deshalb lohnt sich dieser Tag. Nicht als Pflichttermin mit Blumenstrauß und Foto für die Familiengruppe, sondern als Anlass, einmal nüchtern draufzuschauen: Wie viel Zweisamkeit ist eigentlich noch übrig? Und was davon ist Absicht, was ist einfach passiert?

Das Bild vom Porzellan trägt dabei besser, als man erwartet. Es ist fein und wertvoll, es ist für den täglichen Gebrauch gemacht, und es zerbricht, wenn man es fallen lässt. Alle drei Eigenschaften passen auf das, was nach zwanzig Jahren von einer Ehe übrig ist.

Warum 20 Jahre „Porzellanhochzeit“ heißen

Porzellan war in Europa lange ein Luxusgut, das teuer aus Asien importiert werden musste. Erst Johann Friedrich Böttger gelang 1708 in Sachsen die Herstellung von europäischem Hartporzellan, 1710 verkündete August der Starke die Gründung der ersten europäischen Porzellanmanufaktur, die kurz darauf nach Meißen verlegt wurde. Der Beiname „weißes Gold“ stammt aus dieser Zeit und meinte zunächst schlicht den Preis.

Für ein Ehejubiläum ist das Material aus einem anderen Grund passend. Gutes Porzellan ist hart gebrannt, es hält Spülmaschine, Ofen und zwanzig Jahre Alltag aus. Es ist eben kein Vitrinenobjekt, sondern Gebrauchsgegenstand. Gleichzeitig verzeiht es keinen harten Aufprall. Ein Sprung im Teller lässt sich kitten, aber man sieht ihn.

Die japanische Reparaturtechnik Kintsugi macht genau daraus ein Prinzip: Bruchstellen werden mit Gold gefüllt statt versteckt. Das Bild wird in Ratgebertexten gern überstrapaziert, trifft aber einen realen Punkt. Paare, die zwanzig Jahre zusammen sind, haben in aller Regel mindestens eine Krise hinter sich, die sie beide noch genau benennen könnten. Die verschwindet nicht dadurch, dass man ein Jubiläum feiert.

Die Hochzeitstage im Überblick

Bevor es um die Feier geht, kurz die Einordnung. So sieht die gängige Reihe aus:

JahreName
1Papierhochzeit
5Hölzerne Hochzeit
10Rosenhochzeit
12,5Petersilienhochzeit
15Kristallhochzeit
20Porzellanhochzeit
25Silberhochzeit
30Perlenhochzeit
40Rubinhochzeit
50Goldene Hochzeit
60Diamantene Hochzeit
65Eiserne Hochzeit
70Gnadenhochzeit

Wichtig dabei: Es gibt keinen verbindlichen Standard. Weder in Deutschland noch in Österreich existiert eine offizielle Festlegung, welches Ehejahr wie heißt. Die Namen sind regional gewachsen, viele davon erst im 19. und 20. Jahrhundert. Und ein Teil verdankt seine Verbreitung schlicht dem Handel: Der Sprachwissenschaftler Helmut Walther von der Gesellschaft für deutsche Sprache weist darauf hin, dass hinter der Namensgebung vieler Jahrestage die Geschäftsinteressen vor allem des Blumen- und des Schmuckhandels stehen.

Deshalb findet man für dasselbe Jahr oft mehrere Bezeichnungen. Fürs 20. Jahr taucht neben der Porzellanhochzeit regional auch die Kupferne Hochzeit auf. Wer sich einen vollständigen Überblick über die Namen und ihre Widersprüche verschaffen will, findet ihn in unserer Übersicht aller Hochzeitstage. Und wer den Blick nach vorn oder zurück richten mag: Der 10. Hochzeitstag heißt Rosenhochzeit, der 30. Perlenhochzeit und der 40. Rubinhochzeit.

Was macht man bei der Porzellanhochzeit?

Die ehrliche Antwort lautet: Was ihr wollt. Es gibt keine Regel und keine Erwartung von außen, die euch zu irgendetwas verpflichtet. Der 20. ist kein runder Jubiläumsklassiker wie die Silberhochzeit, zu der in vielen Familien automatisch eine Feier gehört. Das ist ein Vorteil, weil der Druck fehlt.

In der Praxis laufen die meisten Porzellanhochzeiten auf eine von vier Varianten hinaus:

1. Nur zu zweit. Essen gehen, eine Nacht auswärts, ein langer Spaziergang an einem Ort, der etwas bedeutet. Die häufigste und für Paare mit Kindern im Haus meist die sinnvollste Variante.

