Hinge im Test: Die App, die gelöscht werden will
Hinge ist eine Dating-App für Menschen, die eine feste Beziehung suchen. Statt endlosem Wischen zeigt sie wenige Vorschläge mit detaillierten Profilen, auf deren einzelne Elemente man direkt reagiert — ein Foto, eine Antwort auf eine vorgegebene Frage. Der Werbeslogan „designed to be deleted” ist Programm: Die App misst ihren Erfolg daran, dass Nutzer sie wieder loswerden.
Hinge gehört zur Match Group, also demselben Konzern wie Tinder und OkCupid, verlangt aber laut seinen Mitgliedschaftsregeln, dass du eine Beziehung suchst, keine Affäre und keinen One-Night-Stand. Eine Altersstatistik für Deutschland veröffentlicht Hinge nicht. Die Grundnutzung ist kostenlos, Bezahlstufen gibt es zwei.
Wir haben die App vier Wochen lang genutzt. Was dabei herauskam, welche Kosten realistisch anfallen, wie Hinge mit deinen Daten umgeht und für wen sich der Aufwand lohnt, steht hier.
Das Wichtigste in Kürze
- Gratis: acht Likes pro Tag, eine Rose pro Woche, Matchen und Chatten ohne Abo.
- Preise: Eine Preisliste veröffentlicht Hinge nicht. Der deutsche App Store listete am 4. November 2026 „Hinge+ Subscription“ für 12,99 bis 25,99 € und „HingeX Subscription“ für 17,99 €, jeweils ohne Laufzeit.
- Sicherheit: Im EWR und in der Schweiz ist ein Video-Selfie zur Altersprüfung Pflicht. Das Verifizierungsabzeichen, Melden, Blockierliste und Kommentarfilter gibt es gratis.
- Datenschutz: Laut Datenschutzerklärung teilt Hinge Daten mit anderen Unternehmen der Match Group, unter anderem für Sicherheit, Werbung und Analysen.
- Österreich und Schweiz: Hinge ist laut Hilfe-Center in beiden Ländern verfügbar, die Preise unterscheiden sich.
- Unser Urteil: 3,8 von 5 Punkten. Das Konzept überzeugt, außerhalb der Großstädte ist die Auswahl dünn.
Wie funktioniert Hinge? Der Ablauf von der Anmeldung bis zum Match
Hinge funktioniert nicht über endloses Wischen, sondern über gezieltes Liken: Statt ganzer Profile likest du einzelne Elemente — ein Foto, einen Prompt oder eine Voice-Note. Ein Kommentar dazu startet direkt ein Gespräch.
Registrierung und Profilaufbau. Nach der Anmeldung (per Handynummer, dazu Geburtsdatum, Standort und ein paar Basisangaben) baust du dein Profil aus zwei Bausteinen: bis zu sechs Fotos und drei Prompt-Antworten — kurzen Textbausteinen zu vorgegebenen Fragen wie „Two truths and a lie“ oder „My simple pleasures“. Dazu kommen Pflichtangaben wie Größe, Wohnort, Beruf und deine Dating-Absicht (von lockerem Kennenlernen bis fester Beziehung). Genau diese Angaben nutzt Hinge später zum Filtern und Vorschlagen. Wohnst du im EWR oder in der Schweiz, nimmst du außerdem ein kurzes Video-Selfie zur Altersprüfung auf; vorher kannst du keine Likes senden.
Likes, Kommentar-Likes und Matching. Im „Discover“-Feed bekommst du Profile nacheinander gezeigt. Wer dich interessant findet, liket genau eines deiner Elemente und kann einen kurzen Kommentar anhängen — daher der Name Kommentar-Like. Dieses Like landet in deinem „Likes You“-Tab. Erst wenn du zurücklikest oder auf den Kommentar antwortest, entsteht ein Match und der Chat öffnet sich. Vorher kann euch niemand schreiben — ohne beidseitiges Interesse gibt es keinen Chat, das hält den Posteingang frei von Spam. Weil jedes Like an einem konkreten Inhalt hängt, siehst du sofort, was jemanden angesprochen hat — der perfekte Aufhänger für die erste Nachricht.
