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Eine Sängerin und ein Gitarrist musizieren lächelnd in einer Kirche, im Vordergrund unscharfe Kerzen

Hochzeitslieder: Musik für Kirche, Standesamt und freie Trauung

Hochzeitslieder für Einzug, Ringtausch und Auszug: Klassiker mit Herkunft, geprüfte Pop-Titel, was Kirche und Standesamt erlauben und was die GEMA sagt.

Sarah Kellner
Sarah Kellner
· 25 Min. Lesezeit

Die bekanntesten Hochzeitslieder sind zwei Klassiker aus dem 19. Jahrhundert: der Brautchor „Treulich geführt“ aus Richard Wagners Oper „Lohengrin“ zum Einzug und der Hochzeitsmarsch aus Felix Mendelssohn Bartholdys Musik zu „Ein Sommernachtstraum“ zum Auszug. Heute kombinieren viele Paare sie mit Pop, Schlager oder Filmmusik. Welches Hochzeitslied passt, hängt vom Moment ab (Einzug, Ringtausch, Unterschrift, Auszug, Sektempfang) und vom Ort: In der Kirche wählt ihr gemeinsam mit Pfarrer und Kirchenmusik, im Standesamt zählt das Angebot vor Ort, bei der freien Trauung seid ihr frei.

In diesem Ratgeber findet ihr die Klassiker mit ihrer oft überraschenden Herkunft, knapp 40 Pop-, Schlager- und Jazztitel, bei denen wir Interpret und Erscheinungsjahr einzeln geprüft haben, Kirchenlieder mit Nummern, die Regeln von Kirchen und Standesämtern und die Lieder, deren Geschichte nicht zur Hochzeit passt. Liedtexte zitieren wir bewusst nicht. Alle Angaben zu Kirchen, Standesämtern und Preisen haben den Stand 16. Oktober 2026.

Um den Eröffnungstanz am Abend geht es hier nicht. Dafür gibt es unseren eigenen Ratgeber mit Liedern für den Hochzeitstanz.

Welche Musik braucht ihr wann? Die Momente der Trauung

Eine Trauung hat mehr musikalische Stellen, als viele denken, aber weniger, als eine lange Playlist füllen würde. Im Münchner Standesamt begleitet ein Pianist drei Momente: den Einzug mit den Gästen, die Unterschrift samt Ringwechsel und den Auszug. Die ganze Trauung dauert dort laut Stadt München etwa 15 Minuten. Eine kirchliche Trauung dauert laut evangelisch.de ungefähr 30 bis 60 Minuten, je nachdem, wie viele Lieder und Beiträge es gibt.

MomentWas passiertWelche Musik passt
AnkommenGäste suchen ihre Plätze, es wird noch geredetleise Instrumentalmusik, Orgel oder Klavier
Einzugdas Paar, die Braut mit Begleitung oder alle zusammen ziehen einruhig bis feierlich, mit klar erkennbarem Anfang
Während der Trauungnach Rede oder Predigt, nach dem Segen, rund um den RingtauschGemeindelied, Sologesang oder Instrumentalstück
Unterschriftihr unterschreibt, eure Trauzeugen auch, falls ihr welche habtkurz, ruhig, gern instrumental
Auszugihr verlasst den Raum als Ehepaarschwungvoll, fröhlich, gern laut
SektempfangGratulationen, Fotos, GesprächeHintergrundmusik, die Gespräche nicht übertönt

Wie das in der Kirche konkret aussieht, zeigt die Handreichung des Bistums Trier: Musikstellen sind dort unter anderem der Einzug mit Orgel, ein Eröffnungslied, ein Lied oder Sologesang nach der Predigt und nach dem Brautsegen, das Schlusslied und der Auszug. Die Unterschrift der Trauzeugen folgt nach dem Segen, und zur Vermählung kann die Glocke läuten.

Unsere Faustregel: ein Stück pro Moment und ein Ersatzstück, falls etwas länger dauert. Ein Moment ohne Musik ist kein Fehler. Eine Pause, in der jemand hektisch am Handy sucht, schon eher.

Die Klassiker: woher die typischen Hochzeitslieder kommen

Die beiden Stücke, die fast jeder als Hochzeitsmusik erkennt, wurden nicht für Hochzeiten geschrieben, sondern für die Bühne. Ihre Geschichte ist ein Grund, warum manche Paare sie bewusst wählen und andere bewusst nicht.

Wagners Brautchor aus „Lohengrin“

Der Brautchor „Treulich geführt“ stammt aus Richard Wagners Oper „Lohengrin“, die am 28. August 1850 in Weimar unter der Leitung von Franz Liszt uraufgeführt wurde (Wikipedia, YourClassical). In der Oper erklingt er zu Beginn des dritten Akts, nach der Hochzeit: Die Frauen geleiten die frisch vermählte Elsa ins Brautgemach (Wikipedia). Im Englischen kennt man ihn als „Here Comes the Bride“.

Wer die Handlung kennt, schmunzelt vielleicht: Noch im selben Akt stellt Elsa ihrem Mann die Frage nach seinem Namen, die sie nicht stellen durfte. Lohengrin gibt sich zu erkennen und verlässt sie, Elsa sinkt tot zu Boden. Die Ehe auf der Bühne hält keine Nacht.

