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Drei Menschen lachen beim gemeinsamen Abendessen an einem gedeckten Tisch

Neue Dating-Apps 2026: Was die Newcomer anders machen

Neue Dating-Apps 2026: welche Apps seit 2024 in Deutschland gestartet sind, was sie anders machen, was sie kosten und was ein Newcomer erst beweisen muss.

Sarah Kellner
Sarah Kellner
· 18 Min. Lesezeit

Mehr als die Hälfte der Menschen, die online daten, erlebt, dass aus dem Kontakt im Netz selten ein echtes Treffen wird. Anfang 2025 sagten das in einer Online-Befragung von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom 54 Prozent der 532 Befragten, die schon online gedatet hatten. Genau hier setzen die neuen Dating-Apps an, die seit 2024 in Deutschland gestartet sind. Bei der einen gibt es keinen Chat, bei der anderen kein Swipen, bei der dritten kaufst du ein Ticket statt eines Abos.

Wir haben nachgesehen, welche Newcomer es wirklich gibt. Aufgenommen haben wir nur Angebote, deren Start oder Deutschland-Start sich mit Datum belegen lässt, durch Presseberichte, Pressemitteilungen, Ankündigungen der Anbieter oder App-Store-Einträge. Preise und Funktionen haben wir auf den Seiten der Anbieter geprüft, Stand: 7. Oktober 2026. Eine Rangliste findest du hier nicht, eine Empfehlung für eine bestimmte App auch nicht.

Welche Dating-Apps sind 2026 neu in Deutschland?

Weniger, als der Suchbegriff vermuten lässt. Viele bekannte Namen sind älter, als man denkt. Tinder steht seit 2012 im App Store, Hinge seit 2013, Bumble seit Ende 2014. Hinge gilt hierzulande oft als neu, hat aber seit Mai 2022 eine deutsche Version, wie das Fachmedium OMR berichtete.

Mit belegtem Datum haben wir seit 2024 diese Starts gefunden:

  • Breeze, eine Dating-App aus den Niederlanden, die Dates ohne vorheriges Chatten plant, seit Anfang 2024 in Berlin, inzwischen laut Website in fünf deutschen Städten.
  • Nova Meet, eine App ohne Swipen aus Freiburg, im November 2024 in die App-Stores gekommen. Ob sie noch betrieben wird, ist offen: Im App Store von Apple fanden wir sie nicht mehr.
  • noii, eine Schweizer App für Single-Events, seit April 2026 mit Veranstaltungen in Deutschland.
  • Timeleft, ein Anbieter aus Paris, der Fremde zum Abendessen zusammenbringt, seit Frühjahr 2024 in deutschen Städten. Timeleft versteht sich ausdrücklich nicht als Dating-App.

Eine neue klassische Singlebörse mit belegtem Start seit 2024 ist uns bei der Recherche nicht begegnet. Dazu kommen neue Funktionen der großen Apps, etwa KI-Empfehlungen und Ausweisprüfungen. Darum geht es weiter unten bei den Trends. Wer „dating app neu“ eintippt, meint manchmal auch die Singlebörse neu.de, die laut eigenem Seitenfuß zum Meetic-Netzwerk gehört. Sie ist in diesem Überblick nicht gemeint.

Breeze: Ein Match ist gleich ein Date

Breeze kommt aus den Niederlanden, gestartet ist die App dort Anfang 2020. Anfang Februar 2024 meldete der Branchendienst Global Dating Insights den Start in Berlin. Heute nennt die Website in Deutschland Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln und München (Stand: 7. Oktober 2026). Betreiberin ist laut Impressum die Breeze Social B.V. mit Hauptniederlassung in Rotterdam.

Das Prinzip ist schnell erklärt. Jeden Tag schickt dir die App eine kleine Auswahl an Profilen. Matcht ihr, wird nicht gechattet. Ihr tragt im Date-Planer ein, wann ihr könnt, und Breeze reserviert in einem Partnerlokal. Den Chat schaltet die App laut FAQ erst vier Stunden vor dem Date frei, damit ihr euch absprechen könnt, falls jemand zu spät kommt. Alle Datenden werden laut Website überprüft und verifiziert (Stand: 7. Oktober 2026).

