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Eine Frau und ein Mann unterhalten sich in einer Boulderhalle vor der Kletterwand

Männer kennenlernen: Wo du Männer triffst, die zu dir passen

Männer kennenlernen: wo Paare sich heute finden, in welchen Vereinen und Ehrenämtern Männer in der Mehrheit sind und wie du selbst den ersten Schritt machst.

Laura Weber
Laura Weber
· 19 Min. Lesezeit

Männer kennenlernen funktioniert heute vor allem auf zwei Wegen: online und über Menschen, die du schon kennst. Offline triffst du Männer am ehesten dort, wo sie in der Mehrheit sind und wo ihr euch regelmäßig wiederseht: im Tischtennis- oder Schachverein, auf dem Tennis- oder Golfplatz, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder beim Technischen Hilfswerk. Volkshochschulkurse sind dagegen eine schwache Adresse, dort belegen Frauen fast drei Viertel der Plätze.

Das ist keine Liste aus dem Bauch. Wir haben für diesen Ratgeber die Mitgliederstatistik des Deutschen Olympischen Sportbunds, den Freiwilligensurvey 2024, die Volkshochschul-Statistik und die Zahlen von Feuerwehrverband und THW gelesen und nachgerechnet. Dazu kommen Studien darüber, wo sich Paare finden und was passiert, wenn Frauen den ersten Schritt machen. Wo es keine belastbaren Zahlen gibt, sagen wir das.

Der Ratgeber richtet sich vor allem an Frauen, ob mit 25 oder mit 60. Einen kurzen Abschnitt für schwule und bisexuelle Männer findest du weiter unten, die Perspektive der Männer beschreibt unser Schwesterartikel Frauen kennenlernen.

Wo lernen sich Paare heute kennen?

Unabhängige, aktuelle Zahlen dazu haben wir für Deutschland nicht gefunden, nur eine Auftragsbefragung. Das Institut Fittkau & Maaß hat im Oktober und November 2024 im Auftrag des Dating-Anbieters ElitePartner 4.154 Menschen zwischen 18 und 69 in einer Beziehung online befragt und nach Alter, Geschlecht und Bundesland gewichtet. Weil der Auftraggeber am Online-Kennenlernen verdient, solltest du das Ergebnis mit etwas Abstand lesen: Freundeskreis oder Familie (24,2 Prozent) und Internet (23,1 Prozent) lagen fast gleichauf, danach kamen Ausgehen (17,1 Prozent), Arbeit (14,8 Prozent) und Schule, Ausbildung oder Studium (10,4 Prozent). Bei jüngeren Beziehungen liegt das Netz vorn: Von den Paaren, die seit drei Monaten bis fünf Jahren zusammen waren, nannten 37 bis 45 Prozent das Internet, bei Paaren, die seit 20 Jahren oder länger zusammen sind, knapp 6 Prozent.

Ein Wert betrifft diesen Ratgeber direkt: Über ein Hobby, einen Verein oder ein Ehrenamt hatten sich 6,5 Prozent kennengelernt, beim Sport 4,1 Prozent. Der Verein ist also kein Massenweg. Er hat aber zwei Vorteile: Du bestimmst selbst, wie oft du dort bist und wie viele Männer dir begegnen. Und Bekannte aus dem Verein erweitern deinen Freundeskreis, den häufigsten Weg überhaupt.

Daten aus dem Ausland zeigen dieselbe Richtung. In den USA hatten sich laut der repräsentativen Befragung „How Couples Meet and Stay Together“ von den heterosexuellen Paaren, die sich 2017 kennenlernten, 39 Prozent online gefunden, 20 Prozent über Freunde und 11 Prozent über die Arbeit; online ist dort seit etwa 2013 der häufigste Weg (Rosenfeld, Thomas und Hausen, PNAS 2019). In der Schweiz waren Freunde laut der Erhebung zu Familien und Generationen 2018 weiterhin der häufigste Weg, doch schon etwa jede vierte Beziehung, die in den zwei Jahren vor der Befragung entstanden war, hatte im Netz angefangen. Paare aus Apps waren dort mit Beziehung und Leben im Schnitt genauso zufrieden wie andere (Potârcă, PLOS ONE 2020).

