Zoosk ist eine Dating-App aus den USA, die 2007 startete und früher auch auf Deutsch zu haben war. Heute betreibt sie die US-Firma Black Cap Holdings LLC aus Jersey City. Laut deren Datenschutzerklärung ist Zoosk nur noch für Menschen in den USA, Kanada und Australien gedacht. Im deutschen App Store fanden wir die App am 21. Oktober 2026 nicht.
Für die Partnersuche in Deutschland ist Zoosk damit keine gute Wahl. Dieser Test zeigt, was sich über Betreiber, Kosten, Sicherheit und Nutzerbewertungen belegen lässt. Außerdem erfährst du, was du tun solltest, wenn du noch ein Konto hast.
So haben wir geprüft: Wir haben kein Konto angelegt und Zoosk nicht selbst genutzt. Am 21. Oktober 2026 haben wir die Startseite zoosk.com sowie die Nutzungsbedingungen, die Datenschutzerklärung und die Sicherheitsrichtlinie des Betreibers ausgewertet. Dazu kamen die App-Store-Einträge mehrerer Länder, Google Play, Trustpilot, das Internet Archive, die Datenbank Have I Been Pwned, ein Test der Stiftung Warentest und Fachpresse. Das Hilfe-Center unter support.zoosk.com blockierte unseren Abruf, seine Inhalte fehlen deshalb.
| Steckbrief | Zoosk |
|---|---|
| Betreiber | Black Cap Holdings LLC, Jersey City (New Jersey, USA); im App Store als Anbieter: Zoosk, Inc. |
| Online seit | 2007 |
| Gedacht für | USA, Kanada, Australien (Datenschutzerklärung, Stand 21.07.2026) |
| Mindestalter | 18 Jahre laut Nutzungsbedingungen |
| Sprache | Website und iOS-App nur auf Englisch |
| Kosten | Grundfunktionen gratis, Chatten nur mit Abo; In-App-Käufe im US-App-Store 9,99 bis 74,99 US-Dollar |
| Store-Bewertung | App Store USA 4,2 (105.248 Bewertungen), Google Play 3,2 (rund 600.000 Rezensionen) |
| Trustpilot | 1,6 von 5 (2.423 Bewertungen) |
Was ist Zoosk?
Zoosk ging Ende 2007 in Kalifornien an den Start. Ein Kernstück ist bis heute ein lernendes Matching. Das System wertet aus, wen du anklickst und anschreibst, und schlägt dir danach passende Profile vor. Diese Vorschläge heißen SmartPicks.
2019 kaufte der Dating-Konzern Spark Networks Zoosk. Heute wirbt die Startseite um „ambitious, educated singles“, also um ehrgeizige, gebildete Singles, die eine ernsthafte Beziehung suchen.
Bei den Mitgliederzahlen widersprechen sich die Angaben. Die Startseite spricht von über 60 Millionen Mitgliedern, der Text im App Store von 40 Millionen. Die deutsche Beschreibung bei Google Play spricht von mehr als 40 Millionen Singles und über 3 Millionen aktiven Nutzern weltweit. Alle Zahlen stammen vom Anbieter, prüfen ließen sie sich nicht.
Wer steckt heute hinter Zoosk?
Im Seitenfuß von zoosk.com steht die Black Cap Holdings LLC. Eine Kopie im Internet Archive zeigt diesen Eintrag schon am 1. August 2026. Laut den Nutzungsbedingungen (Stand 25. September 2026) hat die Firma ihre Anschrift in Jersey City im US-Bundesstaat New Jersey. Neben Zoosk zählt sie JDate, JSwipe, Christian Mingle und LDS Singles zu ihren Marken.
Diese Marken gehörten zuvor zur Spark-Networks-Gruppe. Deren Berliner Tochter Spark Networks Services GmbH stellte im Januar 2026 einen Insolvenzantrag. Das Amtsgericht Charlottenburg ordnete am 16. Januar 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung an, berichtete Global Dating Insights. Im März 2026 beantragte das Unternehmen laut Bloomberg Law in New York die Anerkennung des Verfahrens in den USA. Ziel war, die Vermögenswerte bei laufendem Betrieb zu verkaufen.
