Zwölfeinhalb Jahre sind eine seltsame Zahl für ein Jubiläum. Nicht rund, nicht glatt, nicht einmal ganz. Trotzdem trägt genau dieser Tag einen eigenen Namen: Petersilienhochzeit. Und er hat eine ungewöhnliche Regel: Bei der Petersilienhochzeit bringen die Gäste das Essen mit.
Hier steht, wie ihr das Datum ausrechnet (auch nach einer Hochzeit am 31. August), was an dem Tag üblich ist, was über den Namen bekannt ist und was man schenkt oder in die Karte schreibt. Weil 12,5 genau die Hälfte von 25 ist, kommt eine Frage dazu: Wie steht es eigentlich um euch, zur Halbzeit bis zur Silberhochzeit?
Petersilienhochzeit auf einen Blick
- Wann: 12 Jahre und 6 Monate nach der Hochzeit, also nach 150 Monaten Ehe.
- Was: die „halbe Silberhochzeit“, denn 12,5 ist exakt die Hälfte von 25.
- Brauch: Die Gäste bringen Essen und Getränke mit, das Paar stellt den Raum. Traditionell richten Trauzeugen und Freunde die Feier aus.
- Wo: vor allem im Norden bekannt, im Süden vielerorts kaum.
- Name: Warum ausgerechnet Petersilie, ist nicht gesichert. Im Umlauf sind mehrere Deutungen.
Im Kalender der Hochzeitstage liegt die Petersilienhochzeit zwischen Rosen- und Kristallhochzeit. Einen verbindlichen Standard für die Namen gibt es nicht, regional weichen die Listen voneinander ab. Die gängige Zählung rund um die 12,5 sieht so aus:
| Jahre | Name |
|---|---|
| 10 | Rosenhochzeit |
| 12,5 | Petersilienhochzeit |
| 15 | Kristallhochzeit |
| 20 | Porzellanhochzeit |
| 25 | Silberhochzeit |
Als Nächstes folgt die Kristallhochzeit zum 15. Hochzeitstag. Alle gängigen Namen samt regionaler Abweichungen stehen in unserer Übersicht aller Hochzeitstage mit Namen und Bedeutung.
Wann ist Petersilienhochzeit?
Die Petersilienhochzeit ist 12 Jahre und 6 Monate nach der Hochzeit. Die Rechnung lautet also: Hochzeitsdatum plus 12 Jahre plus 6 Monate. Wer lieber in einer Zahl denkt, zählt 150 Monate ab der Trauung weiter.
Maßgeblich ist rechtlich die standesamtliche Eheschließung, denn nur sie begründet die Ehe. Viele Paare nehmen trotzdem das Datum der kirchlichen oder freien Trauung, wenn das für sie der eigentliche Hochzeitstag war. Vorgeschrieben ist nichts. Einigt euch einfach auf eines der beiden Daten.
Eine Faustregel für den Kopf: Die Petersilienhochzeit fällt immer in den Monat, der dem Hochzeitsmonat im Kalender gegenüberliegt. Aus März wird September, aus Juni Dezember, aus Oktober April. Wer in der ersten Jahreshälfte geheiratet hat, feiert zwölf Kalenderjahre später. Wer in der zweiten Jahreshälfte geheiratet hat, feiert erst dreizehn Kalenderjahre später, weil der Termin über den Jahreswechsel rutscht.
