Die Eiserne Hochzeit ist der 65. Hochzeitstag. Wer ihn 2026 feiert, hat 1961 geheiratet. Wer damals mit 22 auf dem Standesamt stand, ist heute 87, und zu diesem Jubiläum gehören zwei Menschen, die beide so alt geworden sind.
Zwei Dinge unterscheiden die Eiserne Hochzeit von allen Jubiläen davor. Zum ersten Mal gratuliert der Bundespräsident. Und die Paare, die sie feiern, haben in eine Ehe geheiratet, deren Regeln mit dem heutigen Eherecht wenig zu tun haben.
Dieser Text erklärt beides: wie der Glückwunsch des Bundespräsidenten tatsächlich zustande kommt und was 1961 im Eherecht stand. Dazu kommen die Frage nach dem Namen, Hinweise zur Feier und Beispiele für Glückwünsche.
Wie viele Jahre ist die Eiserne Hochzeit?
Die Eiserne Hochzeit markiert 65 Jahre Ehe. Der Duden führt den Begriff ausdrücklich als „65. Jahrestag der Hochzeit“ und erlaubt beide Schreibweisen: Eiserne Hochzeit und eiserne Hochzeit. Auf einer Karte oder in einer Anzeige ist also keine von beiden falsch.
Gezählt wird ab der standesamtlichen Trauung. Bei Paaren aus dem Jahr 1961 war die Reihenfolge ohnehin vorgegeben: In der Bundesrepublik durfte eine kirchliche Trauung bis Ende 2008 nicht vor der standesamtlichen stattfinden, und auch in der DDR war rechtlich allein die Eheschließung vor dem Standesamt gültig. Lagen beide Termine an verschiedenen Tagen, gilt für amtliche Glückwünsche in der Regel das Datum vom Standesamt; die Hessische Staatskanzlei nennt es ausdrücklich als maßgeblich. Feiern könnt ihr trotzdem an dem Tag, den das Paar selbst als seinen Hochzeitstag betrachtet.
In der Reihe der Ehejubiläen steht die Eiserne Hochzeit an dieser Stelle:
| Jahre | Name |
|---|---|
| 50 | Goldene Hochzeit |
| 55 | Platinhochzeit |
| 60 | Diamantene Hochzeit |
| 65 | Eiserne Hochzeit |
| 67,5 | Steinerne Hochzeit |
| 70 | Gnadenhochzeit |
| 75 | Kronjuwelenhochzeit |
Einen verbindlichen Standard für diese Namen gibt es nicht, für manche Jahre kursieren mehrere. Die vollständige Reihe vom ersten Jahr an steht in unserer Übersicht der Hochzeitstage und ihrer Namen.
Wie selten 65 Ehejahre sind, lässt sich nicht als Quote angeben, denn einen Anteil der Ehen, die dieses Jubiläum erreichen, weist die amtliche Statistik nicht aus. Klar ist nur, was zusammenkommen muss: früh geheiratet, beide sehr alt geworden, nie geschieden. Die Rechnung dahinter haben wir am Beispiel der Diamantenen Hochzeit aufgemacht, fünf Jahre später gilt sie verschärft. Was solche Ehen trägt, steht im Text über das Geheimnis langer Ehen.
Gratuliert der Bundespräsident zur Eisernen Hochzeit?
Ja. Die Eiserne Hochzeit ist das erste Ehejubiläum, zu dem der Bundespräsident gratuliert. Auf seiner Seite zu Jubiläen und Ehrenpatenschaften nennt das Bundespräsidialamt den 65., 70., 75. und 80. Hochzeitstag. Zur Goldenen und zur Diamantenen Hochzeit gibt es keinen Brief des Bundespräsidenten.
Beantragt wird der Glückwunsch allerdings nicht beim Bundespräsidenten, sondern über die Gemeinde.
So läuft das Verfahren
- Zuständig ist das Bundesverwaltungsamt. Es erstellt die Glückwunschschreiben im Auftrag des Bundespräsidenten.
- Die Gemeinde meldet das Jubiläum. Die zuständigen Städte und Gemeinden übermitteln die Daten per Post, Fax, E-Mail oder über ein Meldeportal der Verwaltung. Abgefragt werden laut Bundesverwaltungsamt Vorname, Name und Anschrift, bei Ehejubiläen außerdem das Hochzeitsdatum.
- Voraussetzung ist ein ständiger Wohnsitz in Deutschland. Für Paare, die im Ausland leben, ist dieser Weg nicht vorgesehen.
