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Gleeden Test & Erfahrungen 2026: Kosten, Diskretion, Risiken

Gleeden im Test 2026: Was die Seitensprung-Plattform kostet, wer dahintersteckt, wie diskret sie ist und welche Risiken du vor der Anmeldung kennen solltest.

Markus Hoffmann
Markus Hoffmann
· 16 Min. Lesezeit

Gleeden ist eine Dating-Plattform für Menschen, die in einer Beziehung leben und Kontakte außerhalb davon suchen. Betrieben wird sie von der US-Firma Blackdivine LLC. Für Frauen ist die Nutzung laut Anbieter kostenlos. Männer zahlen mit Credits, und zwar schon für das Schreiben und sogar für das Lesen der ersten Nachricht. Im App Store kosten die Pakete zwischen 11,99 und 129,99 Euro. Ein Abo brauchst du nicht, optional gibt es aber das Monatsabo Gleeden+. Erstattungen schließen die Verkaufsbedingungen weitgehend aus, ungenutzte Credits können verfallen. Für Diskretion sollen ein „Panic!“-Knopf und neutrale Abbuchungen sorgen. Deine Daten liegen auf Servern in den USA.

Ein Wort zur Methode: Das ist eine offene Schreibtisch-Prüfung. Ein eigenes Konto haben wir nicht angelegt, Credits haben wir nicht gekauft. Ausgewertet haben wir Startseite, Rechtstexte und Hilfe sowie die App-Einträge bei Apple und Google, Stand 24. Oktober 2026. Eine Besonderheit gab es: de.gleeden.com zeigte uns an diesem Tag nur eine Sperrmeldung, nach der die Seite von unserer IP-Adresse aus nicht erreichbar sei. Die Rechtstexte haben wir deshalb in den jüngsten Fassungen gelesen, die das Internet Archive gespeichert hat. Das sind die Verkaufsbedingungen vom 22. Februar 2026, die Nutzungsbedingungen und die Hilfe vom 3. Februar 2026 sowie die Datenschutzerklärung vom 25. März 2026. Prüfe vor einem Kauf, ob sich seither etwas geändert hat. Über den Alltag auf der Plattform können wir nichts sagen. Über Regeln, Preise und Versprechen des Anbieters können wir dagegen einiges sagen.

Gleeden auf einen Blick

PunktStand 24. Oktober 2026 (Rechtstexte: Archivfassungen Februar/März 2026)
BetreiberBlackdivine LLC, laut Nutzungsbedingungen in Texas registriert, Büro in New York
Weitere GesellschaftBlackdivine Ltd, Cork (Irland), laut Seitenfuß
GestartetDezember 2009 in Frankreich
Mindestalter18 Jahre
Kosten Frauenkostenlos (laut Startseite und Hilfe)
Kosten MännerCredits, im App Store 11,99 € bis 129,99 € pro Paket
Abonicht nötig, optional Gleeden+ mit monatlicher Verlängerung
Erstattunglaut Verkaufsbedingungen grundsätzlich ausgeschlossen
DatenstandortUSA (laut Datenschutzerklärung)
App-BewertungenApp Store 4,1 (72 Bewertungen), Google Play 3,6 (rund 37.000 Rezensionen)

Was ist Gleeden?

Auf der deutschen Startseite nennt sich Gleeden „die 1. außereheliche Vermittlungsseite, von Frauen entworfen“. Der Name verbindet laut Hilfe das englische Wort „glee“ (Freude) mit dem Garten Eden. Offiziell gestartet ist die Plattform im Dezember 2009 in Frankreich. Gegründet haben das Unternehmen dahinter laut der französischen Wikipedia die Brüder Teddy und Ravy Truchot.

Gleeden richtet sich vor allem an Verheiratete und Menschen in festen Beziehungen. Singles sind nicht ausgeschlossen. Die Hilfe bittet darum, den eigenen Beziehungsstatus ehrlich anzugeben. Gleeden betont dort auch, niemanden zur Untreue verführen zu wollen.

Laut Startseite arbeitet ein reines Frauenteam an der Plattform. Die Hilfe spricht dagegen von einem Team, das „hauptsächlich“ aus Frauen besteht. Prüfen lässt sich beides von außen nicht. Sichtbar wird der Ansatz an zwei Stellen. Frauen zahlen nichts. Und nur Frauen dürfen Männer bewerten, nachdem sie mit ihnen geschrieben haben.