Bezahlt wird pro Date, ein Abo gibt es nicht. Breeze schreibt, es zeige keine Werbung und verkaufe keine Daten. Ein Date kostet laut FAQ je nach Land meist zwischen 10 und 15 Euro. Darin stecken das Matching, die Organisation und das erste Getränk im Lokal. Den genauen Preis für deine Stadt zeigt erst die App (Stand: 7. Oktober 2026). Zum Berlin-Start Anfang 2024 nannte Global Dating Insights 9 Euro.

Das Kleingedruckte ist streng. Breeze begründet das damit, dass Matches auch wirklich zu ihrem Date gehen sollen. Nach einem Match habt ihr drei Tage Zeit, zu zahlen und eure Zeiten anzugeben. 30 Stunden vor dem Date bittet die App um eine Bestätigung, spätestens vier Stunden vorher muss sie da sein. Sagst du ein geplantes Date ab, ist dein Date-Token weg. Wer absagt, dem kann Breeze laut FAQ das Konto für drei Tage bis einen Monat einfrieren, je nachdem, wie oft schon abgesagt wurde. Bei sehr häufigen Absagen kann Breeze das Konto auch sperren.

Auch beim Geld lohnt der genaue Blick. Ungenutzte Token lassen sich laut FAQ nur innerhalb von 14 Tagen nach dem Kauf aufs Konto zurückbuchen, bei Paketen nur, solange noch kein Token daraus verbraucht ist. Wer sein Konto löscht, verliert die restlichen Token. Und mit der Bezahlung eines Dates kannst du laut FAQ dein Widerrufsrecht nicht mehr nutzen (alles Stand: 7. Oktober 2026).

Was sich vorab nicht prüfen lässt: wie viele Menschen in deiner Stadt mitmachen. Breeze schreibt selbst, wenige angezeigte Profile lägen wahrscheinlich daran, dass es für dich nicht viele Vorschläge gebe, und rät dann, die Präferenzen zu erweitern. Für das Treffen selbst gelten trotz Partnerlokal die üblichen Regeln, die unser Sicherheitsguide gegen Catfishing und Fake-Profile zusammenfasst.

Nova Meet: Schreiben statt Swipen

Nova Meet kommt aus Freiburg. Laut Freiburger Wochenbericht begannen die beiden Gründer Anfang Februar 2024 mit der Entwicklung. Anfang Dezember 2024 war die App demnach seit rund zwei Wochen bei Google Play und im App Store von Apple zu haben. Im Mai 2025 stellte der SWR die beiden Mitbewohner und ihr Konzept vor.

Geswipt wird nicht. Laut SWR zeigt die App nur eine begrenzte Zahl an Profilen, Männern acht, Frauen doppelt so viele. Männer müssen eine Nachricht schreiben, um Kontakt aufzunehmen. Frauen können mit einem Herz zeigen, dass sie sich über eine Nachricht freuen würden, oder selbst schreiben. Außerdem bewerten Frauen die Qualität der Nachrichten, die ein Mann schreibt, und andere Frauen sehen diese Bewertung in seinem Profil. Dazu kommt eine Rubrik mit Artikeln und Podcasts über Liebe und Beziehung.

Laut Beschreibung bei Google Play ist die Basisversion kostenlos. Kosten fallen nur an, wenn Männer mehr Frauen anschreiben wollen, als das Tageslimit erlaubt. Einen Preis dafür nennt die Beschreibung nicht (Stand: 7. Oktober 2026). Dem SWR sagten die Gründer, sie wollten die App so lange wie möglich kostenlos halten oder über Werbung finanzieren. Als Entwickler nennt Google Play die NOVA Holding UG (haftungsbeschränkt) in Freiburg.