Schwerer wiegt für manche Paare der Komponist. Wagner veröffentlichte 1850 unter dem Pseudonym K. Freigedank den antisemitischen Aufsatz „Das Judenthum in der Musik“, in dem er unter anderem Felix Mendelssohn Bartholdy angriff (Wikipedia). Die Kantorin Jacqueline L. Marx schreibt auf der Website der amerikanischen Reformbewegung, dass heute nur wenige jüdische Bräute zum Brautchor einziehen (Reform Judaism, 2018). Im Bistum Trier steht der Brautchor dagegen auf der Liste geeigneter Orgelmusik, und das Münchner Standesamt hat ihn im Angebot.

Mendelssohns Hochzeitsmarsch

Der Hochzeitsmarsch gehört zu Mendelssohns Schauspielmusik op. 61 zu Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“. Mendelssohn schrieb sie Ende 1842 auf Anregung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV., öffentlich uraufgeführt wurde sie am 18. Oktober 1843 in Berlin (Wikipedia). Die berühmte Ouvertüre hatte er schon 1826 als 17-Jähriger komponiert.

Bei einer Trauung erklang der Marsch nach einem Zeitungsbericht von 1904 bereits 1847 in der Kirche St Peter im englischen Tiverton (Wikipedia). Berühmt wurde die Kombination mit Wagner am 25. Januar 1858: Victoria, die älteste Tochter der britischen Königin, heiratete in der Chapel Royal des Londoner St James’s Palace den preußischen Prinzen Friedrich Wilhelm. Sie zog zu Wagners Brautchor ein und zu Mendelssohns Marsch aus, die Musik hatte sie selbst ausgesucht (TIME).

Seitdem gilt die Reihenfolge als klassisch: Wagner zum Einzug, Mendelssohn zum Auszug. Vorgeschrieben ist sie nirgends.

Weitere Klassiker für Einzug, Ringtausch und Auszug

StückKomponistEntstehungPasst zu
Brautchor „Treulich geführt“ aus „Lohengrin“Richard Wagneruraufgeführt 1850Einzug
Hochzeitsmarsch aus „Ein Sommernachtstraum“Felix Mendelssohn Bartholdy1842/43Auszug
Kanon D-DurJohann Pachelbelunbekannt, Schätzungen 1680 bis 1706, gedruckt 1919Einzug
Prince of Denmark’s March („Trumpet Voluntary“)Jeremiah Clarkeum 1700Einzug, Auszug
Air aus der Orchestersuite Nr. 3, BWV 1068Johann Sebastian Bachälteste Quelle um 1730Ankommen, Unterschrift
„Jesus bleibet meine Freude“ aus der Kantate BWV 147Johann Sebastian Bachaufgeführt 1723Einzug, Kirche
Ankunft der Königin von Saba aus „Solomon“Georg Friedrich Händeluraufgeführt 1749Auszug
Ave Maria (Ellens dritter Gesang, D 839)Franz Schubert1825Sologesang
Ave MariaJohann Sebastian Bach und Charles Gounod1853, mit lateinischem Text 1859Sologesang
Frühling aus „Die vier Jahreszeiten“Antonio Vivaldigedruckt 1725Ankommen, Sektempfang
Hochzeitstag auf Troldhaugen, op. 65 Nr. 6Edvard Grieg1896Auszug
Toccata aus der 5. Orgelsinfonie, op. 42 Nr. 1Charles-Marie Widor1878/79Auszug an der Orgel
Ode an die Freude aus der 9. SinfonieLudwig van Beethovenuraufgeführt 1824Auszug

Hinter einigen Stücken steckt mehr, als man hört:

  • Pachelbels Kanon wurde erst spät berühmt. Wann er entstand, weiß niemand, gedruckt wurde er erst 1919. Populär machte ihn eine Aufnahme des Orchesters von Jean-François Paillard aus dem Jahr 1968 (Wikipedia, IMSLP).
  • Der „Trumpet Voluntary“ wurde lange Henry Purcell zugeschrieben, ein Fehler, der auf eine Orgelbearbeitung aus den 1870er-Jahren zurückgeht. Komponiert hat ihn Jeremiah Clarke, in manchen Notenlisten steht er bis heute unter Purcell. 1981 erklang er bei der Hochzeit von Prinz Charles und Diana (Wikipedia).
  • Griegs „Hochzeitstag auf Troldhaugen“ schrieb der Komponist 1896 zur Erinnerung an seine eigene Silberhochzeit mit Nina Grieg (Wikipedia). Streng genommen ist es also ein Stück für den 25. Hochzeitstag, was es für den ersten nicht schlechter macht.
  • Schuberts „Ave Maria“ war ursprünglich ein Lied nach einem Versepos von Walter Scott, in dem die Figur Ellen ein Gebet an Maria singt. Der lateinische Gebetstext wurde der Melodie erst später unterlegt (Wikipedia). Fragt in der Kirche, welche Fassung gewünscht ist.

