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8. Hochzeitstag: Blechhochzeit, Bedeutung und Wünsche

Der 8. Hochzeitstag heißt Blechhochzeit. Was der Name bedeutet, was man wünscht und wie ihr mitten in der Rushhour des Lebens noch Zeit als Paar findet.

Laura Weber
Laura Weber
· 16 Min. Lesezeit

Acht Jahre verheiratet: kein rundes Jubiläum, aber auch keins, das man einfach übergeht. Bei vielen Paaren fällt der Tag in eine Woche, die ohnehin zu voll ist: Elternabend am Dienstag, Projektfrist am Freitag, dazu ein Kind mit Fieber.

Der Name für dieses Jahr passt dazu besser, als man denkt. Der 8. Hochzeitstag heißt Blechhochzeit. Blech ist kein Edelmetall, sondern Gebrauchsmaterial: robust, alltagstauglich, belastbar. Es bekommt Dellen. Und es rostet, wenn man es lange genug sich selbst überlässt.

Dieser Text klärt zuerst, wie der Tag heißt und was acht Jahre Ehe bedeuten. Danach geht es um das, was diese Jahre bei vielen Paaren prägt: die Rushhour des Lebens, die ungleich verteilte Sorgearbeit und die Frage, wie man Zeit zu zweit organisiert, wenn eigentlich keine da ist. Am Ende folgen Wünsche, Glückwünsche und Geschenkideen.

Blechhochzeit: So heißt der 8. Hochzeitstag

Der 8. Hochzeitstag heißt Blechhochzeit. Ebenso gebräuchlich ist die Form Blecherne Hochzeit, auf einer Glückwunschkarte ist keine der beiden falsch. Daneben kursieren zwei weitere Namen für dieses Jahr: Bronzehochzeit und Salzhochzeit.

Wichtig ist eine Einordnung, die in vielen Listen fehlt: Für die Hochzeitstage gibt es keinen verbindlichen Standard. Die Namen sind regional gewachsen, und verschiedene Listen widersprechen sich. Rund um das achte Jahr sieht die gängige Reihe so aus:

EhejahreNameAuch bekannt als
5Hölzerne HochzeitHolzhochzeit
6ZuckerhochzeitZinnenhochzeit
7Kupferne HochzeitWollene Hochzeit
8BlechhochzeitBlecherne Hochzeit, Bronzehochzeit, Salzhochzeit
9KeramikhochzeitGläserne Hochzeit, Porzellanhochzeit
10Rosenhochzeitregional auch Hölzerne Hochzeit

Und nach neun Jahren? Der 9. Hochzeitstag heißt Keramikhochzeit, auch Gläserne oder Porzellanhochzeit. Der letzte Name ist leicht zu verwechseln, weil er auch für den 20. Hochzeitstag verwendet wird. Eigene Beiträge gibt es zur Hölzernen Hochzeit nach fünf Jahren und zur Rosenhochzeit nach zehn. Die ganze Reihe von der Papier- bis zur Kronjuwelenhochzeit steht in der Übersicht aller Hochzeitstage und ihrer Bedeutung.

Warum ausgerechnet Blech?

Eine gesicherte Herleitung gibt es, wie bei den meisten Hochzeitstagsnamen, nicht. Die naheliegende Deutung ist trotzdem treffend. Blech ist flach gewalztes Metall, meist Stahl oder Aluminium, und daraus entstehen Dinge, die täglich benutzt werden: Backbleche, Gießkannen, Briefkästen, Autotüren. Drei Eigenschaften passen auffallend gut zu acht Jahren Ehe:

  • Blech bekommt Dellen. Das ist der Preis dafür, dass etwas benutzt wird. Eine Delle lässt sich oft ausbeulen, solange der Lack darüber heil ist.
  • Rost beginnt an verletzten Stellen, oft unsichtbar unter dem Lack. Bemerkt wird er meist erst, wenn er sich schon ausgebreitet hat.
  • Salz beschleunigt das, wie jeder weiß, der ein älteres Auto durch einen Streusalzwinter gefahren hat. Dass Salzhochzeit ein anderer Name dieses Jahres ist, dürfte Zufall sein, taugt aber als Bild.