Wie es um die App steht, ließ sich am 7. Oktober 2026 nicht klar sagen. Bei Google Play ist als letzte Aktualisierung der 19. März 2025 verzeichnet. Im deutschen App Store von Apple fanden wir die App nicht mehr. Die Website und die bei Google Play verlinkte Datenschutzerklärung waren an diesem Tag nicht erreichbar. In einer Bewertung bei Google Play vom Juni 2026 schreibt jemand, man komme seit einiger Zeit nicht mehr ins eigene Profil. Ob Nova Meet weiter betrieben wird, konnten wir nicht klären.

noii: Tickets statt Abo

noii aus Zürich verkauft Tickets für Abende, an denen alle Gäste Single sind, vom Afterwork-Drink bis zur Comedy-Night. Das erste Event in Deutschland, eine Morning Coffee Party in Stuttgart, meldete noii in einer Pressemitteilung vom 27. April 2026. Auf der Startseite nennt noii für Deutschland heute Stuttgart, München und Frankfurt, Köln steht dort als „coming soon“ (Stand: 7. Oktober 2026). Betreiberin ist laut Impressum die noii land AG in Zürich. Ein Afterwork in Frankfurt kostet laut Eventseite 29 Euro, als Early Bird 19 Euro. Ein Abo brauchst du für die Abende nicht, noii bietet aber ein Premium-Abo an, das sich laut AGB automatisch verlängert und unter anderem die Gästeliste nach dem Event freischaltet (Stand: 7. Oktober 2026).

Wie die Abende ablaufen, was Tickets und Premium kosten und wo das Kleingedruckte hakt, steht in unserem Überblick zur noii Dating-App. Wer so ein Format zum ersten Mal ausprobiert, findet in unseren Speed-Dating-Tipps Anregungen, wie man mit Fremden schnell ins Gespräch kommt.

Timeleft: Abendessen mit Fremden, keine Dating-App

Timeleft bringt Fremde an einen Tisch. Du beantwortest ein Persönlichkeitsquiz, die App stellt eine Gruppe von vier bis sechs Leuten zusammen, und wo es hingeht, erfährst du erst kurz vorher. Anfang März 2024 kündigte Timeleft auf seinem Blog Abendessen in mehreren deutschen Städten an, darunter Berlin, München und Köln. Heute nennt die Website Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München (Stand: 7. Oktober 2026). Betreiberin ist laut AGB die Timeleft SAS in Paris.

Für Singles ist eine Einschränkung wichtig. Timeleft schreibt selbst, es sei keine Dating-App, es gehe um Freundschaften. Auf seiner englischen Website erwähnt Timeleft Singles-Events als Variante für Menschen, die romantisch suchen, nennt aber keine Städte dafür (Stand: 7. Oktober 2026). Ob es sie in deiner Stadt gibt, siehst du erst in der App.

Für die Teilnahme brauchst du ein Abo. In den USA kostet es laut Timeleft 19,99 Dollar im Monat, je nach Markt unterscheiden sich die Preise. Im deutschen App Store listet Timeleft drei Käufe namens „Timeleft X“ zu 18,49, 43,99 und 58,99 Euro. Welche Laufzeit oder Leistung dahintersteckt, zeigt der Eintrag nicht. Essen und Getränke zahlst du laut Timeleft extra im Restaurant. Laut AGB verlängert sich das Abo automatisch, und wer zu einem gebuchten Abend nicht erscheint, dem kann Timeleft eine Gebühr von 35 Prozent des monatlichen Abopreises berechnen (Stand: 7. Oktober 2026).

Welchen Dating-Trend greifen die neuen Apps auf?

Die Newcomer reagieren auf eine Unzufriedenheit, die sich messen lässt. Bitkom Research hat im Januar 2025 im Auftrag des Digitalverbands Bitkom 1.006 Menschen ab 16 Jahren online befragt, darunter 532, die schon einmal online gedatet hatten. 78 Prozent von ihnen fanden Online-Dating oberflächlich. 45 Prozent nervt zu langes Hin- und Herschreiben, 37 Prozent fühlen sich von der großen Auswahl überfordert, und 54 Prozent sagen, ihre Dates schafften es selten zu einem realen Treffen (Bitkom, März 2025).

