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Ring mit Türkis in einer durchsichtigen Schmuckschachtel

18. Hochzeitstag: Türkishochzeit, bevor das Nest leer ist

18. Hochzeitstag: was hinter dem Namen Türkishochzeit steckt, was Türkis wirklich ausmacht und wie ihr euch neu entdeckt, bevor die Kinder gehen.

Markus Hoffmann
Markus Hoffmann
· · 17 Min. Lesezeit

Mit 18 wird man in Deutschland volljährig. In manchen Familien passiert das im Jahr des 18. Hochzeitstags gleich doppelt: Die Ehe erreicht dieses Alter, und das älteste Kind auch. Bei Paaren, die 2008 geheiratet haben und bald danach Eltern wurden, stehen jetzt Führerscheinprüfungen, Abschlussjahre und erste Gespräche über Studienorte und WG-Zimmer an.

Für den Tag selbst bieten Geschenkseiten einen Namen an: Türkishochzeit. Er klingt nach Tradition, woher er stammt, ließ sich aber nicht klären.

Der Stein dahinter lohnt trotzdem einen Blick, weil er etwas über lange Ehen erzählt. Und die Jahre, in denen die Kinder erwachsen werden, sind besser erforscht als der Name. Zwei der Forschenden hinter einer US-Studie zum leeren Nest raten Paaren, mit schöner Zeit zu zweit nicht bis dahin zu warten.

Wie heißt der 18. Hochzeitstag?

Wie alt der Name Türkishochzeit ist, konnten wir nicht klären. 1992 veröffentlichte Helmut Walther in „Der Sprachdienst“, der Zeitschrift der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), eine Übersicht über Hochzeitstagsnamen. Die Wikipedia nennt unter Berufung darauf für das 16. Ehejahr die Saphirhochzeit. Ob die Übersicht auch für das 17. und das 18. Jahr Namen enthält, konnten wir nicht prüfen, weil der Aufsatz online nicht lesbar ist; eine Volltextsuche in den digitalisierten Jahrgängen 1992/93 findet das Wort Türkishochzeit allerdings. Die Liste der deutschsprachigen Wikipedia, die sich an vielen Stellen auf diese Übersicht beruft, führt für beide Jahre derzeit keinen Namen.

„Türkishochzeit“ findet sich dagegen auf Geschenk- und Ratgeberseiten. Wer den Namen zuerst verwendet hat und seit wann, ist unklar. Auch die englische Liste des Emily Post Institute, die viele Übersichten als Entsprechung zitieren, hilft nicht weiter: Sie springt von 15 direkt auf 20 Jahre und nennt den Türkis bei keinem Jahr.

Schon Walther merkte 1992 an, bei der Namensgebung vieler Jahrestage seien Geschäftsinteressen vor allem des Blumen- und des Schmuckhandels nicht zu übersehen. Ob das auch für die Türkishochzeit gilt, lässt sich nicht belegen.

Was manche Seiten über sie schreiben, hält einer Prüfung nicht stand. Der Türkis sei ein seltenes Mineral, heißt es dort etwa, und passe deshalb zu einem Jubiläum, das keine Selbstverständlichkeit sei. Das Gemological Institute of America (GIA) beschreibt Türkis dagegen als reichlich verfügbar. Dass der Stein die Ehe vor Problemen schütze, wie andere Seiten schreiben, ist eine Legende, dazu gleich mehr. Eine feste Farbe, eine Blume oder einen Brauch, der „traditionell“ zum 18. Hochzeitstag gehört, haben wir ebenfalls nicht gefunden.

Meiden müsst ihr den Namen deshalb nicht, nur seine Geschichte ist unklar. Gezählt wird in der Regel ab der standesamtlichen Trauung. Wer die kirchliche Hochzeit als den eigentlichen Hochzeitstag betrachtet, feiert eben diesen.

JahreName
15Kristallhochzeit
16Saphirhochzeit
17im Netz meist „Orchideenhochzeit“, Herkunft unklar
18im Netz meist „Türkishochzeit“, Herkunft unklar
19Perlmutthochzeit, auch Cretonnehochzeit
20Porzellanhochzeit

Zwei Jahre zurück liegt die Saphirhochzeit, beim 17. Hochzeitstag ist die Lage dieselbe wie beim 18. In zwei Jahren folgt die Porzellanhochzeit. Die ganze Reihe vom ersten Jahr an steht in unserer Übersicht der Hochzeitstage und ihrer Namen.