Wie verbreitet die Suche im Netz ist, zeigt eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research vom Januar 2026: 43 Prozent der 1.449 befragten Internetnutzerinnen und -nutzer ab 16 Jahren hatten schon einmal online nach einer Partnerin oder einem Partner gesucht. Von ihnen lebten 32 Prozent in einer Beziehung, die so entstanden war, 31 Prozent sagten, es habe sich nichts ergeben (Bitkom, 10. Februar 2026).

Für deine Suche heißt das: Den einen Ort gibt es nicht. Es gibt zwei große Wege, Netz und Netzwerk, und einen dritten, den du selbst gestalten kannst: Orte, an denen Männer sind und an denen ihr euch wiederseht.

Das Netzwerk nutzen viele zu zögerlich. Sag Freundinnen, Kollegen und Verwandten ausdrücklich, dass du offen für jemanden bist und was dir wichtig ist. Geh zu Geburtstagen und Grillabenden, bei denen du nicht alle kennst, und lade selbst Leute ein, die sich noch nicht kennen.

Wo Männer ihre Freizeit verbringen: die Zahlen

Die meisten Ratgeber zählen Orte auf, ohne zu sagen, wer dort eigentlich ist. Dabei gibt es Statistiken. Die wichtigste ist die Bestandserhebung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB). Zum Stichtag 1. Januar 2025 zählten die Landessportbünde rund 25,8 Millionen Mitgliedschaften in Sportvereinen, 60 Prozent davon von Männern (DOSB, Bestandserhebung 2025). Gezählt werden Mitgliedschaften, nicht Personen: Wer in zwei Vereinen ist, zählt doppelt, und passive Mitglieder sind mitgezählt.

Je nach Sportart sieht das sehr unterschiedlich aus. Die Anteile in der Tabelle haben wir aus den Verbandszahlen des DOSB berechnet. Verbände, bei denen der DOSB die Aufteilung nach Geschlecht nur hochgerechnet hat, haben wir weggelassen. Dazu kommen Feuerwehr, THW und Volkshochschule:

Verband oder AngebotMänneranteilStand
Darts, Billard, Schach90 bis 93 Prozent1. Januar 2025
Freiwillige Feuerwehrrund 89 ProzentEnde 2022
Fußball83 Prozent1. Januar 2025
THW, ehrenamtliche Einsatzkräfterund 82 ProzentMärz 2026
Tischtennis79 Prozent1. Januar 2025
Basketball76 Prozent1. Januar 2025
Triathlon67 Prozent1. Januar 2025
Golf65 Prozent1. Januar 2025
Badminton63 Prozent1. Januar 2025
Rudern, Kanu, Handball61 bis 62 Prozent1. Januar 2025
Tennis59 Prozent1. Januar 2025
Alpenverein56 Prozent1. Januar 2025
Volleyball, Leichtathletik, Schwimmen48 bis 49 Prozent1. Januar 2025
Turnen33 Prozent1. Januar 2025
Tanzsport28 Prozent1. Januar 2025
Reiten18 Prozent1. Januar 2025
Kurse an Volkshochschulen27 Prozent der Belegungen2024

Die Feuerwehrzahl stammt vom Deutschen Feuerwehrverband: Ende 2022 hatten die Freiwilligen Feuerwehren 1.014.953 Mitglieder, davon 113.996 Frauen (DFV-Statistik). Beim THW engagieren sich laut einer Pressemitteilung vom 5. März 2026 rund 16.000 Frauen und Mädchen, etwa 18 Prozent der ehrenamtlichen Einsatzkräfte (THW). An den Volkshochschulen entfielen 2024 auf Frauen 73,2 Prozent der Kursbelegungen, in jedem Programmbereich mehr als die Hälfte, in Gesundheitskursen sogar 84,9 Prozent (Volkshochschul-Statistik 2024).