Und Bronze? Klassische Bronze ist eine Legierung aus Kupfer und Zinn und deutlich härter als reines Kupfer. In der gängigen deutschen Reihe taucht Zinn beim sechsten Jahr auf, als Zinnenhochzeit, und Kupfer beim siebten. Ob dahinter Absicht steckt, ist offen, aber das Bild passt: Aus zwei weicheren Metallen wird ein härteres. Auch in englischsprachigen Jubiläumslisten steht Bronze beim achten Jahr.

Was bedeutet es, wenn man 8 Jahre verheiratet ist?

Zuerst die Statistik. Das Statistische Bundesamt zählte für 2025 rund 130.100 Ehescheidungen. Die geschiedenen Paare waren im Durchschnitt 14 Jahre und 7 Monate verheiratet. Das achte Jahr ist also keine späte Station. Was es mit dem „verflixten siebten Jahr“ auf sich hat, steht im Beitrag zur Zuckerhochzeit.

Die interessantere Antwort betrifft die Lebensphase. Frauen heiraten in Deutschland zum ersten Mal im Schnitt mit 32,9 Jahren, Männer mit 35,3 Jahren (2024, Destatis). Mütter sind bei der Geburt ihres ersten Kindes durchschnittlich 30,4 Jahre alt (2024, Destatis). Hochzeit und Familiengründung fallen also im Schnitt in dieselben wenigen Jahre. Zur Blechhochzeit leben entsprechend häufig Kinder im Haus, oft im Kita- oder Grundschulalter, während beruflich häufig die Jahre laufen, in denen sich Laufbahnen entscheiden.

Familienforscher nennen diese Phase die Rushhour des Lebens. Bekannt gemacht hat den Begriff der Siebte Familienbericht der Bundesregierung von 2006. Gemeint sind wenige Jahre, in denen Karriereaufbau, gemeinsamer Haushalt, Heirat und Kinder zusammenfallen. Martin Bujard und Ralina Panova verorten den dichtesten Abschnitt in einem Beitrag für die Bundeszentrale für politische Bildung zwischen 27 und 35 Jahren, die ganze Phase grob zwischen 25 und 40.

Wer im heutigen Durchschnittsalter heiratet, feiert die Blechhochzeit mit Anfang 40, also am Ende dieser Spanne oder knapp danach. Für die Belastung spielt allerdings das Alter des jüngsten Kindes eine große Rolle, wie die Zahlen im nächsten Abschnitt zeigen. Und viele Paare kennen ihre Ehe gar nicht ohne diesen Druck: Wer mit Anfang 30 geheiratet und bald darauf Kinder bekommen hat, hat alle acht Ehejahre in der Rushhour verbracht. Wenn sich die Ehe gerade vor allem nach Organisation anfühlt, ist das kein Befund über eure Liebe. Es ist ein Befund über euren Kalender.

Die Rushhour in Zahlen: Wer die Sorgearbeit trägt

Wie sich diese Jahre verteilen, misst die Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamts. Für die jüngste Runde 2022 führten rund 10.000 Haushalte an drei vorgegebenen Tagen ein Zeit-Tagebuch.

Die zentrale Kennzahl ist der Gender Care Gap. Er gibt an, wie viel Prozent mehr Zeit Frauen im Vergleich zu Männern für unbezahlte Arbeit aufwenden, also für Haushalt, Kinderbetreuung, Pflege, Ehrenamt und Hilfe für andere Haushalte. Entwickelt wurde er für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung von 2017. Mit Daten aus 2012/2013 lag er damals bei 52,4 Prozent, am höchsten im Alter von 34 Jahren mit 110,6 Prozent: Frauen leisteten in diesem Alter im Schnitt täglich 5 Stunden und 18 Minuten unbezahlte Sorgearbeit, Männer 2 Stunden und 31 Minuten. Das Gutachten zum Bericht nennt diese Phase ausdrücklich die „Rush Hour des Lebens“.