Die folgenden Beispiele haben wir alle einzeln nachgerechnet:
| Hochzeit | Petersilienhochzeit | Was hier passiert |
|---|---|---|
| 15. März 2014 | 15. September 2026 | der Normalfall |
| 20. Juni 2014 | 20. Dezember 2026 | knapp vor dem Jahreswechsel |
| 12. Juli 2014 | 12. Januar 2027 | zweite Jahreshälfte, also 13 Kalenderjahre später |
| 24. Dezember 2013 | 24. Juni 2026 | Heiligabend-Paare feiern im Sommer |
| 31. März 2014 | 30. September oder 1. Oktober 2026 | der September hat nur 30 Tage |
| 31. August 2014 | 28. Februar oder 1. März 2027 | einen 31. Februar gibt es nicht |
| 29. August 2015 | 29. Februar 2028 | Glück gehabt: 2028 ist ein Schaltjahr |
| 29. Februar 2016 | 29. August 2028 | Schalttag-Paare haben es hier ausnahmsweise leicht |
Sonderfall Monatsende: Hochzeit am 31. August
Knifflig wird es nur, wenn der Hochzeitstag im Zielmonat nicht existiert. Wer am 31. August 2014 geheiratet hat, landet rechnerisch beim 31. Februar 2027. Den gibt es nicht, und weil 2027 kein Schaltjahr ist, endet der Februar schon am 28.
Zwei Lösungen bieten sich an: der letzte Tag des Monats, also der 28. Februar, oder der erste Tag danach, der 1. März. Eine feste Regel für Hochzeitstage existiert nicht. Wer eine Orientierung sucht: Das Bürgerliche Gesetzbuch löst dasselbe Problem bei Fristen, die nach Monaten berechnet werden, mit dem letzten Tag des Monats (§ 188 Absatz 3 BGB). Für ein Fest ist das keine Pflicht, aber ein brauchbarer Schiedsspruch, falls ihr euch nicht einigen könnt.
Betroffen sind Hochzeiten am 31. März, 31. Mai, 31. August, 31. Oktober und 31. Dezember, weil der Zielmonat jeweils kürzer ist. Nach einer Hochzeit am 30. August fehlt der Tag im Februar immer. Beim 29. August nur dann, wenn der Februar zwölfeinhalb Jahre später keinen Schalttag hat. Wer an einem Tag bis zum 28. geheiratet hat, muss über all das nicht nachdenken.
Petersilienhochzeit berechnen mit Excel
Wer nicht im Kopf rechnen will: Tragt das Hochzeitsdatum in Zelle A1 ein und schreibt daneben =EDATUM(A1;150). Die Funktion zählt 150 Monate weiter und springt bei fehlenden Tagen automatisch auf den Monatsletzten, rechnet also wie das BGB. Erscheint statt eines Datums eine fünfstellige Zahl, fehlt der Zelle nur das Datumsformat.
Für alle, die es ganz genau wissen wollen: Die exakte Mitte in Tagen liegt nicht unbedingt auf demselben Monatstag. Beim Paar vom 15. März 2014 sind es bis zur Silberhochzeit 9.131 Tage, die Hälfte ist am 13. September 2026 gegen Mittag erreicht. Gefeiert wird trotzdem am 15., ein Fest zur Mittagspause will ohnehin niemand ausrichten.
Was macht man an einer Petersilienhochzeit?
An der Petersilienhochzeit feiert das Paar mit Freunden und Familie, ohne selbst zu bewirten. Traditionell richten Trauzeugen und Freunde die Feier aus, und die Gäste bringen Speisen und Getränke mit. So steht es auch in der Wikipedia, die sich dabei auf die Zeitschrift „Der Sprachdienst“ der Gesellschaft für deutsche Sprache aus dem Jahr 1992 stützt. Das Paar stellt in der Regel nur den Raum, also etwa das eigene Wohnzimmer oder den Garten, nicht das Buffet. Vorbereiten muss es nichts: keine Einladungskarten, kein Catering, keine Sitzordnung.
Überraschung oder Einladung
Vor allem im Norden wird die Petersilienhochzeit oft als Überraschung organisiert, so beschreiben es jedenfalls mehrere Darstellungen des Brauchs. Am Abend stehen Freunde und Familie vor der Tür, jeder mit einer Schüssel, einer Platte oder einer Kiste Getränke.
Das hat Charme und einen Haken. Nicht jedes Paar freut sich über zwanzig Leute, die an einem Dienstagabend unangekündigt im Flur stehen. In Foren finden sich auch Paare, die ausdrücklich keine Petersilienhochzeit wollen. Wer organisiert, sollte deshalb mindestens eine Person einweihen, die weiß, ob die beiden an dem Tag zu Hause sind und ob sie so etwas mögen.