Im Ehrenamt ist das Bild weniger extrem. Laut Freiwilligensurvey 2024 mit 27.542 Befragten ab 14 Jahren engagieren sich Frauen und Männer insgesamt gleich häufig, aber in unterschiedlichen Bereichen. Bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz sind 4,8 Prozent der Männer und 1,5 Prozent der Frauen aktiv, im Sport 14,1 gegenüber 11,6 Prozent, in der Politik 3,2 gegenüber 2,2 Prozent. Frauen engagieren sich häufiger im sozialen Bereich, in Schule und Kita und in Kirchengemeinden. Keine Unterschiede fanden die Forschenden bei Kultur und Musik, bei Freizeit und Geselligkeit sowie im Umwelt- und Tierschutz (Freiwilligensurvey 2024, Hauptbericht).

Welche Orte sich daraus ergeben und welche nicht

Zahlen allein machen noch keinen guten Ort. Damit aus einer Begegnung mehr wird, braucht es drei Dinge: Männer in deinem Alter, eine Aktivität, die dich selbst interessiert, und Wiederholung. In zwei US-Experimenten fanden sich Fremde umso sympathischer, je länger sie miteinander redeten (Reis und Kollegen, 2011). Dabei unterhielten sich jeweils zwei Fremde gleichen Geschlechts, es ging also um Sympathie, nicht ums Verlieben. Für die Partnersuche heißt das trotzdem: Ein einzelner Abend reicht selten, ein wöchentlicher Termin schon eher.

Sport im Verein

Fußball hat zwar den höchsten Männeranteil unter den großen Verbänden, hilft dir aber wenig, wenn du nicht selbst im Damenteam spielst oder den Verein ehrenamtlich unterstützt. Interessanter sind Sportarten, in denen Frauen und Männer gemeinsam trainieren können oder in denen viel Vereinsleben neben dem Platz stattfindet: Tennis, Tischtennis, Badminton, Golf, Rudern, Kanu oder Triathlon. Der Alpenverein ist mit gut 1,5 Millionen Mitgliedschaften einer der größten Verbände und ebenfalls mehrheitlich männlich. Frag nach Schnuppertrainings oder Freizeitgruppen, wenn du keine Wettkämpfe willst.

Wer es ruhiger mag: In Schach-, Billard- und Darts-Vereinen liegt der Männeranteil bei rund 90 Prozent. Volleyball und Leichtathletik sind etwa ausgeglichen, dort triffst du Männer nicht in der Mehrheit, aber zahlreich.

Ehrenamt bei Feuerwehr, THW und in der Politik

Freiwillige Feuerwehr und THW gehören zu den Orten mit dem höchsten Männeranteil, und sie sind groß: Die Freiwilligen Feuerwehren hatten Ende 2022 rund eine Million Mitglieder, das THW hat rund 88.000 Freiwillige. Das THW will nach eigenen Angaben Hürden für Frauen abbauen und hat in allen Landesverbänden Beauftragte für die Anliegen von Helferinnen gewählt. Sieh das aber realistisch: Das sind Einsatzorganisationen mit Ausbildung, Übungen und Diensten, kein Kennenlernklub. Mach mit, wenn dich die Aufgabe reizt. Dann lernst du die Menschen dort über Monate sehr gut kennen.

Ein anderes Feld sind politische Ortsvereine, Bürgerinitiativen oder die Gewerkschaftsarbeit: Dort engagieren sich laut Freiwilligensurvey etwas mehr Männer als Frauen.

Was eher nicht funktioniert

Kurse an der Volkshochschule sind nett, aber für dieses Ziel die falsche Wahl, solange es dir vor allem um Männer geht. Turnen, Tanzsport und Reiten sind überwiegend weiblich. Für Tanzschulen haben wir keine Zahlen gefunden.

Und der Baumarkt, der in vielen Listen auftaucht? Dafür gibt es keine Zahlen, und vor allem fehlt dort das Wiedersehen. Wer nur einkauft, steht in zehn Minuten an der Kasse. Kennenlernen braucht einen Ort, an den ihr beide wiederkommt.

Für einzelne Abende wie Singlepartys, Speed-Dating oder Kennenlern-Events gilt etwas anderes: Dort wissen alle, warum sie da sind. Was es gibt und was taugt, steht in unserem Ratgeber zur Single-Party. Weitere Ideen vom Lauftreff bis zum Ehrenamt sammelt unser Überblick Menschen kennenlernen ohne Dating-Apps.

Den ersten Schritt machen: Was die Forschung zeigt

Viele Frauen warten, bis er fragt. Die Daten sprechen dafür, das nicht zu tun.

