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Titelbild der Herzblatt-Studie Wie viel älter ist der Mann? mit den Kennzahlen 21 Prozent der Hochzeiten mit älterer Frau, zwei von drei Hochzeiten mit mindestens ein Jahr älterem Mann und 47 Prozent der Männer ab 40 mit mindestens fünf Jahre jüngerer Partnerin

Altersabstand: Bei jeder fünften Hochzeit ist die Frau älter

Altersabstand bei Hochzeiten 2025: Bei 21,2 % der Paare aus Mann und Frau ist sie älter, am häufigsten ist er 2 bis 5 Jahre älter. Destatis-Daten ausgewertet.

Dr. Thomas Peters
Dr. Thomas Peters
· 19 Min. Lesezeit

Bei gut jeder fünften Hochzeit in Deutschland ist die Frau älter als der Mann. 2025 traf das auf 21,2 Prozent der Eheschließungen zwischen Mann und Frau zu, das sind 72.030 Hochzeiten. Der ältere Bräutigam bleibt trotzdem die Regel: Bei rund zwei Dritteln der Paare ist er mindestens ein Jahr älter. Am häufigsten trennen die beiden zwei bis unter fünf Jahre.

Für diese Studie haben wir alle 348.813 Eheschließungen des Jahres 2025 aus der amtlichen Statistik ausgewertet, zum Vergleich auch die Jahre 2023 und 2024. Wir zeigen, wie groß der Altersabstand bei Hochzeiten ist, wie oft die Frau die Ältere ist und wie sich das Bild mit dem Heiratsalter verschiebt. Der deutlichste Befund: Ab 40 heiratet fast jeder zweite Mann eine mindestens fünf Jahre jüngere Partnerin. Alle Werte gibt es am Ende als CSV-Datei zum Download.

Die Datenbasis in einem Satz: Grundlage ist der Statistische Bericht „Eheschließungen“ des Statistischen Bundesamts mit der Tabelle 12611-02, die alle Eheschließenden nach ihrem Alter und dem Altersabstand zum Partner zählt, die Anteile haben wir selbst berechnet. Wie genau, steht im Abschnitt Methodik.

Auf einen Blick: Die wichtigsten Ergebnisse

  • Gut jede fünfte Braut ist älter als ihr Mann. Das gilt für 21,2 Prozent der Hochzeiten zwischen Mann und Frau. Mindestens fünf Jahre älter ist sie bei 5,1 Prozent, mehr als zehn Jahre älter bei 0,9 Prozent.
  • Rund zwei Drittel der Ehemänner sind älter. Der Anteil liegt zwischen 67 und 70 Prozent. Warum es dafür nur eine Spanne gibt, erklären wir weiter unten.
  • Der typische Abstand ist klein. Am häufigsten ist er zwei bis unter fünf Jahre älter (28,1 % aller Eheschließungen). Die Durchschnittsalter von Männern und Frauen bei der Hochzeit liegen 2,6 Jahre auseinander.
  • Ab 40 ist der Abstand deutlich größer. 46,5 Prozent der Männer, die mit 40 oder später heiraten, haben eine mindestens fünf Jahre jüngere Partnerin. Bei Männern unter 40 sind es 17,0 Prozent.
  • Wer spät heiratet, heiratet öfter jünger, auch als Frau. Bei Bräuten unter 25 ist der Mann in 6,8 Prozent der Fälle jünger, bei Frauen zwischen 60 und 69 in 39,2 Prozent und ab 70 in 43,7 Prozent.
  • Gleichaltrige Paare sind vor allem jung. Bei Männern unter 25 sind 23,1 Prozent der Paare gleich alt, bei Männern ab 70 nur 3,4 Prozent.
  • Das Muster ist stabil. Der Anteil der älteren Frauen lag 2023 bei 21,0 Prozent, 2024 bei 21,1 Prozent und 2025 bei 21,2 Prozent.