Auf diese Unzufriedenheit antworten vier Entwicklungen, die wir belegen können. Ob sie das Dating insgesamt verändern oder Nischen bleiben, lässt sich noch nicht sagen.

Offline statt Endlos-Chat

Breeze plant das Date, noii verkauft den Abend, Timeleft den Platz am Tisch. Gemeinsam ist ihnen, dass der Chat nicht mehr das Ziel ist, sondern höchstens die Anfahrt. Auch die Großen probieren das aus. Tinder hat im März 2026 in Los Angeles eine Funktion gestartet, mit der Singles Veranstaltungen finden und sehen, wer noch hingehen will. Seit Juli 2026 gibt es sie laut Global Dating Insights auch in Berlin und München. Für die volle Nutzung verlangt Tinder eine Foto-Verifizierung (Stand: 7. Oktober 2026). Wenn du vom Swipen ohnehin erschöpft bist, helfen dir die Strategien aus unserem Text über Dating-App-Müdigkeit.

Weniger Auswahl, mehr Absicht

Gegen die Überforderung setzen die Neuen auf Begrenzung. Nova Meet zeigt laut SWR nur eine begrenzte Zahl an Profilen, Breeze schickt täglich eine kleine Auswahl. Tinder geht mit „Chemistry“ in dieselbe Richtung: Statt endlos zu liken, sollen Nutzerinnen und Nutzer eine kuratierte Empfehlung pro Tag bekommen. Laut Tinder läuft Chemistry in Australien, Neuseeland, den USA und Kanada, Deutschland nennt die Pressemitteilung vom 12. März 2026 nicht. Diese Haltung läuft oft unter dem Stichwort Slow Dating. Dass Apps sie in ihre Technik einbauen, ist allerdings nicht neu: Die App Once zeigte schon 2016 nur einen Vorschlag pro Tag.

KI beim Profil und beim Sortieren

Für Chemistry stellt Tinder Fragen und bietet optional einen Scan der Kamerarolle an, der aus Mustern in deinen Fotos Interessen und Persönlichkeit herauslesen soll. Überleg dir gut, ob du einer App diesen Einblick geben willst. Hinge hat im Januar 2025 „Prompt Feedback“ eingeführt, das deine Antworten im Profil einschätzt und Hinweise gibt, laut TechCrunch auf Basis eines Sprachmodells von OpenAI. Für welche Länder die Funktion gilt, steht dort nicht. Wie gute Profiltexte auch ohne KI gelingen, zeigt unser Ratgeber Dating-App-Profil optimieren.

KI hat eine Kehrseite. Das Präventionsportal der Polizei warnt, dass moderne KI täuschend echte Stimmen und Videos erzeugen kann. Die Verbraucherzentrale rät zwar zu einem Video-Chat, warnt aber, er sei noch kein Beweis für Seriosität. Mit solchen KI-Fälschungen beweist ein Videobild nicht einmal sicher, dass die Person echt ist. Wie Liebesbetrug abläuft und woran du ihn erkennst, erklärt unser Report zu Love Scamming und Romance Scam.

Verifizierung wird Standard

Bei Tinder kannst du seit 2025 auch in Deutschland deine Identität nachweisen, per Video-Selfie und Führerschein, Reisepass oder Personalausweis. Im Mittelpunkt steht laut Match Group das Geburtsdatum. Die Prüfung ist eine zusätzliche Option, ein Symbol im Profil zeigt, wer sie gemacht hat (dpa im Handelsblatt, 4. April 2025). Außerdem macht Tinder eine Echtheitsprüfung per Video-Selfie namens „Face Check“ in immer mehr Ländern zur Pflicht. In seiner Übersicht vom März 2026 nahm Tinder die EU und Großbritannien davon noch aus. Seither gilt die Pflicht laut Global Dating Insights für alle Mitglieder in den Niederlanden und für neue in Großbritannien. Für Deutschland haben wir keine Ankündigung gefunden (Stand: 7. Oktober 2026). Breeze schreibt, alle Datenden würden überprüft. Die Verbraucherzentrale rät, Partnerinnen und Partner nur auf Plattformen mit verifizierten Nutzern zu suchen, weil dort die Gefahr von Fake-Profilen deutlich geringer sei.