2. Kleiner Kreis. Kinder, Großeltern, ein oder zwei befreundete Paare. Zwölf bis zwanzig Leute, Nachmittagskaffee oder Abendessen, kein Programm.

3. Richtiges Fest. Fünfzig Gäste, Location, Musik. Machen deutlich weniger Paare als zur Silberhochzeit, kommt aber vor, gerade wenn die eigene Hochzeit damals klein ausgefallen ist.

4. Gar nichts. Auch eine Entscheidung. Nur: Wenn nur einer von euch beiden sie getroffen hat und der andere sie nur mitbekommen hat, wird sie zum Problem.

Wenn ihr zwischen den Varianten schwankt, hilft die Frage: Für wen wäre die Feier? Ein Fest, das hauptsächlich stattfindet, weil die Schwiegermutter es erwartet, ist eine Veranstaltung, kein Jubiläum. Eine Reihe ausformulierter Vorschläge vom Kurztrip bis zum Fest haben wir in den Ideen zum Hochzeitstag gesammelt.

Der Brauch mit dem Geschirr: wie verbreitet ist er wirklich?

Zur Porzellanhochzeit kursiert ein Brauch, der klingt, als hätte ihn jemand erfunden: Das Paar zerschlägt gemeinsam Porzellan. Mal heißt es, das alte Service komme weg und werde durch ein neues ersetzt, mal stellen Freunde nachts Scherben vor die Tür, die am Morgen gemeinsam weggekehrt werden.

Der Brauch existiert tatsächlich und ist auch außerhalb von Ratgeberportalen dokumentiert. Die Deutung ist die vom Polterabend übernommene: Lärm vertreibt böse Geister, Scherben bringen Glück, das Zerbrochene steht für abgelegte Sorgen.

Nur: Wie verbreitet er ist, weiß niemand. Es gibt keine Erhebung dazu, wie viele Paare zur Porzellanhochzeit wirklich Geschirr zerschlagen. Was es gibt, sind Dutzende Hochzeitsportale, die einander abschreiben, und die Behauptung, der Brauch sei auf dem Land üblicher als in der Stadt, findet man ebenfalls ohne jeden Beleg. Einschätzung an dieser Stelle: Der Brauch ist eine Variante des Polterabends, die zum Material passt und deshalb weitergereicht wird. Er ist kein fester Bestandteil des Jubiläums, und niemand wird euch schief ansehen, wenn ihr ihn auslasst.

Wenn ihr ihn trotzdem wollt, sind drei Dinge praktisch relevant:

  • Nur Porzellan, Steingut oder Keramik. Glas und Spiegel bleiben heil. Nach der Polterabend-Regel steht Glas für Glück, das man nicht zerstört, und ein zerbrochener Spiegel bringt sieben Jahre Pech. Das ist Aberglaube, aber wenn man einen Brauch übernimmt, übernimmt man ihn ganz oder gar nicht.
  • Scherben kehrt das Paar selbst auf. Das gehört zum Brauch und ist der einzige Teil, der einen realen Punkt hat: Aufräumen ist Gemeinschaftsarbeit.
  • Festen Untergrund wählen. Keine Terrassenfliesen, die absplittern, und keine Stelle, wo später Kinder oder Hunde barfuß laufen.

Übrigens ist der Polterabend selbst deutlich weniger eindeutig, als es die Ratgeber nahelegen. Der historische Ursprung gilt als ungeklärt, erste Erwähnungen reichen ins frühe 16. Jahrhundert zurück, dichter belegt ist der Brauch erst ab dem 19. Jahrhundert. Die Deutung mit den bösen Geistern ist eine Interpretation von Volkskundlern, kein nachgewiesener Ursprung. Mehr dazu, welche Hochzeitsbräuche wie gut belegt sind, steht in unserem Überblick über Hochzeitsbräuche.

Das 20. Jahr fällt in die anstrengendste Phase

Hier wird es unangenehm, und genau deshalb steht es in diesem Artikel. Wer nach zwanzig Jahren heiratet, ist im Schnitt Anfang bis Mitte fünfzig, hat Kinder zwischen zwölf und neunzehn im Haus und steckt beruflich in der Phase mit der höchsten Verantwortung. Gleichzeitig werden die eigenen Eltern pflegebedürftig. Das ist die sogenannte Sandwich-Position, und sie frisst exakt die Ressource, von der eine Paarbeziehung lebt: ungestörte gemeinsame Zeit.