- Der Brief kommt per Post. Der Bundespräsident unterschreibt die Schreiben, das Bundesverwaltungsamt schickt sie direkt an die Jubilare. So beschreiben es das Bundesverwaltungsamt und das BayernPortal.
- Es gibt keinen Anspruch, aber eine Wahl. Einen Rechtsanspruch auf den Glückwunsch gibt es nicht. Umgekehrt hält das Bundesverwaltungsamt fest, dass letztlich die Jubilare selbst entscheiden, ob sie ein solches Schreiben erhalten möchten.
Nicht jede Gemeinde meldet von selbst
Ob eine Gemeinde die Eiserne Hochzeit von sich aus weitergibt oder erst auf Antrag, ist unterschiedlich geregelt. Zwei Beispiele:
- Essen ehrt Ehejubiläen nur auf Antrag, gestellt spätestens vier Wochen vorher unter Vorlage von Stammbuch oder Heiratsurkunde. Ab der Eisernen Hochzeit gehören dort die Schreiben von Ministerpräsident und Bundespräsident dazu.
- Gera in Thüringen erwartet einen Antrag etwa sechs Wochen vor dem Termin. Stellen können ihn die Jubilare selbst, aber auch Angehörige, Verwandte oder Freunde.
Dazu kommt das Melderegister. Eine dort eingetragene Übermittlungs- oder Auskunftssperre kann dazu führen, dass die Gemeinde das Jubiläum nicht weitergibt, und mehrere Kommunen nennen eine solche Sperre ausdrücklich als Hindernis. Wie diese Sperre funktioniert und was das Bundesmeldegesetz dazu sagt, steht im Artikel zur Goldenen Hochzeit.
Was ihr konkret tun solltet
- Zwei bis drei Monate vorher bei der Wohnsitzgemeinde anrufen, nicht bei der Gemeinde, in der geheiratet wurde. Zuständig sind je nach Ort Bürgeramt, Seniorenbüro, Hauptverwaltung oder Sozialamt.
- Drei Fragen stellen: Meldet ihr die Eiserne Hochzeit von selbst an das Bundesverwaltungsamt? Braucht es für die Glückwünsche von Land und Gemeinde einen Antrag? Bis wann?
- Stammbuch oder Heiratsurkunde bereitlegen. Einige Gemeinden verlangen sie als Nachweis.
- Nach einer Sperre fragen. Klärt mit dem Paar, ob es irgendwann eine Übermittlungssperre hat eintragen lassen. Ob sie bleibt, entscheiden die beiden.
- Das Paar fragen, wie viel Öffentlichkeit es will. Nicht jeder möchte Besuch vom Bürgermeister oder ein Foto in der Lokalzeitung.
Wie viele Paare das betrifft
Wie oft der Bundespräsident zu Ehejubiläen gratuliert, veröffentlicht das Bundespräsidialamt selbst. 2025 waren es 29.635 Glückwünsche, 2013 noch 10.826. Seitdem ist die Zahl jedes Jahr gestiegen.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Zahl fasst den 65., 70., 75. und 80. Hochzeitstag zusammen, eine Aufteilung nach Jubiläen gibt es auf der Seite nicht. Und sie zählt nur Paare, deren Jubiläum auch gemeldet wurde. Einen Anteil aller Ehen, die 65 Jahre halten, kann man daraus nicht berechnen.
Was die Länder zusätzlich tun
Neben dem Bund gratulieren die Länder, jedes nach eigenen Regeln. Für die Eiserne Hochzeit sieht das in sechs Ländern so aus:
| Land | Glückwunsch zur Eisernen Hochzeit | Antrag |
|---|---|---|
| Bayern | Schreiben des Ministerpräsidenten, ab dem 50. zu jedem halbrunden und runden Hochzeitstag | nicht nötig |
| Baden-Württemberg | Urkunde des Ministerpräsidenten zum 50., 60., 65., 70. und 75. | über das Bürgermeisteramt |
| Hessen | Urkunde des Ministerpräsidenten, am Jubiläumstag überreicht | bei der Wohnsitzgemeinde, empfohlen spätestens vier Wochen vorher |
| Nordrhein-Westfalen | Schreiben von Ministerpräsident und Bundespräsident ab dem 65. | nur auf Antrag |
| Thüringen | Glückwunsch des Ministerpräsidenten zum 60., 65., 70. und 75. | über die Gemeinde |
| Berlin | Regierender Bürgermeister ab dem 60. | Meldung an das Amt für Soziales |
In Hessen kommen zwei Bedingungen dazu: Die Jubilare müssen dort wohnen und dürfen laut Hessischer Staatskanzlei nicht dauernd getrennt leben. Die Einzelheiten zu Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Berlin stehen im oben verlinkten Artikel zur Goldenen Hochzeit. Für die übrigen Länder gilt: Die Wohnsitzgemeinde weiß, was vor Ort üblich ist.
