Ein März-Veilchen wird fünf bis zehn Zentimeter hoch. Es blüht im zeitigen Frühjahr an Hecken, Gebüschen und Waldrändern, duftet stark und breitet sich mit Ausläufern aus, bis aus einer Pflanze ein kleiner Teppich geworden ist. Nach dieser unscheinbaren Blume ist der 13. Hochzeitstag benannt: die Veilchenhochzeit.
Unscheinbar ist auch das Jubiläum. Es liegt zwischen Petersilien- und Elfenbeinhochzeit, und zu den Hochzeitstagen, die man groß feiert, gehört es nicht. Wenn doch jemand gratuliert, fällt womöglich eher ein anderer Satz als einer über Blumen: Die Dreizehn sei doch eine Unglückszahl.
Wir nehmen uns beides vor: die vier Namen des Jahres, das Veilchen und seine Rolle in der Blumensprache des 19. Jahrhunderts, dann im Mythos-Check die Dreizehn, ihre Herkunft, ihre Verbreitung und das, was Daten über das 13. Ehejahr zeigen. Danach geht es darum, was sich schenken lässt, wenn gerade kein Veilchen blüht, wie man den Tag begeht und was auf die Karte gehört.
Wie heißt der 13. Hochzeitstag?
Der 13. Hochzeitstag heißt Veilchenhochzeit. Die deutschsprachige Wikipedia führt für das 13. Ehejahr außerdem die Maiglöckchenhochzeit, die Salzhochzeit und die Spitzenhochzeit, alle gestützt auf den Aufsatz „Hochzeitstagenamen“, den die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) 1992 in ihrer Zeitschrift „Der Sprachdienst“ veröffentlicht hat. Im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache fehlt die Veilchenhochzeit, anders als etwa die Lederne Hochzeit.
Einen verbindlichen Standard gibt es nicht, und beim 13. Jahr sieht man das besonders deutlich. Dieselbe Wikipedia-Liste nennt die Veilchenhochzeit, jeweils mit derselben Quelle, auch beim 5. und beim 15. Jahr. Entsprechend führen unsere Übersicht aller Hochzeitstage und ihrer Bedeutung und die Beiträge zur Hölzernen Hochzeit und zur Kristallhochzeit sie dort als Zweitnamen. Die Salzhochzeit steht zusätzlich beim 8. Jahr, als anderer Name der Blechhochzeit. Welche Zuordnung in welcher Gegend gilt, hat nach unserer Kenntnis niemand erhoben. Wer „Veilchenhochzeit“ auf eine Karte schreibt, sollte deshalb die Zahl dazuschreiben.
Der Verfasser des GfdS-Aufsatzes, Helmut Walther, sah laut Wikipedia hinter vielen Namen der Hochzeitstage Geschäftsinteressen, vor allem des Blumen- und Schmuckhandels. Bei einem Jahr mit zwei Blumennamen liegt der Gedanke nahe, belegen lässt er sich für die Veilchenhochzeit nicht. Für die USA ist so etwas dokumentiert: Laut Emily Post Institute nannte Emily Posts Benimmbuch von 1922 acht Jubiläen, den Großteil der übrigen Jahre füllte 1937 ein Verband amerikanischer Juweliere auf. Auf der heutigen Liste des Instituts fehlt das 13. Jahr, sie springt vom 10. zum 15. Jahr. In der britischen Liste des Etikette-Ratgebers Debrett’s steht beim 13. Jahr dagegen lace, also Spitze. Das ist eine Entsprechung zur Spitzenhochzeit, keine belegte Herkunft.