Der typische Abstand: Er ist zwei bis fünf Jahre älter

Ordnet man alle 348.813 Eheschließungen des Jahres 2025 nach dem Altersabstand, ergibt sich ein klares Bild. Den größten Block bilden Paare, bei denen er zwei bis unter fünf Jahre älter ist: 97.894 Hochzeiten oder 28,1 Prozent. Dahinter folgen Paare, bei denen er fünf bis zehn Jahre älter ist (20,5 %), und Paare mit einem bis unter zwei Jahren Vorsprung für ihn (12,6 %). Gleich alt im Sinne der Statistik, also mit weniger als einem Jahr Unterschied, sind 11,5 Prozent der Paare.

Balkendiagramm: Altersabstand bei allen 348.813 Eheschließungen 2025. Am häufigsten ist er 2 bis 5 Jahre älter (28,1 Prozent), es folgen er 5 bis 10 Jahre älter (20,5 Prozent) und er 1 bis 2 Jahre älter (12,6 Prozent). Gleich alt sind 11,5 Prozent, mehr als 10 Jahre älter ist sie bei 0,9 Prozent

Große Abstände sind dagegen selten. Mehr als zehn Jahre älter ist der Mann bei 6,7 Prozent der Hochzeiten, die Frau nur bei 0,9 Prozent. Das verbreitete Bild vom deutlich älteren Ehemann stimmt also in der Richtung, aber nicht im Ausmaß.

AltersabstandEheschließungen 2025Anteil an allen
Er mehr als 10 Jahre älter23.2356,7 %
Er 5 bis 10 Jahre älter71.53620,5 %
Er 2 bis unter 5 Jahre älter97.89428,1 %
Er 1 bis unter 2 Jahre älter43.91412,6 %
Gleich alt (unter 1 Jahr Abstand)40.20311,5 %
Sie 1 bis unter 2 Jahre älter24.0036,9 %
Sie 2 bis unter 5 Jahre älter30.6958,8 %
Sie 5 bis 10 Jahre älter14.1744,1 %
Sie mehr als 10 Jahre älter3.1580,9 %
Insgesamt348.813100 %

Lesehilfe: Anteile an allen Eheschließungen 2025. Bei gleichgeschlechtlichen Paaren steht der ältere Partner für „er“, diese Paare erscheinen deshalb nur in den Zeilen „Er … älter“ und „Gleich alt“.

Gut jede fünfte Braut ist älter als ihr Mann

Bei 72.030 der 339.929 Hochzeiten zwischen Mann und Frau war die Frau 2025 mindestens ein Jahr älter. Das sind 21,2 Prozent, also gut jede fünfte. Meist ist ihr Vorsprung klein: Am häufigsten ist sie zwei bis unter fünf Jahre älter (30.695 Hochzeiten), danach folgen ein bis unter zwei Jahre (24.003 Hochzeiten). Mindestens fünf Jahre älter ist die Frau bei 5,1 Prozent der Paare, mehr als zehn Jahre älter bei 0,9 Prozent. Das sind 3.158 Hochzeiten in einem Jahr.

Eine Frau mit jüngerem Ehemann ist damit kein Randphänomen, sondern Alltag auf deutschen Standesämtern. Sie dürfte nur seltener auffallen, weil der Abstand meist gering ist.

Bemerkenswert ist, wie stabil der Wert ist: 21,0 Prozent 2023, 21,1 Prozent 2024 und 21,2 Prozent 2025, obwohl die Zahl der Hochzeiten in diesem Zeitraum von 360.979 auf 348.813 gesunken ist. Auch der Anteil der Frauen, die mindestens fünf Jahre älter sind, blieb mit 5,1 bis 5,2 Prozent nahezu gleich. Für Aussagen über einen langfristigen Trend sind drei Jahrgänge allerdings zu wenig.

JahrEheschließungendavon Mann und FrauSie ist älter (Anteil an Mann-Frau-Ehen)Sie ist mind. 5 Jahre älterEr ist mind. 1 Jahr älter (Spanne)
2023360.979351.75121,0 %5,1 %68–70 %
2024349.216340.39821,1 %5,2 %67–70 %
2025348.813339.92921,2 %5,1 %67–70 %

Warum „er ist älter“ nur als Spanne möglich ist

Die amtliche Statistik spricht nicht von Mann und Frau, sondern von „Ehegatte 1“ und „Ehegatte 2“. Bei Paaren aus Mann und Frau ist Ehegatte 1 der Ehemann und Ehegatte 2 die Ehefrau. Bei gleichgeschlechtlichen Paaren ist Ehegatte 1 die ältere und Ehegatte 2 die jüngere Person. So steht es in den Erläuterungen zum Statistischen Bericht „Eheschließungen“ 2025 des Statistischen Bundesamts.