Deutsche Hochzeitslieder: geprüfte Titel für Trauung und Empfang

Bei den folgenden Liedern ist die Jahreszahl die erste Veröffentlichung, auf Album oder Single. Jeden Titel haben wir in der Musikdatenbank MusicBrainz und an einer zweiten Quelle geprüft, meist dem Wikipedia-Eintrag zum Lied oder Album. Stimmung und Einsatz sind unsere Einschätzung.

TitelInterpretJahrStimmungPasst zu
Das BesteSilbermond2006ruhige BalladeEinzug, Ringtausch
JaSilbermond2012Balladesteht auf der Musikliste des Münchner Standesamts
Halt michHerbert Grönemeyer1988BalladeRingtausch, Unterschrift
DuPeter Maffay1970SchlagerballadeEinzug im Standesamt
Liebe istNena2005PopballadeUnterschrift
Ein KomplimentSportfreunde Stiller2002warm, mit GitarreEinzug bei der freien Trauung
Liebe ist allesRosenstolz2004hymnischAuszug
Herz über KopfJoris2015Pop, treibendAuszug
Auf unsAndreas Bourani2014hymnischAuszug, Sektempfang
LiederAdel Tawil2013fröhlichSektempfang
ChöreMark Forster2016fröhlichAuszug
Tage wie dieseDie Toten Hosen2012RockhymneAuszug
Er gehört zu mirMarianne Rosenberg1975SchlagerAuszug, Sektempfang
Ganz in WeißRoy Black1965/66Schlager, nostalgischSektempfang mit Augenzwinkern

„Ganz in Weiß“ ist der seltene Fall eines Schlagers, der wirklich von einer Hochzeit handelt: von einer geträumten romantischen Trauung in Weiß (Wikipedia). Beim Jahr sind sich die Quellen nicht einig: Auf der Single (Polydor 52 587) steht „℗ 1965“, die Musikdatenbanken Discogs und MusicBrainz führen sie unter 1965, laut deutscher Wikipedia kam sie im Januar 1966 in den Handel. Ein Hit wurde sie 1966. Ob ihr den Schlager ernst oder mit Augenzwinkern spielt, entscheidet ihr. „Ein Kompliment“ macht dem Gegenüber laut Wikipedia viele Komplimente, die mit Liebe und Freundschaft zu tun haben, und passt deshalb auch zu Paaren, die lange beste Freunde waren.

Gibt es einen Song, der nur euch beiden etwas bedeutet, weil er beim ersten Treffen lief oder auf jeder gemeinsamen Autofahrt? Dann schlägt er jede Liste. Warum gerade solche Lieder so stark wirken, beschreiben wir in unserem Beitrag über Beziehung und Musik.

Wenn zwei Bräute oder zwei Bräutigame heiraten

Viele Liebeslieder sprechen ein „sie“ oder einen „ihn“ an. Wer als zwei Frauen oder zwei Männer heiratet, hört deshalb besser vorher genau hin oder wählt eine Instrumentalfassung. Eine Liebeserklärung einer Frau an eine Frau ist „She Keeps Me Warm“ von Mary Lambert (2013). Laut Wikipedia entstand das Lied aus Lamberts Erfahrungen mit der Liebe und dem Aufwachsen als homosexuelle Frau in einer religiösen Familie. Sie entwickelte es aus ihrem Refrain zu „Same Love“, einem Song, der während der Kampagne zum Referendum 74 im US-Bundesstaat Washington aufgenommen wurde, mit dem dort im November 2012 die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert wurde (Wikipedia). Marianne Rosenbergs „Er gehört zu mir“ funktioniert, wörtlich genommen, bei jeder Hochzeit mit mindestens einem Bräutigam.

Internationale Hochzeitslieder

Auch hier gilt: Jahr der ersten Veröffentlichung, geprüft in MusicBrainz und an einer zweiten Quelle. Einige dieser Titel sind auch als Eröffnungstanz beliebt. Wenn ihr ein Lied lieber für den ersten Tanz aufhebt, findet ihr Alternativen in unseren Hochzeitstanz-Liedern.

TitelInterpretJahrStimmungPasst zu
PerfectEd Sheeran2017BalladeEinzug
Thinking Out LoudEd Sheeran2014SoulballadeRingtausch
All of MeJohn Legend2013KlavierballadeEinzug, Ringtausch
A Thousand YearsChristina Perri2011BalladeEinzug
Can’t Help Falling in LoveElvis Presley1961BalladeEinzug, Unterschrift
Make You Feel My LoveAdele (Original: Bob Dylan, 1997)2008KlavierballadeRingtausch
You Are the ReasonCalum Scott2017BalladeEinzug
Your SongElton John1970BalladeUnterschrift
Somewhere Over the Rainbow/What a Wonderful WorldIsrael Kamakawiwoʻole1990/1993leicht, UkuleleUnterschrift, freie Trauung
She Keeps Me WarmMary Lambert2013PopballadeEinzug
Marry YouBruno Mars2010fröhlichAuszug
All You Need Is LoveThe Beatles1967fröhlichAuszug
Signed, Sealed, Delivered I’m YoursStevie Wonder1970SoulAuszug
Ain’t No Mountain High EnoughMarvin Gaye und Tammi Terrell1967SoulAuszug
HappyPharrell Williams2013PopAuszug
CelebrationKool & the Gang1980FunkAuszug, Sektempfang

Zum Medley von Israel Kamakawiwoʻole: Eine erste, flottere Fassung erschien 1990 auf dem Album „Ka ʻAnoʻi“. Die bekannte akustische Aufnahme entstand schon 1988 in einer spontanen Studiosession und erschien erst 1993 auf „Facing Future“ (Wikipedia). Bei „Marry You“ nennen wir das Erscheinungsjahr des Albums (2010), als Single kam der Song 2011 heraus.

