Wer eine Hochzeit planen will, braucht vor allem die richtige Reihenfolge. Zuerst klärt ihr Budget, Gästezahl und die Art der Trauung. Dann bucht ihr Location und Fotografin oder Fotograf, denn die sind an beliebten Terminen zuerst weg. Das Standesamt kommt später, als viele denken: Anmelden könnt ihr euch in der Regel frühestens sechs Monate vor dem Termin.
Für eine große Sommerhochzeit sind zwölf bis 18 Monate Vorlauf angenehm, so früh beginnen auch gängige Checklisten. Eine kleine Feier lässt sich auch in wenigen Monaten organisieren, wenn ihr beim Datum flexibel seid.
Alle Zeitangaben sind Faustregeln, keine Vorschriften. Wir sagen jeweils dazu, wer sie empfiehlt und warum; was nicht zu euch passt, streicht ihr.
Hochzeit planen: Die Checkliste auf einen Blick
| Zeitpunkt | Die wichtigsten Aufgaben |
|---|---|
| 12 Monate und mehr | Budget, Gästezahl, Art der Trauung und Wunschzeitraum klären; Location und Fotograf buchen; Pfarramt anfragen |
| 9 bis 12 Monate | Musik, Styling, Trauredner und externes Catering buchen; Save-the-Date verschicken; Trauzeugen fragen |
| 6 bis 9 Monate | Outfit aussuchen; Unterlagen fürs Standesamt klären; Namensfrage, Ehevertrag und Flitterwochen besprechen |
| 4 bis 6 Monate | Eheschließung beim Standesamt anmelden; Einladungen verschicken; Ringe, Torte, Blumen, Hotelzimmer für Gäste |
| 2 bis 3 Monate | Tagesablauf festlegen; Traugespräch; Ausweis oder Pass mit neuem Namen vorab beantragen |
| 4 bis 6 Wochen | Rückmeldungen einsammeln; Sitzplan; Tischkarten und Gastgeschenke; letzte Anproben; Ringe abholen |
| 1 bis 2 Wochen | Endgültige Gästezahl an Location und Catering; alle Dienstleister bestätigen lassen |
| Tag davor | Ausweise, Ringe, Unterlagen, Notfalltasche bereitlegen |
| Hochzeitstag | Eine Ansprechperson für alle Dienstleister; Geschenke sicher verwahren |
| Danach | Namensänderung, Steuerklasse, Krankenkasse, Fotos sichern, Danke sagen |
Feste Fristen setzen vor allem Standesamt und Kirche, etwa für die Anmeldung oder für Urkunden, die nicht zu alt sein dürfen; dazu kommen die Termine aus euren Verträgen, etwa für die endgültige Gästezahl. Alles andere richtet sich danach, wie gefragt euer Termin und eure Dienstleister sind.
Wie lange vorher sollte man eine Hochzeit planen?
Die wichtigste gesetzliche Frist läuft andersherum, als man denkt: Zu früh geht beim Standesamt nicht. Wie viel Vorlauf ihr sonst braucht, hängt an der Nachfrage. Die Hochzeitsplanerin Jacqueline Deininger rät in einem dpa-Ratgeber, die Location „im Idealfall mindestens anderthalb Jahre“ vorher zu buchen. Der Kartenhersteller Kartenmacherei beginnt seine Checkliste zwölf bis 18 Monate vorher.
Die Engpässe sind fast immer dieselben: Locations, Fotografen und Wochenenden in der Saison. Wer eine Hochzeit den ganzen Tag begleitet, kann an diesem Tag keine zweite annehmen. Der Berliner Hochzeitsfotograf David Kohlruss nennt im selben Ratgeber Freitage und Samstage von Mai bis September als Hochtage und rät, etwa ein Jahr vorher anzufragen.