Von den 348.813 Eheschließungen 2025 wurden 339.929 zwischen Mann und Frau geschlossen und 8.883 zwischen zwei Männern (4.198) oder zwei Frauen (4.685), das sind 2,5 Prozent. Weil bei gleichgeschlechtlichen Paaren immer der Ältere als Ehegatte 1 gilt, tauchen sie nie in den Klassen auf, in denen Ehegatte 2 älter ist. Daraus folgt zweierlei:

  • „Die Frau ist älter“ lässt sich exakt angeben. Jeder Fall, in dem Ehegatte 2 älter ist, ist ein Paar aus Mann und Frau. Wir können den Anteil deshalb genau auf die 339.929 Hochzeiten zwischen Mann und Frau beziehen: 21,2 Prozent.
  • „Der Mann ist älter“ geht nur als Spanne. Die gleichgeschlechtlichen Paare stecken entweder in den Klassen, in denen Ehegatte 1 älter ist, oder in der Klasse „gleich alt“. Wie sie sich darauf verteilen, weist die Tabelle nicht aus. Bei Paaren aus Mann und Frau ist er deshalb in 67,0 bis 69,6 Prozent der Fälle mindestens ein Jahr älter, gleich alt sind 9,2 bis 11,8 Prozent. Wir sprechen daher von rund zwei Dritteln.

Die Verteilungsgrafik und die Auswertungen nach Alter beziehen sich auf alle Eheschließungen, der Einfluss der gleichgeschlechtlichen Paare ist dort gering. Mit „Mann“ ist bei ihnen der ältere Partner gemeint, mit „Frau“ der jüngere.

Im Schnitt 2,6 Jahre: Was das Heiratsalter verrät

Einen genauen Durchschnitt des Altersabstands pro Paar veröffentlicht das Statistische Bundesamt in dieser Tabelle nicht. Einen guten Näherungswert liefert das durchschnittliche Heiratsalter aus Tabelle 12611-03: Männer waren 2025 bei der Hochzeit im Schnitt 39,2 Jahre alt, Frauen 36,6 Jahre. Der Unterschied beträgt 2,6 Jahre.

Bei Ledigen, also Menschen, die zum ersten Mal heiraten, liegen die Durchschnittsalter näher beieinander. Ledige Männer heirateten 2025 im Schnitt mit 35,3 Jahren, ledige Frauen mit 33,0 Jahren (Statistisches Bundesamt). Das ergibt 2,3 Jahre Unterschied. Weil ledige Frauen nicht immer ledige Männer heiraten, ist das kein exakter Abstand innerhalb der Paare. Die Richtung ist aber eindeutig: Über alle Hochzeiten liegen Männer und Frauen weiter auseinander als bei den Ledigen.

Ein Teil der Erklärung dürften Wiederverheiratungen sein. Wer nach einer Scheidung oder Verwitwung erneut heiratet, ist im Schnitt deutlich älter, und bei späten Hochzeiten fallen die Abstände größer aus, wie die folgenden Abschnitte zeigen. Wie stark Geschiedene und Verwitwete das Heiratsalter nach oben ziehen, beschreibt unser Überblick zur Hochzeit-Statistik in Deutschland. Über das einzelne Paar sagt der Mittelwert wenig, wie die breite Verteilung oben zeigt.

Ab 40 wird der Abstand groß

Wie groß der Abstand ist, hängt stark davon ab, wie alt der Mann bei der Hochzeit ist. Bei jungen Bräutigamen ist eine deutlich jüngere Partnerin die Ausnahme: Von den Männern, die mit unter 25 Jahren heiraten, haben nur 1,7 Prozent eine mindestens fünf Jahre jüngere Frau. Bei 35,3 Prozent ist die Partnerin sogar älter. Zwischen 30 und 34 Jahren ist sie bereits bei 17,3 Prozent mindestens fünf Jahre jünger, zwischen 35 und 39 bei 32,8 Prozent.

