Sechs Jahre verheiratet. Das ist kein rundes Jubiläum, und trotzdem hat der 6. Hochzeitstag einen Ruf: Er ist der letzte vor dem „verflixten siebten Jahr“. Wer zur Zuckerhochzeit gratuliert, landet schnell bei dieser Anspielung, meistens als Scherz, manchmal als halbe Warnung.
Dieser Artikel nimmt den Mythos beim Wort. Er klärt, woher der Begriff stammt, und legt daneben, was die amtliche Scheidungsstatistik tatsächlich zeigt. Vorweg: Die Sieben kommt aus einem Theatertitel, nicht aus einer Datenreihe. Danach geht es um das, was der Name Zuckerhochzeit eigentlich nahelegt. Nicht die große Geste zum Jubiläum, sondern die kleinen Dinge, die einen Alltag erträglich und manchmal sogar süß machen.
Wie nennt man den 6. Hochzeitstag?
Der 6. Hochzeitstag heißt Zuckerhochzeit. Daneben kursieren Namen mit Zinn: Zinnenhochzeit, Zinnerne Hochzeit oder kurz Zinnhochzeit. Manche Listen setzen die Zinnerne Hochzeit allerdings erst auf sechseinhalb Jahre. Wer weitersucht, findet für das sechste Jahr sogar die Eiserne Hochzeit, die in den gängigen Übersichten für 65 Ehejahre steht.
Das Durcheinander hat einen einfachen Grund: Einen verbindlichen Standard gibt es nicht. Weder in Deutschland noch in Österreich legt eine Institution fest, wie welches Ehejahr heißt. Selbst die deutschsprachige Wikipedia nennt ihre Liste ausdrücklich eine unvollständige Sammlung regional verschiedener Bezeichnungen, die sich teils widersprechen. Gezählt wird üblicherweise ab der standesamtlichen Trauung.
Die Nachbarjahre in der am weitesten verbreiteten Zählung:
| Jahre | Name |
|---|---|
| 5 | Hölzerne Hochzeit |
| 6 | Zuckerhochzeit (auch Zinnenhochzeit) |
| 7 | Kupferne Hochzeit (auch Wollene Hochzeit) |
| 8 | Blechhochzeit |
| 10 | Rosenhochzeit |
Vor der Zuckerhochzeit liegt die Hölzerne Hochzeit zum 5. Hochzeitstag, zwei Jahre danach die Blechhochzeit zum 8. Hochzeitstag. Die komplette Reihe, beginnend mit der Papierhochzeit nach dem ersten Jahr, steht in unserer Übersicht aller Hochzeitstage und ihrer Bedeutung.
Zinn gehört zum sechsten Jahr, nicht zum zehnten
Im Netz steht häufig, die Zinnhochzeit sei der 10. Hochzeitstag. In der deutschen Tradition stimmt das nicht. Der Irrtum stammt aus dem Englischen: Dort ist der zehnte Jahrestag das tin anniversary, wörtlich also die Zinnhochzeit. Wer englische Listen übersetzt, ohne die deutsche Zählung zu prüfen, landet zwangsläufig beim falschen Jahr. Der deutsche 10. Hochzeitstag heißt Rosenhochzeit.
Dafür gibt es eine kuriose Übereinstimmung: Die traditionelle britische Liste setzt beim sechsten Jahr ebenfalls Zucker an (sugar). Die amerikanische nennt an dieser Stelle Eisen.
Warum ausgerechnet Zucker?
Zur Bedeutung der Zuckerhochzeit gibt es keine dokumentierte Herleitung. Die gängige Deutung liegt nahe: Nach sechs Jahren soll die Ehe den Alltag versüßen, oder umgekehrt, der Alltag braucht jetzt etwas Süße. Wer den Zinn-Namen bevorzugt, bekommt eine ähnlich unaufgeregte Lesart: Zinn ist ein weiches Metall, das sich leicht formen lässt, und nach sechs Jahren ist auch eine Ehe noch formbar.
Interessanter wird das Bild mit der Geschichte des Zuckers. Über Jahrhunderte war Zucker in Europa ein teures Importgut, oft nur den Reichen vorbehalten. 1747 wies der Chemiker Andreas Sigismund Marggraf nach, dass Rüben denselben Zucker enthalten wie Zuckerrohr. 1801 baute Franz Carl Achard im schlesischen Cunern die erste Rübenzuckerfabrik der Welt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Zucker für breite Schichten erschwinglich und verlor seinen Status als Luxusartikel.