Was steckt hinter dem Türkis?

Der Stein selbst ist interessanter als die meisten Deutungen, die man über ihn liest.

Ein Mineral aus Kupfer, Aluminium und Phosphat

Türkis ist ein wasserhaltiges Kupfer-Aluminium-Phosphat mit der Formel CuAl₆(PO₄)₄(OH)₈ · 4 H₂O, so steht es im mineralogischen Nachschlagewerk Handbook of Mineralogy. Er entsteht laut GIA nur an wenigen Orten der Erde: in trockenen, kargen Gegenden, in denen saures, kupferreiches Grundwasser nach unten sickert und mit phosphor- und aluminiumhaltigen Mineralen reagiert.

Heraus kommt eine Masse aus mikroskopisch kleinen Kristallen. Dicht gepackt ergeben sie einen feinen Stein, der beim Polieren wachsartig glänzt, locker gepackt einen porösen, groben und matten. Mit 5 bis 6 auf der Härteskala nach Mohs ist Türkis vergleichsweise weich. Seine Farbe reicht von Grün bis Himmelblau. Als klassische Herkunft des begehrten Blaus gilt die Gegend um Nischapur in Iran, weshalb der Handel diesen Ton „Persian blue“ nennt, ob der Stein nun aus Iran stammt oder nicht.

Warum er „türkisch“ heißt

Der Name erzählt von einem Handelsweg, nicht von einem Fundort. Laut dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) geht „Türkis“ auf altfranzösisch turcois zurück, „türkisch“. Gemeint war ein türkischer Stein, weil das Mineral durch die Türken nach Europa gebracht wurde. Die heutige Form setzte sich im 16. Jahrhundert durch, vor allem durch Luthers Sprachgebrauch. Das GIA datiert den französischen Namen ins 13. Jahrhundert, und das Handbook of Mineralogy erklärt: Iranisches Material wurde früh über die Türkei eingeführt.

Ein Stein, der annimmt, womit er in Berührung kommt

Das Bemerkenswerteste am Türkis ist seine Empfindlichkeit. Laut GIA können Chemikalien, Kosmetik und sogar Hautfett oder Schweiß ihn verfärben, große Hitze kann Verfärbungen und Schäden an der Oberfläche verursachen. Gegen Licht ist er im Allgemeinen beständig. Gereinigt wird er mit warmem Seifenwasser, nie mit Dampf oder im Ultraschallbad. Grobe, poröse Steine werden meist behandelt, damit sie glatter und glänzender wirken, und auch diese Oberflächen vertragen weder Hitze noch Lösungsmittel.

Als Bild für 18 Ehejahre taugt das mehr als jede Glücksverheißung. Ein Türkis verändert sich nicht durch das eine große Ereignis, sondern durch das, womit er Tag für Tag in Berührung kommt: Haut, Schweiß, Creme. Eine Ehe nimmt ebenso die Farbe ihres Alltags an. Leben Kinder im Haus, ist dieser Alltag zu einem guten Teil Organisation. Ob das so bleibt, entscheidet sich weniger an Jahrestagen als an gewöhnlichen Dienstagen.

Legenden um den Türkis

Um den Türkis ranken sich alte Überlieferungen. Belegt ist dabei nur, dass sie erzählt wurden, nicht, dass sie stimmen. George Frederick Kunz hat viele davon 1913 in seinem Buch „The Curious Lore of Precious Stones“ zusammengetragen:

  • Schutz vor dem Sturz. Seit dem 13. Jahrhundert, als der Name aufkam, sollte der Stein seinen Träger vor Verletzungen bei einem Sturz bewahren, vor allem beim Sturz vom Pferd. Als wahrscheinlich früheste Erwähnung nennt Kunz das mittelhochdeutsche Steinbuch des Volmar von etwa 1250.
  • Wirksam nur als Geschenk. Anselmus de Boodt, Hofarzt Kaiser Rudolfs II., erzählt von einem Türkis, der nach dreißig Jahren im Besitz eines Spaniers völlig verblasst war. De Boodts Vater kaufte den Stein billig und schenkte ihn seinem Sohn, denn die Kräfte eines Türkises wirkten angeblich nur, wenn man ihn geschenkt bekommt. Nach kaum einem Monat soll der Stein wieder geleuchtet haben. Kunz selbst glaubte nicht, dass ein verblasster Türkis je wieder so wird wie zuvor.
  • Farbe als Warnsignal. Vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert glaubten viele, Edelsteine verlören an Glanz oder Farbe, wenn ihr Träger krank wurde, dem Tod nahe war oder untreu. Für den Türkis nannte Kunz eine nüchterne Erklärung: Der Stein reagiert bis zu einem gewissen Grad auf die Ausscheidungen der Haut.

