💘 Die besten Dating-Seiten 2026 — ehrlich getestet & verglichen. Finde die Plattform, die zu dir passt.

Jetzt vergleichen
Mehrere Perlenketten in Weiß und Grau liegen auf einem aufgeschlagenen Buch vor dunklem Hintergrund

Perlenhochzeit: Was der 30. Hochzeitstag bedeutet

Perlenhochzeit: Woher der Name kommt, wie eine Perle tatsächlich entsteht, wie ihr den 30. Hochzeitstag feiert und was 30 Jahre Ehe psychologisch bedeuten.

Sarah Kellner
Sarah Kellner
· 15 Min. Lesezeit

Der 30. Hochzeitstag heißt Perlenhochzeit. Für viele Paare fällt er in eine eigentümliche Phase: Die Kinder sind ausgezogen oder stehen kurz davor. Ein Alltag, der zwei Jahrzehnte lang von Schulferien, Elternabenden, Fahrdiensten und Essenszeiten getaktet war, fällt weg. Zwei Menschen sitzen sich wieder allein am Tisch gegenüber und merken, dass sie sich das letzte Mal ohne Publikum unterhalten haben, als sie deutlich jünger waren.

Dieser Text erklärt, woher der Name kommt, was in einer Muschel tatsächlich passiert, wie ihr realistisch feiert und was die Forschung über genau diese Lebensphase weiß. Ohne Pathos und ohne die Behauptung, dass dreißig Jahre für sich genommen irgendetwas beweisen.

Perlenhochzeit: die Kurzantwort

Perlenhochzeit ist der Name für den 30. Jahrestag der Eheschließung. Maßgeblich ist das Datum der standesamtlichen Trauung. Viele Paare legen die Feier trotzdem auf das nächstgelegene Wochenende, und das ist üblich und unproblematisch.

Der Name spielt auf die Perle an: etwas, das langsam wächst, Schicht für Schicht, und dessen Wert nicht aus einem einzelnen Moment stammt. Verbindliche Bräuche gibt es kaum. Am weitesten verbreitet ist, dass ein Partner dem anderen Perlenschmuck schenkt. Alles Weitere ist Gestaltungsspielraum, und das ist eher eine gute Nachricht.

Zwischen dem 25. und dem 40. Jahrestag liegt beim 30. eine Besonderheit: Er wird deutlich seltener groß gefeiert als die Silberhochzeit fünf Jahre zuvor. Viele Paare empfinden ihn als zu nah dran am letzten Fest. Wer trotzdem etwas macht, hat dadurch weniger Erwartungsdruck im Rücken.

Warum heißt es Perlenhochzeit?

Die kurze Antwort: weil die Perle als Symbol für langsames Wachstum und stillen Wert taugt. Die ehrliche Antwort: Es gibt keinen belegten historischen Ursprung für die Zuordnung ausgerechnet zum 30. Jahr. Die Namen der Hochzeitstage sind regional gewachsen, und die Lücken zwischen den alten Eckpunkten Silber und Gold wurden später gefüllt, teilweise mit erkennbarem Interesse des Blumen- und Schmuckhandels an zusätzlichen Anlässen. Eine Perlenhochzeit legt Perlen nahe. Das ist kein Zufall.

Interessanter als die Namensgeschichte ist das Bild selbst, denn es ist das ehrlichste der ganzen Reihe.

Wie eine Perle tatsächlich entsteht

Eine Perle ist kein Schmuckstück, das eine Muschel aus Freude herstellt. Sie ist eine Abwehrreaktion.

Gerät ein Fremdkörper in das weiche Mantelgewebe einer Muschel oder Auster und lässt sich nicht mehr entfernen, kapselt das Tier ihn ein. Die Epithelzellen des Mantelgewebes bilden um den Eindringling einen Sack und lagern Perlmutt ab: dünne Schichten aus Aragonit, einem Kalziumkarbonat-Mineral, verbunden durch Conchiolin, eine organische Substanz, die die Kristalle zusammenhält. Schicht auf Schicht, über Jahre. Der charakteristische Glanz entsteht erst durch die Vielzahl dieser Lagen.