Wie stark sich Hochzeiten ballen, zeigen Zahlen aus Bayern: Dort war 2025 laut Landesamt für Statistik der Mai der Monat mit den meisten Eheschließungen, und 22.896 der 58.640 Trauungen fanden an einem Freitag statt. In einer Online-Umfrage des Portals WeddyPlace unter 3.185 Paaren (2023, nicht repräsentativ) heirateten rund 55 Prozent im Sommer. Bundesweit wurden 2025 laut Statistischem Bundesamt rund 348.800 Ehen geschlossen.
Unsere Lesart: Für eine große Feier an einem Samstag im Sommer sind zwölf bis 18 Monate entspannt. Wer an einem Werktag im Herbst mit 30 Gästen feiert, kommt mit deutlich weniger aus.
Was steht 12 Monate und mehr vor der Hochzeit an?
Die ersten Entscheidungen bestimmen alle späteren. Nehmt euch dafür einen ruhigen Abend zu zweit, bevor Eltern und Freunde mitreden.
- Eckdaten besprechen: groß oder klein, standesamtlich, kirchlich oder frei, eher Fest oder eher Essen im kleinen Kreis
- Budget festlegen: Was habt ihr, gibt jemand etwas dazu, was ist euch am wichtigsten?
- Grobe Gästeliste schreiben: Die Zahl entscheidet, welche Locations überhaupt in Frage kommen.
- Wunschzeitraum und zwei, drei Ausweichtermine festlegen
- Location besichtigen und buchen: Catering, Ende der Feier, Übernachtung, Plan B bei Regen
- Fotografin oder Fotograf buchen
- Beim Standesamt fragen, ab wann Trautermine reserviert werden können
- Bei kirchlicher Trauung: Termin im Pfarramt anfragen
- Bei Auslandsbezug: Unterlagenliste beim Standesamt erfragen
Warum die Location zuerst? Weil fast alles an ihr hängt: das Datum, die Gästezahl, oft auch das Catering. Erst wenn sie steht, lohnt es sich, andere Dienstleister anzufragen.
Warum der Fotograf so früh? Eine Fotografin aus unserer Stichprobe zu den Kosten eines Hochzeitsfotografen empfiehlt für beliebte Termine ein bis anderthalb Jahre Vorlauf. An einem Samstag im Juni konkurriert ihr mit vielen anderen Paaren um dieselben Leute.
Standesamt: früh fragen, spät anmelden. Ob und wie früh ihr einen Trautermin reservieren könnt, regelt jedes Standesamt selbst. In Wiesbaden geht das online bis zu zwölf Monate im Voraus. Köln schaltet seine Termine auf den Tag genau sechs Monate vorher frei; die Vormerkung wird erst verbindlich, wenn ihr innerhalb von 40 Tagen mit allen Unterlagen anmeldet. Für den besonders gefragten Kleinen Sitzungssaal im Neuen Rathaus verlost München die Termine, die Bewerbungsfrist für 2027 endet am 30. Dezember 2026.
Kirche: Deininger rät im dpa-Ratgeber, sich etwa ein Jahr vorher an die Gemeinde oder das Pfarramt zu wenden.
Was erledigt ihr 9 bis 12 Monate vorher?
Jetzt folgen die übrigen Dienstleister und die ersten Nachrichten an eure Gäste.
- DJ oder Band buchen: einen Wunsch-DJ laut dpa-Ratgeber am besten etwa ein Jahr vorher; was DJs kosten, zeigt unsere Auswertung von 15 DJ-Preislisten
- Styling-Termin absprechen: Auch hier hält der Ratgeber ein Jahr Vorlauf für ratsam.
- Trauredner buchen, wenn ihr frei heiratet
- Externes Catering festmachen, falls die Location keine eigene Küche hat
- Save-the-Date verschicken
- Trauzeugen fragen, wenn ihr welche möchtet
Beim Catering macht die Location den Unterschied: Mit einem externen Caterer solltet ihr laut dpa-Ratgeber mindestens sechs Monate vorher planen. Bringt die Location ihre eigene Küche mit, dürften laut Ratgeber rund zehn Wochen reichen.