Ab 40 verschiebt sich das Bild deutlich. 45,2 Prozent der Männer, die zwischen 40 und 49 heiraten, haben eine mindestens fünf Jahre jüngere Partnerin, zwischen 60 und 69 sind es 49,3 Prozent und ab 70 Jahren 71,6 Prozent. In der ältesten Gruppe ist die Frau bei 41,3 Prozent sogar mehr als zehn Jahre jünger. Zusammengefasst: Von den 119.995 Männern, die 2025 mit 40 oder später geheiratet haben, hatten 46,5 Prozent eine mindestens fünf Jahre jüngere Partnerin und 17,0 Prozent eine mehr als zehn Jahre jüngere. Bei Männern unter 40 lag der Anteil mit mindestens fünf Jahren Abstand bei 17,0 Prozent.

Säulendiagramm: Anteil der Eheschließungen 2025 mit einer mindestens 5 Jahre jüngeren beziehungsweise mindestens 5 Jahre älteren Partnerin nach Alter des Mannes. Der Anteil der jüngeren Partnerinnen steigt von 2 Prozent bei Männern unter 25 auf 45 Prozent bei 40- bis 49-Jährigen und 72 Prozent ab 70, der Anteil der älteren Partnerinnen bleibt zwischen 2 und 7 Prozent

Noch deutlicher wird der Sprung bei einzelnen Altersjahren. Von den 25-jährigen Bräutigamen heirateten 4,1 Prozent eine mindestens fünf Jahre jüngere Frau, von den 30-Jährigen 11,0 Prozent und von den 40-Jährigen schon 40,9 Prozent. Danach steigt der Wert langsamer und nicht gleichmäßig: 44,9 Prozent mit 50, 41,9 Prozent mit 60, 54,3 Prozent mit 65 und 65,9 Prozent mit 70 Jahren. Der stärkste Anstieg liegt also zwischen 30 und 40.

Alter des MannesEheschließungenSie mind. 5 Jahre jüngerSie mehr als 10 Jahre jüngerSie älterSie mind. 5 Jahre älter
unter 2516.0721,7 %0,0 %35,3 %7,2 %
25–2967.1206,8 %0,0 %25,5 %5,2 %
30–3488.17117,3 %0,6 %20,1 %4,0 %
35–3957.45632,8 %4,0 %17,4 %4,4 %
40–4948.80445,2 %12,5 %17,6 %5,9 %
50–5939.00342,1 %17,2 %22,5 %6,8 %
60–6925.63449,3 %19,0 %14,6 %3,9 %
70+6.55471,6 %41,3 %7,1 %2,1 %

Woran liegt das? Die Tabelle 12611-02 unterscheidet nicht nach Familienstand, eine eindeutige Antwort geben die Daten deshalb nicht. Zwei Erklärungen liegen nahe. Erstens dürften späte Hochzeiten häufiger Zweit-Ehen sein. Zweitens gibt es einen rein rechnerischen Effekt: Wer jung heiratet, hat kaum jüngere Jahrgänge zur Auswahl, wer mit 60 heiratet, dagegen viele.

Auffällig ist die Gruppe der 50- bis 59-Jährigen. Dort ist die Partnerin bei 22,5 Prozent der Hochzeiten älter als der Mann, häufiger als bei den 40- bis 49-Jährigen (17,6 %) und den 60- bis 69-Jährigen (14,6 %). Eine Erklärung dafür liefern die Daten nicht.

Wann die Frau die Ältere ist

Bei den Frauen zeigt sich ein ähnliches Muster, nur schwächer ausgeprägt. Junge Bräute heiraten fast immer einen gleichaltrigen oder älteren Mann: Bei Frauen unter 25 ist der Mann in 81,6 Prozent der Fälle älter und nur in 6,8 Prozent jünger. Mit dem Heiratsalter steigt der Anteil der jüngeren Ehemänner, auf 11,9 Prozent bei Frauen zwischen 25 und 29, auf 20,9 Prozent zwischen 30 und 34 und auf 29,6 Prozent zwischen 35 und 39.