Was die Pubertät der Kinder mit Paaren macht

Es gibt dazu Forschung, und sie ist eindeutiger, als einem lieb ist. Ming Cui und M. Brent Donnellan haben 2009 im Journal of Marriage and Family eine Längsschnittstudie mit 431 Ehepaaren veröffentlicht, deren Kinder gerade in die Pubertät kamen. Über vier Jahre hinweg zeigte sich: Wenn die Konflikte der Eltern über die Erziehung der Jugendlichen zunahmen, sank die Ehezufriedenheit. Nahmen sie ab, stieg sie. Bei Vätern wie Müttern.

Die Einschränkungen nennen die Autoren selbst, und sie sind erheblich. Die Familien stammten alle aus dem ländlichen Iowa, waren fast durchweg weiß, die Kinder lebten bei beiden leiblichen Eltern, und die Daten wurden zwischen 1989 und 1992 erhoben. Es ist eine korrelative Studie, keine kausale: Ob der Streit über die Erziehung die Ehezufriedenheit senkt oder eine unzufriedene Ehe den Streit über die Erziehung befeuert, lässt sich daraus nicht entscheiden. Wahrscheinlich beides.

Trotzdem beschreibt der Befund etwas, das viele Paare wiedererkennen. Der Streit mit der Sechzehnjährigen über die Uhrzeit ist selten nur ein Streit mit der Sechzehnjährigen. Er ist auch ein Streit darüber, wer von euch beiden zu streng ist, wer untergräbt und wer zu selten da ist, um mitzureden. Wie ihr solche Auseinandersetzungen führt, ohne dass sie sich verselbstständigen, behandeln wir ausführlich unter Streitkultur entwickeln.

Warum „nebeneinanderher“ kein Betriebsunfall ist

Viele Paare beschreiben das 20. Jahr als die Zeit, in der sie funktionieren, aber sich nicht mehr begegnen. Das ist keine Charakterschwäche, sondern eine Rechenaufgabe. Wer zwei Vollzeitjobs, zwei Teenager mit eigenen Terminen, ein Haus und alternde Eltern koordiniert, hat pro Woche ein paar wenige freie Stunden, und die fallen meistens abends an, wenn beide platt sind.

Das Tückische daran: Es passiert schleichend und ohne Entscheidung. Niemand beschließt, sich zu entfremden. Man verschiebt nur zwölfmal hintereinander den gemeinsamen Abend, weil ein Elternabend, eine Deadline und ein Arzttermin wichtiger waren. Alle zwölf Entscheidungen waren einzeln betrachtet richtig.

Genau deshalb hilft es wenig, sich mehr Nähe vorzunehmen. Was hilft, sind Termine, die den gleichen Status haben wie ein Arzttermin. Konkrete Ansätze dafür stehen in unserem Text zur Langzeitbeziehung, die frisch bleibt, und die kleinteiligere Variante fürs Alltagsgeschäft findet ihr bei Wertschätzung im Alltag zeigen.

Der Mythos von der U-Kurve

Ein Trost, den man in dieser Phase oft hört, lautet: Die Ehezufriedenheit sinkt in den Kinderjahren und steigt danach wieder, eine U-Kurve. Das klingt beruhigend, und es stimmt so wahrscheinlich nicht.

Jody VanLaningham, David Johnson und Paul Amato haben das 2001 in Social Forces untersucht, mit einer US-Panelstudie über 17 Jahre und fünf Erhebungswellen. Das Ergebnis: Schaut man nur auf eine Momentaufnahme, findet man die U-Kurve tatsächlich. Verfolgt man dieselben Paare aber über die Jahre, verschwindet sie. Die Zufriedenheit sank in dieser Stichprobe über alle Ehedauern hinweg, ein Wiederanstieg in den späteren Jahren zeigte sich nicht. Die U-Kurve, so die Schlussfolgerung der Autoren, ist vermutlich ein Artefakt der Querschnittsforschung: Unglückliche Ehen werden geschieden und fallen aus der Stichprobe, übrig bleiben die zufriedenen.