In Deutschland ist Ehebruch seit 1969 keine Straftat mehr. In Frankreich klagte ein katholischer Familienverband ab 2015 gegen Gleedens Werbung. Er verlor im Dezember 2020 in letzter Instanz vor der Cour de cassation.

Wer steckt hinter Gleeden?

Laut Nutzungsbedingungen ist Gleeden Marke und Handelsname der Blackdivine LLC. Die Firma ist demnach im US-Bundesstaat Texas registriert, ihr Hauptsitz liegt in New York, 60 Broad Street. Eine Registernummer nennen die Texte nicht. Im Seitenfuß steht zusätzlich die Blackdivine Ltd in Cork, Irland. Welche Rolle die irische Gesellschaft für Kundinnen und Kunden in Deutschland spielt, erklären die Unterlagen nicht.

Der App Store und Google Play nennen eine dritte Anschrift: Blackdivine LLC, 1101 Brickell Avenue in Miami, Florida. Ein Impressum nach deutschem Muster mit Geschäftsführung und Handelsregister haben wir nicht gefunden.

Für dich wichtig: Laut Nutzungsbedingungen gilt das Recht des Staates New York, Gerichtsstand ist New York. Alle Rechtstexte gibt es auch auf der deutschen Seite nur auf Englisch. Die Hilfeseiten sind zwar deutsch, wirken aber in Teilen veraltet. Sie empfehlen zum Beispiel noch den Internet Explorer.

Was du bei Gleeden machen kannst

Die Anmeldung ist kostenlos. Du legst ein Profil mit frei gewähltem Benutzernamen an. Dein echter Name erscheint laut Datenschutzerklärung nirgends auf der Seite. Moderatoren prüfen Foto, Benutzernamen und Vorstellungssatz innerhalb von 48 Stunden. Nacktbilder und anzügliche Texte lehnen sie laut Hilfe ab.

Diese Funktionen beschreibt die Hilfe:

  • Suche nach Ort und weiteren Kriterien, auch in anderen Ländern
  • Zwinkern und Favoriten, beides kostenlos
  • Private Nachrichten und Chat, für Männer kostenpflichtig
  • Öffentliches und privates Fotoalbum, das private nur mit deiner Freigabe
  • Virtuelle Geschenke in verschiedenen Preisstufen, manche kostenlos
  • Notizblock für eigene Notizen
  • Bewertungen von Männern durch Frauen, nach einem Austausch
  • „Panic!“-Knopf zum sofortigen Abmelden

Mitmachen darf nur, wer mindestens 18 Jahre alt ist. Wer wegen einer Sexualstraftat verurteilt wurde, ist laut Nutzungsbedingungen ausgeschlossen. Gewerbliche Nutzung und Prostitution sind verboten. Verstöße meldest du direkt am Profil, im Chat oder in einer Nachricht.

Die App gibt es für iPhone und Android. Im App Store hat sie 4,1 Sterne bei 72 Bewertungen. Als Sprache ist dort nur Englisch angegeben. Bei Google Play sind es 3,6 Sterne bei rund 37.000 Rezensionen und mehr als fünf Millionen Downloads. Beide Stores geben die App erst ab 18 Jahren frei. Wie viele Mitglieder Gleeden in Deutschland hat, ist öffentlich nicht belegt.

Was kostet Gleeden?

Für Frauen

Laut Startseite und Hilfe sind Registrierung und alle Funktionen für Frauen kostenlos. Die Verkaufsbedingungen selbst unterscheiden allerdings nicht nach Geschlecht. Dort heißt es allgemein, wer alle Funktionen nutzen will, müsse ein Credit-Paket kaufen.

Für Männer: das Credit-System

Kostenlos sind für Männer die Anmeldung, das eigene Profil, die Suche und das Ansehen anderer Profile. Für Letzteres gelten laut Nutzungsbedingungen Tageslimits. Zwinkern und Favoriten kosten ebenfalls nichts. Für jeden echten Kontakt brauchst du Credits:

AktionCredits
Erste Nachricht an ein Mitglied senden5
Erste Nachricht eines Mitglieds lesen3
Chat-Sitzung starten (abgebucht ab der ersten Antwort)4
Auf eine Chat-Anfrage antworten3
Zugang zu einem privaten Album anfragen1
Zugang wird gewährt2

Danach sind weitere private Nachrichten zwischen denselben zwei Personen kostenlos. Im Chat kostet dagegen jede neue Sitzung wieder Credits. Reißt ein Chat ab, hast du laut Verkaufsbedingungen 35 Minuten Zeit, um ohne neue Credits weiterzumachen.