Das berühmte Sandkorn ist dabei ein Mythos. Muscheln sind sehr effizient darin, Sand wieder auszustoßen. Was tatsächlich als Auslöser dokumentiert ist, sind meist Parasiten, die sich ins Gewebe bohren, oder abgelöste Bruchstücke der eigenen Schale beziehungsweise des eigenen Gewebes. Der Reiz, der bleibt, ist also biologisch und nicht mineralisch.

Dazu kommt ein zweiter unromantischer Punkt: Naturperlen sind heute extrem selten. Nach Einschätzung des Gemological Institute of America stammt der Schmuckhandel praktisch vollständig aus Zuchtperlen, bei denen ein Kern oder ein Stück Mantelgewebe gezielt eingesetzt wird. Die allermeisten Perlen entstehen also, weil jemand die Störung absichtlich herbeigeführt hat.

Was das Bild taugt und wo es hinkt

Die Metapher trägt weiter als die meisten anderen Hochzeitstagsbilder, und sie trägt genau bis hierhin:

  • Aus Reibung wird etwas. Nicht das reibungslose Zusammenleben produziert Substanz, sondern der Umgang mit dem, was sich nicht wegorganisieren lässt.
  • Es geht nur in Schichten. Keine Lage Perlmutt ist für sich betrachtet bemerkenswert. Der Wert entsteht durch die Zahl der Wiederholungen, nicht durch einen großen Moment.
  • Das Kostbare entsteht selten von allein. Wenn fast alle Perlen im Handel auf eine gezielt gesetzte Störung zurückgehen, lässt sich das durchaus auf Paare übertragen: Wer dreißig Jahre lang nie etwas verändert hat, hat wenig, woran sich Schichten bilden konnten.

Und wo es hinkt: Die Muschel wählt nicht. Sie reagiert auf etwas, das sie nicht loswird, und macht daraus das Beste. Für ein Paar ist das eine schlechte Handlungsanweisung. Nicht jede Reibung wird zur Perle, manche bleibt einfach eine Verletzung. Der Unterschied liegt darin, was ihr mit Konflikten tut, und der ist erlernbar. Wie sich eine tragfähige Streitkultur entwickeln lässt, hat wenig mit Aushalten zu tun und viel mit Reparatur.

Die Hochzeitstage im Überblick

Die Zuordnungen unten sind im deutschsprachigen Raum am weitesten verbreitet. Einen verbindlichen Standard gibt es nicht: Die Namen sind regional gewachsen, einzelne Jahre tragen je nach Gegend und Quelle unterschiedliche Bezeichnungen, und manche Listen führen Jahre, die anderswo niemand kennt. Wer sich streitet, welcher Name „richtig“ ist, streitet über Brauchtum ohne Schiedsrichter. Die vollständige Aufstellung steht in der Übersicht aller Hochzeitstage.

JahreNameSymbolik
1PapierhochzeitNoch dünn, noch leicht zu zerreißen
5Hölzerne HochzeitEin Fundament ist gelegt
10RosenhochzeitBlüte und Dornen zugleich
12,5PetersilienhochzeitDie „halbe“ Silberhochzeit, oft gesellig gefeiert
15KristallhochzeitKlar, aber zerbrechlich
20PorzellanhochzeitFein, wertvoll, pflegebedürftig
25SilberhochzeitBeständig, anlaufend, polierbar
30PerlenhochzeitAus Reibung entsteht etwas Kostbares
40RubinhochzeitTiefe Farbe, große Härte
50Goldene HochzeitUnvergänglich, reines Metall
60Diamantene HochzeitHärtestes Material überhaupt
65Eiserne HochzeitBelastbarkeit über Generationen
70GnadenhochzeitEin Jubiläum, das kaum ein Paar erreicht

Der nächste große Einschnitt nach der Perlenhochzeit ist die Rubinhochzeit nach 40 Jahren. Dazwischen liegen zehn Jahre mit Namen, die kaum jemand kennt, und einer Ausnahme, nach der überraschend oft gesucht wird.