Die Nachbarjahre im Überblick:
| Ehejahre | Name | Auch bekannt als |
|---|---|---|
| 11 | Stählerne Hochzeit | Stahlhochzeit, Korallen- oder Fastnachtshochzeit |
| 12 | Nickelhochzeit | – |
| 12,5 | Petersilienhochzeit | halbe Silberhochzeit |
| 13 | Veilchenhochzeit | Maiglöckchen-, Salz- oder Spitzenhochzeit |
| 14 | Elfenbeinhochzeit | Achat- oder Bleihochzeit, Blaue Hochzeit |
| 15 | Kristallhochzeit | Gläserne Hochzeit, Veilchenhochzeit |
Gezählt wird üblicherweise ab der standesamtlichen Trauung, denn nur sie schließt in Deutschland die Ehe. Mit der Veilchenhochzeit vollendet ihr das 13. Ehejahr, am selben Tag beginnt das vierzehnte.
Der Jahrgang 2013
Wer 2026 die Veilchenhochzeit feiert, hat 2013 geheiratet. In jenem Jahr gaben sich in Deutschland nach den Daten des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) rund 373.700 Paare das Jawort, etwa 13.700 weniger als 2012 und rund 12.300 weniger als 2014. Ob die Dreizehn in der Jahreszahl manches Paar abgeschreckt hat, verraten diese Zahlen nicht. Schwankungen dieser Größe kommen in der Reihe immer wieder vor: 2006 etwa ging die Zahl der Eheschließungen um 3,8 Prozent zurück, 2013 um 3,5 Prozent.
Was bedeutet die Veilchenhochzeit?
Vorweg: Eine belegte Herleitung des Namens haben wir nicht gefunden. Was kursiert, sind Deutungen.
Ein Frühlingsblüher, der in die Breite wächst
Das Veilchen schlechthin ist im Deutschen das März-Veilchen (Viola odorata), auch Duftveilchen genannt. Laut FloraWeb, dem Pflanzenportal des Bundesamts für Naturschutz, blüht es vor allem im März und April, manchmal schon im Februar oder noch im Mai, mit ein bis zwei Zentimeter großen, duftenden, meist dunkelvioletten Blüten. Der Name geht auf das lateinische viola zurück, die Verkleinerungsform „Veilchen“ ist laut DWDS seit 1570 belegt.
Als Bild für 13 Ehejahre taugt vor allem der Wuchs. Das März-Veilchen breitet sich mit oberirdischen Ausläufern aus und bildet mit der Zeit dichte Teppiche. Auch eine Ehe wächst nach 13 Jahren eher in die Breite als in die Höhe: gemeinsame Freunde, Familie, Gewohnheiten, ein Geflecht, das man oft erst bemerkt, wenn man daran zieht. Das ist unsere Lesart, keine Überlieferung.
Bescheidenheit: das Veilchen in der Blumensprache
In der Blumensprache steht das Veilchen für Bescheidenheit. Das klingt nach uraltem Wissen. Älter als die Blumenbücher ist das Bild tatsächlich: In Schillers „Kabale und Liebe“ von 1784 wünscht sich Luise, ihre Jugend wäre ein Veilchen, das „bescheiden“ unter dem Geliebten sterben dürfte. Zum festen Stichwort wurde die Bescheidenheit aber erst in der Blumensprache, einer Konvention des 19. Jahrhunderts. Als eines ihrer Gründungsdokumente gilt das französische Buch „Le langage des fleurs“, Ende der 1810er-Jahre unter dem Namen Charlotte de Latour erschienen. Laut einem Tagungsbericht auf H-Soz-Kult prägte es das Genre der Blumensprachenbücher. In einer Ausgabe von 1830 steht beim Veilchen das Stichwort modestie, Bescheidenheit. Einheitlich war die Blumensprache allerdings nicht: Verschiedene Bücher ordneten den Blumen verschiedene Bedeutungen zu, was laut demselben Bericht häufig zu Missverständnissen führte.
Eine deutsche „Blumensprache“, 1834 von Gabriel Eith in Augsburg herausgegeben, nennt das Veilchen ein „Bild der Bescheidenheit, Demuth, edler Einfachheit; Bild stiller Häuslichkeit, stiller Wohlthat“ (S. 38 f.). Gleich darauf folgt die Nutzanwendung für die „liebe Jungfrau“: Sie möge ein stilles Veilchen sein, das übertriebenen Putz verschmäht. Ein Erziehungsideal der Zeit, gemünzt auf junge Frauen, und für eine Ehe von heute nur mit Abstrichen brauchbar.