Musik für den Sektempfang

Nach der Trauung ändert sich die Aufgabe der Musik. Jetzt soll sie Stimmung machen, ohne dass jemand schreien muss, um zu gratulieren. Swing, Jazz und Chansons funktionieren dafür gut, weil sie festlich klingen und trotzdem im Hintergrund bleiben.

TitelInterpretJahr
Fly Me to the MoonFrank Sinatra mit Count Basie1964
L-O-V-ENat King Cole1964
What a Wonderful WorldLouis Armstrong1967
La Vie en roseÉdith Piaf1947
Come Away With MeNorah Jones2002 (erste Fassung 2001)
EverythingMichael Bublé2007
Küssen kann man nicht alleineMax Raabe2011

Die Jahreszahlen gelten hier für die genannte Aufnahme. Den Song „Fly Me to the Moon“ gibt es schon seit 1954, die bekannte Sinatra-Fassung stammt aus dem Album „It Might as Well Be Swing“ von 1964. Plant die Playlist für den Empfang deutlich länger als den Empfang selbst, damit sie nicht mitten in den Gratulationen endet, und dreht vor Ort leiser, als es euch zuerst richtig vorkommt.

Kirchliche Trauung: Was ist erlaubt?

Eine bundesweite Liste erlaubter oder verbotener Lieder haben wir weder für die katholische noch für die evangelische Kirche gefunden. Entschieden wird vor Ort, im Gespräch mit Pfarrerin, Pfarrer, Diakon und Kirchenmusik. Was die Gemeinden schreiben, ist trotzdem aufschlussreich.

Katholisch

Die Handreichung des Bistums Trier rät, zuerst mit dem Zelebranten zu sprechen, also mit Priester oder Diakon. Er stellt den Kontakt zum Kirchenmusiker her, mit dem ihr dann die Musik besprecht. Bei der Liedauswahl empfiehlt die Trierer Handreichung, Lieder zu nehmen, die bei den meisten Gästen bekannt sind, weil der Gemeindegesang alle einbeziehen soll.

Deutlicher wird ein Pfarrverband im Erzbistum München und Freising: Die Musik im Trauungsgottesdienst soll sich an geistlichen Liedern orientieren. Zu Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei muss im Lied der liturgische Text erkennbar sein. Ein Popsong als Gloria scheidet dort also aus. Ob vor dem Gottesdienst oder zum Auszug mehr Spielraum besteht, fragt ihr am besten direkt.

Evangelisch

Laut evangelisch.de dürfen sich Paare oft Lieder wünschen, am besten besprecht ihr sie mit Pfarrerin oder Pfarrer. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau fragt in ihrem Trau-Leitfaden ausdrücklich, ob es traditionell oder modern, klassisch oder Pop sein soll, und schreibt im selben Leitfaden, Liebe solle gesegnet sein, verschieden- und gleichgeschlechtlich.

Die praktischen Grenzen ziehen oft Instrument und Technik. Die evangelische Gemeinde in Alzey schreibt in ihrem Infoblatt zur Trauungsmusik, dass zu Ein- und Auszug Orgelmusik erklingt und dort weder CDs abgespielt werden noch Gesangssolisten auftreten können. Die Gemeinde in Hahnenklee im Harz warnt in ihrer Trau-Broschüre, dass Pop, Filmmusik und Musicalmelodien auf der Orgel oft nur sehr unbefriedigend klingen. Sie rät zu einer Hochzeitssängerin oder einem Hochzeitssänger oder dazu, solche Musik auf die Feier zu verlegen, eine Musikanlage hat die Kirche nicht.

Kirchenlieder zur Hochzeit mit Nummern

Diese Lieder nennen Gemeinden ausdrücklich für Trauungen. GL steht für das katholische Gotteslob, EG für das Evangelische Gesangbuch.