Likes vs. Rosen. Ein normales Like ist der Standard. Eine Rose ist ein besonderes, auffälligeres Like: Sie schiebt dich ganz nach oben in die „Likes You“-Liste der anderen Person und signalisiert klares Interesse. Im Gratis-Tarif hast du acht Likes pro Tag (Reset gegen 4 Uhr morgens) und eine Rose pro Woche; nicht genutzte Gratis-Rosen sammeln sich nicht an.
Standouts. Neben dem normalen Feed gibt es „Standouts“ — eine täglich neu kuratierte Auswahl von rund zehn besonders gefragten Profilen, die zu deinen Vorlieben passen. In den Standouts kannst du ausschließlich mit einer Rose liken. Das macht sie zur wöchentlichen Gelegenheit, jemanden anzusprechen, der sonst nicht in deinen normalen Vorschlägen auftaucht.
Wie du aus diesen Bausteinen ein Profil baust, das gezielt Anschlusspunkte bietet, steht ausführlich in unserem Leitfaden zum Hinge-Profil optimieren.
Warum ist Hinge anders als andere Dating-Apps?
Der Gründer Justin McLeod hat Hinge bewusst gegen das klassische „Swipe-and-Forget”-Modell entwickelt. Auf Hinge kannst du nicht einfach nach rechts wischen. Du reagierst auf ein bestimmtes Foto oder eine Antwort, auf Wunsch mit Kommentar, oder vergibst eine Rose. Das bremst: Du verteilst weniger Likes, dafür mit mehr Absicht. Ähnlich funktioniert das Prinzip bei anderen beziehungsorientierten Apps, die dir bewusst nur wenige, kuratierte Vorschläge pro Tag geben – wie ich in Coffee Meets Bagel im Test genauer zeige.
Der Vorteil: Wer auf deine Antwort reagiert, hat sich zumindest kurz mit deinem Profil beschäftigt, und das Gespräch hat sofort einen Aufhänger. Andere Apps machen die Dating-Absicht von vornherein sichtbar: Bei der Frucht-Dating-App Fruitz zeigst du per Fruchtsymbol, ob du etwas Ernstes oder nur ein lockeres Kennenlernen suchst.
Für dich bedeutet das: Hinge passt, wenn du genug vom oberflächlichen Wischen hast und bereit bist, etwas Zeit ins Profil zu stecken. Eine Garantie, dass alle dort eine Beziehung suchen, gibt es nicht, auch wenn Hinge das in seinen Mitgliedschaftsregeln verlangt. Übrigens ist Hinge nicht die einzige App, die auf Klasse statt Masse setzt – auch das kuratierte, nur auf Einladung zugängliche Raya im Test verfolgt einen ähnlich selektiven Ansatz, wenn auch für ein anderes Publikum.
Profil, Likes und erste Nachricht: das Wichtigste in Kürze
Wie du Fotos, Prompts und Voice-Prompts im Detail aufbaust, steht in unserem Ratgeber Hinge-Profil optimieren. Für die Frage, ob Hinge zu dir passt, reichen diese Punkte:
- Fotos: Du hast bis zu sechs Plätze, das erste Foto sollte dich klar und aktuell zeigen. Laut Hinge bekommen Fotos, die deine Interessen zeigen, Schnappschüsse, Sport- und Schwarz-Weiß-Bilder, ein Lächeln sowie Fotos mit Freunden oder Haustieren eher mehr Likes. Selfies (vor allem im Bad oder Spiegel), gestellte, gefilterte und Strandfotos, Sonnenbrillen und Bilder mit einem möglichen Partner bekommen eher weniger.
- Prompts: Drei Antworten auf vorgegebene Fragen, die Felder fassen rund 150 Zeichen. Ein bis zwei konkrete Sätze, an die man mit einer Frage anknüpfen kann, funktionieren besser als einzelne Wörter oder Abgrenzungen wie „Ich hasse Menschen, die …“.
- Angaben: Größe, Religion, Trinken und Rauchen sind freiwillig, helfen aber beim Filtern. Wem der Glaube besonders wichtig ist, findet auf einer Plattform für christliche Partnersuche allerdings eine Community, in der dieser Wert von vornherein geteilt wird.