Für die Save-the-Date-Karte nennen die Quellen unterschiedliche Zeitpunkte: das Portal Bridebook acht bis zwölf Monate, Kartenmacherei sieben bis elf Monate, der dpa-Ratgeber mit Hochzeitsplanerin Melanie Goldberg etwa ein Jahr. Wer eine Feier mit Anreise oder in den Schulferien plant, verschickt eher früher. Was auf die Karte gehört und wie ihr später die Einladung formuliert, steht in unserem Ratgeber zum Text der Hochzeitseinladung.
Trauzeugen sind beim Standesamt seit dem 1. Juli 1998 nicht mehr vorgeschrieben; nach § 1312 BGB könnt ihr einen oder zwei mitbringen, wenn ihr das wünscht. Trotzdem können sie euch viel abnehmen, von Reden über den Junggesellenabschied bis zum Ablauf am Tag. Was realistisch auf sie zukommt, beschreiben wir unter den Aufgaben von Trauzeugen.
Was ist 6 bis 9 Monate vor der Hochzeit dran?
- Brautkleid oder Anzug aussuchen
- Unterlagen fürs Standesamt klären, aber nicht zu früh bestellen
- Namensfrage besprechen (mehr dazu im Standesamt-Abschnitt)
- Ehevertrag ja oder nein?
- Flitterwochen planen und Urlaub beantragen
- Bei katholischer Trauung: Ehevorbereitungskurs buchen
Für das Kleid nennt der dpa-Ratgeber neun bis sechs Monate vor der Hochzeit; in dem dort zitierten Festmodengeschäft beginnen die Änderungen rund vier Monate vorher. Wer ein Kleid nähen lässt oder im Ausland bestellt, plant mehr Puffer ein.
Bei den Urkunden ist Timing wichtiger als Eile. In Berlin darf der Ausdruck aus dem Geburtenregister am Tag der Anmeldung nicht älter als sechs Monate sein, eine erweiterte Meldebescheinigung höchstens 14 Tage. Fragt also jetzt, was ihr braucht, und bestellt es passend zum Anmeldetermin.
Einen Ehevertrag schließt ihr beim Notar, und zwar bei gleichzeitiger Anwesenheit beider (§ 1410 BGB). Er ist auch nach der Hochzeit noch möglich, § 1408 BGB erlaubt ausdrücklich, den Güterstand später zu ändern. Ob ein Ehevertrag für euch sinnvoll ist, hängt von eurer Situation ab. Wer ihn vor dem großen Tag will, sollte den Notartermin nicht in die letzten Wochen legen.
Wann und wie meldet man die Hochzeit beim Standesamt an?
Rechtlich ist das der einzige Teil, der zählt: Eine Ehe entsteht nur dadurch, dass ihr vor dem Standesbeamten erklärt, die Ehe miteinander eingehen zu wollen (§ 1310 Abs. 1 BGB). Den kompletten Ablauf beschreibt unser Beitrag Standesamtlich heiraten: Ablauf, Unterlagen, Kosten. Hier das Wichtigste für die Planung.
Wo und wann ihr anmeldet
Angemeldet wird beim Standesamt, in dessen Bezirk einer von euch seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat (§ 12 Abs. 1 PStG). Wohnt keiner von euch in Deutschland, meldet ihr beim Standesamt an, vor dem ihr heiraten wollt. Heiraten dürft ihr danach an jedem deutschen Standesamt (§ 11 Abs. 1 PStG). Das Gesetz erlaubt die Anmeldung mündlich oder schriftlich; Berlin erwartet beide grundsätzlich persönlich.
Die Sechs-Monats-Grenze steht in § 13 Abs. 4 PStG: Sind seit der Mitteilung des Standesamts, dass die Ehe geschlossen werden kann, mehr als sechs Monate vergangen, müsst ihr neu anmelden. In der Praxis nehmen Standesämter die Anmeldung deshalb meist frühestens sechs Monate vor dem Wunschtermin an, so etwa Berlin.