LiedGotteslobEvangelisches GesangbuchTypische Stelle
Lobe den HerrenGL 392EG 316Einzug, Eröffnung
Großer Gott, wir loben dichGL 380EG 331Schluss
Nun danket alle GottGL 405EG 321Schluss, Dank
Von guten MächtenGL 430nach der Trauung
Komm, Herr, segne unsGL 451nach der Trauung
Herr, vor dein Antlitz treten zweiEG 238nach der Trauung
Du hast uns, Herr, in dir verbundenEG 240nach der Trauung
Bewahre uns, GottEG 171Segen, Schluss
Danke für diesen guten MorgenEG 334Eröffnung
Geh aus, mein Herz, und suche FreudEG 503Eröffnung, Sommerhochzeit

Quellen der Nummern sind die Handreichung des Bistums Trier, eine Handreichung der katholischen Pfarrei in Bramsche und das Infoblatt aus Alzey. Ein leeres Feld heißt nur, dass unsere Quellen dort keine Nummer nennen. Die Stellen für die Gotteslob-Lieder folgen der Trierer Handreichung, bei den reinen Gesangbuch-Liedern sind sie unsere Einschätzung. Vorsicht bei neueren Liedern: „Wo Menschen sich vergessen“, auch bekannt als „Da berühren sich Himmel und Erde“, steht im Trierer Teil des Gotteslobs unter 852, in der Bramscher Liste unter 873, und laut Alzey gar nicht im Evangelischen Gesangbuch. Regionale Teile der Gesangbücher sind verschieden nummeriert. Fragt deshalb, welche Ausgabe in eurer Kirche liegt.

Druckt ihr ein Liedheft, legt es vorher der Gemeinde vor. Im Bistum Trier deckt ein Vertrag zwischen der VG Musikedition und dem Verband der Diözesen Deutschlands Liedblätter für den Gemeindegesang ab, Notenkopien für Musikerinnen und Musiker brauchen dagegen die Erlaubnis des Verlags. Die Pfarrei in Bramsche bittet, bei Liedern, die jünger als 70 Jahre sind, nur den Text und keine Noten abzudrucken. Das ist eine Faustregel der Pfarrei: Gesetzlich sind Text und Melodie jeweils bis 70 Jahre nach dem Tod ihres Urhebers geschützt (§ 64 UrhG), nicht 70 Jahre ab Entstehung des Liedes.

Standesamt: Was geht dort?

Im Standesamt ist der Rahmen kürzer und straffer. Ob ihr eigene Musik mitbringen dürft, regelt jedes Amt selbst. Zwei Beispiele zeigen die Bandbreite.

Die Stadt München bietet in ihren Trausälen Ruppertstraße und Mandlstraße Live-Musik auf einem digitalen Piano für 25 Euro an. Ihr gebt den Wunsch bei der Anmeldung der Eheschließung an und wählt drei Stücke: zum Einzug, zur Zeremonie mit Unterschriften und Ringwechsel und zum Auszug. Einige Titel, die vom Originalgesang leben, kommen als Aufnahme von der Festplatte. Alternativ spielt das Standesamt eure eigene Auswahl vom Smartphone ab. Die Bedingungen laut Münchner Musikliste: Die Titel müssen heruntergeladen sein, das Handy im Flugmodus und für die Mitarbeitenden frei bedienbar.

Die Liste selbst ist eine kleine Kulturgeschichte der Hochzeitsmusik. Sie umfasst 98 nummerierte Titel, von Mendelssohn, Wagner, Pachelbel und Bachs Air über Filmmusik von Ludovico Einaudi bis zu Ed Sheeran, Silbermond, Andreas Bourani und den Toten Hosen. Auch zwei Titel von AC/DC stehen darauf. Laut Dateiname stammt die Liste von 2023, auf der Seite der Stadt ist sie weiterhin verlinkt.

In Dresden kann der amtliche Teil samstags als besonderer Service musikalisch und mit einer feierlichen Rede umrahmt werden, die Trauung dauert dann etwa 20 bis 30 Minuten. Fragt euer Standesamt konkret: Gibt es eine Anlage? Darf eine Freundin singen oder Gitarre spielen? Wer drückt auf Play? Was sonst zur standesamtlichen Trauung gehört, steht in unserem Ratgeber Standesamtlich heiraten.

Freie Trauung: alles erlaubt, nichts organisiert

Bei der freien Trauung gibt es keine Kirchenordnung und kein Amt, das mitredet. Ihr dürft spielen, was ihr wollt, vom Streichquartett bis zur Rockhymne. Der Preis dieser Freiheit: Um Strom, Lautsprecher, Mikrofon und die Person am Abspielgerät müsst ihr euch selbst kümmern. Gerade draußen lohnt sich eine Anlage, damit Musik und Rede auch in den hinteren Reihen ankommen.

Ein möglicher Ablauf: ruhige Musik beim Ankommen, ein Einzugslied, ein Lied oder eine Live-Einlage nach der Rede oder vor dem Eheversprechen, dann fröhliche Musik zum Auszug. Wie ihr das Versprechen selbst formuliert, steht in unserem Beitrag Eheversprechen schreiben. Den gesamten Ablauf, vom Redner bis zum Plan B bei Regen, beschreibt unser Ratgeber zur freien Trauung.

Live oder Playlist?

Beides kann wunderschön sein. Live-Musik reagiert auf den Moment: Ein Organist oder eine Pianistin kann ein Stück verlängern, wenn der Einzug länger dauert, oder sanft ausklingen lassen. Eine Playlist bringt dafür genau die Aufnahme, die ihr kennt und liebt.