Wie nennt man den 35. Hochzeitstag noch?

Im deutschsprachigen Raum heißt der 35. Hochzeitstag überwiegend Leinwandhochzeit. Daneben kursieren für dasselbe Jahr Leinenhochzeit und Linnenhochzeit. Diese drei meinen dasselbe und unterscheiden sich nur in der Wortwahl.

Ein vierter Name taucht regelmäßig auf: Korallenhochzeit. Diese Bezeichnung stammt aus dem englischsprachigen Raum, wo der 35. Jahrestag traditionell mit „coral“ verbunden ist. Sie hat sich über Listen und Ratgeber auch in deutsche Quellen geschoben, ist hierzulande aber deutlich seltener.

Zur Herkunft von „Leinwandhochzeit“ wird üblicherweise erzählt, das Ehepaar habe sich nach 35 Jahren auf Leinwand malen lassen, weil dieser Bildträger besonders haltbar sei. Diese Erklärung ist überall zu lesen, aber schlecht belegt. Sie ist plausibel und passt zur Symbolik von Leinen als reißfestem Material, sollte aber nicht als gesicherte Geschichte weitergegeben werden. Das gilt für einen Großteil der Hochzeitstagsnamen: Die Deutungen sind nachträglich hinzugefügt und klingen oft besser, als die Quellenlage hergibt. Mehr dazu, welche Hochzeitsbräuche tatsächlich alt sind und welche erst im 20. Jahrhundert entstanden, steht in einem eigenen Text.

Dreißig Jahre: meistens genau dann, wenn die Kinder gehen

Hier wird der 30. Hochzeitstag inhaltlich interessant, und zwar unabhängig davon, ob ihr feiert.

Wer mit Ende zwanzig geheiratet und Anfang dreißig Kinder bekommen hat, erreicht die Perlenhochzeit häufig ziemlich genau in dem Jahr, in dem das letzte Kind auszieht. Nach Berechnungen von Eurostat lag das durchschnittliche Alter beim Auszug aus dem Elternhaus in Deutschland 2025 bei 24,1 Jahren, deutlich unter dem EU-Schnitt von 26,3 Jahren. 30 Prozent der 25-Jährigen wohnten allerdings noch im Haushalt der Eltern. Der Auszug ist also kein Stichtag, sondern eine Zone von mehreren Jahren, und er passiert bei mehreren Kindern gestaffelt.

Das Ergebnis ist trotzdem in allen Varianten dasselbe: Eine Organisationsleistung, die zwanzig Jahre lang das gemeinsame Gesprächsthema war, verschwindet. Was dann zurückbleibt, ist die Beziehung ohne Projekt.

Was die Forschung zum leeren Nest sagt

Die verbreitete Erzählung ist die vom „Empty-Nest-Syndrom“: Kinder weg, Sinnkrise, leerer Tisch. Die Datenlage ist differenzierter.

Sara Gorchoff, Oliver John und Ravenna Helson veröffentlichten 2008 in Psychological Science eine 18-Jahres-Längsschnittstudie mit 123 Frauen, die über das mittlere Lebensalter hinweg begleitet wurden. Die Ehezufriedenheit wurde bei mittleren Altersstufen von 43, 52 und 61 Jahren erhoben. Ergebnis: Die Ehezufriedenheit stieg im mittleren Alter an, und dieser Anstieg hing mit dem Übergang zum leeren Nest zusammen.

Der aufschlussreiche Teil ist die Frage, wodurch der Effekt zustande kam. Nicht dadurch, dass die Paare mehr Zeit miteinander verbrachten. Sondern dadurch, dass die gemeinsame Zeit als angenehmer erlebt wurde. Die Menge blieb im Wesentlichen gleich, die Qualität veränderte sich. Bemerkenswert ist außerdem, dass die allgemeine Lebenszufriedenheit nicht in gleicher Weise mitstieg. Der Effekt war auf die Partnerschaft begrenzt.