Seitdem ist die Lücke kleiner geworden. Für 2022 beträgt sie 43,4 Prozent: Frauen ab 18 Jahren leisten pro Woche knapp 29,5 Stunden unbezahlte Arbeit, Männer knapp 20,5 Stunden. Das sind knapp neun Stunden Unterschied pro Woche. Ältere Meldungen nennen 43,8 oder 44,3 Prozent. Destatis hat die Werte zweimal angepasst, zuletzt im Juni 2025 auf Grundlage des Zensus 2022.

Für Eltern ist ein zweiter Befund aufschlussreicher. Mütter und Väter arbeiten, bezahlt und unbezahlt zusammengerechnet, fast gleich viel: jeweils knapp 57,5 Stunden pro Woche, knapp 10,5 Stunden mehr als 18- bis 64-Jährige ohne Kinder im Haushalt. Verschieden ist die Zusammensetzung. Bei Vätern besteht die Arbeit zu 58 Prozent aus Erwerbsarbeit, bei Müttern zu 67 Prozent aus unbezahlter Arbeit.

Deshalb können beim Klassiker „Ich arbeite doch auch den ganzen Tag“ beide Seiten recht haben. Die Frage ist meist nicht, wer mehr arbeitet, sondern wer welche Arbeit macht und ob beide das so wollen. Dazu passt: Jede vierte erwerbstätige Mutter (24 Prozent) findet die Zeit für ihren Job zu knapp. Jeder vierte erwerbstätige Vater (25 Prozent) findet, dass er zu viel Zeit mit Erwerbsarbeit verbringt. Ob das dieselben Paare sind, zeigen die Daten nicht. Die gelebte Aufteilung ist aber nicht bei allen die gewünschte.

BefundWert
Gender Care Gap 2022, Erwachsene ab 1843,4 %
Arbeit insgesamt pro Woche, Mütter und Väterje knapp 57,5 Std.
Unbezahlte Arbeit von Eltern pro Woche, jüngstes Kind unter 6knapp 39,5 Std.
Unbezahlte Arbeit von Eltern pro Woche, jüngstes Kind ab 6gut 26 Std.
Kinderbetreuung als Hauptbeschäftigung, jüngstes Kind unter 6Mütter fast 4 Std. am Tag, Väter gut 2 Std.
Mütter und Väter in Paarhaushalten, die sich mehr Zeit von der Familie wünschen42 %

Quelle: Statistisches Bundesamt, Zeitverwendungserhebung 2022 (revidierte Werte, Stand Juni 2025).

Zwei Zeilen verdienen einen zweiten Blick. Erstens liegt die unbezahlte Arbeit deutlich niedriger, sobald das jüngste Kind sechs oder älter ist: gut 26 statt knapp 39,5 Stunden pro Woche. Das ist ein Vergleich verschiedener Familien, keine Verlaufsmessung, spricht aber dafür, dass es mit dem Schulalter spürbar leichter wird. Zweitens wünschen sich 42 Prozent der Mütter und Väter in Paarhaushalten, dass ihre Familie mehr Zeit für sie hat, obwohl sie täglich mit ihr unter einem Dach leben. Zeit miteinander ist offenbar nicht dasselbe wie Zeit füreinander.

Was diese Zahlen nicht sagen

  • Es sind Durchschnittswerte. Bei euch kann die Aufteilung ganz anders aussehen, in beide Richtungen.
  • Gemessen wird Zeit, nicht Belastung. Und das Daran-Denken nebenbei, auf dem Arbeitsweg oder nachts um drei, erfassen Zeittagebücher kaum.
  • Die Statistik unterscheidet nach Frauen und Männern. In gleichgeschlechtlichen Ehen stellt sich die Frage, wer was trägt, genauso, nur nicht entlang dieser Linie.

Mental Load: Wer denkt, wer erinnert, wer hakt nach?

Mental Load meint die Denk- und Organisationsarbeit hinter dem Familienalltag: daran denken, dass die Winterschuhe zu klein sind, dass die Anmeldung für die weiterführende Schule ansteht, dass die Oma nächste Woche Geburtstag hat.