- Kommentar statt reines Like: Laut Hinge ist eine Antwort dreimal so wahrscheinlich, wenn du dein Like mit einem Kommentar verschickst. Gut sind ein bis zwei Sätze mit Bezug auf ein Detail und mit einer Frage, etwa: „Du warst in Marrakesch? Ich plane gerade eine Reise dorthin – was war dein Lieblingsviertel?“
- Erste Nachricht: Knüpf an das Like oder den Prompt an, statt „Hi, wie geht’s?“ zu schreiben. Ein Treffen schlägst du vor, wenn das Gespräch trägt, nicht nach zwei Nachrichten.
- Antworten: Warten zu viele Matches auf deine Antwort, kannst du wegen der Funktion „Deine Gesprächslimits“ keine neuen Likes senden oder annehmen, bis du antwortest oder Chats beendest. Das gilt auch mit Abo.
Wie wählt Hinge aus, wen du siehst?
Wie der Matching-Algorithmus genau gewichtet, legt Hinge nicht offen. In seiner Hilfe zur automatisierten Entscheidungsfindung nennt Hinge aber die Zutaten: Angaben wie Alter, Geschlecht, Standort und deine Präferenzen sowie dein Verhalten, also wen du likst, überspringst oder matchst und mit wem du womöglich Telefonnummern tauschst. Dieselbe Profilanalyse nutzt Hinge auch, um dir zugeschnittene Angebote und Rabatte zu zeigen (Stand: November 2026).
Ganz oben im Feed steht, wenn verfügbar, der tägliche Vorschlag „Höchst kompatibel“. Er beruht laut Hinge auf gegenseitigen Präferenzen, aktueller Aktivität und gemeinsamen Mustern darin, wen du und andere mögen, und läuft nach 24 Stunden ab. Der Algorithmus lernt aus deiner Aktivität, deshalb rät Hinge, lieber passende Profile zu liken als möglichst viele. Feste Regeln wie „Prompts alle drei Wochen wechseln“ nennt Hinge nicht. Mehr Sichtbarkeit verkauft die App über Boosts (eine Stunde), Superboosts (24 Stunden) und HingeX.
Rosen: Wenn du zeigen möchtest, dass es dir ernst ist
Eine Rose zeigt jemandem: „Du bist mir besonders wichtig.” Sie landet ganz oben in der Like-Liste der anderen Person, vor allen normalen Likes. Gratis bekommst du eine Rose pro Woche; ansparen lässt sie sich nicht. Weitere Rosen gibt es laut Hinge-Hilfe in Paketen zu 3, 12 oder 50 Stück. Im deutschen App Store kosteten drei Rosen am 4. November 2026 zusammen 7,99 €, die größeren Pakete stehen dort nicht in der Liste.
Sinnvoll ist eine Rose für Profile, die dich wirklich interessieren, und in den Standouts, wo du nur mit Rose liken kannst. Wer Rosen wahllos verteilt, nimmt ihnen die Wirkung. Und: Käufe von Rosen und Boosts sind laut Nutzungsbedingungen endgültig.
Was kostet Hinge? Gratis-Version, Hinge+ und HingeX
Hinge ist in der Grundversion kostenlos. Laut Hinge-Hilfe und Hinge-Website kannst du ohne Abo (Stand: November 2026):
- acht Likes pro Tag vergeben, auf Wunsch mit Kommentar (die Zahl nennt die englischsprachige Website, die Hilfe spricht von einer „vorgegebenen Anzahl“)
- eingehende Likes einzeln ansehen und annehmen, matchen und chatten
- eine Rose pro Woche vergeben
- das zuletzt übersprungene Profil einmal pro Woche zurückholen
- die täglichen Standouts ansehen (dort nur mit Rose)
Mit Hinge+ bekommst du laut Hinge:
- unbegrenzte Likes
- alle eingehenden Likes auf einen Blick, sortierbar etwa nach „Zuletzt aktiv“ oder „In der Nähe“
- das zuletzt übersprungene Profil beliebig oft zurückholen
- zusätzliche Filter, etwa nach Größe, Kindern, Familienplänen, Bildung, Politik, Trinken, Rauchen oder Drogen
HingeX enthält all das und drei Sichtbarkeitsfunktionen: Passende Profile rücken in deinem Feed nach oben, dein Profil erscheint anderen früher (laut Hinge wie ein sanfter, dauerhaft aktiver Boost), und deine Likes stehen sieben Tage lang weiter oben in der Liste der anderen Person.