Die Alternative: Das Paar lädt selbst ein und schreibt dazu, dass alle etwas fürs Buffet mitbringen. Das ist kein Stilbruch, sondern der Brauch in Selbstorganisation.
Wie bekannt der Brauch ist, hängt stark von der Gegend ab. Verbreitet ist er vor allem im Norden, im Süden können viele mit dem Wort wenig anfangen. Belastbare Zahlen dazu gibt es nicht, und Ratgeberseiten widersprechen sich hier munter. Wer Gäste aus verschiedenen Regionen einlädt, erklärt den Brauch am besten gleich in der Einladung. Sonst steht die Hälfte mit leeren Händen vor der Tür und wundert sich über das fehlende Buffet.
Der Petersilien-Test
In mehreren Beschreibungen des Brauchs taucht ein Spiel auf, das die Rechnung verteilt. Die Gäste schauen nach, ob im oder am Haus des Paares Petersilie zu finden ist. Liegt ein Bund im Kühlschrank oder steht ein Topf auf der Fensterbank, hat das Paar an den Tag gedacht, und die Gäste kommen für die Bewirtung auf. Fehlt das Kraut, zahlt das Paar Essen und Trinken selbst. Wie genau abgerechnet wird, erzählt jede Quelle etwas anders.
Für Jubelpaare ergibt sich daraus ein schlichter Rat: Stellt in der Woche vorher einen Topf Petersilie auf die Fensterbank. Das kostet wenig und verhindert, dass euch an diesem Abend sprichwörtlich die Petersilie verhagelt. So nennt man es, wenn jemand enttäuscht dasteht.
Petersilie als Deko und Mitbringsel
Weil der Name so dankbar ist, taucht das Kraut an dem Tag gern mehrfach auf: als Bund zum Mitbringen, als Topf mit Schleife, als Grün auf dem Tisch. Manche binden auch einen Kranz oder ein Herz mit Petersilie für die Haustür, ähnlich wie den Kranz zur Silberhochzeit. Wie der Brauch zur 25 aussieht, steht im Artikel zur Silberhochzeit und ihren Bräuchen.
Auf dem Buffet bleibt die Petersilie, was sie in jeder Küche ist: Beiwerk. Ein Kartoffelsalat mit ordentlich Grün, ein Taboulé, Kräuterquark oder eine Grüne Soße greifen das Thema auf, ohne dass es albern wird.
Checkliste für Trauzeugen und Freunde
- Datum prüfen (siehe Tabelle oben). Fällt es auf einen Werktag, überlegt, ob das Wochenende davor oder danach besser passt.
- Eine Mitbringliste anlegen, damit nicht zwölf Nudelsalate und kein Brot auf dem Tisch stehen.
- An das denken, was beim Paar fehlen könnte: Stühle, Gläser, Kühlboxen.
- Nach dem Fest mit aufräumen. Dass das Paar keine Arbeit hat, gehört zur Idee des Tages.
Warum „Petersilie“? Was über den Namen bekannt ist
Die ehrliche Antwort zuerst: Warum ausgerechnet Petersilie dem Hochzeitstag nach zwölfeinhalb Jahren seinen Namen gibt, ist nicht gesichert. Eine belastbare Quelle, die den Namen herleitet, haben wir nicht gefunden. Was es gibt, sind Deutungen, die seit Jahren von Ratgeber zu Ratgeber wandern:
- Das Alltagskraut. Petersilie gehört in jede Küche. Kostbar ist sie nicht, dafür ständig im Einsatz. Nach zwölfeinhalb Jahren ist die Ehe genau dort angekommen: im Alltag. Keine Edelmetall-Symbolik, sondern Küchentisch.
- Die Würze. Petersilie würzt, und eine Ehe braucht Würze, wenn auch die zweiten zwölfeinhalb Jahre gelingen sollen.
- Das ausgefranste Blatt. Die gezackten Ränder stehen für die Höhen und Tiefen der bisherigen Jahre, das Grün für Hoffnung.