Ob Black Cap die Marken aus diesem Verfahren gekauft hat, konnten wir nicht belegen. Eine Pressemitteilung dazu haben wir nicht gefunden. Im App Store tritt weiterhin die Zoosk, Inc. als Anbieter auf, das Copyright liegt bei Black Cap.
Gibt es Zoosk noch in Deutschland?
Offiziell nicht mehr. Die Datenschutzerklärung von Black Cap (Stand 21. Juli 2026) sagt, die Plattform sei „intended for use only by persons located in the United States (including U.S. territories), Canada, and Australia“. Gedacht ist sie also nur für Menschen in den USA samt Außengebieten, in Kanada und in Australien.
Zur Datenschutz-Grundverordnung schreibt das Unternehmen, Menschen in Europa hätten möglicherweise Rechte nach der DSGVO. Einen eigens darauf zugeschnittenen Service biete man aber nicht an. Eine Garantie, die DSGVO einzuhalten, gibt die Erklärung ausdrücklich nicht.
Was wir am 21. Oktober 2026 außerdem festgestellt haben:
- App Store: Für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Großbritannien und Frankreich lieferte Apples Suchschnittstelle keinen Treffer. In den USA, Kanada und Australien ist die App gelistet.
- Google Play: Die Seite der App lässt sich aus Deutschland aufrufen, mit deutscher Beschreibung und USK-Einstufung ab 18. Ob sich die App hier installieren und nutzen lässt, haben wir ohne Konto nicht getestet.
- Website: zoosk.com gibt es nur auf Englisch. Impressum und deutsche AGB fehlen.
- Vertrag: Es gilt das Recht von New Jersey, Streitigkeiten sollen vor ein Schiedsgericht. Sonderregeln nennen die Bedingungen nur für einzelne US-Bundesstaaten.
Früher war das anders. Die Stiftung Warentest hat Zoosk 2016 als eine von mehreren Singlebörsen in Deutschland getestet. Das Ergebnis lautete „befriedigend“ (3,5), abgewertet wegen Mängeln in AGB und Datenschutzbestimmungen, die die Stiftung als „sehr deutlich“ einstufte (Ergebnisse auf test.de). Eine dreimonatige Mitgliedschaft kostete damals ab rund 90 Euro.
Was kostet Zoosk?
Anmeldung und Grundfunktionen sind laut Store-Text kostenlos. Als Basismitglied siehst du Profile, verschickst Smileys und Likes und bewertest im Karussell Vorschläge mit Ja oder Nein. Zum Chatten brauchst du ein Abo.
Ein Abo allein reicht nicht immer. Erst das Extra „Premium Messaging“ ermöglicht laut App-Store-Eintrag, Nachrichten von allen Singles zu empfangen. Daneben verkauft Zoosk eine virtuelle Währung namens Coins für Zusatzfunktionen.
Die Preise im US-App-Store, Stand 21. Oktober 2026:
| Angebot | Preis im US-App-Store |
|---|---|
| Abo („Zoosk Subscription“) | 34,99 oder 39,99 US-Dollar |
| weitere Pakete ohne nähere Bezeichnung | 29,99, 34,99, 59,99 oder 74,99 US-Dollar |
| Premium Messaging | 9,99 oder 29,99 US-Dollar |
| 180 Coins | 19,99 US-Dollar |
| 480 Coins | 39,99 US-Dollar |
Welche Laufzeit hinter welchem Preis steckt, zeigt der App Store nicht. Die Dollarpreise gelten laut Store-Text für die USA und können anderswo abweichen. Euro-Preise für Deutschland veröffentlicht der Betreiber nicht.
Achte auf die Verlängerung. Laut Store-Text verlängern sich alle Abos und Upgrades automatisch um die gleiche Laufzeit, ausdrücklich auch Coins. Stoppen kannst du das, wenn du die automatische Verlängerung spätestens 24 Stunden vor Ablauf abschaltest, bei Käufen über Apple oder Google in den Abo-Einstellungen des jeweiligen Stores. Teilmonate erstattet Black Cap laut Nutzungsbedingungen nicht.