Ein Begriff daraus lohnt sich trotzdem: die stille Wohltat, das Gute, das man tut, ohne es an die große Glocke zu hängen. Nach 13 Jahren besteht eine Ehe zu einem guten Teil daraus.
Goethes Veilchen: übersehen und zertreten
Älter als die Blumensprache ist Goethes Gedicht „Das Veilchen“, 1774 entstanden und 1775 in der Zeitschrift „Iris“ erstmals gedruckt. Es beginnt mit den Zeilen „Ein Veilchen auf der Wiese stand / Gebückt in sich und unbekandt“ (Erstdruck, zitiert nach Wikisource). Das Veilchen wünscht sich, von einer jungen Schäferin gepflückt zu werden. Sie bemerkt es nicht und tritt darauf. Mozart vertonte das Gedicht 1785 und setzte ans Ende einen eigenen Ausruf: „Das arme Veilchen!“
Das Veilchen geht nicht an einem Unglück zugrunde, sondern daran, dass niemand hinsieht. Für eine Ehe im 13. Jahr ist das, so lesen wir es, die ehrlichere Warnung als jede Unglückszahl. Nicht jede Gefahr kommt als Drama daher. Manche besteht darin, dass die stillen Wohltaten des anderen niemand mehr bemerkt.
Maiglöckchen, Salz und Spitze
Auch für die übrigen Namen des Jahres haben wir keine belegte Herleitung gefunden.
- Maiglöckchen blühen im Mai und Juni. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen in Bonn stuft sie als gering giftig bis giftig ein: Vor allem Blüten, Samen und junge Blätter enthalten Digitalisglykoside. Warum zwei Frühlingsblumen dem 13. Jahr ihren Namen geben, erklärt keine Quelle, die wir gefunden haben.
- Salz würzt und macht haltbar, ein naheliegendes Bild für eine Ehe. Eine Überlieferung dazu kennen wir nicht, dafür einen Aberglauben: Dass geborgtes Salz Unglück bringe, zählten 2005 in einer Allensbach-Umfrage 6 Prozent zu den Zeichen, auf die sie achten, in Ostdeutschland 13 Prozent. Verschenken ist also die sichere Variante.
- Spitze entsteht aus vielen dünnen Fäden, die erst gemeinsam ein tragfähiges Muster ergeben. Und umgangssprachlich heißt „spitze“ großartig, was sich auf einer Karte gut macht.
Mythos-Check: Ist die 13 eine Unglückszahl?
Drei Fragen: Wie verbreitet ist die Angst vor der Dreizehn, woher kommt sie, und hat sie irgendetwas mit Ehen zu tun?
Wie viele Deutsche auf die 13 achten
Die belastbarsten Zahlen, die wir gefunden haben, stammen vom Institut für Demoskopie Allensbach. Es legte vom 25. Februar bis 5. März 2005 einem repräsentativen Querschnitt von 1.027 Menschen ab 16 Jahren eine Liste mit 20 Zeichen aus der Welt des Aberglaubens vor. Gefragt wurde, welche davon vielleicht eine Bedeutung haben könnten und worauf man selbst immer achte, auch wenn man sich nicht für abergläubisch hält.
- Das vierblättrige Kleeblatt wählten 42 Prozent, Sternschnuppen 40 und den Schornsteinfeger 36 Prozent.
- Die Zahl 13 kam mit 28 Prozent auf Platz vier, in West- und Ostdeutschland mit 28 und 25 Prozent.
- Den Freitag nannten 11 Prozent. 32 Prozent gaben an, auf nichts davon zu achten.
- In Westdeutschland war der Anteil für die 13 seit 1973 von 17 auf 28 Prozent gestiegen.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Auf der Liste stand nur „Die Zahl 13“. Ob die Befragten dabei an Pech oder an Glück dachten, wurde nicht erhoben, das Institut selbst zählte die 13 zu den eher gefürchteten Zeichen. Und die Umfrage ist über 20 Jahre alt, eine neuere Allensbach-Erhebung zum Thema haben wir nicht gefunden. Ein Hochzeitsaberglaube stand übrigens auch auf der Liste: „Wenn es der Braut auf den Schleier regnet“. Darauf achteten 4 Prozent.