Prüf trotzdem, was mit Ausweis und Gesicht passiert. Biometrische Daten zur eindeutigen Identifizierung einer Person zählen nach Art. 9 DSGVO zu den besonders geschützten Daten, ebenso Angaben zur sexuellen Orientierung. Verarbeitet werden dürfen sie nur unter engen Voraussetzungen, etwa mit deiner ausdrücklichen Einwilligung. In der Datenschutzerklärung sollte stehen, wer die Prüfung durchführt und wie lange die Daten gespeichert bleiben.

Welche Dating-Apps sind aktuell beliebt?

Eine frei zugängliche Rangliste einzelner Apps für Deutschland, die ihre Methode offenlegt und nicht von einem Anbieter stammt, haben wir nicht gefunden. Download- oder Mitgliederzahlen der Anbieter nennen wir deshalb nicht. Es sind Eigenangaben, die sich nicht nachprüfen lassen.

Belastbarer sind Umfragen nach Kategorien. Bitkom Research hat im Januar 2026 für den Bitkom 1.449 Internetnutzerinnen und -nutzer ab 16 Jahren befragt, darunter 620, die online daten. 27 Prozent hatten sich schon einmal bei Dating-Apps wie Tinder, Bumble oder Hinge umgesehen. 21 Prozent hatten bei Online-Partnervermittlungen wie Parship gesucht, ebenso viele über soziale Netzwerke. Unter den 16- bis 29-Jährigen hatten 49 Prozent Dating-Apps genutzt, Partnervermittlungen nur 18 Prozent (Bitkom, Februar 2026).

Wie es den großen Apps geht, verraten am ehesten Konzernberichte. Match Group, zu dem Tinder und Hinge gehören, meldete für das zweite Quartal 2026, dass Tinder weiterhin weniger täglich aktive Nutzer hatte als ein Jahr zuvor, während Hinge mehr Umsatz und mehr monatlich aktive Nutzer verbuchte (Quartalsmitteilung vom 4. August 2026). Das sind weltweite Werte, keine Zahlen für Deutschland. Für Breeze, Nova Meet, noii oder Timeleft gibt es hierzulande nur Eigenangaben.

Kann jeder auf Raya?

Nein. Laut App-Store-Eintrag gibt es die Mitgliedschaft nur auf Bewerbung. Ein weltweites Komitee prüft die Bewerbungen laufend, je nach einer Reihe von Faktoren dauert das Tage bis Monate. Nach welchen Kriterien das Komitee entscheidet, steht im Eintrag nicht. Angenommene Mitglieder wählen eine Mitgliedschaft über einen, sechs oder zwölf Monate, die sich automatisch verlängert (Stand: 7. Oktober 2026).

Im deutschen App Store stehen unter anderem Mitgliedschaften für 18,99 und 83,99 Euro und „Raya+“ für 44,99 Euro, dazu Zukäufe zwischen 4,99 und 29,99 Euro. Welche Laufzeit zu welchem Preis gehört, zeigt der Eintrag nicht (Stand: 7. Oktober 2026). Zahlen dazu, wie viele Bewerbungen angenommen werden, haben wir in keiner Primärquelle gefunden. Neu ist Raya übrigens nicht: Die App steht seit Februar 2015 im App Store.

Was muss eine neue Dating-App erst beweisen?

Neu heißt weder besser noch schlechter. Eine neue App muss aber einiges erst zeigen, was bei etablierten Anbietern schon sichtbar ist. Diese Punkte kannst du vor der Anmeldung prüfen.

Sind genug Menschen in deiner Nähe?

Das wichtigste Kriterium ist zugleich das am schwersten prüfbare. Die Treffen-Formate unter den Newcomern gibt es in Deutschland bisher nur in Großstädten: Breeze in fünf, noii in drei, Timeleft in sechs (Stand: 7. Oktober 2026). Wohnst du woanders, gibt es das Angebot dort womöglich gar nicht. Leg dich nicht mit einem Token-Paket oder einem langen Abo fest, bevor du gesehen hast, wer in deinem Umkreis tatsächlich aktiv ist.