In einer US-Studie mit sechs Monaten Daten einer Dating-Seite aus einer mittelgroßen Stadt, 8.259 Männern und 6.274 Frauen, schrieben Frauen viermal seltener zuerst als Männer. Wenn sie es taten, kamen sie mit begehrteren Partnern in Kontakt als Frauen, die warteten (Kreager und Kollegen, 2014). Gemessen wurden allerdings nur Nachrichten und Antworten; ob daraus Dates oder Beziehungen wurden, konnte die Studie nicht beobachten. Eine zweite US-Auswertung aus vier Großstädten fand dasselbe Muster: Mehr als 80 Prozent der ersten Nachrichten kamen von Männern, und Frauen bekamen auf ihre Nachrichten häufiger eine Antwort als Männer (Bruch und Newman, 2018).

Auch offline macht es einen Unterschied, wer auf wen zugeht. In einem Speed-Dating-Experiment mit 350 Teilnehmenden in den USA wechselten bei einem Teil der Abende die Männer von Tisch zu Tisch, bei einem anderen die Frauen. Wer aufstand und auf andere zuging, war weniger wählerisch und selbstbewusster, und der übliche Unterschied zwischen den Geschlechtern verschwand, wenn die Frauen rotierten (Finkel und Eastwick, 2009). Das Zugehen selbst scheint also Zuversicht zu geben.

All das sind US-Daten, und keine Studie verspricht dir ein Ja. Aber Warten ist keine neutrale Strategie, sondern überlässt die Auswahl den anderen.

So kannst du es formulieren

Im Verein oder Kurs fängst du klein an und wirst dann konkret:

  • Zum Einstieg: „Wie lange spielst du schon hier? Ich bin noch neu.“
  • Nach ein paar Wochen: „Ein paar von uns gehen nach dem Training noch was trinken. Kommst du mit?“
  • Wenn du ihn allein sehen willst: „Ich würde dich gern mal außerhalb vom Training treffen. Hast du Samstag Lust auf einen Kaffee?“
  • Wenn du Klarheit willst: „Ich meine das übrigens als Date.“

Online gilt dasselbe Prinzip: Bezieh dich auf etwas aus seinem Profil, stell eine echte Frage und schlag nach ein paar Nachrichten ein Treffen vor, mit zwei konkreten Terminen. Sagt er Nein oder antwortet nicht, ist das eine Information, kein Urteil über dich. Gerade in einem Verein, in dem ihr euch wiederseht, hilft ein freundliches „Alles gut, danke für die ehrliche Antwort“.

Online: Männer mit Beziehungsabsicht finden

Viele Frauen kommen genau mit dieser Frustration: Auf Apps scheinen vor allem Männer unterwegs zu sein, die nichts Festes wollen. Ganz falsch ist das Gefühl nicht. In einer Bitkom-Umfrage von Anfang 2025 suchten unter den Online-Datern 37 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen lockere Flirts oder gelegentliche Dates, One-Night-Stands 32 Prozent der Männer und 9 Prozent der Frauen. Eine langfristige Beziehung wünschten sich aber insgesamt 60 Prozent (Bitkom, 10. Februar 2025); in der Bitkom-Umfrage von Januar 2026 nannten 46 Prozent der Online-Dater eine feste Beziehung als Ziel. Dazu passt die aktuelle Auswertung des Familienpanels FReDA, in der als Single gilt, wer weder Partner noch Kinder hat: Männer zwischen 20 und 54 sind in allen Altersgruppen häufiger Single als Frauen, rund zwei Drittel der Singles wünschen sich eine Partnerschaft, Männer in den meisten Altersgruppen häufiger als Frauen (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Juli 2026). Männer mit ernsten Absichten sind also da, du musst sie nur herausfiltern.

Dazu kommt ein Mengenproblem. In Großstädten haben laut Bitkom 57 Prozent der männlichen, aber nur 38 Prozent der weiblichen Internetnutzer schon online gesucht. In der US-Auswertung von Bruch und Newman beantworteten Frauen im Schnitt weniger als 20 Prozent der Nachrichten, die sie von Männern bekamen. Viel Post heißt also nicht viel Auswahl.