Woher die Angst vor der 13 kommt
Neu ist der Aberglaube nicht. Das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm hielt 1858 fest, die Dreizehn gelte als „die gefährlichste, bedeutungsvollste zahl“ und sei „des teufels dutzend“. Es nennt auch eine Regel dazu: Sitzen dreizehn zusammen zu Tisch, muss nach dem Volksglauben einer von ihnen binnen eines Jahres sterben.
Woher die Zahl ihren Ruf hat, ist unklar. Vier Erklärungen kursieren, alle sind Legenden oder nachträgliche Deutungen:
- Das Abendmahl. Beim letzten Abendmahl saß Jesus nach den Evangelien mit den zwölf Aposteln zu Tisch, dreizehn Personen, darunter Judas, der ihn verriet. Zur alten Tischregel passt das auffallend gut, als Ursprung belegen lässt es sich nicht.
- Der dreizehnte Gast. Oft zu lesen ist, zwölf nordische Götter hätten getafelt, bis Loki als dreizehnter ungeladen kam und den Tod des Gottes Baldur einfädelte. In der Edda des Snorri Sturluson aus dem 13. Jahrhundert stirbt Baldur jedoch bei keinem Festmahl, sondern bei einem Spiel der Götter in ihrer Versammlung, und gezählt werden die Anwesenden dort nicht. An anderer Stelle nennt Snorri zwar „zwölf göttliche Asen“, einen dreizehnten Gast aber nicht (Übersetzung von Karl Simrock).
- Eins zu viel. Die Zwölf gilt als runde, abgeschlossene Zahl: zwölf Monate, zwölf Stunden auf dem Zifferblatt, das Dutzend. Die Dreizehn geht darüber hinaus. Das klingt einleuchtend, ist aber eine Deutung im Nachhinein.
- Die Templer. Am Freitag, dem 13. Oktober 1307, ließ der französische König Philipp IV. die Templer verhaften. Das Datum ist historisch. Einen Beleg dafür, dass man den Tag deshalb früh als Unglückstag ansah, haben wir aber nicht gefunden. Noch 1869 behandelte ein englischer Rossini-Biograf Freitag und Dreizehn als zwei getrennte Unglückszeichen und fand es bemerkenswert, dass der Komponist, der beide gefürchtet haben soll, an einem Freitag, dem 13. November, gestorben war.
Anderswo steht die 13 für Glück
Wie beliebig die Zuschreibung ist, zeigt ein Blick nach Italien. Dort heißt fare tredici, eine Dreizehn machen, laut dem Wörterbuch Treccani einen großen Glückstreffer landen, ursprünglich im Fußballtoto, bei dem 13 Spielergebnisse zu tippen waren. Als Unglückszahl gilt dort mitunter die 17, besonders an einem Freitag. Ganz frei von Pech war die 13 aber auch dort nicht: Laut dem Rossini-Biografen von 1869 galten Freitag und Dreizehn vielen Italienern als Unglückszeichen. Und im Deutschen steht die Dreizehn auch fürs Unfassbare: „Jetzt schlägt’s dreizehn“, sagt man, wenn etwas zu weit geht.
Was die Daten über das 13. Ehejahr sagen
Wenn die Dreizehn Ehen schadete, müsste sich das am ehesten in der Scheidungsstatistik zeigen. Das BiB berechnet, wie viele Ehen eines Heiratsjahrgangs in einem Jahr geschieden werden, je 1.000 Ehen dieses Jahrgangs. Für 2023 lag der Wert in Westdeutschland bei 13,3 nach zwölf Jahren Ehedauer, bei 12,2 nach 13 und bei 11,9 nach 14 Jahren, in Ostdeutschland bei 13,5, 12,4 und 11,4. Die Kurve sinkt mit jedem weiteren Ehejahr, beim 13. Jahr gibt es keinen Ausschlag nach oben, ebenso wenig in den Vergleichsjahren 1991, 2001 und 2011.