Warum heißt es Eiserne Hochzeit?
Vorweg: Eine belegte Entstehungsgeschichte für diesen Namen gibt es nicht. Die Bezeichnungen der Hochzeitstage sind regional gewachsen, eine amtliche Liste existiert nicht, und bei den hohen Jubiläen widersprechen sich die Quellen besonders stark. Für welche anderen Jahre der Begriff „Eiserne Hochzeit“ ebenfalls auftaucht, steht im Artikel zur Diamantenen Hochzeit.
Sagen lässt sich zweierlei.
Das Wort trägt mehr als das Metall. Der Duden nennt für „eisern“ neben „aus Eisen bestehend“ auch „unerschütterlich, unwandelbar“ und „unnachgiebig“. Wer sich eisern an etwas hält, lässt nicht los. Diese übertragene Bedeutung übernehmen die meisten Erklärungen: 65 Jahre Ehe als Ausdruck von Beständigkeit.
Das Eisen fällt aus der Reihe. Die drei Jubiläen, die praktisch jeder kennt, steigern sich im Wert: die Silberhochzeit nach 25 Jahren, die Goldene nach 50, die Diamantene nach 60. Dann folgt Eisen, ein Gebrauchsmetall, aus dem Werkzeug, Nägel und Geländer gemacht werden. Man kann das als Aussage lesen: Nach 65 Jahren geht es nicht mehr darum, was eine Ehe wert ist, sondern was sie aushält. Belegt ist diese Deutung nicht, aber sie passt zur Reihenfolge.
Zwei Einwände gehören dazu:
- Eisen ist nicht das erste unedle Material der Liste, wie manchmal zu lesen ist. Holz steht beim 5., Blech beim 8., Leinen beim 35. und Messing beim 45. Hochzeitstag. Neu ist nur, dass nach Gold, Platin und Diamant wieder ein einfaches Material kommt.
- Eisen rostet. Wer das Bild zu Ende denkt, landet nicht bei Unzerstörbarkeit, sondern bei Pflege. Für eine Rede ist das die ehrlichere Pointe: Was 65 Jahre hält, wurde 65 Jahre lang gepflegt.
Geheiratet 1961: eine Ehe mit anderen Regeln
Wer 2026 Eiserne Hochzeit feiert, hat 1961 geheiratet, wer sie 2025 gefeiert hat, 1960. Das Eherecht, unter dem diese Paare Ja gesagt haben, unterschied sich deutlich vom heutigen, in West und Ost auf jeweils eigene Weise. Das erklärt manches, was in diesen Ehen selbstverständlich war, und liefert Stoff für eine Rede, der konkreter ist als jedes Bild vom Eisen.
Bundesrepublik: Gleichberechtigung mit Hausfrauenehe
Das Grundgesetz legte 1949 fest: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Das Bürgerliche Gesetzbuch zog erst Jahre später nach. Dort stand in § 1354 noch der Satz: „Dem Manne steht die Entscheidung in allen das gemeinschaftliche eheliche Leben betreffenden Angelegenheiten zu; er bestimmt insbesondere Wohnort und Wohnung.“ Nach dem Grundgesetz trat diese Regel Ende März 1953 außer Kraft, im Gesetzbuch stand sie trotzdem weiter.
Am 1. Juli 1958 trat das Gleichberechtigungsgesetz in Kraft, nur wenige Jahre vor den Hochzeiten von 1960 und 1961. Es strich diesen Paragrafen, ebenso das Recht des Mannes, ein Arbeitsverhältnis seiner Frau zu kündigen, und machte die Zugewinngemeinschaft zum gesetzlichen Güterstand. Den väterlichen Stichentscheid, also das letzte Wort des Vaters bei Uneinigkeit über die Kinder, sah das Gesetz noch vor. Das Bundesverfassungsgericht erklärte ihn am 29. Juli 1959 für nichtig.
Das Leitbild blieb trotzdem die Hausfrauenehe. Nach § 1356 BGB in der Fassung von 1958 führte die Frau „den Haushalt in eigener Verantwortung“. Erwerbstätig sein durfte sie, „soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist“. Eine Ehefrau konnte also auch gegen den Willen ihres Mannes arbeiten, aber nur innerhalb dieser Grenze.