In der Kirche ist die Orgel der Normalfall. Im Bistum Trier zahlt die Pfarrei den Kirchenmusiker für den Gottesdienst. Proben mit Solisten oder ein eigens geübtes Wunschstück können aber zusätzlich kosten, das schreiben auch die Gemeinden in Alzey und Hahnenklee. In Alzey begleitet der Kantor Solistinnen und Solisten nur, wenn er die Noten mindestens eine Woche vorher hat.

Im Standesamt hängt es vom Amt ab, wie das Münchner Beispiel zeigt. Bei der freien Trauung braucht eine Playlist eine verantwortliche Person, die an diesem Tag keine andere Aufgabe hat, also nicht die Trauzeugin mit den Ringen in der Tasche.

Was Musik insgesamt kostet, schwankt stark. In der nicht repräsentativen WeddyPlace-Hochzeitsstudie 2024 mit 634 Paaren gaben die Paare für DJ, Band und Musik im Schnitt 1.357,25 Euro aus, 54,9 Prozent blieben unter 1.000 Euro. Wie sich das auf Trauung und Party verteilt, weist die Studie nicht aus. Was ein DJ für den Abend verlangt, haben wir in unserem Ratgeber zu DJ-Kosten bei der Hochzeit ausgewertet. Wann ihr Musik buchen und wann eure Wünsche abgeben solltet, steht in unserer Checkliste zur Hochzeitsplanung.

Für die Playlist am Tag selbst:

  • Offline speichern. Alle Titel herunterladen, nicht streamen. Das Münchner Standesamt verlangt das sogar.
  • Flugmodus an. Ein Anruf mitten im Einzug ist der Klassiker unter den Pannen.
  • Reihenfolge ausdrucken. Nummeriert, mit Einsatzzeichen: „Wenn die Standesbeamtin nickt, Lied 2.“
  • Vor Ort testen. Lautstärke, Anschluss, Akku. Am besten bei der Probe oder am Tag davor.
  • Ausblenden statt abbrechen. Wer abrupt stoppt, reißt alle aus dem Moment.
  • Ein Ersatzgerät mit derselben Playlist bereithalten.

Länge und Timing: So passt das Lied zum Weg

Wie lange euer Einzug dauert, hängt vom Weg ab, Messwerte dafür haben wir nicht gefunden. Die Lieder dagegen sind messbar. Laut den Wikipedia-Einträgen dauert „Halt mich“ von Herbert Grönemeyer 3:25 Minuten, „Ein Kompliment“ 3:18, „Das Beste“ von Silbermond 4:25 und „A Thousand Years“ von Christina Perri 4:45. Ob euer Weg länger oder kürzer ist als das Lied, merkt ihr erst, wenn ihr ihn abgeht.

So passt beides zusammen:

  1. Weg abgehen und stoppen. Am besten in Schuhen und Tempo des Hochzeitstags, mit Begleitung, falls ihr nicht allein geht.
  2. Startpunkt wählen. Viele Lieder brauchen ein langes Vorspiel. Sagt dem Musiker oder der Person an der Playlist genau, ab welcher Stelle es losgeht, etwa ab dem Refrain.
  3. Ende festlegen. Beim Einzug blendet die Musik aus, sobald ihr steht und alle sitzen. Bei der Unterschrift darf sie länger laufen.
  4. Zum Auszug sofort Energie. Ein Lied, das gleich mit vollem Klang beginnt, trägt euch aus dem Raum.
  5. Ein Pufferstück einplanen. Dauert die Unterschrift länger oder will die Fotografin noch ein Bild, ist ein zweites ruhiges Stück Gold wert.

Bei Live-Musik ist das einfacher: Gute Musikerinnen und Musiker sehen, wo ihr gerade seid, und finden ein passendes Ende.

Lieder, deren Geschichte nicht zur Hochzeit passt

Ein schöner Titel bedeutet nicht, dass ein Lied von einer Liebe handelt, die bleibt. Verbieten wollen wir nichts: Wenn euch ein Song wegen einer gemeinsamen Erinnerung wichtig ist, ist das ein guter Grund. Ihr solltet nur wissen, was die Gäste womöglich mithören oder über das Lied wissen.

TitelInterpret, JahrWas dahintersteckt
Every Breath You TakeThe Police, 1983Sting sagte, er habe beim Schreiben an Überwachung und Kontrolle gedacht. Er nennt den Song düster und hält es für ein Missverständnis, ihn als sanftes Liebeslied zu hören (Wikipedia).
I Will Always Love YouDolly Parton, 1974; Whitney Houston, 1992Parton schrieb das Lied 1973 als Abschied von ihrem langjährigen Geschäftspartner und Mentor Porter Wagoner, als sie eine Solokarriere begann (Wikipedia).
Time to Say GoodbyeAndrea Bocelli und Sarah Brightman, 1996Bekannt wurde das Duett beim Boxkampf von Henry Maske gegen Virgil Hill im November 1996. Der englische Titel bedeutet „Zeit, Abschied zu nehmen“, das italienische Original „Con te partirò“ von 1995 dagegen „Mit dir werde ich fortgehen“ (Wikipedia). Geschmackssache.
Der WegHerbert Grönemeyer, 2002Grönemeyer widmete das Lied seiner Frau, die im November 1998 gestorben war (Wikipedia).
Flugzeuge im BauchHerbert Grönemeyer, 1984Es geht um eine Beziehung, in der sich der andere Mensch innerlich längst abgewandt hat und die der Erzähler beendet (Wikipedia).
Geboren um zu lebenUnheilig, 2010Der Sänger schrieb es für einen verstorbenen Freund. Eine Kritik nannte es einen Dauerbrenner auf Beerdigungen (Wikipedia).
HallelujahLeonard Cohen, 1984Die Strophen spielen auf David und Batseba sowie Samson und Delila an und verbinden Religiöses mit Begehren (Wikipedia). Im Münchner Standesamt steht es auf der Musikliste, in der Kirche fragt ihr besser vorher.
Wie schön du bistSarah Connor, 2015Kein Abschiedslied, aber auch keins für ein Paar: Connor hat die Ballade ihrem Sohn gewidmet, der damals in der Pubertät war (Wikipedia). Passt eher, wenn ihr eigenen Kindern etwas widmen wollt.