Die Einschränkungen gehören dazu, sonst wird aus einem Befund eine Verheißung:

  • Die Stichprobe bestand ausschließlich aus Frauen, es wurden keine Männer und keine Paare als Einheit untersucht.
  • Es handelt sich um eine US-amerikanische Kohorte von College-Absolventinnen, geboren in den späten 1930er-Jahren. Bildungsgrad, Land und Generation sind alles andere als repräsentativ für Paare, die heute ihre Perlenhochzeit erreichen.
  • Es sind Zusammenhänge über die Zeit, keine bewiesenen Ursachen. Ein Experiment wäre hier auch gar nicht möglich.
  • Wer nach dreißig Jahren noch befragt werden kann, gehört zur verbliebenen Auswahl. Unglückliche Ehen enden vorher. Das schönt jede Statistik über lange Ehen.

Was der Befund trotzdem leistet: Er widerspricht der Annahme, das leere Nest sei in erster Linie ein Verlust, und er benennt die richtige Stellschraube. Nicht mehr Zeit, sondern andere Zeit. Wie sich diese Phase konkret gestalten lässt, steht ausführlich im Ratgeber zum Empty-Nest-Syndrom als Paar.

Was daraus praktisch folgt

Die Umsetzung ist unspektakulär und genau deshalb schwierig.

  1. Nicht die Lücke füllen, sondern sie zuerst aushalten. Die ersten Monate nach dem Auszug fühlen sich für viele leer an. Wer sofort einen Hund, einen Umbau und drei Ehrenämter dazwischenschiebt, verhindert die Frage, die gerade dran wäre.
  2. Gesprächsthemen aktiv wechseln. Wenn Kinder das einzige Thema waren, bleibt nach ihrem Auszug ein Vakuum. Das lässt sich nicht aussitzen, das muss besetzt werden.
  3. Qualität kommt aus Aufmerksamkeit, nicht aus Aufwand. Der Befund aus der Studie deckt sich mit dem, was Paare selbst berichten: Entscheidend ist, wie die gemeinsamen Stunden erlebt werden. Alltagstaugliche Ansätze dafür stehen unter Wertschätzung im Alltag zeigen.
  4. Etwas Neues gemeinsam anfangen. Nicht als Rettungsversuch, sondern als Ersatz für das Projekt, das gerade ausgezogen ist. Konkrete Ideen sammelt der Text zu Langzeitbeziehung frisch halten.
  5. Über die nächsten zehn Jahre reden, bevor sie einfach passieren. Rente, Wohnort, Pflege der eigenen Eltern, Geld. Diese Gespräche werden gern vertagt, bis sie nicht mehr planbar sind. Ein Leitfaden dazu: Zukunft als Paar planen.

Ein Nebensatz zur Einordnung: Dreißig Jahre sind statistisch keine Selbstverständlichkeit. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag die durchschnittliche Ehedauer bis zur Scheidung 2025 bei 14 Jahren und 7 Monaten. Das heißt nicht, dass jede zweite Ehe scheitert, und es sagt nichts über eure aus. Es ordnet nur ein, dass ihr euch in einer Gruppe befindet, die es so oft nicht gibt.

Was macht man bei einer Perlenhochzeit?

Die häufigste Antwort in der Praxis: etwas deutlich Kleineres als zur Silberhochzeit. Der 30. gilt vielen als Zwischenjubiläum, und die Erwartung von außen ist entsprechend niedrig. Das ist ein Vorteil, kein Makel.

Vier Formate, die funktionieren

Zu zweit wegfahren. Die mit Abstand häufigste Variante und die, über die im Rückblick am seltensten geklagt wird. Zwei bis vier Tage reichen. Wichtiger als das Ziel ist, dass es kein Ort ist, an dem ihr als Familie schon zwanzigmal wart.