Präzise beschrieben hat diese Arbeit die Soziologin Allison Daminger. Für ihre 2019 in der American Sociological Review erschienene Studie führte sie 70 ausführliche Interviews mit beiden Partnern aus 35 Paaren. Ihr Ergebnis: Die kognitive Arbeit im Haushalt besteht aus vier Schritten: Bedarf vorhersehen, Möglichkeiten finden, entscheiden und nachhalten, also den Fortschritt im Blick behalten. Diese Arbeit ist anstrengend, oft für beide Seiten unsichtbar und deshalb eine häufige Konfliktquelle. In den untersuchten Paaren übernahmen Frauen insgesamt mehr davon, vor allem das Vorhersehen und das Nachhalten. An den Entscheidungen waren Frauen und Männer dagegen ungefähr gleich beteiligt. Repräsentativ ist eine Interviewstudie dieser Größe nicht, aber sie beschreibt genau, woraus diese Arbeit besteht.

Daraus lässt sich ein Missverständnis erklären, das viele Paare kennen dürften: Wer beim Entscheiden dabei ist, erlebt die Arbeit als geteilt, weil sie an dieser sichtbaren Stelle tatsächlich geteilt ist. Am Beispiel eines Kindergeburtstags:

SchrittWas dazugehörtFür den anderen sichtbar?
Vorhersehen„In vier Wochen hat Mia Geburtstag, die Einladungen müssen bald raus.“kaum
Möglichkeiten findenZu Hause, Indoor-Spielplatz oder Schwimmbad? Wer hat an welchem Samstag Zeit?teilweise
Entscheiden„Wir feiern zu Hause, mit sechs Kindern.“ja
NachhaltenWer hat zugesagt? Hat ein Kind eine Allergie? Ist die Torte bestellt?kaum

Praktisch folgt daraus:

  • Ganze Ketten übergeben, nicht einzelne Schritte. Wer den Kindergeburtstag übernimmt, übernimmt alle vier Schritte. Wer nur die Torte abholt, hat geholfen, aber nichts übernommen. Wie sich Zuständigkeiten dauerhaft aufteilen lassen, beschreibt der Beitrag über Mental Load in der Beziehung.
  • „Sag einfach Bescheid“ verfehlt den Kern. Das Angebot ist gut gemeint, lässt aber genau den Schritt beim anderen, der am meisten Kopf kostet: das Vorhersehen.
  • Nachhalten gehört zur Aufgabe. Ist es Teil der übergebenen Kette, muss niemand den anderen kontrollieren.

Paarzeit organisieren, wenn es keine gibt

Der Rat, sich „mehr Zeit füreinander zu nehmen“, scheitert in dieser Phase meist nicht am Willen, sondern an der Logistik. Deshalb hilft es, Paarzeit wie jede andere Terminfrage der Familie zu behandeln.

  • Betreuung zuerst, Programm danach. Der Engpass ist fast nie die Idee, sondern die Betreuung. Bucht sie als Serie statt als Einzeltermin, etwa jeden zweiten Donnerstag mit derselben Babysitterin. Was ihr an dem Abend macht, entscheidet ihr am Nachmittag. Ein Termin, der schon steht, muss nicht jedes Mal neu erkämpft werden.
  • Betreuung tauschen. Zwei befreundete Familien wechseln sich ab: Einen Abend im Monat nehmt ihr deren Kinder, einen Abend nehmen sie eure. Das kostet nichts außer einem lauten Pizzaabend.
  • Der Urlaubstag unter der Woche. Nehmt beide frei, während die Kinder in Kita und Schule sind. Kein Babysitter, mehrere Stunden am Stück. Die Abholzeit setzt das Ende, bis dahin gehört der Tag euch.
  • Orga-Runde und Paarzeit trennen. Legt einen festen Termin für die Familienlogistik fest, zum Beispiel sonntags zwanzig Minuten mit dem gemeinsamen Kalender. Dafür hat Logistik in der Paarzeit Pause. Ohne diese Trennung frisst die Frage „Wer holt Mittwoch ab?“ jede freie Viertelstunde.
  • Die tägliche Viertelstunde. Fünfzehn Minuten, nachdem die Kinder schlafen und bevor Handy oder Laptop aufgehen. Nur reden, und zwar nicht über Termine. Wie solche kleinen Fixpunkte funktionieren, steht im Guide zu Ritualen im Beziehungsalltag.
  • Schlaf ist Paarzeit. Abwechselnd ausschlafen am Wochenende ist unromantisch und bringt oft mehr als ein Essen, zu dem beide erschöpft erscheinen. Wie Müdigkeit auch die körperliche Nähe verändert, beschreibt der Beitrag über Intimität nach Kindern.
  • Den Hochzeitstag als Planungstag nutzen. Tragt am achten Hochzeitstag zwölf Paarabende für das kommende Jahr ein, einen pro Monat, samt Betreuung. Das ist der unromantischste Vorschlag in diesem Text und vielleicht der nützlichste.