Auch Shakespeare kannte den Türkis als etwas, das man nicht hergibt. In „Der Kaufmann von Venedig“ (3. Akt, 1. Szene) erfährt Shylock, dass seine Tochter seinen Türkisring gegen einen Affen eingetauscht hat. Er hatte ihn als Junggeselle von Lea bekommen und hätte ihn nicht für eine ganze Wildnis voller Affen hergegeben.

Mit dem 18. Hochzeitstag hat keine dieser Geschichten etwas zu tun. Erzählen könnt ihr sie trotzdem, mit dem Hinweis, dass es Legenden sind.

Was bedeutet es, 18 Jahre verheiratet zu sein?

18 Jahre verheiratet heißt zweierlei: ein Blick zurück ins Jahr der Hochzeit und oft einer nach vorn auf den 18. Geburtstag eines Kindes.

Geheiratet 2008

2008 wurden in Deutschland rund 377.000 Ehen geschlossen, etwas mehr als im Vorjahr mit rund 369.000 (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Daten des Statistischen Bundesamts). 2025 waren es 348.800, so wenige wie nie seit Beginn der Zeitreihe 1950 (Destatis).

Ledige Männer waren 2008 bei der Hochzeit im Schnitt 33,0 Jahre alt, ledige Frauen 30,0. 1971 waren es noch 25,1 und 22,7 Jahre gewesen (BiB). Wer 2008 in diesem Alter geheiratet hat, ist heute um die 51 beziehungsweise 48. Das ist eine Rechnung mit Durchschnittswerten, kein Porträt der Paare, die jetzt feiern.

Wenn das Kind volljährig wird

Wer in den ersten Ehejahren Eltern geworden ist oder ein Kind mit in die Ehe gebracht hat, erlebt um den 18. Hochzeitstag womöglich einen zweiten 18. Geburtstag. Rechtlich ist das ein klarer Schnitt: Mit der Vollendung des 18. Lebensjahres tritt die Volljährigkeit ein (§ 2 BGB), und die elterliche Sorge gilt nur für das minderjährige Kind (§ 1626 BGB). Ab dann entscheidet ihr nicht mehr für euer Kind, ihr könnt es nur noch beraten. Die Unterhaltspflicht endet damit nicht, sie umfasst nach § 1610 BGB auch die Kosten einer angemessenen Vorbildung zu einem Beruf.

Das Nest leert sich allerdings meist nicht am 18. Geburtstag. Nach Berechnungen von Eurostat lag das durchschnittliche Auszugsalter in Deutschland 2025 bei 24,1 Jahren, bei Frauen bei 23,3 und bei Männern bei 24,8 Jahren. Gemeint ist das Alter, in dem die Hälfte nicht mehr mit den Eltern in einem Haushalt lebt. Von den 25-Jährigen wohnten 2025 noch 30 % im Elternhaus (Destatis). Für Paare mit Kindern in diesem Alter beginnt um den 18. Hochzeitstag deshalb eher eine Übergangszeit, die sich über Jahre ziehen kann, bei mehreren Kindern gestaffelt.

Was passiert mit der Ehe, wenn die Kinder ausziehen?

Wie es Ehen nach dem Auszug der Kinder geht, ist besser untersucht als die Namen der Hochzeitstage, aber schlechter, als viele Ratgeber vermuten lassen. Drei Studien ergänzen sich.

Die Mills-Studie: mehr Freude an der gemeinsamen Zeit

Die älteste stammt von Sara Gorchoff, Oliver John und Ravenna Helson von der University of California in Berkeley und erschien 2008 in Psychological Science. Sie beruht auf der Mills-Längsschnittstudie: Frauen, die 1958 oder 1960 im letzten Studienjahr am Mills College in Oakland erstmals befragt worden waren, alle Ende der 1930er-Jahre geboren. Ihre Ehezufriedenheit wurde im Alter von etwa 43, 52 und 61 Jahren erhoben. Mit 43 hatten die meisten noch Kinder im Haus, mit 61 lebten fast alle ohne. Die Universität Berkeley sprach von rund 100 Frauen, eine spätere Fachveröffentlichung nennt 123.