Auch hier die Einschränkung: US-Daten, erhoben zwischen 1980 und 1997, gemessen über Selbstauskunft. Auf deutsche Ehen der 2020er lässt sich das nicht eins zu eins übertragen. Aber die methodische Kritik trifft, und sie bedeutet: Wartet nicht darauf, dass es von allein besser wird, wenn die Kinder ausziehen.

Was nach dem Auszug tatsächlich passiert

Es gibt allerdings eine Gegenstudie, und die ist genauso interessant. Sara Gorchoff, Oliver John und Ravenna Helson haben 2008 in Psychological Science eine Stichprobe über 18 Jahre begleitet, von den Vierzigern bis in die frühen Sechziger. Die Ehezufriedenheit stieg im mittleren Lebensalter, und der Anstieg hing mit dem Auszug der Kinder zusammen.

Der entscheidende Befund ist aber ein anderer: Der Zuwachs kam nicht daher, dass die Paare mehr Zeit miteinander hatten. Er kam daher, dass sie die gemeinsame Zeit mehr genossen. Nicht die Menge, die Qualität.

Einschränkung: Die Stichprobe bestand ausschließlich aus Frauen einer US-Hochschulkohorte, geboren in den 1930er und 1940er Jahren. Das ist weit weg von einer deutschen Familie im Jahr 2026. Die Richtung des Befundes ist trotzdem brauchbar, weil sie die naheliegende Hoffnung korrigiert. Wenn die Kinder weg sind, habt ihr nicht automatisch eine bessere Ehe. Ihr habt Zeit. Was daraus wird, entscheidet sich daran, ob ihr in den Jahren davor noch wusstet, was ihr miteinander anfangen wollt.

Und die Zahlen zur Scheidung

Um die Phase einzuordnen, hilft ein Blick in die amtliche Statistik. Das Statistische Bundesamt meldet für 2025 rund 130.100 Scheidungen in Deutschland. Die geschiedenen Paare waren im Durchschnitt 14 Jahre und 7 Monate verheiratet. Betroffen waren etwa 113.400 minderjährige Kinder. Bei rund 20.800 Paaren, also 16 Prozent aller Scheidungen, erfolgte die Trennung im Jahr der Silberhochzeit oder später.

Zwei Dinge lassen sich daraus ablesen und zwei nicht. Ablesen lässt sich: Wer zwanzig Jahre geschafft hat, liegt bereits über der durchschnittlichen Dauer der geschiedenen Ehen. Und: Auch nach zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren trennen sich Paare noch, das ist keine Randerscheinung. Nicht ablesen lässt sich daraus eine persönliche Wahrscheinlichkeit, und schon gar nicht, ob eine Ehe glücklich ist. Die Statistik zählt Gerichtsbeschlüsse, nicht Zufriedenheit. Die vermutlich größere Gruppe sind Paare, die zusammenbleiben und nicht glücklich sind, und die taucht in keiner Zahl auf.

Was in dieser Phase tatsächlich hilft

Keine Geheimnisse, keine fünf Schritte zum Eheglück. Was sich in Beratung und Paarforschung als tragfähig erweist, ist unspektakulär:

AnsatzWas konkret gemeint istAufwand
Fester Paar-TerminEin Abend im Monat, im Kalender wie ein Arzttermin, nicht verschiebbargering
Getrennte ThemenzeitenOrganisatorisches nicht beim Abendessen klären, sondern in 20 Minuten am Sonntaggering
Eine gemeinsame SacheEtwas, das keinem Kind und keinem Haushalt dient: Sport, Kurs, Ehrenamtmittel
Eine Nacht auswärts pro QuartalMuss nicht teuer sein, entscheidend ist, dass niemand morgens Schulbrote schmiertmittel
PaarberatungWenn ihr seit Monaten dieselben drei Streitthemen habt, ohne dass sich etwas bewegthoch

Den Punkt mit der gemeinsamen Sache unterschätzen viele. Nach zwanzig Jahren kennen die meisten Paare sich fast nur noch im Modus Organisation: Wer holt wen ab, wer ruft beim Arzt an, wer kümmert sich um die Steuererklärung. Eine Tätigkeit, bei der keiner von euch etwas managt, stellt einen anderen Bezug her. Was langjährige Paare selbst über ihr Zusammenbleiben berichten, haben wir in Das Geheimnis langer Ehen gesammelt.

Ein Hinweis zur Paarberatung, weil die Hemmschwelle hoch ist: Der häufigste Fehler ist nicht, zu früh zu gehen. Es ist, fünf Jahre zu warten, bis einer von beiden innerlich schon draußen ist. Kirchliche und kommunale Beratungsstellen arbeiten einkommensabhängig, teilweise kostenlos.