Was hilft:

  • Absicht angeben und lesen: Bei Tinder kannst du laut App-Store-Beschreibung deine Beziehungsziele festlegen, bei Hinge zeigt das Profil die Dating-Absichten an (Stand: 15. Oktober 2026). Gib deine an und nimm seine ernst: Wer angibt, noch nicht zu wissen, was er sucht, sagt dir damit schon etwas.
  • Text vor Fotos: Ein Profil mit leerer Beschreibung oder nur Sprüchen ist ein Signal. Achte darauf, ob er etwas über sein Leben erzählt und ob deine Fragen beantwortet werden.
  • Früh treffen: Schlag nach einigen Nachrichten ein Treffen vor. Weicht er immer wieder aus, weißt du mehr als nach weiteren Wochen Chat.
  • Geduld einplanen: Bei 31 Prozent der Online-Dater hat sich laut Bitkom bisher nichts ergeben. Plan Pausen ein, statt dich auszubrennen.

Woran du eine seriöse App erkennst und worauf du bei Abo, Kündigung und Widerruf achten solltest, steht in unserem Ratgeber Seriöse Dating-Apps.

Sicher kennenlernen

Die Grundregeln gelten offline wie online. Triff dich beim ersten Mal an einem belebten Ort, reise selbst an und fahr selbst zurück. Eine Freundin sollte wissen, wo du bist und mit wem. Und du darfst jederzeit gehen, ohne Begründung.

Beim Liebesbetrug, dem Romance Scamming, nennt die Polizeiliche Kriminalprävention drei typische Warnzeichen: Jemand überhäuft dich mit Komplimenten oder plant schnell eine gemeinsame Zukunft, ohne dass ihr euch je gesehen habt. Treffen platzen immer wieder wegen dramatischer Zwischenfälle. Und plötzlich braucht er dringend Geld, etwa für eine Operation oder ein Flugticket. Brich den Kontakt ab, sobald nach Geld, Gutscheinen oder Kryptowährung gefragt wird, und überweise nie Geld an jemanden, den du nicht persönlich getroffen hast (polizei-beratung.de). Wie Täter vorgehen und was Betroffene tun können, steht in unserem Report zu Love Scamming.

Wenn du Gewalt erlebst oder dich bedroht fühlst: Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter 116 016 rund um die Uhr erreichbar, kostenlos, auf Wunsch anonym und auch in 18 Fremdsprachen, außerdem per Chat und E-Mail (hilfetelefon.de). Bei akuter Gefahr wähl die 110.

Männer kennenlernen ab 40 und ab 50

Mit den Jahren verschiebt sich das Verhältnis, aber anders, als oft angenommen. Laut Mikrozensus 2025 waren zwischen 45 und 65 Jahren rund 2,9 Millionen Männer, aber nur 2,4 Millionen Frauen alleinstehend, lebten also ohne Partner und ohne Kinder im Haushalt. Im Alter von 65 bis 85 dreht sich das Bild: 1,6 Millionen Männer stehen 3,5 Millionen Frauen gegenüber (Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2025). Alleinstehend heißt dabei nicht zwingend Single: Wer eine Beziehung mit getrennten Wohnungen führt, zählt hier mit, Menschen mit Kindern im Haushalt fehlen dagegen ganz.

Auch in Sportvereinen sind Männer dieser Altersgruppe stärker vertreten. Die Mitgliedschaften von Männern zwischen 41 und 60 entsprechen rechnerisch 33 Prozent der Männer dieser Altersgruppe, bei Frauen sind es 20 Prozent. Über 60 sind es 28 gegenüber 16 Prozent. Bei den über 60-Jährigen sind im Tennis rund zwei Drittel der Mitgliedschaften männlich, im Golf und im Alpenverein gut 60 Prozent, im Tischtennis 82 Prozent. Im Turnen sind es weniger als 30 Prozent (DOSB, Bestandserhebung 2025). Und im Ehrenamt sind Männer ab 75 laut Freiwilligensurvey sogar häufiger engagiert als Frauen.