Einen spätesten Zeitpunkt nennt das Gesetz nicht. Wie lange die Prüfung dauert, ist aber unterschiedlich: Das Berliner Standesamt Treptow-Köpenick bearbeitet Anmeldungen laut einer Senatsantwort vom Juni 2026 in der Regel zeitnah. In Ausnahmefällen, etwa bei Personalengpässen, könne sich die Bearbeitung aber bis sechs Wochen vor den Trautermin hinziehen. Unsere Empfehlung: anmelden, sobald das Fenster offen ist.
Welche Unterlagen ihr braucht
Das Gesetz verlangt Nachweise über Personenstand, Wohnsitz, Staatsangehörigkeit und gegebenenfalls über frühere Ehen und deren Auflösung, jeweils durch öffentliche Urkunden (§ 12 Abs. 2 PStG). Welche Urkunden das konkret sind, sagt euch das Standesamt. Für den Regelfall, beide Deutsche und in Deutschland geboren, verlangt Berlin:
- gültigen Personalausweis oder Reisepass
- beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtenregister vom Standesamt eures Geburtsorts, nicht die Geburtsurkunde (am Anmeldetag höchstens sechs Monate alt)
- erweiterte Meldebescheinigung nur bei Hauptwohnsitz außerhalb Berlins (höchstens 14 Tage alt)
- bei früherer Ehe oder Lebenspartnerschaft: Nachweis, dass sie aufgelöst ist, etwa Eheurkunde mit rechtskräftigem Scheidungsurteil; bei gemeinsamen Kindern zusätzlich deren Geburtsurkunden
Die Anmeldung kostet in Berlin 45 Euro (Stand Oktober 2026). Aufschläge kommen hinzu, etwa wenn ihr in einem anderen Standesamt, außerhalb der Öffnungszeiten oder außerhalb der Amtsräume heiratet. Die Gebühren richten sich nach Landesrecht, andernorts gelten andere Beträge.
Der Ehename
Beim Standesamt werdet ihr gefragt, ob ihr einen Ehenamen bestimmen wollt (§ 14 Abs. 1 PStG). Ihr könnt eure Namen behalten oder den Namen eines von euch als gemeinsamen Ehenamen wählen. Seit dem 1. Mai 2025 gilt ein neues Namensrecht: Jetzt ist auch ein gemeinsamer Doppelname aus beiden Namen möglich, mit oder ohne Bindestrich (§ 1355 Abs. 2 BGB). Wie schon vor der Reform kann außerdem, wessen Name nicht Ehename wird, den eigenen Namen als Begleitnamen voranstellen oder anfügen, sofern der Ehename nicht schon aus mehreren Namen besteht (§ 1355a BGB).
Die Entscheidung soll bei der Eheschließung fallen; später geht es auch, dann muss die Erklärung aber öffentlich beglaubigt werden (§ 1355 Abs. 4 BGB). Besprecht das früh, denn ein neuer Name zieht eine lange Liste nach sich.
Wenn einer von euch aus dem Ausland kommt oder ihr im Ausland heiratet
Hat einer von euch eine ausländische Staatsangehörigkeit, ist im Ausland geboren oder eingebürgert, läuft die Anmeldung in Berlin als eigenes Verfahren „mit Auslandsbeteiligung“: Fremdsprachige Urkunden müssen von einem in Deutschland vereidigten Übersetzer übersetzt werden, für manche Staaten braucht es zusätzlich eine Apostille oder Legalisation.
Wer für die Voraussetzungen der Ehe ausländischem Recht unterliegt, meist wegen einer ausländischen Staatsangehörigkeit, braucht grundsätzlich ein Ehefähigkeitszeugnis seines Heimatstaats. Es verliert nach § 1309 BGB seine Kraft, wenn die Ehe nicht binnen sechs Monaten nach Ausstellung geschlossen wird; nennt das Zeugnis selbst eine kürzere Geltungsdauer, gilt diese. Stellt der Heimatstaat keines aus, kann der Präsident des Oberlandesgerichts befreien. Ruft in diesem Fall mindestens ein Jahr vorher beim Standesamt an; das ist unsere Empfehlung, weil ihr Urkunden aus dem Ausland beschaffen müsst.