Paarzeit muss nicht glänzen, auch ein Spaziergang um den Block zählt. Weitere Ansätze sammelt der Beitrag Langzeitbeziehung frisch halten.

Dellen ausbeulen, bevor sie rosten

Viele Konflikte dieser Jahre drehen sich nicht um große Fragen, sondern um Fairness: wer schon wieder die Kita-Mail beantwortet hat, wer nachts aufgestanden ist. Eine einzelne unfaire Woche ist eine Delle. Zum Problem wird sie, wenn sich darunter Groll festsetzt, der nie angesprochen wird. Dann entsteht Rost, und der breitet sich aus, lange bevor man ihn sieht.

  • Früh ansprechen, nicht sammeln. Ein Satz am selben Abend ist leichter als eine Liste nach drei Monaten.
  • Das Muster benennen, nicht den Einzelfall. „Mir fällt auf, dass ich seit Wochen alle Arzttermine mache“ führt weiter als „Du hast schon wieder vergessen …“. Wie solche Gespräche fair bleiben, steht im Beitrag über eine gesunde Streitkultur.
  • Unsichtbares ausdrücklich würdigen. Die Arbeit des Nachhaltens fällt nur auf, wenn sie ausbleibt. „Danke, dass du an die Impfung gedacht hast“ trifft genauer als ein allgemeines Danke. Mehr dazu im Beitrag über Wertschätzung im Alltag.

Wenn ihr seit Monaten nur noch über Organisatorisches sprecht und das keinen von euch mehr stört, ist das mehr als eine Delle. Eine Paarberatung ist dann keine Kapitulation, sondern Wartung.

Was wünscht man zum 8. Hochzeitstag?

Man wünscht, was in dieser Phase am knappsten ist: Zeit füreinander, Schlaf, Humor und die Geduld, Dellen gemeinsam auszubeulen. Niemand erwartet ein Gedicht, ein ehrlicher Satz trägt weiter als ein gereimter. Sprüche zum Übernehmen oder Anpassen:

Kurz, für Karte oder Nachricht

  • „Acht Jahre, ein paar Dellen, kein Rost. Alles Gute zur Blechhochzeit!“
  • „Blech hält mehr aus, als man ihm ansieht. Ihr offenbar auch. Alles Liebe zur Blechernen Hochzeit!“

Für Eltern mitten im Trubel

  • „Zum 8. Hochzeitstag wünschen wir euch einen Abend, an dem niemand ‚Mama‘ oder ‚Papa‘ ruft. Die Kinder übernehmen wir.“
  • „Acht Jahre zwischen Brotdosen, Elternabenden und Wäschebergen, und ihr lacht immer noch miteinander. Das ist die eigentliche Leistung.“

Mit Augenzwinkern

  • „Blechhochzeit heißt: Heute wird geblecht. Das Abendessen geht auf uns.“
  • „Acht Jahre, und ihr redet immer noch miteinander. Und zwar selten Blech.“

Für den eigenen Partner oder die eigene Partnerin

  • „Acht Jahre. Du bist immer noch der Mensch, mit dem ich am liebsten die Woche plane und noch lieber schwänze.“
  • „Danke für alles, was du mitdenkst, auch für das, was ich gar nicht mitbekomme.“

Wie gratuliert man zur Blechernen Hochzeit?