Essen mit den erwachsenen Kindern. Passt inhaltlich gut zu einem Jahrestag, der mit deren Auszug zusammenfällt. Eine Runde von vier bis acht Personen, ein langer Abend, keine Reden. Wer mag, bringt Fotos mit.

Ein Nachmittag mit dreißig Leuten. Wenn ihr gern Gastgeber seid: Gartenfest, Vereinsheim, gemietete Scheune, Kaffee und Kuchen ab 15 Uhr, offenes Ende. Deutlich weniger Aufwand als ein Abendfest mit Sitzordnung und Menü.

Gar nichts, aber bewusst. Ein Tag frei genommen, Telefon aus, spazieren, essen gehen. Das ist keine Ausrede, sondern für viele Paare die ehrlichste Variante. Wer mehr Auswahl möchte, findet weitere Formate unter Hochzeitstag feiern: Ideen.

Ein Ablauf, der sich bewährt hat

Falls ihr mit Gästen feiert, hilft eine einfache Struktur mehr als ein Programm:

  • Ankommen mit Getränk, 45 bis 60 Minuten, ohne festen Sitzplan.
  • Ein einziger kurzer Wortbeitrag, maximal drei Minuten, von euch beiden oder von einem Kind. Mehrere Reden kippen die Stimmung zuverlässig.
  • Essen, am besten in einer Form, bei der Leute aufstehen und die Plätze wechseln können.
  • Kein Programmpunkt danach. Der Teil, an den sich Gäste erinnern, ist fast immer der unverplante.

Bräuche: was es gibt und was erfunden ist

Ehrlich betrachtet ist die Ausbeute mager, und das ist kein Problem.

Tatsächlich verbreitet ist, dass ein Partner dem anderen Perlenschmuck schenkt. Häufig genannt, aber ohne erkennbare Tradition, sind Bräuche wie das gemeinsame Werfen einer Perle ins Wasser. Solche Vorschläge tauchen in Ratgebern auf und werden durch Wiederholung nicht zum Brauchtum. Wenn euch die Idee gefällt, macht sie. Nur nicht in dem Glauben, damit etwas Altes fortzuführen.

Ein Randthema mit überraschend zäher Verbreitung: der Aberglaube, Perlen bedeuteten Tränen. Er ist alt, in deutschen Quellen gut dokumentiert und bezieht sich ursprünglich auf die Braut am Hochzeitstag. Zur Perlenhochzeit zieht ihn gelegentlich noch jemand hervor. Er ist Volksglaube, sonst nichts.

Häufig und sinnvoll ist dagegen das Erneuern des Eheversprechens. Standesamtlich geht das nicht, die Ehe besteht ja bereits. Möglich sind eine freie Zeremonie oder in vielen Gemeinden ein kirchlicher Segnungsgottesdienst zum Ehejubiläum. Rechtlich ändert sich dadurch nichts. Wer den Text selbst schreiben will, findet Hilfe unter Eheversprechen schreiben.

Geschenke zur Perlenhochzeit

Untereinander

Perlenschmuck ist naheliegend und funktioniert genau dann, wenn die beschenkte Person Schmuck tatsächlich trägt. Wenn nicht, liegt er dreißig Jahre in einer Schublade und war ein Symbol für ein Missverständnis.

Was in der Praxis besser funktioniert:

  • Zeit mit Termin. Kein „wir sollten mal“, sondern ein eingetragenes Datum: ein Wochenende, ein Kurs, ein fester Abend im Monat.
  • Etwas zum ersten Mal. Ein Kurs, eine Sportart, eine Sprache, ein Handwerk. Gemeinsam neu anzufangen wirkt anders, als gemeinsam etwas Bekanntes zu wiederholen.
  • Etwas mit Bezug zu den dreißig Jahren. Ein gedrucktes Fotobuch aus dem Bilderchaos der letzten Jahrzehnte kostet Arbeit und wird deshalb ernst genommen.
  • Ein Brief. Klingt altmodisch, wird aber aufgehoben. Zwei Seiten reichen, und es muss nichts darin stehen, was der andere nicht ohnehin schon weiß.