Heiratet ihr im Ausland, entscheidet die dortige Behörde, welche Papiere sie verlangt. In einer deutschen Botschaft kann man laut Auswärtigem Amt nicht heiraten. Verlangt das Land ein Ehefähigkeitszeugnis, stellt es für deutsche Verlobte das Standesamt am Wohnort aus (§ 39 PStG); es gilt sechs Monate. Ins deutsche Eheregister kann die Ehe danach auf Antrag eingetragen werden (§ 34 PStG).
Was gilt für kirchliche und freie Trauungen?
Weder die kirchliche noch die freie Trauung begründet in Deutschland eine Ehe, das tut nur das Standesamt (§ 1310 Abs. 1 BGB). Beide brauchen aber eigene Vorbereitung.
Katholisch: Laut Erzbistum München muss mindestens einer von euch katholisch sein. Den Termin vereinbart ihr mit dem Pfarramt eures Wohnorts mindestens drei Monate vorher, wenn möglich früher. Katholiken brauchen einen Taufschein ihrer Taufpfarrei, der nicht älter als sechs Monate sein darf. Zur Ehevorbereitung gehören ein erstes Gespräch, ein Ehevorbereitungstag oder ein Wochenende und ein Gespräch über die Gestaltung der Feier. Ohne vorherige standesamtliche Trauung wird laut Erzbistum nur in Ausnahmefällen kirchlich geheiratet. Diese Angaben stammen aus dem Erzbistum München und Freising; die Regeln vor Ort erfahrt ihr in eurem Pfarramt.
Evangelisch: Laut evangelisch.de können sich Paare evangelisch trauen lassen, wenn mindestens einer von beiden der evangelischen Kirche angehört. Einheitlich ist das nicht: Die sächsische Landeskirche setzt laut ihrem Faltblatt die Kirchenmitgliedschaft beider voraus und bietet Paaren, bei denen einer keiner Kirche angehört, einen Gottesdienst zur Eheschließung an. Im Traugespräch besprecht ihr Ablauf, Wünsche und Trauspruch. Das Standesamt kommt laut evangelisch.de zuerst; meist braucht das Pfarramt eure Ausweise und die Heiratsurkunde.
Frei: Eine freie Trauung ist rechtlich keine Eheschließung, ihr müsst also zusätzlich zum Standesamt. Den Trauredner sucht ihr am besten parallel zur Location aus. Wie so eine Zeremonie abläuft und was ihr vor der Buchung klären solltet, steht im Beitrag zur freien Trauung.
Was ist 4 bis 6 Monate vorher zu tun?
- Eheschließung beim Standesamt anmelden, sobald das Sechs-Monats-Fenster offen ist
- Einladungen verschicken, mit Rückmeldefrist
- Ringe aussuchen und Gravur einplanen
- Hochzeitstorte bestellen
- Floristik buchen
- Hotelzimmer oder ein Kontingent für auswärtige Gäste reservieren
- Probeessen vereinbaren
Für die Einladung nennen Kartenmacherei und Bridebook drei bis sechs Monate vor der Hochzeit. Laut dpa-Ratgeber reichen rund vier Monate, wenn vorher ein Save-the-Date kam; ohne sollten die Einladungen spätestens sechs Monate vorher in der Post sein.
Bei den Ringen empfiehlt die im dpa-Ratgeber zitierte Düsseldorfer Goldschmiede, drei bis sechs Monate vorher mit der Suche zu beginnen; eine Gravur dauert laut Ratgeber ein bis zwei Monate. Die Torte bestellt ihr laut Ratgeber etwa drei bis vier Monate vorher, die Floristik mindestens drei Monate vorher. Bei der Torte schwanken die Vorlaufzeiten stark: In unserer Stichprobe aus 15 Konditoreien (Oktober 2026) reichte das Spektrum von zehn Arbeitstagen bis rund acht Monaten.
Was steht 2 bis 3 Monate vor der Hochzeit an?