Säulendiagramm: Anteil der Eheschließungen 2025, bei denen der Mann jünger ist als die Frau, nach Alter der Frau. Der Anteil steigt von 7 Prozent bei Frauen unter 25 auf 30 Prozent bei 35- bis 39-Jährigen, sinkt bei 50- bis 59-Jährigen auf 24 Prozent und erreicht 44 Prozent bei Frauen ab 70

In den 40ern und 50ern sinkt der Wert wieder leicht, auf 27,7 und 23,8 Prozent. Gleichzeitig ist in diesen Altersgruppen der Anteil der deutlich älteren Ehemänner am höchsten: Bei 37,6 Prozent der Frauen zwischen 40 und 49 ist der Mann mindestens fünf Jahre älter. In der Lebensmitte streuen die Abstände also stark in beide Richtungen, gleich alt sind bei Frauen zwischen 40 und 49 nur 7,5 Prozent der Paare.

Ab 60 verschiebt sich das Verhältnis noch einmal. 39,2 Prozent der Frauen zwischen 60 und 69 Jahren heiraten einen jüngeren Mann, ab 70 sind es 43,7 Prozent. Bei Frauen ab 70 ist der Mann in 26,3 Prozent der Fälle mindestens fünf Jahre jünger und in 10,1 Prozent mehr als zehn Jahre jünger.

Alter der FrauEheschließungenEr mind. 5 Jahre älterEr jüngerEr mind. 5 Jahre jünger
unter 2532.00130,6 %6,8 %0,1 %
25–2990.14324,5 %11,9 %0,6 %
30–3482.18221,9 %20,9 %2,7 %
35–3946.27425,9 %29,6 %7,6 %
40–4942.77937,6 %27,7 %11,2 %
50–5935.46934,8 %23,8 %8,2 %
60–6916.87222,0 %39,2 %15,0 %
70+3.09424,5 %43,7 %26,3 %

Der Vergleich der Geschlechter zeigt eine klare Asymmetrie. In jeder Altersgruppe ist der Partner bei Männern häufiger jünger als bei Frauen. Ein Bräutigam zwischen 35 und 39 heiratet in 73,8 Prozent der Fälle eine jüngere Frau, eine Braut im selben Alter nur in 29,6 Prozent der Fälle einen jüngeren Mann. Der rechnerische Effekt gilt für beide Geschlechter gleichermaßen und kann diesen Unterschied deshalb nicht erklären. Hier dürften Gewohnheiten und Erwartungen eine Rolle spielen, die die Statistik nicht misst.

Gleich alt heiraten vor allem junge Paare

Paare ohne nennenswerten Altersabstand, also mit weniger als einem Jahr Unterschied, machen 11,5 Prozent aller Eheschließungen aus. Auch dieser Anteil hängt stark vom Alter ab. Bei Männern, die mit unter 25 heiraten, sind 23,1 Prozent der Paare gleich alt, zwischen 25 und 29 noch 18,8 Prozent und zwischen 30 und 34 Jahren 12,5 Prozent. Bei Männern zwischen 40 und 69 liegt der Anteil nur noch zwischen 5,9 und 7,3 Prozent, ab 70 bei 3,4 Prozent.

Eine naheliegende Deutung: Wer früh heiratet, hat den Partner oder die Partnerin oft in Schule, Ausbildung oder Studium kennengelernt, wo viele Gleichaltrige zusammenkommen. Belegen lässt sich das nicht, denn die Statistik erfasst nicht, wo sich Paare kennengelernt haben.

Bei sehr jungen Paaren kommt der rechnerische Effekt hinzu. Eine Ehe darf in Deutschland nicht vor Eintritt der Volljährigkeit geschlossen werden (§ 1303 BGB). Wer mit Anfang zwanzig heiratet, kann deshalb kaum einen fünf Jahre jüngeren Partner haben. Entsprechend selten ist das: Bei Frauen unter 25 ist der Mann nur in 0,1 Prozent der Fälle mindestens fünf Jahre jünger, bei Männern unter 25 die Frau in 1,7 Prozent.