Mit der Zuneigung in einer Ehe geht es vielen Paaren ähnlich. Was am Anfang kostbar wirkte, der Kaffee ans Bett, die Nachricht zwischendurch, das Nachfragen nach dem Arzttermin, ist nach sechs Jahren Grundversorgung. Es ist noch da, aber keiner bemerkt es mehr. Die Zuckerhochzeit ist ein guter Anlass, diese Selbstverständlichkeiten wieder als das zu sehen, was sie sind.
Mythos-Check: Gibt es das verflixte siebte Jahr?
Der Mythos ist fest verankert, und er lässt sich erstaunlich gut überprüfen. Drei Fragen: Woher kommt der Begriff? Was zeigen die Scheidungszahlen? Und was wird dabei gern übersehen?
Woher der Begriff kommt
Im amerikanischen Englisch des 19. Jahrhunderts bezeichnete seven-year itch eine hartnäckig juckende Hautkrankheit, oft war damit die Krätze gemeint. Der Name spielte auf die Vorstellung an, man werde sie sieben Jahre lang nicht mehr los. Mit Ehe hatte das nichts zu tun.
Die Übertragung auf die Ehe stammt vom Dramatiker George Axelrod. Seine Komödie „The Seven Year Itch“ kam 1952 an den Broadway, der deutsche Titel des Stücks lautet „Meine Frau erfährt kein Wort“. 1955 verfilmte Billy Wilder den Stoff mit Marilyn Monroe und Tom Ewell, in der Bundesrepublik kam der Film im September 1955 als „Das verflixte 7. Jahr“ in die Kinos. Es ist der Film mit der berühmten Szene, in der die Abluft eines U-Bahn-Schachts Monroes weißes Kleid hochweht.
Die Idee eines kritischen Ehejahres ist älter, nur die Zahl war eine andere. 1913 erschien in New York das Buch „The Eighth Year“ des britischen Autors Philip Gibbs. Es beruft sich auf Sir Francis Jeune, Präsident des englischen Scheidungsgerichts, der das achte Ehejahr zum gefährlichsten erklärt hatte. Die Sieben verdankt ihren Platz also einem Bühnentitel, nicht einer Auswertung.
Was die Scheidungsstatistik zeigt
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Scheidungen nach Ehedauer jährlich seit 1982, abrufbar in der Datenbank GENESIS unter Tabelle 12631-0002. Gezählt wird grob: Die Ehedauer ist die Differenz zwischen dem Jahr der Scheidung und dem Jahr der Hochzeit. „Sieben Jahre“ heißt also geschieden im Kalenderjahr des siebten Hochzeitstags, tatsächlich verheiratet waren diese Paare zwischen gut sechs und knapp acht Jahren.
Für 2025 ergibt sich folgendes Bild:
| Ehedauer bei der Scheidung | Hochzeitsjahrgang | Scheidungen 2025 | je 1.000 Ehen des Jahrgangs |
|---|---|---|---|
| 5 Jahre | 2020 | 5.788 | 15,5 |
| 6 Jahre | 2019 | 7.305 | 17,5 |
| 7 Jahre | 2018 | 7.802 | 17,4 |
| 8 Jahre | 2017 | 7.205 | 17,7 |
| 9 Jahre | 2016 | 6.668 | 16,2 |
Quelle: Destatis, GENESIS-Tabellen 12631-0002 (Scheidungen) und 12611-0001 (Eheschließungen). Die rechte Spalte ist eine eigene, überschlägige Berechnung.
Auf den ersten Blick bestätigt das den Mythos: Unter den einzelnen Ehejahren wurden 2025 die meisten Ehen im Jahr des siebten Hochzeitstags geschieden. Die lange Reihe relativiert das sofort. Von 1982 bis 2025 (bis 1990 nur Westdeutschland) lag der Gipfel in 24 von 44 Berichtsjahren bei sechs Jahren Ehedauer, in zehn Jahren bei fünf und in acht Jahren bei vier. Bei sieben lag er genau zweimal, 1997 und 2025. Von 2008 bis 2024 war es 17 Jahre in Folge die Sechs.