Die Ehezufriedenheit stieg über diese Jahre, und der Anstieg hing mit dem Auszug der Kinder zusammen. Die allgemeine Lebenszufriedenheit stieg mit dem Auszug dagegen nicht. Frauen, deren Kinder ausgezogen waren, waren mit ihrer Ehe zufriedener als Frauen, bei denen noch Kinder lebten. Der Unterschied lag nicht darin, dass sie mehr Zeit mit ihrem Partner verbrachten, sondern darin, dass sie die gemeinsame Zeit mehr genossen. Und der Anstieg ließ sich nicht damit erklären, dass manche nach einer Scheidung einen passenderen Partner gefunden hatten (Mitteilung der APS).

Die Grenzen sind erheblich. Befragt wurden nur Frauen, ihre Partner nicht. Es ist eine einzige US-Kohorte von Frauen mit Collegeausbildung, von denen 84 % vor dem 25. Geburtstag geheiratet hatten und 30 % bis zum 45. geschieden waren. Und es sind Beobachtungsdaten, kein Experiment: Ob der Auszug die Zufriedenheit hebt oder ob beides mit etwas Drittem zusammenhängt, lässt sich daraus nicht sicher ableiten. Ausführlich beschreibt die Studie unser Artikel zur Perlenhochzeit.

Die Wisconsin-Paare: beide Partner befragt

Männer fehlen in der Mills-Studie. Eine Auswertung von Eunjin Lee Tracy, Jennifer Putney und Lauren Papp, 2021 online in The Family Journal erschienen, bezieht beide Partner ein (Volltext). Sie nutzt Angaben von 3.765 Ehepaaren aus der Wisconsin-Längsschnittstudie, die Absolventinnen und Absolventen des Highschool-Jahrgangs 1957 in Wisconsin begleitet. Paare ohne Kinder im Haushalt fühlten sich einander etwas näher als Paare mit Kindern im Haus, Frauen wie Männer. Frauen im leeren Nest schätzten außerdem ihre Gesundheit besser ein, Männer nicht.

Auch hier gibt es Grenzen. Die Daten stammen aus einem einzigen Befragungsjahr, 2004. Die Absolventinnen und Absolventen waren damals im Schnitt etwa 65, und 91 % der Paare lebten schon ohne Kinder. Nähe wurde mit einer einzigen Frage auf einer Skala von 1 bis 4 gemessen, im Mittel lagen die Antworten bei 3,8. Die Unterschiede sind klein, und was Ursache und was Wirkung ist, bleibt offen.

Die deutschen Daten: Der erste Auszug wiegt schwerer

Für Deutschland haben Matthias Collischon, Andreas Eberl und Tobias Wolbring Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 1991 bis 2016 ausgewertet, veröffentlicht 2024 in Advances in Life Course Research. Sie verfolgten dieselben Menschen über die Jahre vor und nach dem Auszug ihrer Kinder. Ergebnis: Nur der Auszug des ersten Kindes ging mit einem dauerhaft geringeren Wohlbefinden der Eltern einher, der Auszug des letzten Kindes nicht. Am stärksten zeigte sich das bei Eltern, deren Aufteilung der Erwerbsarbeit traditionellen Geschlechterrollen entsprach.

Drei Einschränkungen gehören dazu. Gemessen wurde das Wohlbefinden der einzelnen Eltern, nicht die Qualität ihrer Ehe. Wie groß der Effekt ist, verrät die Zusammenfassung der Studie nicht. In einer Vorfassung von 2021 lag er auf der Skala der Lebenszufriedenheit von 0 bis 10 unter einem Zehntelpunkt, messbar also, aber klein. Und in dieser Vorfassung fanden die Autoren für Ostdeutschland, bei deutlich weniger Fällen, keinen signifikanten Zusammenhang, der Rückgang zeigte sich bei westdeutschen Eltern. Für Eltern fast volljähriger Kinder heißt das: Der schwierigere Abschied kann der erste sein, und genau der rückt jetzt näher.

Was daraus folgt und was nicht

Ein leeres Nest macht eine Ehe nicht automatisch besser, und ein Auszug ist für Eltern nicht automatisch leicht. Die Mills-Studie legt aber nahe, dass es weniger auf die Menge gemeinsamer Zeit ankommt als darauf, ob ihr sie gern miteinander verbringt. Sara Gorchoff und Oliver John empfahlen in den Mitteilungen zur Studie, mit schöner Zeit zu zweit nicht zu warten, bis die Kinder aus dem Haus sind.