Funktionen und Verifizierung
Laut App-Store-Text bietet Zoosk diese Funktionen:
- SmartPicks: Vorschläge, die auf deinem Verhalten in der App beruhen.
- Karussell: Profile nacheinander mit Ja oder Nein bewerten.
- Suche mit Filtern: Abonnenten filtern etwa nach Religion, Kindern, Bildung oder Rauchen.
- Boost und Zustellbestätigung: gegen Aufpreis mehr Sichtbarkeit für dein Profil und Bestätigungen, dass Nachrichten angekommen sind.
- Zoosk Live: Livestreams, laut Store-Text kostenlos und rund um die Uhr.
Die Fotoverifizierung ist freiwillig. Laut Sicherheitsrichtlinie des Betreibers (Stand 16. Oktober 2026) bestätigt sie nur, dass ein Live-Foto zu den Profilbildern passt. Identität, Alter oder Vorstrafen prüft sie nicht. Mitglieder können laut Richtlinie falsche Namen, Altersangaben und Fotos verwenden.
Profile prüft Black Cap mit einer Mischung aus Software und menschlicher Kontrolle. Eine umfassende Prüfung auf Vorstrafen nimmt das Unternehmen nicht vor. Nur nach Meldungen oder bei auffälligem Verhalten gleicht es Mitglieder unter Umständen mit öffentlichen Registern von Sexualstraftätern ab. Melden und Blockieren kann jedes Mitglied.
Das Mindestalter liegt laut Nutzungsbedingungen bei 18 Jahren. Der App Store stuft die App ab 18 ein, bei Google Play gilt USK ab 18.
Sicherheit und Datenschutz
Im Januar 2020, als Zoosk noch zu Spark Networks gehörte, erbeuteten Angreifer Daten des Dienstes. Laut Have I Been Pwned betraf das Leck rund 23,9 Millionen Konten. Neben E-Mail-Adressen und Geburtsdaten enthielt es Angaben zu sexueller Orientierung, Religion, politischen Ansichten, Einkommen und Trinkgewohnheiten. Die Daten wurden später in Hackerforen verbreitet.
Bei einer Dating-App wiegt das schwer, weil es um sehr private Merkmale geht. Ein angebliches Zoosk-Leck aus dem Jahr 2011 stuft Have I Been Pwned dagegen als gefälscht ein.
Solche Daten erhebt der Betreiber auch heute. Die Datenschutzerklärung nennt etwa ethnische Herkunft, sexuelle Orientierung, Religion und politische Einstellung, soweit du sie im Profil angibst. Profilangaben samt sexueller Orientierung darf Black Cap laut Erklärung mit seinen anderen Dating-Plattformen teilen, um Vorschläge aus dem ganzen Netzwerk zu zeigen. An Dritte für deren eigene Werbung gebe man die sexuelle Orientierung nicht weiter. Daten können außerdem in Länder mit geringerem Datenschutzniveau gelangen. Abgesichert werden solche Übermittlungen laut Erklärung etwa über Standardvertragsklauseln.
Gib in Dating-Profilen deshalb nur preis, was du auch in einem Datenleck verkraften würdest. Wie du gefälschte Profile entlarvst, steht in unserem Ratgeber Catfishing erkennen. Fragt jemand nach Geld, Gutscheinen oder Kryptowährung, brich den Kontakt ab. Mehr dazu erklärt Romance Scam erkennen.
Zoosk-Erfahrungen: Was Nutzer bewerten
Nutzererfahrungen liegen uns nur als gesammelte Bewertungen vor, Stand 21. Oktober 2026:
- App Store: in den USA 4,2 von 5 Sternen bei 105.248 Bewertungen, in Kanada 4,0 (10.860), in Australien 4,0 (11.846).
- Google Play: 3,2 von 5 Sternen. Die Seite nennt an einer Stelle 610.000, an anderer 583.000 Rezensionen.