Online sind auch Ältere längst angekommen. Laut Bitkom haben 33 Prozent der Internetnutzer zwischen 50 und 59 Jahren schon online nach jemandem gesucht, zwischen 60 und 69 sogar 35 Prozent, ab 70 noch 21 Prozent. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 53 Prozent. Wenn die Kinder aus dem Haus sind oder nach einer Trennung neue Zeit da ist, lohnt sich ein Verein ganz besonders: Er füllt die Woche und schafft Kontakte, auch wenn daraus keine Liebe wird. Wer lieber in Gesellschaft verreist, findet in unserem Ratgeber Singlereisen ab 50, wie diese Reisen funktionieren und was sie kosten.

Männer mit Beziehungsabsicht erkennen

Welcher Typ Mann gut für dich ist, lässt sich schwer vorhersagen. Was eine Beziehung trägt, ist besser untersucht. Eine Auswertung von 43 Langzeitstudien mit Paaren fand als stärkste Vorhersagen für die Beziehungsqualität, wie verbindlich man den Partner erlebt, Wertschätzung, sexuelle Zufriedenheit, wie zufrieden man den Partner wahrnimmt und wie viel Konflikt es gibt. Individuelle Merkmale wie Lebenszufriedenheit oder Bindungsstil sagten darüber hinaus nichts zusätzlich voraus (Joel und Kollegen, PNAS 2020).

Untersucht wurden bestehende Paare, nicht Menschen beim Dating. Übertragen auf die ersten Wochen heißt das: Achte weniger darauf, was er ist, und mehr darauf, wie er sich dir gegenüber verhält.

  • Er ist verlässlich. Er schlägt konkrete Treffen vor und hält sie ein. Absagen kommen rechtzeitig und mit Gegenvorschlag.
  • Er sagt, was er sucht. Auf die Frage, was er sich vorstellt, antwortet er klar, und sein Verhalten passt zu seinen Worten.
  • Er interessiert sich für dein Leben. Er stellt Fragen, merkt sich Antworten und fragt nach, wie der wichtige Termin gelaufen ist.
  • Er respektiert dein Tempo. Ein Nein bleibt ein Nein, auch beim Thema Nähe.
  • Er streitet fair. Bei der ersten Meinungsverschiedenheit hört er zu, statt abzutauchen oder dich kleinzumachen.

Keins dieser Zeichen ist ein Beweis, aber zusammen ergeben sie über einige Wochen ein verlässliches Bild. Woran du erkennst, dass es ihm ernst ist, und welche Warnsignale dagegen sprechen, beschreibt unser Ratgeber Meint er es ernst mit mir?.

Für schwule und bisexuelle Männer

Wenn du als Mann Männer kennenlernen willst, ist das Netz noch wichtiger. In den US-Daten von Rosenfeld und Kollegen hatten sich rund 65 Prozent der gleichgeschlechtlichen Paare, die sich 2017 kennenlernten, online gefunden, bei heterosexuellen Paaren waren es 39 Prozent. Offline gibt es in größeren Städten queere Sportgruppen, Chöre und Stammtische; lokale queere Beratungsstellen und Zentren kennen die Angebote vor Ort.

Für Treffen mit Männern aus Apps gelten dieselben Sicherheitsregeln wie oben. Dass auch Männer über Dating-Apps in Fallen gelockt werden, zeigt ein Fall aus Berlin: Im Juli 2026 meldeten Polizei und Generalstaatsanwaltschaft die Festnahme eines 20-Jährigen, der 2025 mit einem Komplizen über gefälschte Profile auf Dating-Apps fünf Männer zu angeblichen Dates gelockt und ausgeraubt haben soll; welche Apps und Profile das waren, nennt die Meldung nicht (Generalstaatsanwaltschaft Berlin). Welche Ansprechstellen und Angebote die Polizei in deinem Bundesland für LSBTIQ* hat, zeigt eine Übersicht bei polizei-beratung.de. Mehr zu Apps, Profilen und Beziehungen findest du in unserem Ratgeber zum schwulen Dating.

Realistisch bleiben: typische Fehler

Wie finde ich einen Mann, und wie lange dauert das? Die zweite Frage kann dir niemand seriös beantworten, belastbare Zahlen dazu haben wir nicht gefunden. Ein paar Fehler lassen sich aber vermeiden:

Nur einmal hingehen. Ein Probetraining und dann nie wieder bringt wenig. Gib einem neuen Verein ein paar Monate.