Wie entdeckt ihr euch neu, bevor das Nest leer ist?

Die Jahre zwischen dem 18. Geburtstag des ältesten und dem Auszug des jüngsten Kindes sind eine Zwischenzeit, und darin liegt ihre Chance: Ihr könnt ausprobieren, wer ihr als Paar ohne Familienbetrieb seid. Sechs Ansätze:

  1. Probeläufe nutzen. Klassenfahrt, Ferienjob, Festival, Auslandsjahr: Schon vor dem Auszug gibt es Tage, an denen das Haus leer ist. Verplant sie nicht mit Liegengebliebenem, sondern macht etwas zu zweit und achtet darauf, wie es sich anfühlt.
  2. Freude vor Menge. Mehr Stunden allein ändern wenig, wenn sie sich wie Pflicht anfühlen. Sucht eine Sache pro Woche, die ihr beide gern macht und die weder dem Haushalt noch den Kindern dient, und sei es nur eine Stunde.
  3. Eine Gesprächsinventur machen. Achtet eine Woche lang darauf, worüber ihr redet. Geht es fast nur um Termine, Schule und Einkäufe, probiert einen Abend pro Woche ohne Kinderthemen. Was dann übrig bleibt, zeigt, woran ihr anknüpfen könnt.
  4. Die Elternrolle gemeinsam umstellen. Mit dem 18. Geburtstag wechselt ihr vom Erziehen zum Begleiten. Klärt vorher zu zweit, was für ein volljähriges Kind im Haus gelten soll: Beitrag zum Haushalt, Geld, Absprachen, Übernachtungsbesuch. Wer das erst im Streit mit dem Kind aushandelt, trägt den Konflikt schnell in die eigene Beziehung.
  5. Den Abschied beider ernst nehmen. Nach den deutschen Daten trifft der erste Auszug Eltern mit traditioneller Aufteilung der Erwerbsarbeit am stärksten. Das gilt nicht nur für denjenigen von euch, der mehr Familienarbeit getragen hat und womöglich mehr Alltag und Rolle verliert: In einer Vorfassung der Studie war der Rückgang bei erwerbstätigen Vätern sogar am deutlichsten, die Autoren vermuten Bedauern über zu wenig Zeit mit den Kindern. Sprecht darüber, was jeder vermissen wird und worauf jeder sich freut, und sorgt dafür, dass beide etwas Eigenes haben.
  6. Die Jahre danach skizzieren. Nicht als Masterplan, sondern als Gespräch: Wie wollt ihr wohnen, wenn die Kinderzimmer leer sind? Was soll beruflich noch passieren? Wofür soll Zeit bleiben? Leitfragen dafür stehen im Text Zukunft als Paar planen.

Was nach dem Auszug kommt, beschreibt der Ratgeber zum Empty-Nest-Syndrom als Paar. Den nächsten großen Einschnitt, den Abschied vom Berufsleben, behandelt der Artikel zur Rubinhochzeit.

Wie feiert man den 18. Hochzeitstag?

Einen überlieferten Brauch für den 18. Hochzeitstag haben wir nicht gefunden. Das hat einen Vorteil: Niemand erwartet etwas Bestimmtes. Vier Ideen, die zu diesem Jahr passen:

Der Probelauf zu zweit. Ein Wochenende weg, während die fast erwachsenen Kinder allein zu Hause bleiben. Für manche Familien ist das der erste Test, ob beide Seiten das schon können.

18 plus 18. Wird ein Kind im selben Jahr volljährig, liegt ein gemeinsames Essen nahe. Achtet nur darauf, dass der Paar-Teil nicht im Familienfest untergeht, und holt ihn notfalls an einem eigenen Abend nach.

Zurück ins Jahr 2008. Hochzeitsfotos, die Musik von damals, ein Besuch am Ort der Trauung. Sind die Kinder dabei, hören sie vielleicht Geschichten, die sie noch nicht kennen.

Das Türkis aufgreifen. Eine Tafel in Blau- und Grüntönen, ein Tag am Wasser, türkisfarbene Kerzen. Mehr braucht es nicht, und niemand muss so tun, als sei das ein alter Brauch.

Was schenkt man zum 18. Hochzeitstag?