Als Gast

Geld ist zum 30. Hochzeitstag unüblich, anders als zur Hochzeit selbst. Passender sind ein Beitrag zur Feier, etwas Selbstgemachtes oder ein gemeinsames Erlebnis. Wenn es Schmuck sein soll, dann von Menschen, die den Geschmack des Paares kennen.

Preise: nur als Orientierung

Die folgenden Spannen sind grobe Anhaltspunkte aus dem deutschen Markt, keine Empfehlungen und keine Marktbeobachtung. Sie schwanken stark nach Region, Anbieter und Saison.

PostenTypische SpanneAnmerkung
Süßwasser-Perlenketterund 50 bis 250 €Größte Preisspanne von allen, stark qualitätsabhängig
Akoya-Perlenketterund 300 bis 1.500 €Klassische runde Zuchtperle
Gastgeschenkrund 20 bis 60 €Beitrag zur Feier oft passender als Gegenstand
Essen im Restaurant, 6 Personenrund 250 bis 600 €Ohne aufwendige Getränkebegleitung
Gartenfest für 30 Gästerund 600 bis 1.800 €Je nach Eigenleistung sehr unterschiedlich
Kurzreise zu zweit, 3 Nächterund 400 bis 1.200 €Innerhalb Deutschlands, Nebensaison günstiger

Der teuerste Posten ist erfahrungsgemäß der, den ihr einbaut, weil ihr glaubt, er gehöre dazu.

Glückwünsche, die nicht peinlich klingen

Standardsprüche zur Perlenhochzeit funktionieren aus demselben Grund schlecht wie Standardsprüche zur Hochzeit: Sie sind austauschbar und das merkt man. Drei Regeln, die zuverlässig helfen:

  1. Etwas Konkretes nennen. Eine Situation, in der ihr die beiden als Paar erlebt habt. Ein Satz genügt und schlägt jede Metapher.
  2. Die Perle höchstens einmal bemühen. Wenn schon, dann die unbequeme Lesart: nicht „so schön wie eine Perle“, sondern „Schicht für Schicht, und das dauert“.
  3. Keine Prognosen. „Auf die nächsten dreißig“ ist gut gemeint und bei einem Paar Mitte sechzig eine merkwürdige Rechnung.

Für Karten, die tatsächlich gelesen werden: zwei bis vier Sätze, handschriftlich, mit Datum. Wer sich schwertut, stellt den Jahrestag einfach in eine Reihe mit den anderen gemeinsamen Stationen, statt ihn zu überhöhen.

Wenn sich dreißig Jahre nicht nach Feiern anfühlen

Nicht jede Perlenhochzeit kommt zum richtigen Zeitpunkt. Manche Paare erreichen sie im schlechtesten Jahr ihrer Ehe. Der Auszug der Kinder legt außerdem offen, was vorher vom Familienbetrieb überdeckt wurde. Es kommt vor, dass beide erst in dieser Phase merken, wie wenig sie noch miteinander zu tun haben.

Ein paar nüchterne Hinweise dazu:

  • Ein Jubiläum ist kein Urteil. Dass es gerade schlecht läuft, entwertet die dreißig Jahre nicht rückwirkend.
  • Feiern ist keine Pflicht. Eine Feier zu veranstalten, während ihr beide wisst, dass sie nicht stimmt, ist anstrengender als sie ausfallen zu lassen.
  • Die Phase ist bekannt. Paarberatung hat in genau dieser Übergangszeit viel Erfahrung. Ein Erstgespräch ist kein Scheidungsantrag.
  • Zeitliche Entzerrung hilft. Wer zeitgleich mit Auszug, Jobwechsel und pflegebedürftigen Eltern zu tun hat, bewertet die Beziehung härter, als sie es verdient.