Und Wagners Brautchor? Gehört streng genommen auch auf diese Liste, wie oben beschrieben. Er zeigt aber auch, dass die Herkunft für die meisten Gäste keine Rolle spielt. Entscheidend ist, ob ihr selbst damit gut leben könnt.

GEMA: Müsst ihr die Musik anmelden?

Für die meisten Paare lautet die Antwort: nein. Die GEMA schreibt, Gebühren fielen nur an, wenn Musik öffentlich genutzt wird, und weiter: „Persönliche Einladungen – wie etwa bei einer Geburtstagsparty oder einer Hochzeit – sprechen daher für eine nicht-öffentliche Veranstaltung“ (GEMA). Rechtlich steckt § 15 Abs. 3 UrhG dahinter: Öffentlich ist eine Wiedergabe, die für eine Mehrzahl von Menschen bestimmt ist, die mit dem Veranstalter oder den anderen Anwesenden nicht persönlich verbunden sind. Entscheidend ist laut GEMA außerdem die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs: Öffentlich ist Musik für eine nicht ganz kleine, unbestimmte Gruppe möglicher Zuhörer, und je mehr es sind, desto eher.

Was das für euch heißt:

  • Feier mit eingeladenen Gästen: in der Regel keine Anmeldung und keine Gebühr.
  • Öffentlich wird es, wenn Menschen ohne persönliche Beziehung zu euch dazukommen können, etwa bei einem offenen Fest im Dorf. Flyer, Plakate, Eintrittskarten oder Werbung im Netz sprechen laut GEMA für eine öffentliche Veranstaltung. Zahlen muss dann, wer veranstaltet, meist also ihr selbst; der Betreiber der Location haftet laut GEMA mit.
  • Kirchliche Trauung: Kirchliche Hochzeiten sind laut GEMA in den Pauschalverträgen unter anderem mit dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Evangelischen Kirche in Deutschland enthalten und müssen nicht gesondert angemeldet werden.
  • DJ oder Band: Kopien, die ein DJ für öffentliche Auftritte anfertigt, lizenziert er selbst (Tarif VR-Ö). Das ist Sache des DJs, nicht eure.
  • Video ins Netz: Wer das Trauungsvideo mit Musik später öffentlich hochlädt, macht die Musik öffentlich zugänglich (§ 19a UrhG). Die Regel für private Feiern deckt das nicht ab. Hat eine große Upload-Plattform eine Lizenz für den Titel, wirkt sie nach § 6 UrhDaG auch für Nutzer, die nicht kommerziell handeln oder keine erheblichen Einnahmen erzielen. Ob das für euren Song gilt, seht ihr allerdings nicht, und für eine eigene Website gilt es nicht.

Das ist Orientierung, keine Rechtsberatung. In Grenzfällen, etwa bei einer sehr großen, offenen Feier, fragt direkt bei der GEMA nach.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die typischen Hochzeitslieder sind Wagners Brautchor aus „Lohengrin“ (1850) zum Einzug und Mendelssohns Hochzeitsmarsch (1842/43) zum Auszug, populär seit einer britischen Königshochzeit 1858. Pflicht ist keins von beiden.
  • Plant ein Stück pro Moment: Ankommen, Einzug, Ringtausch, Unterschrift, Auszug, Sektempfang. Ein Pufferstück verhindert Stille.
  • In der Kirche entscheiden Gemeinde und Kirchenmusik. Manche Gemeinden erlauben zu Ein- und Auszug keine Musik vom Tonträger, Pop klingt auf der Orgel oft nicht wie im Original.
  • Im Standesamt regelt jedes Amt die Musik selbst. München bietet Live-Klavier für 25 Euro oder spielt eure eigene, heruntergeladene Playlist ab.
  • Prüft den Hintergrund eines Liedes: „Every Breath You Take“, „I Will Always Love You“ und „Der Weg“ erzählen von Kontrolle, Abschied und Trauer.
  • Eine Hochzeit mit persönlich eingeladenen Gästen ist laut GEMA in der Regel nicht öffentlich, katholische und evangelische Trauungen sind über Pauschalverträge abgedeckt. Videos mit Musik öffentlich zu posten, ist eine andere Sache.
  • Messt euren Einzugsweg und legt Start- und Endpunkt des Liedes fest.