- Die Robustheit. Petersilie wächst nach dem Schneiden nach, und das soll für Beständigkeit stehen.
Alle vier klingen hübsch, belegt ist keine. Die letzte hat sogar ein botanisches Problem: Petersilie ist zweijährig. Im zweiten Jahr blüht sie, bildet Samen und stirbt dann ab. Als Sinnbild für eine Ehe, die bis zur Silberhochzeit halten soll, ist das eher mutig.
Oft zu lesen ist außerdem, Petersilie stehe für Fruchtbarkeit und Beständigkeit. Die Beständigkeit hat das eben genannte botanische Problem. Für die Fruchtbarkeit gibt es immerhin Anknüpfungspunkte im Volksglauben. Einen Beleg dafür, dass daraus der Name des Hochzeitstags entstanden wäre, haben wir allerdings nicht gefunden.
Was der Volksglaube über Petersilie erzählt
Das klassische Nachschlagewerk zum deutschen Volksglauben, das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, widmet der Petersilie in seinem 1935 erschienenen sechsten Band einen ausführlichen Eintrag. Darin geht es um Aussaatregeln und um Todesvorzeichen: Geht gesäte Petersilie nicht auf, stirbt nach altem Glauben jemand aus der Familie. Es geht um den Ruf der Petersilie als Liebesmittel und um Brautbräuche, in der Mark Brandenburg etwa bekam die Braut Petersilie überreicht. Die Petersilienhochzeit kommt in dem Eintrag nicht vor.
Die schönste Geschichte daraus hat mit der Ehe nichts zu tun und passt trotzdem. Frisch gesäte Petersilie, so ein alter Glaube, muss erst nach Rom reisen und sich beim heiligen Petrus die Erlaubnis zum Aufgehen holen. Nach sechs Wochen ist sie zurück. Ganz aus der Luft gegriffen ist die Zeitangabe nicht: Im kühlen Freiland kann Petersilie tatsächlich bis zu sechs Wochen zum Keimen brauchen. Wer mag, liest darin eine Lektion für Paare: Manches braucht einfach länger, als man denkt.
Mit dem Apostel hat der Name übrigens nichts zu tun, nur mit dem Stein. Petersilie geht auf das griechische „petroselinon“ zurück, sinngemäß Felsen- oder Steineppich. „Petros“ heißt Stein, und derselbe Wortstamm steckt im Namen Petrus. Auch Deutungen, die bis in die Antike zurückgreifen, helfen kaum weiter: Welche Pflanze antike Quellen jeweils meinen, ist oft unklar, weil Petersilie und Sellerie dort schwer auseinanderzuhalten sind.
Unterm Strich: Nehmt die Deutung, die euch gefällt. Die mit dem Alltagskraut ist nicht besser belegt als die anderen, passt aber am besten zu dem, was an dem Tag tatsächlich passiert. Woher andere Rituale rund ums Heiraten kommen und bei welchen die gängige Erklärung nachweislich eine Legende ist, steht im Beitrag zu den Hochzeitsbräuchen und ihrer Bedeutung.
Die halbe Silberhochzeit: Zeit für eine Zwischenbilanz
Die Petersilienhochzeit ist die halbe Silberhochzeit, ein Zwischenstand und kein Ziel. Genau so lässt sich der Tag auch nutzen: nicht als Leistungsschau, sondern als Moment, in dem ihr kurz auf die Anzeigetafel schaut. Die Etappen davor, von den ersten Dates bis zur Hochzeit, beschreibt der Text über die Meilensteine einer Beziehung.
Was die Scheidungsstatistik sagt und was nicht
Ein nüchterner Blick auf die Zahlen: 2025 wurden in Deutschland rund 130.100 Ehen geschieden. Im Durchschnitt waren diese Paare 14 Jahre und 7 Monate verheiratet, meldet das Statistische Bundesamt. Die Petersilienhochzeit liegt also gut zwei Jahre unter diesem Wert.