Orte nach Klischee wählen. Für den Baumarkt gibt es keine Zahlen, gegen die Volkshochschule sprechen sie eindeutig. Wähl lieber nach Männeranteil und eigenem Interesse.

Auf den ersten Schritt warten. In den US-Studien oben bekamen Frauen, die selbst schrieben, häufiger Antwort als Männer und kamen mit begehrteren Partnern in Kontakt. Ob daraus öfter eine Beziehung wurde, hat keine davon gemessen.

Den Traummann nach Liste suchen. In einer US-Studie mit 163 Studierenden sagten die vorab angegebenen Idealvorstellungen nicht vorher, wen die Teilnehmenden beim Speed-Dating tatsächlich anziehend fanden (Eastwick und Finkel, 2008). Wer vorab eine lange Liste hat, sortiert womöglich Männer aus, die ihr im echten Gespräch gefallen würden. Halte an Werten und Lebensplänen fest, sei bei Äußerlichkeiten großzügiger.

Nur einen Weg nutzen. Nur Apps oder nur offline, das verengt die Gelegenheiten. Die Daten zeigen beide Wege als häufig, also nutze beide.

Den Verein zum Jagdrevier machen. Wenn ihr euch jede Woche seht, sollte ein Nein für beide entspannt bleiben. Frag einmal klar, akzeptiere die Antwort und bleib, weil dir der Sport gefällt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am häufigsten finden sich Paare über Freunde oder online. Laut einer Auftragsbefragung für ElitePartner (2024) waren es 24,2 und 23,1 Prozent, über Hobby, Verein oder Ehrenamt dagegen nur 6,5 Prozent.
  • Männer stellen in Sportvereinen 60 Prozent der Mitgliedschaften, deutlich mehr etwa im Tischtennis (79 Prozent), Golf (65 Prozent) und Schach (90 Prozent). Bei Feuerwehr und THW sind es über 80 Prozent.
  • Volkshochschulkurse, Turnen, Tanzsport und Reiten sind überwiegend weiblich. 2024 belegten Frauen 73 Prozent der Volkshochschulkurse.
  • Entscheidend ist Wiederholung: Orte, an die ihr beide jede Woche kommt, bringen mehr als einzelne Abende.
  • Frauen, die den ersten Schritt machen, kamen in einer US-Studie mit begehrteren Partnern in Kontakt als Frauen, die warteten.
  • Zwischen 45 und 65 gibt es mehr alleinstehende Männer als Frauen, ab 65 kehrt sich das um. Tennis, Golf und Alpenverein sind auch bei über 60-Jährigen mehrheitlich männlich.
  • Erstes Treffen öffentlich, nie Geld an Unbekannte; bei Gewalt hilft das Hilfetelefon unter 116 016.

Quellen und Stand: Fittkau & Maaß im Auftrag von ElitePartner, Kennenlernorte (Befragung Oktober/November 2024, veröffentlicht 21. Juli 2025); Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, FReDA Policy Brief „Single ist nicht gleich Single“ (Juli 2026); DOSB, Bestandserhebung 2025 (Stichtag 1. Januar 2025, Fassung vom 10. Dezember 2025, Anteile selbst berechnet); Deutscher Feuerwehrverband, Statistik (Stand Ende 2022); THW, Pressemitteilung vom 5. März 2026; Freiwilligensurvey 2024, Hauptbericht (Juli 2026); Volkshochschul-Statistik, 63. Folge, Berichtsjahr 2024; Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2025 (Erstergebnisse); Bitkom, Presseinformationen vom 10. Februar 2025 und 10. Februar 2026; Rosenfeld, Thomas und Hausen (PNAS 2019); Potârcă (PLOS ONE 2020); Kreager und Kollegen (2014); Bruch und Newman (2018); Finkel und Eastwick (2009); Eastwick und Finkel (2008); Reis und Kollegen (2011); Joel und Kollegen (PNAS 2020); polizei-beratung.de; Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“; Generalstaatsanwaltschaft Berlin, Pressemitteilung vom 8. Juli 2026; App-Store-Beschreibungen von Tinder und Hinge. Alle Angaben geprüft am 15. Oktober 2026.