Was sagt man zum 20. Hochzeitstag?

Die Antwort hängt davon ab, wer fragt. Ein Satz an das eigene Kind ist ein anderer als einer an ein befreundetes Paar, das man seit der Hochzeit kennt.

Was in fast allen Fällen funktioniert, ist konkret zu werden statt allgemein. „Herzlichen Glückwunsch zur Porzellanhochzeit“ ist korrekt und ersetzbar. „Zwanzig Jahre, und ihr streitet immer noch darüber, wer den Grill anmacht“ ist es nicht. Ein Detail, das nur ihr kennt, schlägt jede Formulierung aus dem Netz.

Drei Muster, die tragen:

  • Rückblick mit Detail. Bezug auf die Hochzeit selbst, auf das Wetter damals, auf den Toast, der zu lang war, auf die Tante, die getanzt hat.
  • Anerkennung für das Unspektakuläre. Zwanzig Jahre bestehen zum größten Teil aus Einkaufen, Elternabenden und Grippewellen. Wer das benennt, trifft eher als jemand, der von großer Liebe spricht.
  • Wunsch statt Bewertung. „Ich wünsche euch, dass ihr euch die Ruhe bewahrt“ ist angenehmer als „ihr seid ein Vorbild“, weil es das Paar nicht in eine Rolle zwingt.

Und was man besser lässt: Anspielungen auf Zerbrechlichkeit, auch wenn das Material sie nahelegt. „Hoffentlich geht nichts kaputt“ ist als Witz gemeint und landet oft anders, besonders wenn das Paar eine schwierige Phase hinter sich hat. Ebenfalls heikel sind Vergleiche mit anderen Paaren im Bekanntenkreis, die sich getrennt haben.

Für Paare, die den Tag selbst nutzen wollen: Manche formulieren zum 20. ihr Eheversprechen neu. Das ist weniger pathetisch, als es klingt, wenn man es schriftlich und nur füreinander macht. Anhaltspunkte dafür stehen in unserer Anleitung zum Eheversprechen schreiben.

Wie gratuliert man zur Porzellanhochzeit?

Praktisch gefragt: Karte, Anruf, Nachricht, Besuch? Eine Rangfolge gibt es nicht, aber eine Faustregel. Je näher ihr dem Paar steht, desto weniger reicht eine Nachricht.

  • Kinder und Eltern des Paares: persönlich, am besten mit etwas Zeit. Ein gemeinsames Essen zählt mehr als ein Geschenk.
  • Enge Freunde: Anruf oder Besuch, Karte zusätzlich. Wenn ihr zur Hochzeit dabei wart, erwähnt das.
  • Kollegen, Nachbarn, entferntere Verwandte: Karte oder Nachricht genügt völlig. Kein Geschenk nötig.
  • Wenn ihr nicht eingeladen seid: Glückwunsch trotzdem, aber ohne Andeutung, dass ihr gern gekommen wärt. Der 20. wird oft bewusst klein gehalten.

Zur Form: Eine handgeschriebene Karte ist nach wie vor das, woran sich Paare erinnern. Blumen sind unverfänglich, wenn ihr unsicher seid. Wer Porzellan schenken will, ohne die Küche des Paares zu kennen, greift besser zu etwas Einzelnem wie einer Vase oder zwei Espressotassen als zu Geschirr, das zu nichts passt.

Falls ihr für die Gratulation etwas Größeres plant, etwa eine Überraschung am Jubiläumstag: Sprecht euch vorher mit den Kindern des Paares ab. Die wissen meist, ob am Jubiläumstag ohnehin schon etwas läuft.

Wann ist die Lumpenhochzeit?

Die häufigste Zuordnung lautet: 15. Hochzeitstag. Damit ist die Lumpenhochzeit ein zweiter Name für dasselbe Jahr, das andernorts Kristallhochzeit heißt. Daneben kursiert eine Variante, die den Namen dem 35. Hochzeitstag zuschreibt.

Eindeutig ist das also nicht, und es lässt sich auch nicht auflösen, weil es keine verbindliche Liste gibt, gegen die man prüfen könnte. Beide Zuordnungen sind in Gebrauch, die für 15 Jahre häufiger.