Gezählt werden allerdings Scheidungen, keine Trennungen, und meist geht ein Trennungsjahr voraus. Eine Häufung von Trennungen im 13. Jahr müsste sich also ein Jahr später zeigen, doch auch dort sinkt die Kurve weiter. Über das Glück bestehender Ehen sagen diese Zahlen nichts. Mehr zu den Grenzen der Scheidungsstatistik steht im Beitrag zur Kristallhochzeit.
Dass Hochzeitsdaten und Scheidungen trotzdem zusammenhängen können, zeigt eine Studie aus den Niederlanden. Jan Kabátek und David Ribar werteten die Register von rund 1,1 Millionen Eheschließungen der Jahre 1999 bis 2013 aus (IZA-Arbeitspapier, 2018 im Journal of Population Economics erschienen). An besonderen Tagen wie dem Valentinstag oder Schnapszahl-Daten wie dem 9.9.99 wurde deutlich häufiger geheiratet, und diese Ehen wurden häufiger geschieden: Je nach Art des Datums lag das Scheidungsrisiko, gemessen als Chancenverhältnis, um 18 bis 36 Prozent höher als bei gewöhnlichen Hochzeitstagen. Nur bei Spiegeldaten wie dem 20.08.2008 war der Unterschied statistisch nicht gesichert.
Ein Teil davon ging auf die Paare selbst zurück. Sie hatten im Schnitt eine geringere Bildung, häufiger schon Kinder im Haushalt, heirateten öfter nicht zum ersten Mal und unterschieden sich stärker voneinander, etwa in Alter und Bildung. Die 18 bis 36 Prozent sind ohne weitere Kontrollgrößen gerechnet. Unter Berücksichtigung solcher Merkmale blieb ein kleinerer, aber weiterhin statistisch gesicherter Unterschied von 11 bis 18 Prozent, bei Spiegeldaten erneut kein gesicherter. Bei Paaren, die beide zum ersten Mal heirateten, war der Zusammenhang sogar stärker. Die Autoren halten nicht das Datum für die Ursache, sondern sehen darin einen Hinweis auf die Umstände des Paares. Den Mechanismus dahinter konnten sie nicht beobachten. Unglückstage hat die Studie nicht untersucht. Die Pointe bleibt: Ausgerechnet die vermeintlichen Glückstage gingen mit mehr Scheidungen einher, nach Deutung der Autoren nicht, weil Zahlen wirken, sondern weil bestimmte Paare sie wählen.
Das Urteil
Die Dreizehn hat einen alten schlechten Ruf, und 2005 achtete gut ein Viertel der Befragten auf sie. Woher der Ruf stammt, ist unklar. Die gängigen Herkunftsgeschichten sind Legenden. In den Scheidungsdaten fällt das 13. Ehejahr nicht auf, und wo Hochzeitsdaten mit Scheidungen zusammenhängen, deuten die Befunde auf die Paare, nicht auf die Zahl.
Zusetzen kann einer Ehe im 13. Jahr eher der Glaube, jeder Streit sei ein Zeichen. Wer ein Pechjahr erwartet, verbucht Ärger als Bestätigung und übersieht die guten Wochen. Die Psychologie nennt das Bestätigungsfehler. Gegen die Dreizehn hilft deshalb dasselbe wie gegen Goethes Schäferin: hinsehen.
Was schenkt man zum 13. Hochzeitstag?