Häufig gestellte Fragen

Wo lernt man am besten Männer kennen?

Am häufigsten über Freunde oder Familie und über das Internet. Unabhängige aktuelle Zahlen für Deutschland haben wir nicht gefunden. In einer Befragung des Dating-Anbieters ElitePartner, für die das Institut Fittkau & Maaß Ende 2024 online 4.154 Menschen in Beziehungen befragt hat, kamen beide Wege auf 24 und 23 Prozent. Offline lohnen sich Orte, an denen Männer in der Mehrheit sind und an denen ihr euch regelmäßig seht. Laut Bestandserhebung des Deutschen Olympischen Sportbunds (Stichtag 1. Januar 2025) sind etwa im Tischtennis 79 Prozent und im Schach 90 Prozent der Vereinsmitgliedschaften männlich; in der Freiwilligen Feuerwehr waren laut Deutschem Feuerwehrverband Ende 2022 rund 89 Prozent der Mitglieder Männer. Such dir aber etwas aus, das dich selbst interessiert, sonst bleibst du nicht lange dabei.

Wo lernt man Männer kennen ohne Dating-App?

Über deinen Freundeskreis, im Verein und im Ehrenamt. Sag Freundinnen und Kollegen ausdrücklich, dass du offen für jemanden bist, und nimm Einladungen an, bei denen du nicht alle kennst. Im Vereinssport sind Männer in vielen Verbänden in der Mehrheit, etwa im Tennis, Golf, Tischtennis oder Alpenverein. Im Ehrenamt engagieren sich laut Freiwilligensurvey 2024 deutlich mehr Männer als Frauen bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz, etwas mehr auch im Sport und in der Politik. Volkshochschulkurse sind weniger ergiebig: 2024 belegten Frauen dort 73 Prozent der Kursplätze. Entscheidend ist, dass ihr euch wiederseht, nicht ein einzelner Abend.

Wie finde ich einen Freund?

Indem du mehr Gelegenheiten schaffst und selbst aktiv wirst. Kombiniere zwei oder drei Wege: eine regelmäßige Aktivität, bei der Männer dabei sind, dein Netzwerk aus Freunden und Bekannten und, wenn du magst, eine App, in der du dein Beziehungsziel angibst. Mach selbst den ersten Schritt, etwa mit einer konkreten Einladung auf einen Kaffee. In einer US-Studie mit Daten einer Dating-Seite kamen Frauen, die selbst schrieben, mit begehrteren Partnern in Kontakt als Frauen, die warteten. Wie lange die Suche dauert, lässt sich nicht seriös vorhersagen; belastbare Zahlen dazu haben wir nicht gefunden.

Kann man mit 50 noch einen Mann finden?

Ja. Zwischen 45 und 65 Jahren lebten 2025 laut Mikrozensus sogar mehr Männer als Frauen ohne Partner und ohne Kinder im Haushalt, rund 2,9 gegenüber 2,4 Millionen. Ab 65 kehrt sich das Verhältnis deutlich um. Wer eine Beziehung mit getrennten Wohnungen führt, zählt in dieser Statistik allerdings mit. Gute Orte ab 50 sind Vereine, in denen Ältere stark vertreten sind: Bei den über 60-Jährigen sind im Tennis rund zwei Drittel, im Golf und im Alpenverein gut 60 Prozent der Mitgliedschaften männlich (Stichtag 1. Januar 2025). Online gesucht haben laut Bitkom schon 33 Prozent der Internetnutzer zwischen 50 und 59 Jahren.

Sollte eine Frau den ersten Schritt machen?

Wenn du Interesse hast, spricht einiges dafür. In einer US-Studie mit Daten einer Dating-Seite (veröffentlicht 2014) schrieben Frauen viermal seltener zuerst als Männer, kamen aber mit begehrteren Partnern in Kontakt, wenn sie es taten. In einem US-Experiment beim Speed-Dating war die Seite, die auf die anderen zuging, selbstbewusster und weniger wählerisch, egal ob Männer oder Frauen rotierten. Eine Garantie ist das nicht. Halte es einfach und eindeutig, zum Beispiel mit einem konkreten Vorschlag für einen Kaffee am Wochenende. Sagt er Nein, nimm es freundlich hin.

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