Daraus folgt weniger, als man meinen könnte. Der Durchschnitt beschreibt nur die Ehen, die geschieden wurden. Wie wahrscheinlich es ist, dass eine bestehende Ehe scheitert, lässt sich daraus nicht ablesen. Und schon gar nicht, dass nach 14 Jahren und 7 Monaten das Schlimmste überstanden wäre: Bei etwa 20.800 Paaren, also 16,0 Prozent, erfolgte die Scheidung im Jahr der Silberhochzeit oder später. Die Halbzeit ist keine Ziellinie, und die zweite Hälfte spielt sich nicht von selbst.
Ein Detail dazu: Gezählt wird bis zur Scheidung, nicht bis zur Trennung. 2025 wurde in 81,0 Prozent der Fälle nach einjähriger Trennung geschieden, in 18,0 Prozent nach dreijähriger. Der eigentliche Bruch liegt also fast immer mindestens ein Jahr vor dem Datum, das in der Statistik steht.
Das Halbzeitgespräch
Im Fußball wechselt man zur Halbzeit die Seiten. In einer Ehe muss es nicht gleich das sein, aber ein Blick auf die Aufstellung schadet nicht. Vier Fragen, die sich für einen Abend zu zweit eignen. Am besten beantwortet sie jeder erst für sich, dann redet ihr darüber:
- Was aus der ersten Hälfte soll unbedingt mit in die zweite? Eine Gewohnheit, ein Ritual, ein Ort.
- Welche Aufgabe erledigt einer von euch seit Jahren, ohne dass je darüber gesprochen wurde, und wäre eine andere Verteilung heute fairer?
- Wo wollt ihr zur Silberhochzeit stehen, ganz konkret: Wohnort, Arbeit, Zeit füreinander?
- Was war eure beste gemeinsame Entscheidung der vergangenen zwölfeinhalb Jahre?
Die zweite Frage ist die unbequemste. In vielen Ehen hat sich nach zwölfeinhalb Jahren eine Arbeitsteilung eingespielt, die nie jemand beschlossen hat. Die Halbzeit ist ein guter Moment, sie einmal bewusst anzuschauen. Seitenwechsel im Kleinen, sozusagen.
Eine Idee, die zur Halbzeit passt: Jeder schreibt einen Brief an das Paar, das ihr zur Silberhochzeit sein werdet. Beide Briefe kommen verschlossen in eine Schublade und werden erst in zwölfeinhalb Jahren geöffnet.
Was die Forschung über die Zufriedenheit rund um das zehnte Beziehungsjahr sagt, steht im Artikel zur Rosenhochzeit nach zehn Jahren. Wer aus dem Halbzeitgespräch ein festes Ritual machen will, findet Anregungen im Guide zu Ritualen im Beziehungsalltag. Sind vor allem die kleinen Signale verloren gegangen, hilft der Beitrag darüber, wie ihr Wertschätzung im Alltag zeigt. Und wer merkt, dass die Luft raus ist, findet konkrete Ansätze, um eine Langzeitbeziehung frisch zu halten.
Wie gratuliert man zur Petersilienhochzeit?
Zur Petersilienhochzeit gratuliert man lockerer als zu den großen Jubiläen. Das ist kein Tag für die Zeitungsanzeige, sondern einer für den Freundeskreis, und das darf man der Gratulation anmerken.
Ein paar Faustregeln:
- Persönlich schlägt Karte, Karte schlägt Nachricht. Wer mitfeiert, gratuliert an der Tür. Wer nicht dabei ist, schickt am Tag selbst eine Karte oder eine Nachricht.
- Das Kraut darf mit. Ein Bund Petersilie neben der Karte zeigt, dass ihr wisst, was gefeiert wird.
- Humor ja, Scheidungswitze nein. „Halbzeit, noch könnt ihr aussteigen“ ist nach zwölfeinhalb Jahren nicht originell, sondern nur unangenehm.
- Eine gemeinsame Erinnerung einbauen. Der verregnete Polterabend, die erste Wohnung, der Umzug mit dem geliehenen Transporter: Ein solches Detail macht aus einem Standardspruch einen persönlichen Gruß.