Preise der Pakete

Auf den öffentlich lesbaren Seiten nennt Gleeden keine Paketpreise. Gekauft wird im Mitgliederbereich unter „Verwaltung meines Guthabens“. Die Hilfe spricht von „vier“ Paketen, beschreibt aber nur drei mit 25, 100 und 400 Einheiten. Öffentlich sichtbar sind dagegen die Preise im App Store:

Paket (Name im App Store)Preise am 24. Oktober 2026
Pack 3011,99 €, 22,99 €, 24,99 €, 27,99 €
Pack 6014,99 €, 39,99 €, 44,99 €
Pack 12059,99 €, 64,99 €
Pack 300129,99 €

Warum dasselbe Paket mehrere Preise hat, erklärt der Eintrag nicht. Naheliegend sind Aktionsangebote, belegt ist das nicht. Der App Store zeigt genau zehn Einträge. Ob das alle sind, ist nicht erkennbar.

Ein Rechenbeispiel: Wir gehen davon aus, dass die Zahl im Paketnamen die Credits meint. Dann kostet ein Credit im 30er-Paket zwischen 40 und 93 Cent. Eine erste Nachricht mit 5 Credits kostet im 30er-Paket also etwa 2 bis 4,67 Euro. Rechnerisch günstiger wäre das Pack 60 für 14,99 Euro mit 25 Cent pro Credit.

Gleeden+ ist doch ein Abo

Die Hilfe wirbt mit „Bei Gleeden gibt es kein Abo“. Die neueren Verkaufsbedingungen vom August 2024 kennen aber ein Abo namens Gleeden+. Es verlängert sich monatlich und wird jeden Monat abgerechnet. Was es kostet und was es enthält, haben wir in den öffentlichen Unterlagen nicht gefunden.

Kostenfallen

  • Credits verfallen: Laut Nutzungsbedingungen darf Gleeden ungenutzte Credits ohne Erstattung streichen. Das gilt, sobald du 180 Tage nicht eingeloggt warst oder der Kauf 365 Tage zurückliegt.
  • Lesen kostet: Schreibt dir jemand zuerst, zahlst du als Mann 3 Credits, um die Nachricht zu öffnen.
  • Keine Erstattung: „Alle Käufe sind endgültig“, heißt es in den Verkaufsbedingungen. Ausnahmen nennen sie bei Missbrauch und Identitätsdiebstahl, im Einzelfall auch über den Support.
  • Löschen kostet Guthaben: Wer sein Konto löscht, verliert alle ungenutzten Credits.
  • Upgrade nur sofort: In ein größeres Paket wechselst du nur binnen 24 Stunden und nur mit unverbrauchten Credits.
  • Rückbuchung mit Folgen: Holst du dir eine Zahlung über deine Bank zurück, darf Gleeden dein Konto sofort schließen.

Kündigen, Widerruf und Konto löschen

Credit-Pakete verlängern sich laut Verkaufsbedingungen nicht. Kündigen musst du nur Gleeden+.

Gleeden+ kündigen

Auf der Website geht das laut Verkaufsbedingungen so:

  1. Öffne die Kaufseite in deinem Konto.
  2. Klicke bei deinem Abo auf das Einstellungssymbol.
  3. Wähle „Cancel my subscription“. Die Bedingungen nennen nur diese englische Beschriftung.

Hast du über die App gekauft, rechnet der Store ab. Ein Apple-Abo kündigst du in den Einstellungen deines iPhones unter deinem Namen und „Abonnements“, spätestens 24 Stunden vor Ablauf. Bei Google Play findest du Abos in der Play-Store-App unter „Zahlungen & Abos“. Für Käufe im App Store sollst du dich laut Verkaufsbedingungen an Apple wenden, nicht an Gleeden. Bei Google-Play-Käufen hilft auch der Gleeden-Support.