- Tagesablauf mit Uhrzeiten schreiben und mit Location, Fotograf und Trauzeugen abstimmen
- Eine Ansprechperson für Reden, Spiele und Überraschungen benennen
- Traugespräch oder Gespräch mit dem Trauredner: Lieder, Texte, Ablauf
- Musikwünsche und No-Gos an DJ oder Band geben
- Beim Pass- oder Bürgeramt fragen, ab wann ihr Ausweis oder Reisepass mit neuem Namen vorab beantragen könnt, wenn ihr den Namen ändert und direkt verreist
Zum letzten Punkt: Mit der Erklärung eines neuen Familiennamens ändert sich der Name sofort, und ein Pass lässt sich nicht nachträglich ändern. Je nach Passamt könnt ihr den neuen Pass laut Auswärtigem Amt schon einige Wochen vor der Hochzeit beantragen. In Stuttgart etwa lässt sich der neue Personalausweis frühestens acht Wochen vorher beantragen, mit einer Bescheinigung des Standesamts über Hochzeitstag und künftigen Namen. Wichtig für die Flitterwochen: Der Name im Flugticket muss mit dem im Pass übereinstimmen.
Was ist in den letzten sechs Wochen zu tun?
4 bis 6 Wochen vorher
- Rückmeldungen einsammeln und nach Ablauf eurer Frist bei Fehlenden nachfragen
- Sitzplan erstellen
- Tischkarten, Menükarten und Kirchenheft drucken lassen
- Letzte Anprobe; Kleid oder Anzug abholen (laut dpa-Ratgeber drei bis vier Wochen vorher)
- Ringe abholen und die Passform prüfen (laut Ratgeber zwei bis drei Wochen vorher)
Die Hochzeitsplattform Joy nennt drei bis vier Wochen vor der Hochzeit als übliche Rückmeldefrist, bei Feiern mit Anreise fünf bis sechs Wochen; bei Gästen ohne Antwort hakt ihr laut Joy zwei bis drei Wochen vorher nach. Liegt eure Frist so spät, sammelt ihr in diesen Wochen erst einen Teil der Antworten und entwerft den Sitzplan, fertig wird er mit den letzten Rückmeldungen.
1 bis 2 Wochen vorher
- Endgültige Gästezahl an Location und Catering melden
- Alle Dienstleister bestätigen lassen: Uhrzeit, Adresse, Ansprechperson, Bezahlung
- Ablaufplan an Trauzeugen, Fotograf, Musik und Location schicken
- Allergien und Sonderwünsche der Gäste an die Küche geben
Caterer und Locations brauchen die endgültige Gästezahl laut Joy meist ein bis zwei Wochen vorher. Wer bis dahin nicht geantwortet hat, ruft ihr an, statt zu raten.
Was muss am Tag vor der Hochzeit und am Hochzeitstag erledigt sein?
Am Tag davor
- Gültige Ausweise einpacken, beim Standesamt braucht ihr sie am Hochzeitstag
- Ringe einer verlässlichen Person geben
- Unterlagen für Kirche oder Trauredner bereitlegen, falls verlangt
- Notfalltasche packen: Pflaster, Nadel und Faden, Taschentücher, Ladekabel, Kopfschmerztabletten
- Umschläge für Dienstleister vorbereiten, falls bar bezahlt wird
- Klären, wer Geschenke, Karten und Deko nach der Feier mitnimmt
Am Hochzeitstag
- Handy an eine Vertrauensperson, etwa Trauzeugin oder Trauzeuge: Sie ist die Ansprechperson für alle Dienstleister.
- Geschenke und Karten an einen sicheren Ort bringen lassen
- Essen und trinken, auch wenn ihr aufgeregt seid
- Zehn Minuten zu zweit einplanen, ohne Kamera und ohne Gäste
Der Hochzeitstag selbst ist kein Arbeitstag mehr. Was jetzt nicht klappt, regeln andere, und das ist der eigentliche Sinn der vielen Listen davor.
Was muss man nach der Hochzeit alles ändern?