Untereinander. Wer beim Türkis bleiben will, schenkt Schmuck mit dem Stein. Weil Türkis empfindlich ist, gehören drei Hinweise dazu:

  • Erst Creme, Parfüm und Make-up, dann den Schmuck anlegen. Kosmetik, Hautfett und Schweiß können den Stein verfärben.
  • Keine Hitze, kein Dampf, kein Ultraschallbad. Zum Reinigen genügt warmes Seifenwasser.
  • Beim Kauf fragen, ob und wie der Stein behandelt wurde. Grobe, poröse Türkise werden laut GIA meist behandelt.

Und wer die Legende mag: Nach der Geschichte bei de Boodt wirkt ein Türkis nur, wenn man ihn geschenkt bekommt. Für einen Hochzeitstag passt das.

Zeit statt Ding. Ein Kurs, den ihr beide noch nicht könnt, ein Wochenende, eine feste Verabredung im Monat: In dieser Phase ist gemeinsame Zeit, die euch Freude macht, oft das bessere Geschenk.

Von den Kindern. Teenager und junge Erwachsene können etwas schenken, das kein Geld kostet: einen Abend, an dem sie kochen und den Eltern danach das Haus überlassen.

Als Gast. Wenn du eingeladen bist, passen eine handgeschriebene Karte, Blumen in Blau- und Grüntönen oder etwas Türkisfarbenes für den Tisch. Eine feste Blume für den 18. Hochzeitstag haben wir nicht gefunden, du bist also frei.

Wie gratuliert man zum 18. Hochzeitstag?

Amtliche Glückwünsche gibt es zu diesem Jubiläum nicht. Umso mehr freut eine Karte, mit der niemand gerechnet hat. Drei Hinweise, wenn du gratulierst:

  • Den Namen nicht voraussetzen. Nicht jeder kennt „Türkishochzeit“. Wer den Begriff verwendet, erklärt ihn kurz oder schreibt schlicht „zum 18. Hochzeitstag“.
  • Konkret statt allgemein. Eine Erinnerung an die Hochzeit 2008 oder an ein Erlebnis mit den beiden trägt weiter als jeder Spruch.
  • Keine Witze über das leere Nest. Sätze wie „Bald habt ihr endlich eure Ruhe“ können Eltern in einer Übergangszeit anders treffen als gemeint.

Drei eigene Vorschläge für die Karte:

  • „18 Jahre verheiratet: Eure Ehe ist jetzt volljährig. Herzlichen Glückwunsch, und auf alles, was sie noch vorhat.“
  • „Türkis verändert sich mit dem, was ihn täglich berührt. Ihr euch auch, und es steht euch. Alles Liebe zum 18. Hochzeitstag!“
  • „Seit 2008 ein Team, und das Beste kommt nicht erst, wenn das Haus leer ist. Feiert euch heute!“

Weitere Formulierungen für Karte und Nachricht sammelt unser Beitrag mit Glückwünschen zum Hochzeitstag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der 18. Hochzeitstag heißt im Netz meist Türkishochzeit, die Herkunft des Namens ist unklar. Die Wikipedia-Liste führt für das 18. Jahr derzeit keinen Namen, ob die GfdS-Übersicht von 1992 einen nennt, konnten wir nicht prüfen.
  • Wer 2026 den 18. Hochzeitstag feiert, hat 2008 geheiratet, in einem Jahr mit rund 377.000 Eheschließungen.
  • Türkis ist ein poröses Kupfer-Aluminium-Phosphat, das sich durch Kosmetik, Hautfett, Schweiß oder große Hitze verfärben kann. Der Name bedeutet „türkischer Stein“, weil das Mineral über die Türken nach Europa kam.
  • Schutz vor Stürzen, Wirkung nur als Geschenk, Farbwechsel bei Krankheit oder Untreue: alles Legenden, keine Tatsachen.
  • Mit 18 endet die elterliche Sorge, die Unterhaltspflicht nicht. Das durchschnittliche Auszugsalter lag in Deutschland 2025 bei 24,1 Jahren.
  • US-Studien fanden im leeren Nest mehr Ehezufriedenheit bei Frauen und etwas mehr Nähe bei beiden Partnern, als Zusammenhang, nicht als bewiesene Ursache. Deutsche Daten zeigen, jedenfalls für Westdeutschland, einen dauerhaften, wohl kleinen Rückgang des Wohlbefindens der Eltern nur beim Auszug des ersten Kindes.
  • Wartet nicht auf das leere Nest. Probeläufe, Zeit, die euch beiden Freude macht, und Gespräche über die Jahre danach lohnen sich schon jetzt.