Was die Zahlen nicht zeigen

Die amtliche Eheschließungsstatistik ist eine solide Grundlage. Sie hat aber Grenzen, die man bei der Interpretation kennen sollte.

  1. Nur Hochzeiten eines Jahres. Die Zahlen beschreiben Paare, die in einem bestimmten Jahr geheiratet haben, nicht alle bestehenden Ehen und nicht Paare ohne Trauschein. Wie verbreitet das Zusammenleben ohne Heirat ist, zeigt unser Singles-Atlas.
  2. Keine Aussage über Glück oder Dauer. Ob Ehen mit großem Altersabstand länger oder kürzer halten, lässt sich aus diesen Daten nicht ablesen. Was die Forschung dazu sagt, fasst unser Ratgeber zur Beziehung mit großem Altersunterschied zusammen, allgemeine Zahlen bietet die Scheidungs- und Trennungsstatistik.
  3. Klassen statt genauer Jahre. Ob ein Paar fünf oder neun Jahre trennt, ist in den Daten nicht unterscheidbar. Ein exakter Durchschnitt pro Paar fehlt, die 2,6 Jahre sind ein Näherungswert.
  4. Kein Familienstand. Tabelle 12611-02 unterscheidet nicht, ob jemand zum ersten oder zum wiederholten Mal heiratet. Dass große Abstände bei späten Hochzeiten oft Zweit-Ehen betreffen, ist plausibel, aber nicht belegt.
  5. Wen jemand heiratet, ist nicht, wen jemand sucht. Dass 46,5 Prozent der Männer ab 40 eine mindestens fünf Jahre jüngere Partnerin heiraten, sagt nichts darüber aus, wonach Männer in diesem Alter suchen. Die Statistik zeigt das Ergebnis, und nur für jene, die tatsächlich heiraten.
  6. Gleichgeschlechtliche Paare in den Altersauswertungen. Dort steht der „Mann“ für den älteren und die „Frau“ für den jüngeren Partner, bei 2,5 Prozent aller Hochzeiten ein geringer Einfluss.
  7. Geheimhaltung. Seit dem Berichtsjahr 2025 verändert das Statistische Bundesamt Fallzahlen geringfügig, Summen können minimal von den Gesamtzahlen abweichen.

Was das für die Partnersuche bedeutet

Die Zahlen beschreiben, wer wen heiratet, nicht, wer wen sucht oder wer glücklicher wird. Einiges lässt sich trotzdem ablesen. Erstens ist ein Altersabstand von ein paar Jahren der Normalfall, ein großer Abstand nicht. Wer sich fragt, ob fünf Jahre Unterschied „zu viel“ sind, liegt statistisch im üblichen Bereich: Bei rund einem Fünftel aller Hochzeiten ist er fünf bis zehn Jahre älter.

Zweitens ist eine ältere Frau an der Seite eines jüngeren Mannes keine Ausnahme, sondern der Fall bei gut jeder fünften Hochzeit. Wer bei der Partnersuche nur ältere Männer oder nur jüngere Frauen in Betracht zieht, blendet einen spürbaren Teil der Paare aus, die tatsächlich zueinanderfinden.

Drittens werden die Abstände mit den Jahren größer und weniger vorhersehbar. Männer ab 40 heiraten zu fast der Hälfte eine deutlich jüngere Frau, Frauen ab 60 deutlich öfter als jüngere Bräute einen jüngeren Mann. Wer mit Anfang 40 oder später heiratet, tut das deutlich häufiger mit großem Altersabstand als mit Ende zwanzig.

Ob eine Beziehung mit großem Altersunterschied gut gehen kann, beantworten diese Daten nicht. Das haben wir im Ratgeber Beziehung mit großem Altersunterschied zusammengetragen. Wie sich das Verhältnis von Männern und Frauen regional unterscheidet, zeigt unser Männerüberschuss-Atlas, wie wahrscheinlich eine Hochzeit überhaupt noch ist, unsere Studie zur Heiratswahrscheinlichkeit.