- Neuen Personalausweis oder Reisepass beantragen, wenn sich euer Name geändert hat
- Bank, Versicherungen, Arbeitgeber, Vermieter, Verträge und Mitgliedschaften informieren
- Steuerklasse prüfen
- Krankenkasse informieren und die Familienversicherung prüfen
- Mehrere Eheurkunden bestellen, falls Bank, Versicherung oder Arbeitgeber einen Nachweis wollen
- Fotogalerie herunterladen und an zwei Orten speichern, Online-Galerien laufen teils nur wenige Monate
- Danke sagen, per Karte, Nachricht oder Anruf (Mustertexte für Dankeskarten)
Mit dem alten Namen sind Ausweis und Pass ungültig, weil eine Eintragung nicht mehr stimmt (§ 28 PAuswG, § 11 PassG). Einen neuen Personalausweis braucht ihr laut Stadt Stuttgart nicht, solange ihr einen gültigen Reisepass mit dem neuen Namen habt. Behaltet ihr beide eure Namen, ändert sich an den Dokumenten nichts.
Bei der Steuer passiert der erste Schritt von selbst: Heiratet ihr in Deutschland, wohnt hier und lebt nicht dauernd getrennt, werdet ihr ab dem Hochzeitstag automatisch in Steuerklasse IV eingereiht, wie das Bremer Serviceportal erklärt. Bei einer Heirat im Ausland gilt das nicht, dann beantragt ihr die Änderung mit der ausländischen Heiratsurkunde. Ob sich eine andere Kombination lohnt, steht im Beitrag Steuerklasse nach der Heirat.
Ist einer von euch gesetzlich krankenversichert und hat der andere kein oder nur ein geringes Einkommen, kann er unter Umständen beitragsfrei familienversichert werden (§ 10 und § 3 SGB V). Unter anderem darf er nicht über einen eigenen Job pflichtversichert und nicht hauptberuflich selbstständig sein. Fragt bei eurer Kasse nach.
Kann man eine Hochzeit in wenigen Monaten planen?
Ja, wenn ihr Abstriche bei der Terminwahl macht. Das Personenstandsgesetz sieht nach der Anmeldung keine Wartezeit vor. Entscheidend ist, wann eure Unterlagen vollständig sind und das Standesamt sie geprüft hat. Wie kurzfristig Paare anmelden, zeigt wieder Berlin-Treptow-Köpenick: Dort gehen Anmeldungen laut Senatsantwort in der Regel vier bis zwanzig Wochen vor der Trauung ein.
Die verkürzte Liste für drei bis sechs Monate:
- Sofort beim Standesamt anrufen, Termin anfragen, Unterlagen bestellen
- Beim Datum flexibel sein: Werktag oder Nebensaison
- Gästeliste klein halten
- Eine Location mit eigener Küche wählen
- Fotografen nur für die Trauung buchen, wenn der ganze Tag nicht mehr geht
- Einladungen sofort verschicken, notfalls digital
- Torte, Deko und Papeterie schlicht halten
Die Flexibilität zahlt sich doppelt aus. Ein Münchner Studio, das wir für unseren Fotografen-Preisvergleich zusätzlich ausgewertet haben, gibt montags bis freitags und von Oktober bis April 200 Euro Nachlass, ein Fotograf aus dem Kreis Plön bucht seine kurzen Pakete von Mai bis September dagegen gar nicht freitags bis sonntags. Rund zwei Stunden Begleitung fürs Standesamt kosteten in der Stichprobe meist 450 bis 800 Euro.
Für die Einladung rechnet Joy mit sechs bis acht Wochen Vorlauf, für Gäste mit Urlaub und Anreise ist das knapp. Ruft die wichtigsten Menschen deshalb vorher an. Und wer es eilig hat, kann das Standesamt im kleinen Kreis vorziehen und die große Feier später nachholen.
Wollt ihr kirchlich heiraten, fragt zuerst im Pfarramt, was in eurem Zeitraum noch möglich ist.
Wie viel Budget braucht die Planung?