Widerruf

Die Verkaufsbedingungen räumen Kundinnen und Kunden in der EU ein schriftliches Rücktrittsrecht von sieben Werktagen ein. Es gilt nur für den ersten Kauf und erlischt, wenn du Credits mit deiner Zustimmung schon verbraucht hast. Nach einem Rücktritt soll die Erstattung binnen 30 Tagen kommen. Begründet wird das mit der EU-Fernabsatzrichtlinie von 1997. Diese wurde 2014 durch die Verbraucherrechterichtlinie ersetzt.

In Deutschland beträgt die Widerrufsfrist bei Online-Verträgen 14 Tage (§ 355 BGB), die Erstattung muss binnen 14 Tagen kommen (§ 357 Abs. 1 BGB). Bei Dienstleistungen und digitalen Inhalten kann das Recht vorher erlöschen. Voraussetzung ist unter anderem, dass du dem sofortigen Beginn ausdrücklich zugestimmt und bestätigt hast, dass du dadurch dein Widerrufsrecht verlierst (§ 356 Abs. 5 und 6 BGB). Als Verbraucher in der EU kannst du dich in der Regel auf die Schutzvorschriften deines Wohnlandes berufen. Daran ändert eine Rechtswahl in den Bedingungen meist nichts. Ob und wie das hier greift, kann dir im Streitfall die Verbraucherzentrale einschätzen. Hast du in der App gekauft, wendest du dich für einen Widerruf an Apple oder Google. Das ist keine Rechtsberatung.

Konto pausieren oder löschen

Gleeden kennt zwei Wege. Beim Pausieren verschwindet dein Profil, alles andere bleibt gespeichert: Nachrichten, Favoriten, Bewertungen und Guthaben. Du reaktivierst es, indem du dich wieder einloggst. Guthaben kann laut Nutzungsbedingungen aber auch während der Pause verfallen, wenn die Fristen ablaufen. Pausieren darfst du laut Hilfe nur einmal innerhalb von 30 Tagen.

Zum endgültigen Löschen nennt die Hilfe diese Schritte:

  1. Klicke im Menü auf „Profil“.
  2. Öffne den Reiter „Mein Konto“.
  3. Klicke unten auf „Mein Konto löschen“. Das lässt sich nicht rückgängig machen.

Alternativ nennen die Nutzungsbedingungen eine E-Mail an unsubscribe@gleeden.com. Dann entfernt Gleeden dein Profil innerhalb von 30 Tagen. Wichtig: Die App vom Handy zu löschen, löscht dein Konto nicht.

Wie diskret ist Gleeden?

Diskretion ist das zentrale Versprechen von Gleeden.

Der „Panic!“-Knopf sitzt auf der Website oben rechts. Ein Klick meldet dich sofort ab und leitet dich auf Google weiter. Die Zieladresse kannst du unter „Profil“ und „Mein Konto“ ändern. Alternativ drückst du zweimal hintereinander die Esc-Taste. Ob die App eine ähnliche Funktion hat, steht nicht in den Unterlagen.

Bei der Abrechnung verspricht Gleeden, dass sein Name nie auf dem Kontoauszug erscheint. Stattdessen nutzt der Anbieter einen neutralen Buchungsnamen, der regelmäßig wechselt. Laut Datenschutzerklärung wickeln Dienstleister wie Paysafecard, Coinbase oder Trustpay die Zahlungen ab. Kaufst du in der App, rechnen Apple oder Google ab. Dann steht der Kauf im Kaufverlauf deines Store-Kontos.

Kontakt läuft nur über den Benutzernamen. E-Mail-Adresse und Kontaktdaten sehen andere Mitglieder laut Hilfe nicht. Private Fotos zeigst du nur, wem du sie freigibst.

Ein Punkt wird leicht übersehen: E-Mail-Benachrichtigungen sind laut Hilfe standardmäßig eingeschaltet. Gleeden schickt dann Mails, wenn jemand dein Profil besucht, dich anzwinkert oder dir schreibt. Abschalten kannst du sie unter „Profil“ und „Mein Konto“.

Sind die Profile bei Gleeden echt?

Wir haben alle Rechtstexte und die Hilfe nach bestimmten Begriffen durchsucht, jeweils auch auf Englisch. Gesucht haben wir nach „Moderator“, „Animateur“, „fiktiv“, „Controller“, „Unterhaltung“ und „Profile des Betreibers“. Das Ergebnis ist eindeutig.