Methodik und Zitierhinweis

Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Statistischer Bericht „Eheschließungen“ 2025 sowie die Ausgaben 2024 und 2023, jeweils Tabelle 12611-02 „Eheschließende nach dem Alter der Eheschließenden und dem Altersabstand“. Die Zahl der Eheschließungen nach Paarkonstellation stammt aus Tabelle 12611-b01, das durchschnittliche Heiratsalter aus Tabelle 12611-03. Alle Ausgaben sind auf der Themenseite Eheschließungen des Statistischen Bundesamts abrufbar. Die Daten stehen unter der Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0.

Berechnung der Kennzahlen:

KennzahlBerechnung
Sie ist älterEheschließungen, bei denen Ehegatte 2 mindestens ein Jahr älter ist als Ehegatte 1 (vier Klassen), geteilt durch alle Eheschließungen zwischen Mann und Frau
Er ist älter (Spanne)Eheschließungen, bei denen Ehegatte 2 mindestens ein Jahr jünger ist (vier Klassen), geteilt durch alle Eheschließungen zwischen Mann und Frau; für die Untergrenze vorher alle gleichgeschlechtlichen Eheschließungen abgezogen
Gleich alt (Spanne)Klasse „unter 1 Jahr Abstand“, sonst wie bei „Er ist älter“
VerteilungEheschließungen je Abstandsklasse geteilt durch alle Eheschließungen
Werte nach AlterEinzelalter von Ehegatte 1 (Mann) bzw. Ehegatte 2 (Frau) zu Altersgruppen zusammengefasst, Eheschließungen der jeweiligen Abstandsklassen geteilt durch alle Eheschließungen der Altersgruppe
Mittlerer AbstandDifferenz der durchschnittlichen Heiratsalter von Männern und Frauen laut Tabelle 12611-03

Ehegatte 1 ist laut Statistischem Bundesamt bei Paaren aus Mann und Frau der Ehemann, bei gleichgeschlechtlichen Paaren die ältere Person. Deshalb gibt es den Anteil der älteren Frauen exakt, den der älteren Männer nur als Spanne. Die Abstandsklassen sind unter 1 Jahr, 1 bis unter 2, 2 bis unter 5, 5 bis 10 und mehr als 10 Jahre.

Ab dem Berichtsjahr 2025 wendet das Statistische Bundesamt die Cell-Key-Methode an, ein Geheimhaltungsverfahren, das einzelne Fallzahlen geringfügig verändert. Summen ergeben deshalb nicht immer die veröffentlichte Gesamtzahl. Zur Kontrolle haben wir die neun Abstandsklassen aufsummiert: Sie weichen 2025 um genau eine Eheschließung von der Gesamtzahl von 348.813 ab. Die Zahl der älteren Frauen, summiert über alle Altersgruppen, stimmt bis auf wenige Fälle mit den 72.030 aus der Gesamttabelle überein. Eine grobe Schätzung des mittleren Abstands über die Klassenmitten ergibt rund 2,7 Jahre und liegt damit nah an den 2,6 Jahren aus dem Heiratsalter.

Du darfst diese Daten verwenden. Diese Auswertung ist ein offenes Daten-Asset. Journalistinnen und Journalisten, Bloggerinnen und Blogger, Studierende und Forschende dürfen Zahlen und Grafiken mit Quellenangabe frei verwenden (CC BY 4.0). Empfohlene Angabe: Quelle: Herzblatt Journal, „Wie viel älter ist der Mann? Der Altersabstand bei Hochzeiten in Deutschland“ (2026), Datenbasis: Statistisches Bundesamt, Eheschließungen 2025. Über einen Link auf diese Seite freuen wir uns.

Download: Alle Abstandsklassen 2023 bis 2025 und die Auswertung nach Alter als CSV-Datei (Semikolon-getrennt, Fallzahlen je Abstandsklasse sowie Anteile je Altersgruppe).