Eine Preisliste veröffentlicht Hinge nicht, öffentlich einsehbar sind Beträge nur in den App-Stores. Die deutsche App-Store-Seite zeigte am 4. November 2026 bei drei Abrufen jeweils diese Einträge:
| Eintrag im App Store | Preis |
|---|---|
| Hinge+ Subscription | 12,99 € (dreimal gelistet), 14,99 €, 25,99 € |
| HingeX Subscription | 17,99 € |
| Drei Rosen („Bundle of three Roses“, „Roses 3-Pack“) | je 7,99 € |
| One Boost / One Superboost | 7,99 € / 14,99 € |
Quelle: App-Store-Seite von Hinge für Deutschland, Abschnitt „In-App-Käufe“ (Stand: 4. November 2026). Laufzeiten nennt die Liste nicht.
Laut Hinge-Hilfe gibt es Abos für eine Woche, einen Monat, drei und sechs Monate. Welcher Betrag zu welcher Laufzeit gehört, zeigt erst die App. Die Liste im Store wechselt außerdem: Am 24. Oktober 2026 erschienen bei einzelnen Abrufen stattdessen „Hinge Subscription“ für 12,49 bis 33,99 € und „Hinge Membership“ für 20,99 bis 85,99 €.
Dein Preis kann abweichen, weil Hinge laut Nutzungsbedingungen Sondertarife je nach Region, Laufzeit, früheren Käufen und Kontoaktivität anbietet. Verbindlich ist, was dir die App vor dem Kauf anzeigt. Wie du kündigst, was bei Erstattungen gilt und warum das Löschen des Kontos kein Store-Abo beendet, steht in unserem Ratgeber zu den Hinge-Kosten.
Lohnt sich Hinge+? Das hängt davon ab, wie aktiv du bist. Wenn du viele Profile liken willst, ja. Wenn du gemächlich darangehst, reicht die Gratis-Version oft. Versuch erst die kostenlose Version. Merkst du nach zwei bis drei Wochen, dass acht Likes am Tag nicht reichen, lohnt der Blick auf Hinge+.
Ist Hinge seriös? Datenschutz, Fake-Profile und Sicherheit
Hinge ist kein dubioser Anbieter, sondern eine Konzern-App mit Pflicht-Altersprüfung, freiwilliger Verifizierung, Meldefunktion und Filtern. Für Nutzerinnen und Nutzer im EWR, in Großbritannien und in der Schweiz ist laut Datenschutzerklärung die MTCH Technology Services Limited in Dublin verantwortlich. Die Kehrseite: Hinge erhebt viele Daten und teilt sie innerhalb der Match Group, auch für Werbung.
Verifizierung per Video-Selfie
Wer im EWR, also auch in Deutschland und Österreich, oder in der Schweiz wohnt, nimmt laut Hinge-Hilfe zur Altersüberprüfung ein Video-Selfie auf. Hinge prüft damit, ob eine echte, lebende Person vor der Kamera ist, und schätzt automatisiert, ob du mindestens 18 bist. Bis die Prüfung abgeschlossen ist, kannst du keine Likes oder Nachrichten senden, und dein Profil ist für andere unsichtbar. Hinge verweist dabei unter anderem auf den Digital Services Act der EU.
Dasselbe Video kannst du freiwillig für die Selfie-Verifizierung nutzen. Dann gleicht Hinge per Gesichtserkennung ab, ob du so aussiehst wie auf deinen Profilfotos, und du bekommst ein Abzeichen im Profil. Das Abzeichen bestätigt laut Hinge nur, dass Fotos und Gesicht übereinstimmen, nicht Name, Alter oder andere Angaben zur Identität. Tauschst du später Fotos aus, kann es verloren gehen.