In den Nutzungsbedingungen steht eine ausdrückliche Zusage: Gleeden garantiert, keine falschen Mitglieder anzulegen, um Besucher anzulocken oder Credit-Käufe anzukurbeln. Die Hilfe ergänzt, Gleeden sei gegen falsche Profile und gegen den Einsatz von „Unterhaltern“. Hinter jedem Profil sitze eine reale Person. Eine Klausel, die Betreiber- oder Moderatorenprofile erlaubt, haben wir nicht gefunden. Moderatoren tauchen nur bei der Prüfung von Inhalten und Meldungen auf.

Echt heißt aber nicht geprüft. Gleeden überprüft laut Nutzungsbedingungen weder den Hintergrund seiner Mitglieder noch die Richtigkeit ihrer Angaben. Von einer Ausweisprüfung ist in den Unterlagen keine Rede. Laut Hilfe schauen Moderatoren bei der Anmeldung nur, ob Fotos gefälscht wirken und zur Beschreibung passen. Der App Store nennt zwar einen „Altersnachweis“ in der App. Wie der abläuft, steht dort nicht. Für Inhalte anderer Mitglieder übernimmt der Anbieter keine Verantwortung. Ein Profil kann also von einem echten Menschen stammen und trotzdem falsche Angaben enthalten.

Datenschutz: Was mit deinen Daten passiert

Die Datenschutzerklärung stammt vom 24. Mai 2018, einen Tag bevor die DSGVO galt. Die DSGVO erwähnt sie nicht. Einen Datenschutzbeauftragten oder eine zuständige Aufsichtsbehörde nennt sie ebenfalls nicht. Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Server in den USA: Mit der Nutzung stimmst du der Übermittlung deiner Daten in die USA zu.
  • Sensible Daten: Angaben zu sexuellen Vorlieben verarbeitet Gleeden mit deiner Einwilligung. Als Einwilligung wertet die Erklärung aber schon, dass du sie freiwillig angibst.
  • Nachrichten nicht ganz privat: Laut Nutzungsbedingungen darf Gleeden Mails und Chats prüfen, um Regelverstöße zu erkennen.
  • Herausgabe: Auf rechtlicher Grundlage darf Gleeden IP-Adressen von Mitgliedern weitergeben.
  • Nach dem Löschen: Land, Sprache und Login-Daten mit IP-Adresse bleiben bis zu einem Jahr gespeichert. Was du anderen geschickt hast, bleibt bei ihnen.
  • Auskunft: Ein Archiv deiner Daten bekommst du laut Hilfe über privacy@gleeden.com, Änderung und Löschung nennt die Datenschutzerklärung über info@gleeden.com.

Einen von Gleeden oder einer Behörde bestätigten Datenvorfall haben wir nicht gefunden. Die Datenbank „Have I Been Pwned“ verzeichnet für gleeden.com keinen Eintrag (Stand 24. Oktober 2026). Es gibt aber eine unbestätigte Behauptung. Der Sicherheitsberater Alex Holden schrieb 2015 in einem Gastbeitrag bei IBTimes UK, Gleeden sei im Vorjahr gehackt worden, also 2014. Dabei seien 1,8 Millionen Datensätze gestohlen worden. Eine Stellungnahme von Gleeden dazu haben wir nicht gefunden.

Bevor du dich anmeldest

Ob du Gleeden nutzt, entscheidest du selbst. Wir möchten nur, dass du die Risiken kennst, bevor du Daten und Geld hineingibst.

Datenlecks sind dokumentiert. Der bekannteste Fall betrifft Ashley Madison, eine ähnliche Plattform. Hacker veröffentlichten im August 2015 die Daten von rund 36 Millionen Nutzerkonten. Das zeigt der Untersuchungsbericht der kanadischen und australischen Datenschutzbehörden. Manche Betroffene erhielten danach Erpresser-Mails mit der Drohung, Familie oder Arbeitgeber einzuweihen. Betroffen waren auch Konten, die nur deaktiviert und nicht gelöscht waren. Die Website hatte zuvor mit einem „100% discreet service“ geworben.

Drei Lehren daraus:

  • Diskretion ist ein Versprechen, keine Garantie.
  • Was nicht gespeichert ist, kann nicht abfließen. Gib nur an, was nötig ist.
  • Pausieren schützt nicht. Wer aufhört, sollte das Konto löschen.