Auch beim Namen hatte der Mann Vorrang. Ehe- und Familienname war der Name des Mannes. Die Frau durfte ihren Mädchennamen anfügen, per öffentlich beglaubigter Erklärung gegenüber dem Standesbeamten.
Und wer sich scheiden lassen wollte, musste nachweisen, dass der andere die Schuld am Scheitern trug, etwa durch Ehebruch oder schwere Pflichtverletzungen. Nach Darstellung der Bundeszentrale für politische Bildung hatte ein Schuldspruch für Frauen in der Regel schwerere Folgen als für Männer, weil ihnen häufig die finanzielle Grundlage entzogen wurde.
Was sich seitdem geändert hat
Der große Umbau kam mit dem Ersten Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts. Der Bundestag beschloss es am 8. April 1976, am 1. Juli 1977 trat es in Kraft. Wer 1961 geheiratet hat, war zu diesem Zeitpunkt schon 16 Jahre verheiratet.
| Bereich | 1961 in der Bundesrepublik | Heute |
|---|---|---|
| Haushalt | führt die Frau „in eigener Verantwortung“ | regeln die Ehegatten „im gegenseitigen Einvernehmen“ |
| Beruf | für die Frau nur, soweit mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar | „Beide Ehegatten sind berechtigt, erwerbstätig zu sein.“ |
| Name | Name des Mannes, Mädchenname nur als Zusatz | gemeinsamer Name nach Wahl, auch als Doppelname, oder jeder behält seinen |
| Scheidung | Verschuldensprinzip | Zerrüttungsprinzip (seit 1977) |
| Renten nach der Scheidung | kein Versorgungsausgleich | Versorgungsausgleich (seit 1977) |
| Vermögen | Zugewinngemeinschaft (seit 1958) | Zugewinngemeinschaft |
Zum Vergleich: Wer 2026 Rubinhochzeit feiert, hat 1986 geheiratet und damit schon unter dem neuen Recht.
Und in der DDR?
Wer 1961 in der DDR geheiratet hat, im Jahr des Mauerbaus, tat das unter anderen Regeln. Die DDR-Verfassung von 1949 erklärte Mann und Frau für gleichberechtigt und setzte entgegenstehende Bestimmungen sofort außer Kraft, ohne die Übergangsfrist, die das Grundgesetz vorsah. Das Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau von 1950 ersetzte das „Alleinbestimmungsrecht des Mannes“ durch ein gemeinsames Entscheidungsrecht beider Eheleute. Außerdem legte es fest, dass die Eheschließung eine Frau nicht daran hindern darf, einen Beruf auszuüben. Das Zerrüttungsprinzip bei Scheidungen führte die DDR 1955 ein, 1965 wurde es im Familiengesetzbuch verankert.
Auf dem Papier war die Ehe im Osten 1961 damit deutlich gleichberechtigter als im Westen. Die Bundeszentrale für politische Bildung hält allerdings auch fest, dass die Hauptlast der Familienarbeit in der DDR meist weiter bei den Frauen lag.
Was das für die Feier bedeutet
Diese Paare haben den Umbau des Eherechts mitten in der eigenen Ehe erlebt. Das ist ein besseres Gesprächsthema als die Frage nach dem Erfolgsrezept, mit zwei Hinweisen:
- Das Gesetz beschreibt den Rahmen, nicht die Ehe. Wie ein Paar tatsächlich gelebt hat, stand nicht im BGB. Fragt, wie es bei den beiden war, statt es aus einem Paragrafen abzuleiten.
- Kein Tribunal am Festtag. Für die eine Frau dieser Generation war die klassische Rollenteilung eine bewusste Entscheidung, für die andere eine Grenze, gegen die sie angearbeitet hat. Beides verdient Respekt und keine nachträgliche Bewertung durch die Enkel.
Wie feiert man die Eiserne Hochzeit?
Die meisten praktischen Fragen stellen sich nach 65 Jahren wie nach 60: kurze Dauer, früher Nachmittag, Stühle mit Armlehnen, keine Musik während der Gespräche, ein Plan B für schlechte Tage. Das alles steht ausführlich im Artikel zur Diamantenen Hochzeit, mit Ablaufplan und Hinweisen für Paare mit Demenz oder Pflegebedarf. Weitere Formate für kleine Feiern findet ihr in unseren Ideen zum Hochzeitstag. Hier geht es um das, was bei der Eisernen Hochzeit dazukommt.