Für die Altersprüfung speichert Hinge drei Standbilder aus dem Video, und zwar für die Laufzeit des Kontos plus die übliche Aufbewahrungsfrist danach, das Ergebnis der Altersschätzung ein Jahr. Bei der freiwilligen Selfie-Verifizierung löscht Hinge die Gesichtsgeometrie nach spätestens 24 Stunden und behält drei Screenshots für die Dauer des Kontos, das Video selbst speichert Hinge laut Hilfe nicht. Den Abgleich übernimmt die Match Group, LLC als Dienstleister, gespeichert wird bei Amazon Web Services (Stand jeweils: November 2026).
Fake-Profile melden, blockieren, Matches aufheben
Laut Hilfe zu den sicheren Nachrichtenfiltern durchsucht Hinge Interaktionen automatisiert nach schädlichem oder illegalem Verhalten. Gemeldete Fälle prüfen geschulte Moderatorinnen und Moderatoren, Hinge kann Inhalte entfernen, Konten sperren oder die Polizei einschalten. Diese Werkzeuge hast du selbst in der Hand:
- Melden: Über die drei Punkte oben rechts im Profil oder im Chat. Laut Hinge-Hilfe ist die Meldung anonym und endgültig: Ihr seht euch danach gegenseitig nicht mehr. Bei einem Fake-Profil helfen Screenshots von Name, Alter, Text und Fotos.
- Match aufheben: Entfernt das Gespräch dauerhaft, auch Hinge kann es nicht wiederherstellen.
- Blockierliste: In den Einstellungen sperrst du Kontakte per Telefonnummer oder E-Mail-Adresse, etwa Ex-Partner oder Kolleginnen. Das klappt nur, wenn sie sich mit denselben Daten angemeldet haben.
- Kommentarfilter: In den Einstellungen unter „Sicherheit“ lässt du Likes ausblenden, deren Kommentare respektlose Sprache oder von dir festgelegte Wörter und Emojis enthalten. Der automatische Filter ist standardmäßig an, der Absender erfährt nichts davon.
- Rückfrage: Erkennt Hinge möglicherweise unangemessene Sprache in einer Nachricht, fragt die App „Hat dich diese Nachricht gestört?“ und zeigt bei „Ja“ den Weg zur Meldung.
Hinges eigene Sicherheitstipps laufen auf vier Regeln hinaus: Gespräche erst einmal in der App lassen, weil Betrüger gern sofort auf SMS oder Messenger wechseln. Vor einem Treffen ruhig einen Videoanruf machen. Nie Geld oder Finanzdaten herausgeben, auch nicht in einem angeblichen Notfall. Und die ersten Dates an einem belebten, öffentlichen Ort, zu dem du selbst hin- und von dem du selbst wieder wegkommst.
Hinweis: Ist bei einem Treffen etwas passiert, melde die Person bei Hinge und hol dir Hilfe: im Notfall Polizei 110. Beratung bieten das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter 116 016 und das Hilfetelefon Gewalt an Männern unter 0800 123 99 00.
Was passiert mit deinen Daten?
Laut Datenschutzerklärung (gültig ab 27. November 2025) gibt Hinge Daten an Dienstleister weiter, etwa für Hosting, Analysen, Kundenservice, Marketing, Werbung und Zahlungen, an Werbepartner, an Strafverfolgungsbehörden, etwa auf gerichtliche Anordnung oder zur Aufklärung von Straftaten, und an andere Unternehmen der Match Group. Mit Werbepartnern teilt Hinge bestimmte Informationen, auch über Cookies und SDKs, um Anzeigen relevanter zu machen. Die App-Store-Seite nennt „Kennungen“ als Daten, die zum Tracking über Apps und Websites anderer Unternehmen verwendet werden können (Stand: 4. November 2026).
Für den Austausch im Konzern hat die Datenschutzerklärung einen eigenen Abschnitt. Hinge und die Schwesterfirmen teilen Daten demnach, um auffällige Konten zu finden und auf allen Match-Group-Plattformen zu sperren, als Dienstleister füreinander (unter anderem für Marketing, gezielte Werbung, Analysen und maschinelles Lernen) und um die Empfehlungssysteme zu verbessern. Soweit gesetzlich zulässig, dient der Austausch auch dazu, deine Erfahrung, Marketing und Werbung über die Dienste hinweg zu personalisieren. Zu den Daten, die dabei fließen können, zählt die Erklärung auch Standort- und Gesichtsgeometriedaten.