Wer steckt dahinter?

Schau ins Impressum oder in die Anbieterangaben im App Store. Hinter Breeze steht laut Impressum die Breeze Social B.V. in Rotterdam, hinter Timeleft laut AGB die Timeleft SAS in Paris, hinter noii die noii land AG in Zürich, und bei Nova Meet nennt Google Play die NOVA Holding UG in Freiburg als Entwickler. Ein Firmensitz in der EU oder der Schweiz macht eine App nicht automatisch gut. Du weißt aber, an wen du dich wendest, wenn es Ärger gibt.

Wie verdient die App ihr Geld?

Das Geschäftsmodell verrät, was eine App von dir will. Die meisten Newcomer verdienen an Treffen statt an der Zeit, die du im Chat verbringst. Das ist ihr Versprechen. Prüf trotzdem, wofür du genau zahlst.

ModellWofür du zahlstWorauf du achten solltest
Bezahlung pro DateOrganisation eines Treffens, oft mit erstem GetränkWas bei einer Absage passiert und wann Guthaben verfällt
Ticket pro EventEintritt zu einem Abend für SinglesStornoregeln, bei festem Termin in der Regel kein Widerrufsrecht
AboZugang für eine bestimmte LaufzeitLaufzeit, automatische Verlängerung, Kündigung
Kostenlos mit ZukäufenEinzelne Extras, etwa zusätzliche NachrichtenWie sich die App auf Dauer finanziert

Das Widerrufsrecht entfällt bei Freizeit-Dienstleistungen mit festem Termin, soweit nichts anderes vereinbart ist (§ 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB). Ein Ticket für einen bestimmten Abend kannst du deshalb meist nicht einfach widerrufen, es gelten die Stornoregeln des Anbieters.

Ist die App seriös?

Die Grundregeln gelten für neue wie alte Apps: vollständiges Impressum, Preise vor dem Kauf, klare Regeln zu Laufzeit und Kündigung, eine Melde- und Blockierfunktion. Einige Chat-Portale schreiben selbst in AGB oder Seitenfuß, dass Profile fiktiv sind, dass Animatoren oder Mitarbeitende des Anbieters für Profile schreiben oder dass keine realen Treffen vermittelt werden. Das ist Unterhaltung, keine Partnersuche. Dass ein Anbieter Profiltexte und Fotos auf Regelverstöße prüft und das „moderieren“ nennt, ist dagegen kein solcher Hinweis. Online abgeschlossene Abos kannst du in Deutschland 14 Tage lang widerrufen. Wer Abos über seine Website verkauft, muss einen Kündigungsbutton bereitstellen, und bei Verträgen über Website oder App gehört seit 19. Juni 2026 auch eine Widerrufsfunktion dazu. Die ausführliche Prüfliste und deine Rechte erklärt unser Ratgeber Seriöse Dating-Apps erkennen. Das ist Orientierung, keine Rechtsberatung. Bei Streit hilft die Verbraucherzentrale.

Was passiert mit deinen Daten?

Neue Apps sammeln dieselben sensiblen Daten wie alte: Fotos, Standort, Vorlieben, oft auch Angaben zur sexuellen Orientierung. Die Datenschutzangaben im App Store und bei Google Play stammen vom Anbieter selbst, sie sind also eine Selbstauskunft. Nach Art. 15 DSGVO kannst du Auskunft verlangen, welche Daten ein Anbieter über dich speichert. Nach Art. 17 DSGVO kannst du die Löschung verlangen, etwa wenn die Daten für ihren Zweck nicht mehr nötig sind oder du deine Einwilligung widerrufst. Stell die Anfrage lieber früh, solange der Anbieter erreichbar ist.

Wird die App gepflegt?

Schau im Store nach dem Datum der letzten Aktualisierung und lies die neuesten Bewertungen, nicht nur den Durchschnitt. Bekommt eine App monatelang kein Update, ist die Website nicht erreichbar oder antwortet der Support nicht, kann sie verschwinden, und mit ihr Guthaben, Chats und Kontakte. Wie schnell so etwas unklar wird, zeigt der Fall Nova Meet.