Mit wenig Aufwand und viel Bezug. Die Blecherne Hochzeit wird selten groß gefeiert, eine Nachricht am Tag selbst oder eine Karte ist völlig angemessen. Drei Dinge machen den Glückwunsch besser:

  1. Den Namen nennen. Nicht jedes Paar weiß, wie sein achtes Ehejahr heißt. „Wusstet ihr, dass heute eure Blechhochzeit ist?“ ist schon ein halbes Geschenk.
  2. Konkret werden. Eine Erinnerung an die Hochzeit oder ein Satz darüber, was du an den beiden schätzt, schlägt jede Standardformel.
  3. Etwas Praktisches anbieten. Für Eltern kleiner Kinder ist das beste Geschenk von außen Zeit, zum Beispiel als Gutschein: „Wir nehmen die Kinder, ihr bestimmt den Abend.“

Was du besser lässt: Scheidungswitze, Fragen nach weiteren Kindern und Kommentare dazu, wer im Haushalt was macht. Gerade in dieser Lebensphase ist das oft ein wunder Punkt.

Zwei Vorlagen je nach Absender:

  • Von Eltern oder Schwiegereltern: „Liebe Anna, lieber Tom, vor acht Jahren haben wir mit euch gefeiert. Wir sehen, wie viel ihr gerade stemmt, und sind stolz auf euch. Zur Blechhochzeit schenken wir euch einen freien Samstag, wir holen die Kinder um zehn ab.“
  • Von Freunden: „Acht Jahre verheiratet und immer noch unsere liebsten Gastgeber. Alles Gute zur Blechernen Hochzeit! Das nächste Essen kochen wir.“

Geschenke zur Blechhochzeit

Beim Geschenk zum 8. Hochzeitstag ist der Materialname ein Stichwort, kein Auftrag. Ein graviertes Blechschild allein wirkt schnell wie eine Pflichtübung. Besser funktioniert, was das Blech mit dem verbindet, was in diesem Jahr knapp ist.

IdeeBezugPasst, wenn …
Blechdose mit zwölf Gutscheinen für Paarabende, Betreuung inklusiveBlechihr kaum Zeit zu zweit habt
Zwei Emaillebecher mit dem HochzeitsdatumEmaille auf Stahlblechihr gern draußen unterwegs seid
Verzinkte Gießkanne mit einem Obstbäumchenverzinktes Blechihr Balkon oder Garten habt
Frisches Brot und gutes SalzSalzhochzeitihr alte Bräuche mögt
Kleiner Gegenstand aus BronzeBronzehochzeites etwas Bleibendes sein soll
Je ein freier Vormittag zum AusschlafenRushhourihr beide seit Monaten müde seid

Brot und Salz sind ein alter Einzugsbrauch: Dem Haushalt soll das Nötigste nie ausgehen. Wenn du dich für nur eine Zeile entscheidest, nimm die erste. Ein vorab organisierter Abend schenkt Zeit und nimmt dem Paar genau die Planungsarbeit ab, um die es weiter oben ging.

Den 8. Hochzeitstag feiern

Der achte Hochzeitstag gehört nicht zu den Jubiläen, die traditionell groß gefeiert werden. Der Druck ist also gering, und das kommt Paaren in dieser Phase entgegen. Drei Formate passen gut:

  • Der Tag zu zweit unter der Woche, während Kita und Schule die Betreuung übernehmen.
  • Mit den Kindern feiern. Hochzeitsfotos zusammen ansehen, das Essen der Hochzeitsfeier nachkochen. Kinder sehen ihre Eltern dort als Paar statt als Eltern.
  • Der kurze Abend danach. Kinder ins Bett, ein Essen, das niemand kochen muss, Handys in einen anderen Raum. Eine Stunde reicht.