Dazu kommt die Größenordnung. Die 7.802 Scheidungen im Jahr des siebten Hochzeitstags sind 6,0 Prozent aller rund 130.100 Scheidungen von 2025. Im Durchschnitt waren die 2025 geschiedenen Paare 14 Jahre und 7 Monate verheiratet, rund 20.800 Ehen oder 16,0 Prozent wurden erst im Jahr der Silberhochzeit oder später geschieden. Die Verteilung ist kein Abhang mit einer Klippe bei sieben, sondern ein flacher Hügel über viele Jahre. Weitere Kennzahlen und ihre Einordnung stehen im Artikel zu Scheidung und Trennung in Deutschland.
Warum 2025 die Sieben vorne lag
Der Wechsel von sechs auf sieben lässt sich ohne jede Beziehungspsychologie erklären, nämlich mit Hochzeitszahlen. Die Ehen mit sieben Jahren Ehedauer stammen aus dem Jahr 2018, und 2018 wurde in Deutschland so oft geheiratet wie seit 1992 nicht mehr: 449.466 Eheschließungen, gegenüber 416.324 im Jahr 2019. Ein größerer Jahrgang liefert bei gleichem Risiko schlicht mehr Scheidungen.
Deshalb die rechte Spalte der Tabelle. Teilt man die Scheidungen durch die Zahl der Ehen, die im jeweiligen Jahr geschlossen wurden, liegen sechs, sieben und acht Jahre praktisch gleichauf, bei jeweils gut 17 Scheidungen je 1.000 Ehen. Ein Sieben-Jahres-Effekt ist darin nicht zu erkennen. Auch der andere Sieben-Jahres-Gipfel der Reihe, 1997, stammte aus einem besonders großen Hochzeitsjahrgang: 1990 gab es gut 516.000 Eheschließungen, 1991 nur gut 454.000.
Der Denkfehler: das Trennungsjahr
Die Statistik erfasst den Tag, an dem die Scheidung rechtskräftig wird. Mit dem Moment, in dem eine Ehe tatsächlich zerbricht, hat dieses Datum wenig zu tun.
In Deutschland scheidet das Familiengericht eine Ehe in aller Regel erst, wenn das Paar mindestens ein Jahr getrennt lebt, früher nur in Härtefällen. Nach drei Jahren Trennung gilt eine Ehe auch dann als gescheitert, wenn einer der beiden nicht geschieden werden will. 2025 wurden 81,0 Prozent der Ehen nach einjähriger Trennung geschieden, 18,0 Prozent nach dreijähriger und nicht einmal ein Prozent vor Ablauf des Trennungsjahres. Das Verfahren selbst dauerte 2025 am Familiengericht im Schnitt gut zehn Monate.
Für den Mythos heißt das: Wer 2025 im Jahr des siebten Hochzeitstags geschieden wurde, hatte sich in aller Regel spätestens im Jahr des sechsten getrennt, oft deutlich früher. Bei den Paaren der Vorjahre, bei denen die Sechs vorne lag, war es entsprechend spätestens das Jahr des fünften. Wenn die Daten überhaupt auf eine Phase deuten, in der viele Ehen zerbrechen, dann liegt sie vor dem siebten Jahr und nicht in ihm. Genau messen lässt sich das allerdings nicht, denn wann Paare sich trennen, erfasst die amtliche Scheidungsstatistik nicht. Das macht das sechste Jahr auch nicht gefährlich. Es zeigt nur, dass die Sieben als Stichtag nicht taugt.
Was die Zufriedenheitsforschung sagt
Scheidungszahlen messen Scheidungen, nicht das Befinden. Für das Befinden ist die umfangreichste Auswertung die Metaanalyse von Janina Bühler, Samantha Krauss und Ulrich Orth (2021, Psychological Bulletin) mit 165 Stichproben und mehr als 165.000 Menschen. Ergebnis: Die Beziehungszufriedenheit sinkt im Mittel über die ersten zehn Beziehungsjahre, erreicht nach etwa zehn Jahren ihren Tiefpunkt und steigt danach bis etwa zum 20. Jahr wieder an. Einen Knick beim siebten Jahr beschreibt die Studie nicht. Gezählt wird dort außerdem ab Beziehungsbeginn, nicht ab der Hochzeit, und Paare, die sich trennen, tauchen in späteren Messungen naturgemäß nicht mehr auf.