Das Veilchen ist das naheliegende Geschenk, blüht aber vor allem im Frühjahr. Für die übrigen Monate liefern die anderen Namen des Jahres Ersatz.
| Idee | Passt zu | Wann |
|---|---|---|
| Duftveilchen im Topf, zum Auspflanzen unter Hecke oder Strauch | Veilchenhochzeit | blühend im März und April, sonst als Versprechen auf den nächsten Frühling |
| Ein kleiner Strauß vom Wegrand | Veilchenhochzeit | März und April, in geringer Menge erlaubt |
| Stiefmütterchen für Balkonkasten oder Beet | Veilchenhochzeit | Herbst und Frühjahr |
| Kandierte Veilchenblüten, Veilchenlikör oder ein Duft mit Veilchennote | Veilchenhochzeit | ganzjährig |
| Ein Strauß Maiglöckchen | Maiglöckchenhochzeit | Mai und Juni |
| Eine Tischdecke mit Spitze oder ein Klöppelkurs zu zweit | Spitzenhochzeit | ganzjährig |
| Meersalz vom Ort der Hochzeitsreise und eine schöne Salzmühle | Salzhochzeit | ganzjährig |
| Glücksklee, ein Schornsteinfeger aus Marzipan, ein Hufeisen | als Gegengewicht zur 13 | ganzjährig |
Die letzte Zeile ist nicht ganz ernst gemeint: Kleeblatt und Schornsteinfeger lagen in der Allensbach-Liste vor der Dreizehn.
Veilchen außerhalb der Saison. Duftveilchen im Topf lassen sich pflanzen und blühen im nächsten Frühjahr, manche Sorten wie „Königin Charlotte“ laut Universität für Bodenkultur Wien auch im Spätherbst. Stiefmütterchen gehören botanisch ebenfalls zu den Veilchen und werden laut Bayerischer Gartenakademie im Herbst und im Frühjahr als Beetpflanzen angeboten.
Nur dem Namen nach Veilchen. Alpenveilchen gehören zu den Primelgewächsen, Usambaraveilchen zu den Gesneriengewächsen. Hübsche Zimmerpflanzen, aber keine Veilchen. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen in Bonn stuft Alpenveilchen als giftig ein, vor allem wegen der Knolle, Usambaraveilchen dagegen als ungiftig.
Veilchen vom Wegrand. Wildwachsende Blumen darf nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz jeder an Stellen ohne Betretungsverbot in geringer Menge für den eigenen Bedarf pflücken, und das März-Veilchen ist laut FloraWeb nicht besonders geschützt. Ein kleiner, schonend gepflückter Strauß ist also erlaubt, ein ganzer Korb nicht. In Naturschutzgebieten können strengere Regeln gelten.
Maiglöckchen mit Vorsicht. Die Pflanze gilt als giftig. Wo kleine Kinder am Tisch sitzen, gehört der Strauß außer Reichweite.
Als Gast genügt eine Karte, gern mit einer Kleinigkeit: einem Topf Veilchen im Frühjahr, kandierten Veilchenblüten im Rest des Jahres.
Wie feiert man den 13. Hochzeitstag?
Die Veilchenhochzeit verlangt kein Fest. Vier Ideen, die zum Tag passen:
- Veilchensuche. Fällt der Tag ins Frühjahr, geht an Hecken und Waldrändern spazieren, wo das März-Veilchen wächst. Wer welche findet, riecht daran und lässt die meisten stehen.
- Dreizehn am Tisch. Ladet elf Gäste ein, dann seid ihr mit euch dreizehn, und erzählt beim Anstoßen von der alten Tischregel aus dem Grimm’schen Wörterbuch. Abergläubische Gäste weiht ihr besser vorher ein.
- Ein Lied zum Nachtisch. Mozarts „Das Veilchen“ ist ein Lied für Singstimme und Klavier, und über die Geschichte vom übersehenen Veilchen lässt sich gut reden: Was hat jeder von euch in diesem Jahr still für den anderen getan?
- Extra an einem Freitag, dem 13. Der nächste fällt auf den 13. November 2026, danach folgt der 13. August 2027. Ein Abend zu zweit an genau diesem Tag ist die charmanteste Antwort auf den Aberglauben.
Mehr Vorschläge, nach Aufwand gestaffelt, stehen in unseren Ideen, den Hochzeitstag zu feiern.
Wie gratuliert man zum 13. Hochzeitstag?