Weitere Ideen von günstig bis aufwendig stehen in der Sammlung Hochzeitstag feiern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der 8. Hochzeitstag heißt Blechhochzeit oder Blecherne Hochzeit, auch Bronze- oder Salzhochzeit. Einen verbindlichen Standard gibt es nicht.
  • Nach neun Jahren folgt die Keramikhochzeit, auch Gläserne oder Porzellanhochzeit genannt, nach zehn die Rosenhochzeit.
  • Acht Jahre sind keine späte Station. Die 2025 geschiedenen Paare waren im Schnitt 14 Jahre und 7 Monate verheiratet.
  • Viele Paare feiern die Blechhochzeit mitten in der Rushhour des Lebens. Der Gender Care Gap lag 2022 bei 43,4 Prozent. Mütter und Väter arbeiten insgesamt fast gleich viel, aber verschieden verteilt.
  • Mental Load hat vier Schritte: vorhersehen, Möglichkeiten finden, entscheiden, nachhalten. Übergebt ganze Ketten statt einzelner Aufgaben.
  • Paarzeit ist ein Logistikproblem. Betreuung als Serie buchen, Orga-Runde und Paarzeit trennen, den Urlaubstag unter der Woche nutzen.
  • Beim Gratulieren zählt das Konkrete. Das beste Geschenk von außen ist Zeit.

Häufig gestellte Fragen

Wie heißt der 8. Hochzeitstag?

Der 8. Hochzeitstag heißt Blechhochzeit, gleichbedeutend ist die Form Blecherne Hochzeit. Daneben sind die Namen Bronzehochzeit und Salzhochzeit in Gebrauch. Einen verbindlichen Standard für die Namen der Hochzeitstage gibt es in Deutschland nicht. Die Listen sind regional gewachsen und widersprechen sich teilweise, deshalb ist im Zweifel die Variante richtig, die in eurer Familie üblich ist.

Was schenkt man zur Blechhochzeit?

Am besten etwas, das den Materialnamen mit dem verbindet, was in dieser Lebensphase knapp ist. Passend sind etwa eine Blechdose mit Gutscheinen für Paarabende, bei denen die Betreuung schon geregelt ist, zwei Emaillebecher mit dem Hochzeitsdatum oder eine verzinkte Gießkanne mit einer Pflanze. Wer die anderen Namen des Jahres aufgreifen will, verschenkt Brot und gutes Salz oder einen kleinen Gegenstand aus Bronze. Für Paare mit kleinen Kindern ist organisierte Zeit oft wertvoller als jeder Gegenstand.

Wird der 8. Hochzeitstag groß gefeiert?

In der Regel nicht. Der achte Hochzeitstag gehört nicht zu den Jubiläen mit ausgeprägter Feierkultur. Üblich sind ein Abend zu zweit, ein Essen im engsten Kreis oder ein kleines Ritual mit den Kindern. Von Familie und Freunden ist eine Nachricht oder eine Karte angemessen, eine Einladung wird meist nicht erwartet. Die erste große Feier ist in vielen Familien die Silberhochzeit nach 25 Jahren.

Warum fühlen sich die Jahre um den 8. Hochzeitstag oft so voll an?

Weil bei vielen Paaren Kinder, Beruf und Haushalt gleichzeitig viel Zeit fordern. Familienforscher nennen diese Phase die Rushhour des Lebens. Laut Zeitverwendungserhebung 2022 des Statistischen Bundesamts arbeiten Mütter und Väter bezahlt und unbezahlt zusammen jeweils knapp 57,5 Stunden pro Woche, knapp 10,5 Stunden mehr als 18- bis 64-Jährige ohne Kinder im Haushalt. Solange das jüngste Kind unter sechs Jahre alt ist, leisten Eltern im Schnitt knapp 39,5 Stunden unbezahlte Arbeit pro Woche, bei älteren Kindern gut 26 Stunden.

Wie finden Eltern kleiner Kinder Zeit als Paar?

Indem sie Paarzeit wie einen festen Termin behandeln. Praktikabel sind Betreuung als wiederkehrende Serie statt als Einzeltermin, ein Betreuungstausch mit befreundeten Familien, ein gemeinsamer Urlaubstag unter der Woche, während die Kinder in Kita oder Schule sind, und eine tägliche Viertelstunde ohne Gespräche über Organisatorisches. Hilfreich ist außerdem ein eigener fester Termin für die Familienlogistik, damit sie nicht jede freie Minute zu zweit füllt.

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