Spuren entstehen trotzdem. Ein neutraler Buchungsname macht eine Abbuchung nicht unsichtbar. Store-Käufe stehen im Kaufverlauf, E-Mail-Benachrichtigungen landen im Postfach. Fotos können dich laut Datenschutzerklärung erkennbar machen, auch ohne Namen.

Die Beziehung trägt die Folgen. Eine heimliche Affäre verändert meist mehr als die eigene Freizeit. Was sie für beide Seiten bedeuten kann, beschreibt unser Ratgeber zu Affären. Manchmal steckt hinter dem Wunsch nach einem anderen Menschen eine Krise, über die noch niemand gesprochen hat. Dann kann eine Eheberatung ein erster Schritt sein. Stehst du auf der anderen Seite und hast einen Verdacht? Dann hilft unser Text über Anzeichen für Fremdgehen beim Einordnen.

Erstes Treffen: Sicherheit geht vor

Auch wenn es um etwas Diskretes geht, gelten die üblichen Regeln. Triff dich beim ersten Mal an einem belebten, öffentlichen Ort. Sag einer Vertrauensperson, wo du bist und mit wem. Reise selbst an und ab, damit du jederzeit gehen kannst. Wirst du bedroht oder fühlst dich in Gefahr, ruf die Polizei unter 110.

Die Nutzungsbedingungen raten außerdem, anderen Mitgliedern nie Bank- oder Kreditkartendaten zu geben. Bittet dich jemand um Geld, ist das ein klares Warnzeichen. Mehr Tipps findest du in unserem Ratgeber zur Online-Dating-Sicherheit.

Für wen passt Gleeden und für wen nicht?

Gleeden kann zu dir passen, wenn:

  • du als erwachsener Mensch bewusst Kontakte außerhalb deiner Beziehung suchst,
  • du als Frau eine kostenlose Plattform mit diesem Schwerpunkt willst,
  • du die Credit-Kosten vorher durchrechnest und mit verfallendem Guthaben leben kannst,
  • du mit englischen Rechtstexten und Datenspeicherung in den USA leben kannst.

Gleeden passt eher nicht, wenn:

  • du eine feste Partnerschaft suchst,
  • du als Mann ein klar kalkulierbares Budget brauchst,
  • dir deutsche Rechtstexte, ein Impressum und DSGVO-Angaben wichtig sind,
  • du mit der Plattform Probleme in deiner Beziehung lösen willst, über die ihr noch nicht gesprochen habt.

Alternativen zu Gleeden

Wünschst du dir mehr Freiheit in der Beziehung und soll dein Partner oder deine Partnerin davon wissen, gibt es offene Modelle. Wie Paare Regeln dafür aushandeln, steht in unserem Text über offene Beziehungen. Einen Überblick über die Spielarten gibt der Ratgeber zu ethischer Nicht-Monogamie. Communitys wie JOYclub haben auch Profile für Paare. Kosten und Echtheitsprüfung dort beschreibt unser JOYclub-Test.

Ist bereits etwas passiert, hilft unser Ratgeber dabei, einen Seitensprung zu verarbeiten, und zwar für beide Seiten.

Ein bekannter Wettbewerber mit ähnlichem Konzept ist Ashley Madison, dessen Nutzerdaten 2015 nach einem Hackerangriff veröffentlicht wurden. Prüfe bei jeder solchen Plattform dieselben Punkte: Betreiber, Kosten, Erstattung, Löschung und Datenstandort.

Fazit

Gleeden ist ein echtes, seit 2009 laufendes Angebot mit einem klaren Versprechen: Diskretion, für Frauen kostenlos. Die Diskretions-Funktionen sind klar beschrieben. Die Zusage, keine falschen Profile anzulegen, steht ausdrücklich in den Nutzungsbedingungen.

Für Männer wird es schnell teuer und schwer kalkulierbar. Schon das Lesen der ersten Nachricht kostet, Erstattungen sind weitgehend ausgeschlossen, und Credits können verfallen. Dazu kommen englische Rechtstexte, New Yorker Recht, Server in den USA und eine Datenschutzerklärung von 2018 ohne DSGVO-Bezug. Wer sich anmeldet, sollte wissen: Bei Seitensprung-Portalen wiegen die Daten, die du dort hinterlässt, schwerer als die Kosten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Gleeden?