Lohnt sich der Wechsel zu einer neuen Dating-App?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, und eine Empfehlung für eine bestimmte App geben wir nicht. Ein paar Überlegungen helfen trotzdem bei der Entscheidung.

Stört dich vor allem das endlose Schreiben, testen Formate ohne Chat oder mit Event genau diesen Punkt. Bei Bezahlung pro Date oder pro Ticket kostet ein Versuch einen überschaubaren Betrag, ein Abo bindet dich länger. Lebst du auf dem Land, sind die neuen Angebote oft gar nicht verfügbar. Dann bringt ein Wechsel wenig, eher hilft ein größerer Suchradius oder ein Weg ganz ohne App.

Du musst dich auch nicht entscheiden. Mehrere Wege parallel zu nutzen, ist legitim, solange du bei jedem weißt, was er kostet und wie du wieder herauskommst. Wenn du gar nichts zahlen willst, findest du in unserem Überblick zur kostenlosen Partnersuche, welche Modelle es gibt und wo die Kostenfallen liegen. Und falls du Apps ganz hinter dir lassen willst, sammelt unser Ratgeber Menschen kennenlernen ohne Dating-Apps Wege vom Sportverein bis zum Ehrenamt.

Am Ende entscheidet bei neuen wie alten Apps dasselbe: ob in erreichbarer Nähe Menschen aktiv sind, die zu dir passen, und ob du die Bedingungen verstehst, bevor du zahlst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit belegtem Startdatum neu in Deutschland seit 2024: Breeze (Anfang 2024, Berlin), Nova Meet (November 2024, Freiburg; ob die App noch betrieben wird, ist offen) und noii (April 2026, Stuttgart). Timeleft organisiert seit Frühjahr 2024 auch in Deutschland Abendessen unter Fremden, ist nach eigener Aussage aber keine Dating-App.
  • Hinge hat seit 2022 eine deutsche Version, Raya steht seit 2015 im App Store. Beide sind nicht neu.
  • Die Newcomer setzen auf Treffen statt Chat, wenige Vorschläge statt Endlos-Swipen und meist auf Bezahlung pro Date oder Ticket statt Abo.
  • Belegbare Trends: Offline-Formate, Begrenzung der Auswahl, KI-Funktionen und Verifizierung. Tinders KI-Empfehlung „Chemistry“ nennt Tinder bisher nur für Australien, Neuseeland, die USA und Kanada.
  • Eine frei zugängliche Rangliste einzelner Apps mit offengelegter Methode haben wir für Deutschland nicht gefunden. Der Bitkom misst Kategorien, zu den neuen Apps gibt es nur Eigenangaben.
  • Bevor du wechselst, prüf Nutzer in deiner Nähe, Betreiber, Geschäftsmodell, Datenschutz und ob die App gepflegt wird.

Quellen und Stand: Bitkom, Presseinformationen vom 24. März 2025 und 10. Februar 2026 (Umfragen von Bitkom Research); SWR; Freiburger Wochenbericht; Global Dating Insights; Pressemitteilung von noii (startupticker.ch); OMR; dpa im Handelsblatt; TechCrunch; Match Group, Quartalsmitteilung vom 4. August 2026; Polizeiliche Kriminalprävention (polizei-beratung.de); Verbraucherzentrale; DSGVO Art. 9, 15 und 17; § 312g BGB. Anbieterangaben geprüft am 7. Oktober 2026.

Häufig gestellte Fragen

Welche Dating-Apps sind 2026 neu in Deutschland?

Mit belegtem Startdatum haben wir seit 2024 drei neue Dating-Angebote gefunden. Breeze aus den Niederlanden ist seit Anfang 2024 in Berlin und laut eigener Website inzwischen in fünf deutschen Städten verfügbar, ohne vorheriges Chatten und mit Bezahlung pro Date. Nova Meet aus Freiburg kam im November 2024 in die App-Stores und verzichtet aufs Swipen, ob die App noch gepflegt wird, war am 7. Oktober 2026 allerdings unklar. Und noii aus der Schweiz veranstaltet seit April 2026 Single-Events in Deutschland. Dazu kommt Timeleft mit Abendessen unter Fremden, das sich selbst ausdrücklich nicht als Dating-App versteht. Hinge und Raya sind dagegen nicht neu.