- Trustpilot: TrustScore 1,6 von 5 bei 2.423 Bewertungen. 49 Prozent vergeben einen Stern, 25 Prozent fünf Sterne. Auf negative Bewertungen hat Zoosk laut Profil nicht geantwortet. Die neueste Bewertung stammt vom 30. Mai 2026.
Die Werte gehen weit auseinander. Woran das liegt, lässt sich nicht sicher sagen. Repräsentativ ist keine der Quellen.
Die bei Google Play hervorgehobenen deutschen Rezensionen stammen aus den Jahren 2019, 2021 und 2024. Sie kritisieren vor allem, dass man ohne Abo kaum kommunizieren kann und oft beide Seiten zahlen müssen. Dazu kommen Klagen über verwaiste Profile, Fake-Profile und Werbung. Die sichtbaren US-Rezensionen im App Store loben die einfache Bedienung. Sie berichten aber ebenfalls von Fake-Profilen, wenigen Antworten und Zusatzkosten, die sich jeden Monat verlängern.
Zoosk kündigen und Account löschen
Wer noch ein Zoosk-Abo hat, sollte zuerst klären, wo er es abgeschlossen hat. Davon hängt laut Nutzungsbedingungen ab, wie die Kündigung funktioniert:
- Über die Website: in den Kontoeinstellungen oder per E-Mail an support@blackcaphq.com. Die Kündigung gilt zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums.
- Über Apple: in den Abo-Einstellungen deines Apple-Accounts.
- Über Google Play: unter den Abos im Play Store.
App oder Profil zu löschen beendet kein Abo, das betonen die Nutzungsbedingungen ausdrücklich. Schalte außerdem die automatische Verlängerung für Coins und andere Upgrades ab.
Für die Löschung deiner Daten nennt die Datenschutzerklärung den Weg über den Support. Manche Daten lassen sich laut Erklärung nur zusammen mit dem ganzen Konto löschen. Schreib deshalb ausdrücklich, dass du Konto und Daten gelöscht haben möchtest, nenne die E-Mail-Adresse deines Kontos und bitte um eine Bestätigung.
Kontrollier danach deine Kontoauszüge oder die Kreditkartenabrechnung. Wird trotzdem weiter abgebucht, wende dich zuerst an den Support und dann an deine Bank oder deinen Zahlungsdienst.
Für wen passt Zoosk, und welche Alternativen gibt es?
In Deutschland passt Zoosk heute kaum noch. Der Betreiber richtet sich offiziell an die USA, Kanada und Australien. Website und App sprechen Englisch, und für deutsche Verbraucher gibt es weder Impressum noch angepasste Vertragsbedingungen. Wer in den USA, in Kanada oder in Australien lebt und eine feste Beziehung sucht, kann sich die App ansehen.
Für die Partnersuche hierzulande nimmst du besser einen Dienst, der offiziell in Deutschland angeboten wird. Achte auf ein Impressum, deutsche AGB und einen Kündigungsbutton. Worauf es sonst ankommt, zeigt unsere Prüfliste Seriöse Dating-Apps erkennen.
Swipe-Apps, Partnervermittlungen und Singlebörsen vergleicht unser Überblick Dating-Apps in Deutschland im Vergleich. Was Newcomer anders machen, steht in Neue Dating-Apps 2026. Und wenn aus einem Match ein Treffen wird, hilft unser Ratgeber Vom Chat zum ersten Treffen.
Fazit: bekannte Marke, aber nicht mehr für Deutschland
Zoosk war früher auch in Deutschland vertreten, die Stiftung Warentest hat die Plattform 2016 sogar getestet. Heute betreibt ein US-Unternehmen die Marke und bietet sie offiziell nur in den USA, Kanada und Australien an. Das Datenleck von 2020, die gemischten Bewertungen und die automatische Verlängerung, die selbst für Coins gilt, mahnen zusätzlich zur Vorsicht.
Hast du noch ein Konto, kündige laufende Abos an der richtigen Stelle und lass deine Daten löschen. Für die Partnersuche in Deutschland gibt es Angebote, die hier offiziell zu Hause sind.