Das Urteil
Bestätigen lässt sich das verflixte siebte Jahr nicht. Sauber widerlegen lässt es sich auch nicht, denn Krisen, Affären und Trennungen stehen in keiner amtlichen Statistik. Was die Daten hergeben: Ein verflixtes siebtes Jahr als Klippe gibt es in den Scheidungszahlen nicht. Scheidungen verteilen sich über viele Jahre, der Gipfel liegt seit Jahrzehnten meist bei sechs Jahren Ehedauer, die dazugehörigen Trennungen noch früher, und die Zufriedenheit erreicht ihren Tiefpunkt im Mittel erst später. Die Sieben ist ein Theatertitel mit sehr gutem Marketing.
Zucker im Alltag: kleine Rituale statt großer Gesten
Wenn ein Befund der Paarforschung zur Zuckerhochzeit passt, dann dieser. Der US-Psychologe John Gottman beobachtete frisch verheiratete Paare und achtete darauf, wie sie auf kleine Kontaktangebote reagierten: ein beiläufiges „Guck mal“, ein Seufzer nach der Arbeit, eine Frage im Vorbeigehen. Sechs Jahre später fasste er nach. Nach Angaben des Gottman Institute waren die Paare, die dann noch verheiratet waren, auf 86 Prozent dieser Angebote eingegangen. Bei den inzwischen geschiedenen waren es im Schnitt 33 Prozent.
Die Einschränkungen gehören dazu: Die Zahlen stammen vom Institut des Forschers selbst, die Paare waren Amerikaner, und ein Zusammenhang beweist noch keine Ursache. Die Richtung ist trotzdem plausibel, schon aus einem schlichten Grund: Kleine Momente kommen hundertfach vor, ein Hochzeitstag einmal im Jahr.
Praktisch heißt das: Die Zuckerhochzeit ist ein guter Tag, um etwas Kleines einzuführen, das bleibt. Vier Beispiele, die auch mit Job und Kindern funktionieren:
- Hinwenden statt überhören. Wenn der andere etwas zeigt oder erzählt, kurz reagieren, auch wenn gerade anderes wichtiger scheint. Das kostet Sekunden.
- Ein fester Check-in pro Woche. Eine Viertelstunde, in der Termine, Einkauf und Handwerker ausdrücklich nicht vorkommen.
- Danke für das Selbstverständliche. Nicht für das Besondere, sondern für das, was jeden Tag passiert. Konkrete Formulierungen dafür stehen im Artikel darüber, wie ihr Wertschätzung im Alltag zeigt.
- Kleine Reparaturen nach Streit. Ein kurzes „Das war vorhin unfair von mir“ am selben Abend fällt leichter als eine große Aussprache Tage später. Wie sich wiederkehrende Konflikte entschärfen lassen, beschreibt der Beitrag zum Thema Streitkultur entwickeln.
Weitere feste Abläufe, die ohne großen Planungsaufwand auskommen, sammelt der Guide zu Ritualen im Beziehungsalltag. Und wer merkt, dass sich nach sechs Jahren Routine über alles gelegt hat, findet Ansätze im Artikel, wie ihr eine Langzeitbeziehung frisch haltet.
Was macht man zur Zuckerhochzeit?
Einen belegten, überlieferten Brauch haben wir für die Zuckerhochzeit nicht gefunden. Was im Netz als Tradition verkauft wird, gravierte Zuckerwürfel, Pralinen in Herzform, Deko mit einer großen 6, folgt eher der Logik des Geschenkhandels. Das ist nicht verboten, nur beliebig. Der 6. Hochzeitstag gehört außerdem nicht zu den Jubiläen, die groß gefeiert werden. Niemand erwartet ein Fest, und genau das ist der Vorteil: Ihr könnt den Tag so klein halten, wie euer Alltag es gerade zulässt.
Ideen, die zum Namen passen, ohne im Kitsch zu landen:
- Das Dessert von damals. Den Hochzeitskuchen nachbacken oder das Dessert bestellen, das es beim ersten Date gab. Süß mit Geschichte schlägt süß von der Stange.
- Die Zuckerdose. Eine alte Zuckerdose oder ein Glas, in das ihr beide Zettel legt: Dinge, die ihr am anderen schätzt, klein und konkret. Jede Woche wird einer gezogen. Das ist kein Brauch, sondern ein Vorschlag, und er verlängert den Hochzeitstag auf ein ganzes Jahr.