Die offiziellen Gratulanten einplanen
Mancherorts kommt zur Eisernen Hochzeit Besuch vom Amt. In Hessen überreicht die Gemeinde die Urkunde des Ministerpräsidenten am Jubiläumstag, in Gera überbringt der Oberbürgermeister oder ein Stellvertreter die Glückwünsche persönlich, in Essen kommt der Bezirksbürgermeister mit Schreiben und Blumenstrauß. Klärt deshalb früh:
- wann der Besuch kommt und ob er vor der Feier liegen kann statt mittendrin,
- ob das Paar ihn überhaupt möchte,
- ob ein Foto für die Lokalzeitung geplant ist und ob das gewünscht ist.
Kommt der Brief des Bundespräsidenten schon vor dem Fest, legt ihn in Absprache mit dem Paar für die Feier zurück. Vorgelesen ist er ein Programmpunkt, der keine Vorbereitung braucht.
Vier Generationen an einem Tisch
Kinder aus den 1960er-Jahren sind heute selbst um die 60. Verteilt die Organisation deshalb auf mehrere Schultern, vor allem auf die Enkel: Einladungen, Fahrdienste, Technik, Fotos. Und plant für die Urenkel einen eigenen Bereich mit etwas Abstand, damit es am Tisch des Jubelpaars ruhig genug für Gespräche bleibt.
Die Geschichte aufnehmen, bevor gefeiert wird
Ein guter Programmpunkt findet nicht auf der Feier statt, sondern ein paar Tage vorher: ein Gespräch mit dem Paar, aufgenommen mit dem Handy. An der Kaffeetafel ist es dafür zu laut, und die Kraft reicht dort selten für lange Erzählungen.
Fragen für dieses Gespräch:
- Wo und wie habt ihr euch kennengelernt?
- Wer war auf dem Standesamt dabei, und gab es eine kirchliche Trauung?
- Was gab es bei der Hochzeitsfeier zu essen, und wer hat gekocht?
- Wer hat nach der Hochzeit gearbeitet, und wie habt ihr das entschieden?
- Was war im ersten Ehejahr schwierig?
- Welches Jahr eurer Ehe würdet ihr gern noch einmal erleben?
Stellt eine Frage nach der anderen, lasst Pausen stehen und korrigiert keine Jahreszahlen. Ist einer der beiden an Demenz erkrankt, tragen alte Fotos ein Gespräch oft besser als direkte Fragen. Ein kurzer Ausschnitt der Aufnahme lässt sich auf der Feier abspielen, der Rest bleibt für die Familie.
Segen, Versprechen, Geschenke
Kirchlicher Segen. Fragt im Pfarrbüro, ob eine Andacht oder ein Segen zum Ehejubiläum möglich ist, bei eingeschränkter Mobilität auch zu Hause. Welche Rituale rund um die Ehe es gibt und woher sie kommen, steht im Überblick zu den Hochzeitsbräuchen.
Das Eheversprechen erneuern. Rechtlich ändert sich dadurch nichts, eine zweite standesamtliche Trauung gibt es nicht. Nach 65 Jahren wirken drei oder vier Sätze stärker als eine ausgearbeitete Rede. Formulierungshilfen findet ihr in der Anleitung zum Eheversprechen schreiben.
Geschenke. Wer das Material aufgreifen will, hat ein paar Möglichkeiten:
- Etwas Geschmiedetes: ein kleines Schild oder Herz aus Schmiedeeisen mit Namen und Hochzeitsdatum, gefertigt von einer Schmiede in der Region.
- Nichts Schweres: Eine gusseiserne Pfanne passt zum Anlass, kann für Menschen um die 90 aber mehr Last als Freude sein.
- Ein Rahmen für den Brief: Ist das Schreiben des Bundespräsidenten angekommen, braucht es einen Platz an der Wand statt in der Schublade.
- Die abgetippte Aufnahme: das Gespräch von oben als kleines Heft, mit dem Hochzeitsfoto auf dem Umschlag.
- Zeit mit festen Terminen: Besuche, die im Kalender stehen, sind mehr wert als ein weiterer Gegenstand. Warum die kleinen, regelmäßigen Gesten zählen, steht im Text über Wertschätzung im Alltag.