Was langjährige Paare über Jahrzehnte trägt, ist erstaunlich unspektakulär und in der Forschung wiederkehrend dokumentiert. Eine Zusammenstellung dazu steht unter Geheimnis langer Ehen.

Was bleibt

Die Perlenhochzeit ist das Jubiläum mit dem besten Bild und dem geringsten Zeremoniell. Beides passt zusammen.

Die Perle entsteht nicht, weil alles glattging, sondern weil etwas nicht weggeht und die Muschel Jahr für Jahr eine weitere Schicht darüberlegt. Übertragen auf dreißig Jahre Ehe heißt das: Was ihr vorzuweisen habt, ist selten ein großer Moment, sondern die schiere Zahl der Wiederholungen. Die Versöhnungen, die Umzüge, die Krankenhausbesuche, die vierhundert unspektakulären Sonntage.

Und dann steht der Tisch plötzlich leer, weil die Kinder ihr eigenes Leben angefangen haben. Die Forschung sagt: Das muss kein Verlust sein, aber es wird nicht von selbst besser. Nicht die Menge der gemeinsamen Zeit entscheidet, sondern was ihr daraus macht. Dafür ist ein 30. Hochzeitstag ein brauchbarer Anlass, ganz gleich ob mit dreißig Gästen oder mit niemandem.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Perlenhochzeit?

Perlenhochzeit ist der Name für den 30. Hochzeitstag, also 30 Jahre Ehe. Gefeiert wird am Jahrestag der standesamtlichen Trauung, oft aber am nächstgelegenen Wochenende. Verbindliche Bräuche gibt es kaum, am verbreitetsten ist Perlenschmuck als Geschenk.

Warum heißt der 30. Hochzeitstag Perlenhochzeit?

Die Perle steht als Bild für etwas, das langsam und Schicht für Schicht wächst. Sie entsteht, weil ein Fremdkörper in das Mantelgewebe einer Muschel gerät und dort nicht mehr entfernt werden kann; die Muschel kapselt ihn mit Perlmutt ein. Aus einer Störung wird über Jahre etwas Hartes und Glänzendes. Einen belegten historischen Ursprung für die Zuordnung zum 30. Jahr gibt es nicht, die Namen der Hochzeitstage sind regional gewachsen.

Was schenkt man zur Perlenhochzeit?

Untereinander schenken sich viele Paare Zeit statt Gegenständen: eine Reise, einen Kurs, einen festen Termin im Monat. Klassisch ist Perlenschmuck, was aber nur passt, wenn die beschenkte Person Schmuck wirklich trägt. Als Gast sind ein Beitrag zur Feier, etwas Selbstgemachtes oder ein gemeinsames Erlebnis meist stimmiger als teurer Schmuck.

Wie nennt man den 35. Hochzeitstag?

Im deutschsprachigen Raum heißt er meist Leinwandhochzeit, daneben kursieren Leinenhochzeit und Linnenhochzeit für dasselbe Jahr. Im englischsprachigen Raum ist der 35. Jahrestag die Korallenhochzeit, und diese Bezeichnung taucht auch in deutschen Listen auf. Einen verbindlichen Standard gibt es nicht.

Wird die Ehe besser, wenn die Kinder ausziehen?

Für manche Paare ja, automatisch passiert es nicht. Eine 18-Jahres-Längsschnittstudie von Gorchoff, John und Helson (2008) fand bei 123 US-amerikanischen Frauen einen Anstieg der Ehezufriedenheit beim Übergang zum leeren Nest. Ausschlaggebend war dabei nicht mehr gemeinsame Zeit, sondern dass die gemeinsame Zeit als angenehmer erlebt wurde. Die Stichprobe umfasste nur Frauen einer bestimmten Kohorte, und es handelt sich um Zusammenhänge, nicht um bewiesene Ursachen.

Artikel teilen:

Welche Dating-Seite passt zu dir?

Finde es heraus — in nur 30 Sekunden.