Laut englischsprachiger Hilfe können auch die Rabatte, die du siehst, davon abhängen, ob du einen anderen Match-Group-Dienst nutzt oder dort schon bezahlt hast. Nach dem Löschen bleibt einiges: Hinge bewahrt Daten laut Datenschutzerklärung drei Monate auf, um schädliches Verhalten untersuchen zu können (nach einer Sperre bis zu zwei Jahre), Profildaten für mögliche Rechtsstreitigkeiten ein Jahr und Transaktionsdaten wegen Steuer- und Buchhaltungspflichten zehn Jahre.
Was sagt Mozilla zu Hinge?
Die Mozilla Foundation hat Hinge in ihrem Ratgeber „Privacy Not Included“ am 15. März 2024 bewertet und mit dem Warnhinweis „*Privacy Not Included“ versehen. Kritisiert hat Mozilla vor allem die umfangreiche Datensammlung (darunter Standortdaten), die Weitergabe innerhalb der Match Group, die Nutzung für Werbung und die Datenschutz-Bilanz des Konzerns. Seine Mindeststandards für Sicherheit, etwa Verschlüsselung, sah Mozilla dagegen erfüllt (archivierte Fassung).
Neu bewertet wird Hinge dort nicht mehr: Mozilla hat „Privacy Not Included“ im August 2026 eingestellt und verweist für das Archiv auf die Wayback Machine (Mitteilung vom 11. August 2026). Die Einstufung bezieht sich also auf die Datenschutzerklärung von 2024, nicht auf die heute gültige Fassung. Mozillas Tipps von damals bleiben sinnvoll: Standort nur „beim Verwenden der App“ freigeben, kein Social-Media-Konto zum Einloggen nutzen und personalisierte Werbung ablehnen, wo die App es anbietet.
Hinge-Erfahrungen als Mann
Für Männer gilt dasselbe Limit wie für alle: acht Gratis-Likes am Tag und eine Rose pro Woche. Eine Regel, nach der Frauen zuerst schreiben müssen, gibt es auf Hinge nicht, jede Person kann den ersten Schritt machen. Aus der Forschung zu Dating-Plattformen ist allerdings bekannt, dass ihn meist Männer machen: In einer Auswertung eines großen, kostenlosen US-Datingportals stammten mehr als 80 Prozent der ersten Nachrichten von Männern, Frauen antworteten im Schnitt auf weniger als 20 Prozent (Bruch & Newman, 2018).
Das Portal war nicht Hinge, und für Hinge selbst veröffentlicht der Anbieter keine solchen Zahlen. Die Richtung passt aber zu einer einfachen Rechnung: Wer vor allem selbst aktiv likt, ist mit acht Likes am Tag schnell am Limit. Jedes davon sollte deshalb sitzen: Ein Kommentar mit Bezug zum Profil erhöht laut Hinge die Antwortchance, und Hinge selbst rät, lieber passende Profile zu liken als möglichst viele.
Männer greifen beim Online-Dating auch häufiger zum Bezahlangebot. In einer Umfrage von Bitkom Research unter 1.449 Internetnutzerinnen und -nutzern ab 16 Jahren (Januar 2026) hatten 20 Prozent der Männer, aber nur 9 Prozent der Frauen schon einmal ein kostenpflichtiges Online-Dating-Angebot genutzt (Bitkom, 10. Februar 2026). Bevor du Hinge+ kaufst, prüf, was dich bremst: das Limit oder das Profil. Bekommst du kaum Likes, bringt ein Abo wenig, ein besseres erstes Foto und konkretere Prompts kosten dagegen nichts.
Hinge-Erfahrungen als Frau
In der genannten US-Auswertung bekamen Frauen insgesamt mehr Nachrichten als Männer. Die Aufmerksamkeit verteilte sich allerdings sehr ungleich: Die meisten bekamen wenige Erstkontakte, einige wenige sehr viele (Bruch & Newman, 2018). Auf Hinge landen eingehende Likes im Tab „Likes You“. Ohne Abo siehst du sie einzeln, eins nach dem anderen. Alle auf einmal und sortiert gibt es erst mit Hinge+ oder HingeX. Wer dir eine Rose schickt, steht ganz oben.