Die übliche Formel lautet „Herzlichen Glückwunsch zur Veilchenhochzeit“ oder „Alles Gute zum 13. Hochzeitstag“. Weil der Name auch beim 5. und 15. Jahr kursiert, schreibst du die Zahl am besten dazu. Danach zählt ein Satz, der nur auf dieses Paar passt: eine Erinnerung an die Hochzeit oder etwas, das du an den beiden schätzt.
Sprüche zum Übernehmen oder Anpassen:
- „Dreizehn Jahre verheiratet. Wer da noch an Pech glaubt, hat euch nie zusammen erlebt.“
- „In Italien heißt eine Dreizehn Hauptgewinn. Ihr habt ihn seit 2013. Alles Gute zur Veilchenhochzeit!“
- „Jetzt schlägt’s dreizehn: 13 Jahre verheiratet! Herzlichen Glückwunsch zum 13. Hochzeitstag.“
- „Das Veilchen blüht im Verborgenen, eure Liebe sieht man von Weitem. Alles Gute zur Veilchenhochzeit!“
- „Spitzenhochzeit, Spitzenpaar. Auf die nächsten dreizehn Jahre!“
- Für den Partner oder die Partnerin: „Dreizehn Jahre, und ich würde dich an jedem Freitag, dem 13., wieder heiraten.“
Und wenn ihr selbst 13 Jahre verheiratet seid? Dann nehmt euch das Veilchen aus der Blumensprache vor: Jeder nennt eine stille Wohltat des anderen aus dem 13. Ehejahr, etwas, das nie jemand erwähnt hat.
Wer biblisch gratulieren möchte, hat es beim 13. Hochzeitstag leicht. Das Kapitel, das als Hohelied der Liebe bekannt ist, trägt die Nummer 13: der erste Korintherbrief, Kapitel 13. Darin steht der Satz „Die Liebe höret nimmer auf“ (1. Korinther 13,8, Luther 1912). Weitere Verse und Formulierungen sammelt unser Beitrag mit Glückwünschen zum Hochzeitstag.
Weglassen würden wir zwei Dinge. Pech- und Scheidungswitze, auch gut gemeinte. Und Wortspiele mit dem Veilchen als blauem Auge: So nennt man umgangssprachlich einen Bluterguss rund ums Auge, und zu einem Hochzeitstag passt das nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Der 13. Hochzeitstag heißt Veilchenhochzeit, daneben Maiglöckchen-, Salz- oder Spitzenhochzeit. Einen verbindlichen Standard gibt es nicht: Die Veilchenhochzeit steht in Listen auch beim 5. und 15. Jahr, die Salzhochzeit beim 8. Wer 2026 feiert, hat 2013 geheiratet.
- Eine belegte Herkunft des Namens haben wir nicht gefunden. Das März-Veilchen blüht vor allem im März und April. In der Blumensprache, einer Konvention des 19. Jahrhunderts, stand es für Bescheidenheit.
- Die Angst vor der 13 ist alt, ihre Herkunft unklar. Das Grimm’sche Wörterbuch verzeichnete sie 1858. Erklärungen wie Abendmahl, Loki oder die Templer sind Legenden oder Deutungen.
- Gut ein Viertel achtete 2005 auf die 13: 28 Prozent in einer Allensbach-Umfrage, 1973 waren es in Westdeutschland 17 Prozent.
- In den Scheidungsdaten fällt das 13. Ehejahr nicht auf. Wo Hochzeitsdaten mit Scheidungen zusammenhängen, sieht eine niederländische Studie im Datum einen Hinweis auf die Paare, keine Ursache.
- Geschenke nach Jahreszeit: Veilchen im Frühjahr, Stiefmütterchen im Herbst, Spitze und Salz das ganze Jahr. Alpen- und Usambaraveilchen sind keine Veilchen, Maiglöckchen gelten als giftig.
- Beim Gratulieren die Zahl dazuschreiben und auf Pech-, Scheidungs- und Veilchenwitze verzichten.