Der Name kommt nicht von Armut, sondern von Textilien. Gemeint ist, dass die Wäsche aus der Aussteuer, also Tisch- und Bettwäsche, nach so vielen Ehejahren durchgescheuert ist und ersetzt gehört. Im norddeutschen Raum heißt dasselbe Jubiläum Plünnenhochzeit, von „Plünnen“, einem Wort des 19. Jahrhunderts für abgetragene Kleidung.

Für das 15. Jahr sind außerdem in Gebrauch: Kristallhochzeit, Glashochzeit, Gläserne Hochzeit, Flaschenhochzeit und Veilchenhochzeit. Einige dieser Namen sind so lokal begrenzt, dass sie außerhalb ihrer Region wie ein Scherz klingen. Wer sicher sein will, fragt in der eigenen Familie nach, welche Version dort üblich ist. Das ist nicht kleinlich, sondern spart die Diskussion auf der Feier.

Geschenke zur Porzellanhochzeit

Der Materialbezug ist eine Anregung, keine Vorschrift. Wenn das Paar mit Porzellan nichts anfangen kann, schenkt etwas anderes.

Mit Porzellanbezug:

  • Ein Ersatzteil für ein Service, in dem schon Lücken sind. Setzt Recherche voraus, wirkt dafür überdurchschnittlich.
  • Zwei gute Tassen oder Espressotassen, die täglich benutzt werden.
  • Eine Vase oder Schale von einer kleinen Manufaktur.
  • Ein Töpferkurs zu zweit, wenn ihr das Material wörtlich nehmen wollt, ohne ein Objekt zu schenken.

Ohne Materialbezug:

  • Eine Übernachtung oder ein Essen, gebucht und bezahlt, nicht als Gutschein zum Selbstorganisieren.
  • Konzert- oder Theaterkarten mit festem Datum.
  • Bei Paaren mit Kindern: eine Nacht Kinderbetreuung. Klingt unromantisch, ist für viele das wertvollste Geschenk dieser Jahre.
  • Ein Fotobuch aus zwanzig Jahren. Aufwendig, funktioniert aber fast immer.

Zur Preisorientierung, ausdrücklich als grobe Spanne und ohne Gewähr, Stand September 2026: Eine einzelne Tasse oder kleine Schale aus laufender Produktion liegt meist zwischen 15 und 60 Euro, ein Gedeck einer bekannten Manufaktur deutlich darüber. Ein Essen zu zweit in einem guten Lokal bewegt sich häufig zwischen 80 und 200 Euro, eine Übernachtung mit Frühstück in Deutschland je nach Region und Saison zwischen 120 und 350 Euro. Diese Zahlen sind Anhaltspunkte, keine Empfehlung: Der Betrag entscheidet nicht darüber, ob ein Geschenk ankommt.

Geldgeschenke sind zur Porzellanhochzeit unter Freunden eher unüblich. Im engen Familienkreis, etwa wenn die Eltern eine Reise mitfinanzieren, ist es akzeptiert und wird meist als Beitrag verpackt, nicht als Umschlag.

Häufige Fehler rund um den 20. Hochzeitstag

  • Nur einer plant. Wenn der Tag jedes Jahr an derselben Person hängt, wird die Planung selbst zum Konfliktthema. Teilt auf oder plant bewusst gemeinsam.
  • Das falsche Datum. Rechtlich zählt die standesamtliche Trauung, gefeiert wird oft die kirchliche oder freie. Klärt einmal, welches Datum bei euch gilt, statt es jedes Jahr neu zu diskutieren.
  • Die Feier ersetzt das Gespräch. Ein schöner Abend ist kein Ersatz dafür, einmal auszusprechen, was seit zwei Jahren schiefläuft. Beides hat Platz, nur nicht unbedingt am selben Abend.
  • Zu große Erwartung an einen Tag. Zwanzig Jahre lassen sich nicht in vier Stunden würdigen. Wer den Abend damit belädt, ist am Ende enttäuscht.
  • Das Jubiläum wird zum Familientermin. Kinder und Großeltern dabeizuhaben, ist schön. Es ist aber keine Zweisamkeit, und wer das verwechselt, hat am Ende gefeiert und sich trotzdem nicht gesehen.

Kurz gefasst

Die Porzellanhochzeit ist der 20. Hochzeitstag. Der Name ist weder amtlich noch alt, und für dasselbe Jahr kursieren regional andere Bezeichnungen. Der Brauch, Geschirr zu zerschlagen, existiert, ist vom Polterabend abgeleitet und freiwillig, belastbare Zahlen zu seiner Verbreitung gibt es nicht.