Wer viele Matches hat, stößt eher an die oben beschriebenen Gesprächslimits: Warten zu viele Personen auf deine Antwort, kannst du keine neuen Likes senden oder annehmen, bis du antwortest oder Chats beendest. Hinge will damit ein Problem lösen, das laut Hilfe zu den wichtigsten Klagen der Nutzerinnen und Nutzer gehört: Matches, die nicht antworten.
Gegen unangenehme Kommentare hilft der Kommentarfilter, der respektlose Sprache automatisch aussortiert und sich um eigene Wörter oder Emojis ergänzen lässt. Aussortierte Likes landen unter „Ausgeblendete Likes“, du kannst sie lesen oder ungelesen löschen. Für das erste Treffen gelten Hinges Sicherheitstipps von oben: öffentlicher Ort, eine Freundin oder einen Freund einweihen, selbst an- und abreisen. Und denk daran: Das Selfie-Abzeichen sagt nur, dass Gesicht und Fotos zusammenpassen, nicht, wer die Person ist.
Gibt es Hinge in Österreich und der Schweiz?
Ja. Laut Hinge-Hilfe ist die App unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar, insgesamt nennt die Seite 37 Länder (abgerufen am 4. November 2026). Der österreichische und der Schweizer App Store führen Hinge mit deutscher Beschreibung. Datenschutzrechtlich gilt für beide Länder dasselbe wie für Deutschland: Verantwortlich ist die MTCH Technology Services Limited in Dublin, und auch in der Schweiz verlangt Hinge das Video-Selfie zur Altersprüfung.
Die Preise unterscheiden sich von Land zu Land:
| Eintrag im App Store | Deutschland | Österreich | Schweiz |
|---|---|---|---|
| Hinge+ Subscription | 12,99 € (dreimal), 14,99 €, 25,99 € | 14,99 € (viermal), 24,99 € | CHF 12.00 (viermal), CHF 22.00 |
| HingeX Subscription | 17,99 € | 24,99 € | CHF 22.00 |
| Drei Rosen | 7,99 € | 6,99 € bzw. 7,99 € | CHF 5.00 |
| Boost | 7,99 € | 6,99 € | CHF 5.00 |
Quelle: App-Store-Seiten von Hinge für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Abschnitt „In-App-Käufe“ (Stand: 4. November 2026). Laufzeiten nennt keine der Listen.
Wie viele Menschen Hinge in Österreich oder der Schweiz nutzen, veröffentlicht der Anbieter nicht, und belastbare Zahlen aus anderen Quellen haben wir nicht gefunden.
Hinge, Tinder oder Bumble: der direkte Vergleich
| Hinge | Tinder | Bumble | |
|---|---|---|---|
| Ausrichtung | feste Beziehung | Casual bis Beziehung | Beziehung |
| Profile pro Tag (gratis) | begrenzt, wenige | praktisch unbegrenzt | praktisch unbegrenzt |
| Wer schreibt zuerst | beliebig | beliebig | beide (seit August 2026) |
| Ernsthaftigkeit | hoch | niedrig bis mittel | mittel bis hoch |
Kurzfassung: Hinge, wenn du eine Beziehung willst und Gespräche mit Aufhänger magst. Tinder, wenn du breit ausprobieren möchtest. Bumble liegt dazwischen; die Regel „Frauen schreiben zuerst“ gilt dort seit August 2026 nicht mehr. Was die Abos kosten, steht in unseren Ratgebern zu den Kosten von Hinge, Tinder und Bumble. Wenn du zwischen den Apps schwankst, hilft unser Vergleich der Dating-Apps.
Die günstigere Alternative: MichVerlieben
Hinge hat einen Haken, der in Testberichten selten steht: Die App ist auf den US-Markt zugeschnitten. Im deutschsprachigen Raum ist die Nutzerbasis außerhalb von Berlin, Hamburg und München dünn — und was nützt das beste Matching-Konzept, wenn im Umkreis von 50 Kilometern zwanzig Profile stehen?
Dazu kommt der Preis: Der deutsche App Store listet Hinge-Abos je nach Abruf für 12,99 bis 25,99 € oder für 12,49 bis 85,99 € (Stand: 24. Oktober 2026), und welche Stufe und Laufzeit dahintersteht, zeigt erst die App. Gratis gibt es nur acht Likes am Tag.