Welchen Dating-Trend greifen die neuen Apps auf?

Belegen lassen sich vier Entwicklungen: Treffen statt langem Chatten, weniger Vorschläge statt Endlos-Swipen, KI-Funktionen und mehr Verifizierung. Den Hintergrund zeigt eine Online-Befragung von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom vom Januar 2025 unter 1.006 Menschen ab 16 Jahren: Von den 532 Befragten, die schon online gedatet hatten, sagten 54 Prozent, ihre Dates schafften es selten zu einem realen Treffen, 45 Prozent nervt zu langes Hin- und Herschreiben. Neue Apps planen deshalb das Date direkt oder verkaufen Tickets für Single-Events. Tinder erprobt KI-Empfehlungen unter dem Namen Chemistry, laut Tinder bisher in Australien, Neuseeland, den USA und Kanada, und bietet seit 2025 auch in Deutschland eine freiwillige Ausweisprüfung an.

Welche Dating-Apps sind aktuell beliebt?

Eine frei zugängliche Rangliste einzelner Apps für Deutschland, die ihre Methode offenlegt und nicht von einem Anbieter stammt, haben wir nicht gefunden. Der Digitalverband Bitkom fragt nach Kategorien: In einer Online-Befragung von Bitkom Research in seinem Auftrag vom Januar 2026 unter 1.449 Internetnutzerinnen und -nutzern ab 16 Jahren hatten sich 27 Prozent schon einmal bei Dating-Apps wie Tinder, Bumble oder Hinge umgesehen, 21 Prozent bei Online-Partnervermittlungen wie Parship. Unter den 16- bis 29-Jährigen hatten 49 Prozent Dating-Apps genutzt. Zu neuen Apps wie Breeze, Nova Meet oder noii gibt es nur Eigenangaben der Anbieter.

Kann jeder auf Raya?

Nein. Laut App-Store-Eintrag gibt es die Mitgliedschaft nur auf Bewerbung. Ein weltweites Komitee prüft die Bewerbungen laufend, das kann Tage bis Monate dauern, nach welchen Kriterien es entscheidet, nennt der Eintrag nicht. Wer aufgenommen wird, wählt eine Mitgliedschaft über einen, sechs oder zwölf Monate, die sich automatisch verlängert. Im deutschen App Store standen am 7. Oktober 2026 unter anderem Mitgliedschaften für 18,99 und 83,99 Euro sowie Raya+ für 44,99 Euro, ohne Angabe der Laufzeit. Neu ist Raya nicht, die App steht seit 2015 im App Store.

Was kosten die neuen Dating-Apps?

Die meisten Newcomer kassieren pro Treffen statt pro Monat, ganz ohne Abo kommen aber nicht alle aus. Bei Breeze zahlst du pro Date, laut FAQ je nach Land meist 10 bis 15 Euro inklusive erstem Getränk, Werbung oder Premium-Abos gibt es laut Breeze nicht. Nova Meet ist laut Beschreibung bei Google Play in der Basisversion kostenlos, nur Männer zahlen für Nachrichten über das Tageslimit hinaus. Ob die App noch betrieben wird, ist allerdings offen. Bei noii kaufst du Tickets pro Event, ein Afterwork in Frankfurt kostet zum Beispiel 29 Euro, als Early Bird 19 Euro. Dazu bietet noii ein optionales Premium-Abo an, das sich laut AGB automatisch verlängert und unter anderem die Gästeliste nach dem Event freischaltet. Timeleft verlangt ein Abo, das sich laut AGB automatisch verlängert. Im deutschen App Store stehen Käufe namens Timeleft X für 18,49 bis 58,99 Euro ohne Angabe der Laufzeit, Essen und Getränke zahlst du im Restaurant. Stand jeweils: 7. Oktober 2026.

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