- Etwas Süßes zusammen machen. Ein Backkurs, Pralinen selbst gießen, ein Nachmittag in der Küche. Besser, wenn beide Anfänger sind, als wenn einer dem anderen etwas beibringt.
- Der Abend ohne Programm. Zu zweit essen, das Handy bleibt in der Tasche. Wer Kinder hat, klärt die Betreuung früh genug, damit der Abend nicht an der Logistik scheitert.
- Ein Nachmittag als Familie. Mit Kindern kann der Tag auch ein kleines Familienfest sein: zusammen backen, die Hochzeitsfotos herausholen. Ein Stück Zeit nur für euch zwei sollte trotzdem übrig bleiben.
Als Geschenk zum 6. Hochzeitstag unter euch beiden ist das Ritual meistens mehr wert als der Gegenstand. Als Gast passt etwas Süßes nur mit persönlichem Bezug, etwa Kekse aus der Bäckerei, in der das Paar jeden Sonntag Brötchen holt, oder Pralinen aus der Stadt, in der die beiden geheiratet haben. Weitere Vorschläge, auch für andere Jahre, sammelt die Übersicht mit Ideen für den Hochzeitstag.
Was sagt man, wenn man 6 Jahre verheiratet ist?
Kurz und konkret wirkt besser als jeder Reim. Die Faustregel für Karten: Ein Satz, der nur auf dieses Paar passt, schlägt drei, die auf jedes passen.
Sprüche zur Zuckerhochzeit, die ohne Kitsch auskommen:
- „Sechs Jahre, und ihr seid immer noch süß zueinander. Das ist die eigentliche Leistung.“
- „Zur Zuckerhochzeit: auf die kleinen Dinge, die ihr euch jeden Tag schenkt.“
- „Sechs Jahre verheiratet, und keiner von euch hält den anderen für selbstverständlich. Herzlichen Glückwunsch.“
- „Auf sechs Jahre, in denen ihr euch den Alltag gegenseitig leichter gemacht habt.“
- „Zucker war früher Luxus. Bei euch ist er Alltag geworden, und das ist das schönere Kompliment.“
Einen Satz solltet ihr euch sparen: „Jetzt kommt das verflixte siebte Jahr.“ Er ist der naheliegendste Witz zu diesem Anlass, und nach einem Blick in die Statistik taugt er nicht einmal als Warnung.
Untereinander funktioniert ein anderes Format besser: drei Sätze statt einer Karte. Einer über etwas Konkretes aus dem letzten Jahr, das der andere gut gemacht hat. Einer über eine kleine Gewohnheit des anderen, die euren Alltag besser macht. Und einer über ein Ritual, das ihr behalten wollt. Das dauert zehn Minuten und passt auf kein anderes Paar.
Das Wichtigste in Kürze
- Der 6. Hochzeitstag heißt Zuckerhochzeit, auch Zinnenhochzeit oder Zinnerne Hochzeit. Einen verbindlichen Standard gibt es nicht.
- Zinn gehört in deutschen Listen zum sechsten Jahr, nicht zum zehnten. Die Zehn stammt aus der englischen Liste (tin).
- Der Name Zucker passt zu einer Ehe, in der Kostbares selbstverständlich geworden ist: Zucker war lange Luxus und wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts Massenware.
- Das verflixte siebte Jahr stammt aus dem Theater: Axelrods „The Seven Year Itch“ von 1952, 1955 mit Marilyn Monroe verfilmt.
- Die Scheidungsstatistik zeigt keine Klippe bei sieben. 2025 fielen zwar, nach einzelnen Ehejahren gezählt, die meisten Scheidungen ins Jahr des siebten Hochzeitstags, das waren aber 6,0 Prozent aller Fälle, und je 1.000 geschlossene Ehen lagen sechs, sieben und acht Jahre gleichauf. Von 1982 bis 2024 lag der Gipfel fast immer früher.
- Paare trennen sich früher, als die Statistik zeigt: Vor fast jeder Scheidung liegt mindestens ein Trennungsjahr.
- Für den Tag selbst passt ein kleines Ritual, das bleibt, besser als ein Gegenstand.