Gleeden ist eine Dating-Plattform für Menschen, die in einer Beziehung leben und Kontakte außerhalb davon suchen. Sie startete im Dezember 2009 in Frankreich und wirbt damit, „von Frauen entworfen“ zu sein. Betreiber ist laut Nutzungsbedingungen die US-Firma Blackdivine LLC. Es gibt eine Website und Apps für iPhone und Android. Die Nutzung ist ab 18 Jahren erlaubt. Frauen zahlen laut Anbieter nichts, Männer bezahlen Nachrichten und Chats mit Credits.

Ist Gleeden für Frauen kostenlos?

Ja, laut Startseite und Hilfe sind Registrierung und alle Funktionen für Frauen kostenlos. Frauen können also Nachrichten schreiben und lesen, chatten und Zugang zu privaten Fotoalben anfragen, ohne Credits zu kaufen. Die Verkaufsbedingungen selbst unterscheiden allerdings nicht nach Geschlecht. Die Zusage steht also in Werbung und Hilfe, nicht im Vertragstext.

Was kostet Gleeden für Männer?

Männer kaufen Credits. Die erste Nachricht an ein Mitglied kostet 5 Credits, das Lesen der ersten Nachricht 3 Credits, jede neue Chat-Sitzung 4 Credits. Weitere Nachrichten an dieselbe Person sind danach kostenlos, ein neuer Chat kostet dagegen wieder Credits. Auf den öffentlich lesbaren Seiten nennt Gleeden keine Preise. Im App Store kosten die Pakete am 24. Oktober 2026 zwischen 11,99 Euro und 129,99 Euro. Dazu kommt das optionale Monatsabo „Gleeden+“, dessen Preis wir nicht öffentlich gefunden haben.

Ist Gleeden seriös?

Gleeden gibt es seit 2009, die Apps stehen in beiden großen Stores. Betreiber ist die Blackdivine LLC aus den USA. Einige Punkte solltest du aber kennen. Die Rechtstexte sind nur auf Englisch verfügbar und sehen das Recht des Staates New York vor. Als Verbraucher in der EU behältst du aber in der Regel den Schutz deines Wohnlandes. Erstattungen schließen die Verkaufsbedingungen weitgehend aus. Ungenutzte Credits darf Gleeden nach 180 Tagen ohne Login oder 365 Tage nach dem Kauf streichen. Deine Daten liegen auf Servern in den USA. Für ein erstes Treffen gilt: öffentlicher Ort, eigene Anreise und bei Gefahr die Polizei unter 110.

Gibt es bei Gleeden Fake-Profile?

Laut Nutzungsbedingungen garantiert Gleeden, keine falschen Mitglieder anzulegen, um Besucher anzulocken oder Credit-Käufe anzukurbeln. Auch den Einsatz von „Unterhaltern“ lehnt die Hilfe ausdrücklich ab. Eine Klausel über Betreiber- oder Moderatorenprofile haben wir nicht gefunden. Moderatoren prüfen laut Hilfe Fotos, Benutzernamen, Vorstellungstexte und gemeldete Verstöße. Hintergrund und Angaben der Mitglieder überprüft Gleeden laut Nutzungsbedingungen nicht. Falsche Angaben einzelner Nutzer sind also möglich.

Wie lösche ich mein Gleeden-Konto?

Laut Hilfe gehst du auf „Profil“ und dann auf „Mein Konto“. Unten auf der Seite findest du die Schaltfläche „Mein Konto löschen“. Der Schritt lässt sich nicht rückgängig machen. Alternativ nennen die Nutzungsbedingungen eine E-Mail an unsubscribe@gleeden.com, dann wird das Profil binnen 30 Tagen entfernt. Ungenutzte Credits verfallen dabei ohne Erstattung. Pausieren ist kein Löschen: Dabei bleiben deine Daten vollständig gespeichert.

Taucht Gleeden auf dem Kontoauszug auf?

Laut Hilfe nicht. Gleeden verspricht, dass sein Name bei keiner Zahlungsart auf dem Kontoauszug erscheint. Stattdessen nutzt der Anbieter einen neutralen Buchungsnamen, der regelmäßig wechselt. Die Abbuchung selbst steht aber trotzdem auf dem Auszug. Kaufst du Credits in der App, rechnen Apple oder Google ab. Dann erscheint der Kauf zusätzlich im Kaufverlauf deines Store-Kontos.

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