Glückwünsche zur Eisernen Hochzeit
Der Aufbau ist bei jedem Ehejubiläum derselbe: der Anlass, ein konkretes Detail, ein Wunsch. Die ausführliche Anleitung steht im Artikel zur Goldenen Hochzeit. Passt die Anrede an das an, was zwischen euch üblich ist. Vier Beispiele für 65 Jahre:
Von den Enkeln
Liebe Oma, lieber Opa,
65 Jahre. Ich habe mir neulich euer Hochzeitsfoto lange angesehen und versucht, mir vorzustellen, was ihr damals voneinander wusstet. Vermutlich weniger, als ihr heute über uns alle wisst.
Danke für jede Geschichte, die ihr uns erzählt habt. Ich wünsche euch einen Festtag, an dem ihr nichts organisieren müsst, und noch viele Nachmittage auf eurer Bank.
Eure Lena
Von den Kindern
Liebe Mama, lieber Papa,
zur Eisernen Hochzeit gratulieren wir euch von Herzen. Wir haben euch nicht immer einig erlebt, aber immer so, dass ihr am Ende gemeinsam entschieden habt. Das ist uns mit den Jahren wichtiger geworden als jede Zahl.
Wir wünschen euch Gesundheit, gute Tage und weiterhin eure Art, miteinander zu reden.
Eure Kinder
Von den Nachbarn
Liebe Irmgard, lieber Heinz,
zur Eisernen Hochzeit alles Gute von nebenan. Seit wir hier wohnen, sehen wir euch jeden Morgen zusammen zum Briefkasten gehen. Wir wünschen euch, dass das noch lange so bleibt.
Familie Brandt
Kurz für die Karte
Herzlichen Glückwunsch zur Eisernen Hochzeit. 65 gemeinsame Jahre passen auf keine Karte. Wir wünschen euch einen schönen Festtag und viele gute Stunden miteinander.
Was ihr besser weglasst:
- Countdown-Sätze. „Auf die Gnadenhochzeit!“ ist gut gemeint, klingt bei Menschen um die 90 aber schnell wie eine Rechnung mit der verbleibenden Zeit.
- Witze über das Alter. Auf einer Karte wirken sie selten so, wie sie gemeint sind.
- Rostwitze. Das Eisen lädt dazu ein. Widersteht.
Häufige Irrtümer
„Der Bundespräsident gratuliert schon zur Goldenen oder Diamantenen Hochzeit.“ Nein. Der erste Glückwunsch kommt zum 65. Hochzeitstag.
„Der Glückwunsch kommt automatisch.“ Nicht überall. Manche Gemeinden melden nur auf Antrag, und eine Übermittlungssperre im Melderegister kann die Meldung verhindern.
„Bis 1977 durften verheiratete Frauen nicht arbeiten.“ Zu grob. Seit dem 1. Juli 1958 durften sie es auch gegen den Willen ihres Mannes, aber nur, soweit es mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar war. Erst die Reform von 1977 hob diese Einschränkung auf.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Eiserne Hochzeit ist der 65. Hochzeitstag, gezählt ab der standesamtlichen Trauung. Wer 2026 feiert, hat 1961 geheiratet.
- Der Bundespräsident gratuliert erstmals zum 65. Hochzeitstag, danach zum 70., 75. und 80.
- Das Schreiben erstellt das Bundesverwaltungsamt, gemeldet wird von der Wohnsitzgemeinde. Voraussetzung ist ein ständiger Wohnsitz in Deutschland.
- Ruft zwei bis drei Monate vorher bei der Gemeinde an. Manche melden von selbst, andere nur auf Antrag.
- Für den Namen gibt es keine belegte Herkunft. „Eisern“ steht im Duden auch für unerschütterlich.
- 1961 galt in der Bundesrepublik die Hausfrauenehe. Erst seit 1977 schreibt das Gesetz keine Rollen mehr vor. In der DDR galt schon ab 1950 ein gemeinsames Entscheidungsrecht.
- Die Feier plant ihr wie zur Diamantenen Hochzeit, dazu kommen die Termine der offiziellen Gratulanten und ein aufgenommenes Gespräch vorab.
Quellen: Der Bundespräsident (Jubiläen und Ehrenpatenschaften), Bundesverwaltungsamt (Ehrungen; FAQ Meldeportal Ehrungsaufgaben), BayernPortal, Staatsministerium Baden-Württemberg, Hessische Staatskanzlei, Städte Essen und Gera, Landratsamt Altenburger Land, Service Berlin, Bundeszentrale für politische Bildung, Bundesarchiv, Legal Tribune Online (Namensrecht), DDR-Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau (1950), Duden.