Interessanter als das Material ist der Zeitpunkt. Das 20. Jahr fällt bei vielen Paaren in die Phase mit Teenagern im Haus, beruflicher Höchstlast und alternden Eltern, also in die Jahre mit der geringsten ungestörten Zweisamkeit der ganzen Ehe. Die Hoffnung, das renke sich von allein ein, wenn die Kinder ausziehen, ist empirisch nicht gut gestützt.

Was hilft, ist unspektakulär und gilt weit über einen Jubiläumstag hinaus: feste Termine zu zweit, eine gemeinsame Sache ohne Zweck, und die Bereitschaft, Konflikte auszutragen statt zu verschieben. Die nächste große Station steht dann in fünf Jahren an: die Silberhochzeit.


Quellen und Studien: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung zu Eheschließungen und Ehescheidungen 2025 · Cui, M. & Donnellan, M. B. (2009), Trajectories of Conflict over Raising Adolescent Children and Marital Satisfaction, Journal of Marriage and Family · VanLaningham, J., Johnson, D. R. & Amato, P. (2001), Marital Happiness, Marital Duration, and the U-Shaped Curve, Social Forces 79 · Gorchoff, S. M., John, O. P. & Helson, R. (2008), Contextualizing Change in Marital Satisfaction During Middle Age, Psychological Science 19. Die genannten Einschränkungen der Studien stehen jeweils im Text.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Porzellanhochzeit?

Porzellanhochzeit ist der gängige Name für den 20. Hochzeitstag, also 20 Jahre Ehe. Das Material steht für etwas Feines und Wertvolles, das trotzdem für den täglichen Gebrauch gemacht ist. Verbindlich festgelegt ist der Name nicht: In Deutschland und Österreich gibt es keine offizielle Liste der Hochzeitstage, und für das 20. Jahr taucht regional auch die Kupferne Hochzeit auf.

Was schenkt man zur Porzellanhochzeit?

Klassisch ist Porzellan, also eine Vase, eine Schale, zwei gute Tassen oder ein Ersatzteil für ein Service, das im Alltag schon Lücken hat. Wer den Materialbezug nicht mag, schenkt gemeinsame Zeit: ein Essen, eine Übernachtung, ein Konzert. Bei einem Paar mit Teenagern im Haus ist ein bezahlter Babysitter oder ein Wochenende ohne Kinder oft mehr wert als ein Gegenstand. Geldgeschenke sind unter Freunden unüblich, im engen Familienkreis aber akzeptiert.

Wann ist die Lumpenhochzeit?

Am häufigsten wird die Lumpenhochzeit dem 15. Hochzeitstag zugeordnet, alternativ auch dem 35. Der Name spielt darauf an, dass die Wäsche aus der Aussteuer nach so vielen Jahren verschlissen ist und ersetzt gehört. Im Norden Deutschlands heißt dasselbe Jubiläum auch Plünnenhochzeit, von „Plünnen“ für abgetragene Kleidung. Eine verbindliche Zuordnung gibt es nicht, die Bezeichnungen sind stark regional.

Muss man zur Porzellanhochzeit Geschirr zerschlagen?

Nein. Der Brauch existiert und ist mit dem Polterabend verwandt, er ist aber freiwillig und längst nicht überall üblich. Wer ihn übernimmt, sollte Porzellan, Steingut oder Keramik verwenden und Glas sowie Spiegel ganz lassen, denn die sind nach der Polterabend-Regel tabu. Und jemand muss die Scherben hinterher aufkehren, traditionell das Paar selbst.

Wie feiert man den 20. Hochzeitstag, wenn Kinder im Haus sind?

Trennt die Feier vom Paar-Teil. Ein Essen mit Kindern und Großeltern erfüllt die Familienpflicht, ersetzt aber keine Zweisamkeit. Plant zusätzlich einen Abend oder eine Nacht nur zu zweit und legt das Datum früh fest, sonst frisst der Terminkalender der Teenager den Tag. Wenn beides an einem Wochenende nicht geht, ist es völlig in Ordnung, den Paar-Teil zwei Wochen später nachzuholen.

Artikel teilen:

Welche Dating-Seite passt zu dir?

Finde es heraus — in nur 30 Sekunden.