Quellen und Stand: Stadt München: Fragen zur Eheschließung · Stadt München: Musikliste Trauung · Stadt Dresden: Eheschließung · Bistum Trier: Handreichung Trauungsgottesdienste (PDF) · Pfarrverband Rott am Inn: Informationsblatt Trauung (PDF) · Pfarrei St. Martinus Bramsche: Handreichung (PDF) · Ev. Kirchengemeinde Alzey: Infoblatt Trauungsmusik (PDF) · Kirchengemeinde Hahnenklee: Die kirchliche Trauung (PDF) · EKHN Guide Trauung (PDF) · evangelisch.de: 24 Antworten zur Trauung · GEMA: Das Wichtigste zu den GEMA-Gebühren · GEMA: Veranstaltungen · GEMA: Kirchen · GEMA: Tarif VR-Ö · § 15 UrhG · § 19a UrhG · § 64 UrhG · § 6 UrhDaG · WeddyPlace Hochzeitsstudie 2024 · TIME: Wedding March, 2018 · Reform Judaism, 2018 · Songtitel und Erscheinungsjahre: MusicBrainz und Wikipedia-Einträge zu den einzelnen Liedern, bei Abweichungen zusätzlich Discogs; Werkangaben laut Wikipedia und IMSLP. Alle Angaben geprüft am 16. Oktober 2026.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die beliebtesten Hochzeitslieder?

Repräsentative Zahlen für Deutschland haben wir nicht gefunden. Am bekanntesten sind zwei Klassiker: Wagners Brautchor aus „Lohengrin“ (Uraufführung 1850) zum Einzug und Mendelssohns Hochzeitsmarsch aus „Ein Sommernachtstraum“ zum Auszug. Wie breit das Angebot heute ist, zeigt die Musikliste des Münchner Standesamts mit 98 Titeln: Neben Mendelssohn, Wagner und Pachelbel stehen dort etwa „Perfect“ von Ed Sheeran, „All of Me“ von John Legend, „Das Beste“ von Silbermond und „Halt mich“ von Herbert Grönemeyer. Eine Rangliste ist das nicht, sondern ein Angebot.

Welches Lied darf auf keiner Hochzeit fehlen?

Keins. Ein Pflichtlied gibt es weder im Standesamt noch in der Kirche oder bei der freien Trauung. In katholischen und evangelischen Gottesdiensten wählt ihr die Gemeindelieder gemeinsam mit Pfarrerin oder Pfarrer aus, zu Ein- und Auszug spielt meist die Orgel. Wer es traditionell mag, nimmt Wagners Brautchor zum Einzug und Mendelssohns Hochzeitsmarsch zum Auszug. Wichtiger als jeder Klassiker ist, dass das Lied zu euch passt und sein Text nicht von Abschied, Trennung oder Trauer erzählt.

Welche sind die schönsten deutschen Hochzeitslieder?

Das ist Geschmackssache, belastbare Ranglisten gibt es nicht. Für die Trauung eignen sich ruhige Titel wie „Das Beste“ von Silbermond (2006), „Halt mich“ von Herbert Grönemeyer (1988), „Du“ von Peter Maffay (1970) oder „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller (2002). Für den Auszug passen schwungvollere wie „Auf uns“ von Andreas Bourani (2014). Hört vorher den ganzen Text und lest nach, wie ein Lied entstanden ist: Manche beliebte Ballade handelt von Trennung oder Trauer oder ist einem Kind gewidmet.

Wie heißt das typische Hochzeitslied?

Gemeint ist meist der Brautchor „Treulich geführt“ aus Richard Wagners Oper „Lohengrin“, 1850 in Weimar uraufgeführt und im Englischen als „Here Comes the Bride“ bekannt. Er begleitet traditionell den Einzug. Das zweite typische Stück ist der Hochzeitsmarsch aus Felix Mendelssohn Bartholdys Musik zu „Ein Sommernachtstraum“ (1842/43), meist zum Auszug. Als Paar berühmt wurden die beiden 1858 durch die Hochzeit der britischen Prinzessin Victoria. Im deutschen Schlager handelt Roy Blacks „Ganz in Weiß“ (aufgenommen 1965, ein Hit 1966) direkt von einer Hochzeit.

Darf man in der Kirche Popsongs spielen?

Das entscheidet die Gemeinde vor Ort, eine bundesweite Regel haben wir nicht gefunden. Evangelische Paare dürfen sich laut evangelisch.de oft Lieder wünschen, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau fragt in ihrem Trau-Leitfaden ausdrücklich: klassisch oder Pop? Ein katholischer Pfarrverband im Erzbistum München schreibt dagegen, die Musik solle sich an geistlichen Liedern orientieren. Grenzen setzen oft Orgel und Technik: Manche Gemeinden erlauben zu Ein- und Auszug keine Musik vom Tonträger. Klärt eure Wünsche deshalb früh mit Pfarrer und Kirchenmusik.

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