Unsere Empfehlung für den deutschsprachigen Raum: MichVerlieben.
| Kriterium | Hinge | MichVerlieben |
|---|---|---|
| Preis | je nach Abruf 12,99–25,99 € oder 12,49–85,99 € (Laufzeit offen) | 14,99 €/Monat |
| Ausrichtung | feste Beziehung | feste Beziehung |
| Nutzerbasis DACH | dünn außerhalb der Großstädte | auf DACH ausgerichtet |
| Zielgruppe | 25–38 | Ü30 |
| Persönlichkeitstest | nein | ja |
| Deutscher Support | nein | ja |
Der ehrliche Vergleich: Hinges Konzept — wenige Profile, Reaktion auf konkrete Inhalte statt aufs Foto — ist durchdacht und macht Spaß. Wenn du in einer Großstadt lebst, ist die App eine gute Wahl. Wohnst du außerhalb, entscheidet nicht das Konzept, sondern die Frage, ob überhaupt jemand da ist.
Unsere Bewertung: 3,8 von 5 Punkten
Hinge bekommt von uns 3,8 von 5 Punkten. Das Konzept überzeugt: Du reagierst auf ein konkretes Foto oder eine Prompt-Antwort, nicht auf ein Gesamtbild nach zwei Sekunden. Die Gratis-Version reicht zum Matchen und Chatten, und die App ist klar auf feste Beziehungen ausgerichtet.
Punkte verliert Hinge an drei Stellen. Außerhalb der Großstädte ist die Auswahl dünn. Acht Gratis-Likes pro Tag sind knapp, wenn du aktiv suchst. Und eine öffentliche Preisliste gibt es nicht; was ein Abo kostet, zeigt erst die App.
Deine nächsten Schritte
Das war viel auf einmal. Hier ist, was du konkret tun solltest:
- Lade die App herunter und erstelle ein Profil
- Investiere 30 Minuten in gute Fotos und Prompts
- Nutze täglich – auch wenn es nur 10 Minuten sind
- Schreibe durchdachte Kommentare, nicht einfach Likes
- Sei geduldig – gute Matches brauchen Zeit
Hinge ist nicht für schnelle Matches gemacht, sondern für gute. Das ist ein Unterschied, den du verstehen und schätzen solltest.
Und falls du dir noch unsicher bist, ob Hinge überhaupt die richtige App für dein Ziel ist: Trustdating sortiert Dating-Apps danach, welches Ziel sie bedienen — ernsthafte Beziehung, lockeres Kennenlernen oder etwas dazwischen.
Du schaffst das. Viel Erfolg auf Hinge!
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Quellen und Stand
- Hinge: Website („Our Mission“, acht Gratis-Likes) und Hilfe-Center, darunter Abonnement- und Kaufvorteile, Abonnement für Hinge+ oder HingeX, Likes, Warum bekomme ich keine Matches?, Höchst kompatibel, Deine Gesprächslimits und Verfügbarkeit
- Hinge-Hilfe zur Sicherheit: Altersüberprüfung, Selfie-Verifizierung, Melden, Blockierliste, Kommentarfilter, Sichere Nachrichtenfilter und Sichere Dating-Tipps
- Hinge: Datenschutzerklärung (gültig ab 27. November 2025) und Why we share across Match Group companies
- App-Store-Seiten von Hinge für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Abschnitte „In-App-Käufe“ und „App-Datenschutz“
- Mozilla Foundation: Privacy Not Included: Hinge (Bewertung vom 15. März 2024, archiviert) und Privacy Not Included Has Moved (11. August 2026)
- Bruch, E. E. & Newman, M. E. J. (2018): Aspirational pursuit of mates in online dating markets. Science Advances, 4(8), eaap9815, DOI 10.1126/sciadv.aap9815; Bitkom, Presseinformation vom 10. Februar 2026
Stand: November 2026. Hinge-Hilfe, Datenschutzerklärung und App-Store-Preise geprüft am 4. November 2026. Die Angaben zu den Nutzungsbedingungen und zur Preisliste vom 24. Oktober 2026 stammen aus unserem Ratgeber Hinge-Kosten.