Das Budget gehört an den Anfang der Liste, weil es Gästezahl, Location und Wochentag bestimmt. Eine amtliche Statistik zu Hochzeitskosten gibt es nicht. In der Online-Umfrage von WeddyPlace (2023, 3.185 Paare, nicht repräsentativ) gaben die Paare im Schnitt 14.297,50 Euro aus, bei durchschnittlich rund 65 Gästen. Etwa zwei Drittel zahlten komplett selbst, ungefähr jedes vierte Paar bekam einen Zuschuss der Eltern.
Was die einzelnen Posten kosten, wer in der Praxis zahlt und wo sich ohne Ärger sparen lässt, steht in unserem Beitrag Was kostet eine Hochzeit?. Für die Planung reicht zunächst eine Zahl, die ihr beide guten Gewissens ausgeben wollt, und eine Liste der drei Dinge, an denen ihr nicht sparen möchtet.
Wie teilt ihr die Planung auf, ohne zu streiten?
Damit keiner von euch das Gefühl bekommt, alles allein zu stemmen, helfen ein paar Absprachen:
- Bereiche verteilen, nicht Einzelaufgaben: Einer recherchiert Locations und Caterer und holt Angebote ein, der andere kümmert sich um Musik, Papeterie und Gäste-Infos.
- Gemeinsam entschieden wird nur das Große: Budget, Gästeliste, Location, Trauform.
- Jeder nennt seine drei wichtigsten Punkte, dort hat er das letzte Wort.
- Ein fester Planungstermin pro Woche, der Rest der Woche bleibt frei von Hochzeitsthemen.
- Eine gemeinsame Liste, in der jeder sieht, was erledigt ist.
- Geld von Eltern früh besprechen: Gibt es Erwartungen an Gästeliste oder Ablauf?
Hilfe annehmen ist keine Schwäche: Trauzeugen und Freunde können Recherche, Bastelarbeiten oder die Koordination am Tag übernehmen. Mehr dazu, wie ihr die Vorbereitung als Paar übersteht, steht im Beitrag Hochzeitsplanung ohne Streit.
Das Wichtigste in Kürze
- Erst Budget, Gästezahl und Trauform, dann Location und Fotograf: Die beiden sind an beliebten Terminen die größten Engpässe.
- Zwölf bis 18 Monate Vorlauf sind für eine große Sommerhochzeit angenehm, eine kleine Feier geht auch in wenigen Monaten.
- Beim Standesamt meldet ihr euch in der Regel frühestens sechs Monate vorher an; ob ihr den Termin früher reservieren könnt, regelt jedes Standesamt selbst.
- Urkunden nicht zu früh bestellen: In Berlin darf der Geburtenregister-Ausdruck bei der Anmeldung höchstens sechs Monate alt sein.
- Kirchliche und freie Trauungen begründen keine Ehe und brauchen eigene Vorbereitung.
- Wer den Namen ändert und direkt verreist, beantragt den neuen Pass vorab.
- Nach der Hochzeit: Ausweis, Steuerklasse, Krankenkasse, Bank und Verträge.
Quellen: § 12 PStG · § 13 PStG · § 39 PStG · § 1309 BGB · § 1310 BGB · § 1312 BGB · § 1355 BGB · § 1355a BGB · § 1410 BGB · § 28 PAuswG · § 11 PassG · § 10 SGB V · BMJV: Namensrecht · Berlin: Eheschließung anmelden · Berlin: mit Auslandsbeteiligung · Abgeordnetenhaus Berlin, Drs. 19/26314 · Stadt Köln: Trautermin online · Wiesbaden · Stadt München · Auswärtiges Amt: Eheschließung im Ausland · Auswärtiges Amt: Name im Pass · Stadt Stuttgart · Bremen: Steuerklasse nach Heirat · Erzbistum München und Freising · evangelisch.de · Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens: Faltblatt Trauung · dpa-Ratgeber (Rheinpfalz) · Kartenmacherei · Joy · WeddyPlace-Hochzeitsstudie 2023 · Destatis · Bayerisches Landesamt für Statistik, Pressemitteilung 176/2026