Quellen: Helmut Walther: Hochzeitstagenamen, Der Sprachdienst 6/1992 (nicht selbst eingesehen) · Emily Post Institute · DWDS · Gemological Institute of America · Handbook of Mineralogy · George Frederick Kunz: The Curious Lore of Precious Stones (1913) · Shakespeare: The Merchant of Venice · Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung · Statistisches Bundesamt · BGB · Gorchoff, John & Helson (2008), Psychological Science 19(11) · Tracy, Putney & Papp (2022), The Family Journal 30(1) · Collischon, Eberl & Wolbring (2024), Advances in Life Course Research 62.

Häufig gestellte Fragen

Wie heißt der 18. Hochzeitstag?

Im Netz heißt der 18. Hochzeitstag meist Türkishochzeit. Wie alt der Name ist und woher er stammt, ist unklar. Die Liste der deutschsprachigen Wikipedia führt für das 18. Jahr derzeit keinen Namen. Ob die Übersicht über Hochzeitstagsnamen, die die Gesellschaft für deutsche Sprache 1992 in ihrer Zeitschrift Der Sprachdienst veröffentlichte, einen nennt, konnten wir nicht prüfen. Wer ihn mag, kann ihn verwenden, einen überlieferten Brauch dazu haben wir nicht gefunden. Wer 2026 den 18. Hochzeitstag feiert, hat 2008 geheiratet.

Was bedeutet die Türkishochzeit?

Eine überlieferte Bedeutung ist uns nicht bekannt, schon die Herkunft des Namens Türkishochzeit für den 18. Hochzeitstag ist unklar. Der Stein selbst ist ein poröses Mineral aus Kupfer, Aluminium und Phosphat. Er kann sich durch Kosmetik, Hautfett, Schweiß oder große Hitze verfärben, verändert sich also durch das, womit er täglich in Berührung kommt. Das lässt sich als Bild für eine lange Ehe lesen. Sein Name bedeutet türkischer Stein, weil das Mineral über die Türken nach Europa kam. Behauptungen, Türkis schütze die Ehe, sind Legenden.

Was schenkt man zum 18. Hochzeitstag?

Eine feste Tradition für Geschenke zum 18. Hochzeitstag haben wir nicht gefunden. Wer den Namen Türkishochzeit aufgreift, schenkt Schmuck mit Türkis oder etwas in Türkistönen. Beim Schmuck gilt: Kosmetik, Hautfett und Hitze können den Stein verfärben, Dampf- und Ultraschallreiniger sind tabu, und weil grobe, poröse Türkise meist behandelt werden, lohnt beim Kauf die Frage nach der Behandlung. Mindestens so gut passt gemeinsame Zeit, etwa ein Wochenende zu zweit, während die fast erwachsenen Kinder allein zu Hause bleiben.

Wie gratuliert man zum 18. Hochzeitstag?

Am besten persönlich und konkret, mit einer Erinnerung an die Hochzeit oder an ein Erlebnis mit dem Paar. Den Namen Türkishochzeit kennt nicht jeder. Wer ihn verwendet, erklärt ihn kurz oder schreibt schlicht „zum 18. Hochzeitstag“. Ein Wortspiel liegt nahe: Nach 18 Jahren ist auch die Ehe volljährig. Amtliche Glückwünsche gibt es zu diesem Jubiläum nicht, eine Karte, ein Anruf oder eine Nachricht genügen.

Was ändert sich für Eltern, wenn das erste Kind auszieht?

Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels für die Jahre 1991 bis 2016 (Collischon, Eberl und Wolbring, 2024) fand in Deutschland einen dauerhaften, wohl kleinen Rückgang des Wohlbefindens der Eltern nur beim Auszug des ersten Kindes, nicht beim Auszug des letzten. Am stärksten war er bei Eltern, deren Aufteilung der Erwerbsarbeit traditionellen Geschlechterrollen entsprach. In einer Vorfassung der Studie war er nur bei westdeutschen Eltern statistisch nachweisbar. Gemessen wurde das Wohlbefinden der einzelnen Eltern, nicht die Qualität ihrer Ehe. Mit dem 18. Geburtstag kommt der Auszug meist noch nicht: Das durchschnittliche Auszugsalter lag in Deutschland 2025 bei 24,1 Jahren.

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