Alle Kennzahlen unserer Studien gebündelt: Dating & Beziehungen in Zahlen. Weitere Auswertungen: unsere Studie zur Heiratswahrscheinlichkeit, der Männerüberschuss-Atlas und der Singles-Atlas Deutschlands.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist der Altersunterschied bei Hochzeiten in Deutschland im Schnitt?

Männer waren 2025 bei der Hochzeit im Schnitt 39,2 Jahre alt, Frauen 36,6 Jahre, ein Unterschied von 2,6 Jahren. Bei Ledigen, die zum ersten Mal heiraten, liegen die Durchschnittsalter mit 35,3 und 33,0 Jahren 2,3 Jahre auseinander. Am häufigsten ist der Mann zwei bis unter fünf Jahre älter, das betrifft 28,1 Prozent aller Eheschließungen (Statistisches Bundesamt, Eheschließungen 2025).

Wie oft ist die Frau älter als der Mann?

Bei 21,2 Prozent der Hochzeiten zwischen Mann und Frau, also bei gut jeder fünften. 2025 waren das 72.030 von 339.929 Eheschließungen. Mindestens fünf Jahre älter war die Frau bei 5,1 Prozent der Paare, mehr als zehn Jahre älter bei 0,9 Prozent. Der Anteil ist stabil, 2023 lag er bei 21,0 Prozent (Statistisches Bundesamt, eigene Berechnung).

Wie oft ist der Mann älter als die Frau?

Bei rund zwei Dritteln der Hochzeiten zwischen Mann und Frau ist der Mann mindestens ein Jahr älter. Genau lässt sich der Wert nur als Spanne angeben: 2025 lag er zwischen 67,0 und 69,6 Prozent. Der Grund: Die amtliche Statistik führt bei gleichgeschlechtlichen Paaren den älteren Partner an der Stelle des Ehemanns (Statistisches Bundesamt, Eheschließungen 2025, eigene Berechnung).

Ab welchem Alter werden die Altersabstände größer?

Vor allem zwischen 30 und 40. Von den Männern, die mit 30 heiraten, haben 11,0 Prozent eine mindestens fünf Jahre jüngere Partnerin, mit 40 sind es 40,9 Prozent und ab 70 Jahren 71,6 Prozent. Auch Frauen, die spät heiraten, haben öfter einen jüngeren Mann: 39,2 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen gegenüber 6,8 Prozent bei Bräuten unter 25 (Statistisches Bundesamt, Eheschließungen 2025).

Wie viele Männer heiraten eine deutlich jüngere Frau?

Von den Männern, die 2025 mit 40 Jahren oder später geheiratet haben, hatten 46,5 Prozent eine mindestens fünf Jahre jüngere Partnerin. Mehr als zehn Jahre jünger war sie bei 17,0 Prozent. Bei Männern unter 40 lag der Anteil der mindestens fünf Jahre jüngeren Partnerinnen ebenfalls bei 17,0 Prozent. Gezählt sind alle Eheschließungen, bei gleichgeschlechtlichen Paaren (2,5 Prozent) steht der ältere Partner an der Stelle des Mannes (Statistisches Bundesamt, Eheschließungen 2025, eigene Berechnung).

Sind gleichgeschlechtliche Paare in den Zahlen enthalten?

Ja. 2025 gab es 8.883 gleichgeschlechtliche Eheschließungen, das sind 2,5 Prozent aller Hochzeiten (4.198 zwischen zwei Männern, 4.685 zwischen zwei Frauen). Das Statistische Bundesamt führt bei ihnen den älteren Partner als Ehegatte 1, also an der Stelle des Ehemanns. Den Anteil der älteren Frauen haben wir deshalb nur auf Hochzeiten zwischen Mann und Frau bezogen. In den Auswertungen nach Alter sind alle Paare enthalten.

Darf ich die Daten der Studie verwenden?

Ja. Unsere Berechnungen und Grafiken darfst du mit Quellenangabe frei verwenden (CC BY 4.0). Die Rohdaten stammen vom Statistischen Bundesamt und stehen unter der Datenlizenz Deutschland, bitte nenne deshalb auch Destatis als Quelle. Alle Werte für 2023 bis 2025 und die Auswertung nach Alter gibt es als CSV-Datei zum Download.

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