Sprüche und Glückwünsche zur Petersilienhochzeit
Zum Übernehmen, Anpassen oder als Anstoß für eigene Zeilen:
Kurz und locker
- „Zwölfeinhalb Jahre! Endlich mal halbe Sachen, die sich sehen lassen können.“
- „Halbzeit bis Silber, und ihr spielt immer noch im selben Team. Glückwunsch!“
- „150 Monate Ehe. Heute kochen die anderen.“
Mit Augenzwinkern
- „Zur Petersilienhochzeit bringen wir das Essen mit. Für die nächsten zwölfeinhalb Jahre seid ihr wieder selbst zuständig.“
- „Petersilie gehört in jede Küche, ihr gehört zusammen. Auf die zweite Hälfte!“
- „Wir haben nachgesehen: Petersilie war im Haus. Das Buffet geht heute auf uns.“
Herzlich
- „Zwölfeinhalb Jahre sind keine runde Zahl, aber eine ehrliche. Schön, dass wir die Hälfte bis Silber mit euch feiern dürfen.“
- „Ihr habt aus einem großen Tag einen Alltag gemacht, der trägt. Auf alles, was noch kommt.“
Für den Partner oder die Partnerin
- „Die erste Hälfte bis Silber haben wir geschafft. Die zweite will ich genauso, gern mit etwas mehr Schlaf.“
- „Zwölfeinhalb Jahre, und ich würde dich jederzeit wieder heiraten. Nur die Sitzordnung würde ich diesmal anders machen.“
Was schenkt man zur Petersilienhochzeit?
Zur Petersilienhochzeit schenkt man vor allem das, was man mitbringt. Nach dem Brauch sorgen die Gäste für Essen und Getränke, und eine gute Schüssel Salat, ein Blech Kuchen oder eine Kiste Getränke ist an diesem Tag keine Beigabe, sondern der Kern der Sache. Wer darüber hinaus etwas schenken möchte, bleibt am besten klein und konkret:
| Wer schenkt | Idee | Warum es passt |
|---|---|---|
| Gäste | Ein Bund oder Topf Petersilie mit Schleife | das Symbol des Tages, kostet wenig |
| Gäste | Ein Kräutertopf-Set für die Fensterbank | wächst weiter, ohne zum Staubfänger zu werden |
| Gäste | Ein Kochkurs für zwei | greift das Küchenthema auf und schenkt gemeinsame Zeit |
| Trauzeugen | Ein Fotobuch „Die erste Hälfte“ | macht die zwölfeinhalb Jahre sichtbar |
| Paar untereinander | Briefe, die erst zur Silberhochzeit geöffnet werden | verbindet die Halbzeit mit dem Ziel |
| Paar untereinander | Ein Tag am Ort der Hochzeit | zur Halbzeit zurück an den Anstoßpunkt |
Beim Kräutertopf gilt der botanische Hinweis von oben: Petersilie hält zwei Jahre, Rosmarin und Thymian sind ausdauernd. Für die nächsten zwölfeinhalb Jahre gehört also mehr als Petersilie in den Topf.
Wenig Sinn ergibt teures Silber „auf Vorschuss“. Die Silberhochzeit kommt noch, und wer jetzt schon Silber verschenkt, hat in zwölfeinhalb Jahren ein Ideenproblem. Mehr Anregungen, sortiert nach Budget, gibt es in unserer Sammlung mit Ideen für den Hochzeitstag.
Zwölfeinhalb Jahre, entspannt gefeiert
Die Petersilienhochzeit ist das unaufwendigste Jubiläum der ganzen Liste, und genau darin liegt ihr Wert. Niemand muss ein Fest stemmen, niemand muss eine Rede halten. Freunde kommen mit Schüsseln vorbei, das Paar hat frei, und irgendwann am Abend fragt jemand, wie das eigentlich war, damals vor zwölfeinhalb Jahren.
Mehr braucht es nicht. Und wenn ihr dann noch einen Topf Petersilie auf der Fensterbank stehen habt, geht das Buffet sogar auf die anderen.




