HER Test 2026: Warum diese App für queere Frauen anders ist
HER (offiziell unter weareher.com) ist seit 2015 auf dem Markt und hat sich als die weltweit größte Dating- und Community-Plattform für lesbische, bi, queer, trans und nonbinäre Frauen etabliert. Gegründet von Robyn Exton in London, verfolgt HER einen klaren Anspruch: ein digitaler Safe-Space für queere Frauen zu sein, in dem cis Männer konsequent ausgeschlossen werden. Das ist in der Welt der Dating-Apps eine Seltenheit — die meisten Mainstream-Apps behandeln LGBTQ+-Nutzerinnen als Randgruppe, nicht als Hauptzielgruppe.
Wir haben HER vier Wochen lang intensiv getestet — in Berlin, Hamburg, Köln und Leipzig, mit einem lesbischen und einem nonbinären Testprofil. In diesem ehrlichen Review erfährst du, wie gut die App in DACH wirklich funktioniert, was Premium und Pro kosten, warum trotz Verifikation immer noch Fake-Profile durchrutschen — und wann du lieber eine andere Plattform wählen solltest.
Kurz-Fazit vorneweg: HER ist in der queeren Nische absolut konkurrenzlos, wenn du eine App mit echter Community-Kultur, queer-spezifischen Events und einer homogenen Zielgruppe suchst. Die App schafft, was kaum eine andere schafft: ein digitaler Raum, in dem queere Identität nicht erklärt werden muss. Der Haken: In DACH ist die Community außerhalb der Großstädte klein, und das Fake-Profil-Problem ist real. Wenn du in deiner Region zu wenige Profile siehst, lohnt sich ein Blick auf größere Alternativen mit LGBTQ+-Optionen — dazu später mehr.
HER im Überblick
| Kriterium | HER |
|---|---|
| Gegründet | 2015 (London, UK, von Robyn Exton) |
| Ursprünglicher Name | Dattch |
| CEO | Robyn Exton |
| Mitglieder weltweit | über 15 Mio. |
| Mitglieder DACH (aktiv) | geschätzt 80.000–150.000 |
| Durchschnittsalter | 22–40 Jahre |
| Zielgruppe | lesbische, bi, queer, trans, nonbinary Frauen und queere Menschen |
| USP | weltweit größte LGBTQ+-Dating- und Community-App für Frauen, cis Männer ausgeschlossen |
| Preis Premium (1 Monat) | ca. 14,99 € |
| Preis Premium (12 Monate) | ca. 8,99 €/Monat |
| Preis Pro | ca. 24,99 €/Monat |
| Basisversion kostenlos | Ja (eingeschränkt, aber nutzbar) |
| Features | Dating, Events, Communities, News-Feed, Safe-Messaging |
| Video-Verifikation | seit 2023 verfügbar (optional) |
| App verfügbar | iOS + Android |
| Desktop-Version | nur sehr eingeschränkt |
| Kündigung | jederzeit über App Store / Play Store |
Was ist HER und wie funktioniert die App?
HER wurde 2015 in London von Robyn Exton gegründet. Der Ursprung war frustrierend einfach: Exton, selbst queer, merkte, dass es für lesbische Frauen kaum seriöse Dating-Apps gab — die meisten Angebote richteten sich entweder an Männer, die ein “Unicorn” für ihr Paar suchten, oder waren technisch verstaubt und nicht sichtbar auf mobilen Geräten. Ursprünglich startete die App unter dem Namen Dattch (kurz für “date catcher”), wurde 2016 umbenannt in HER und hat sich seitdem zur größten queeren Frauen-Plattform der Welt entwickelt.
Das HER-Prinzip ist in drei Punkten anders als Tinder, Bumble oder Hinge:
- Safe-Space-Claim — cis heterosexuelle Männer sind komplett ausgeschlossen, die Plattform ist ein “Women and non-binary only space”
- Community statt Matching — HER ist nicht nur Dating-App, sondern auch Event-Plattform, News-Feed und Gruppen-Tool in einer App
- Queer-Aware-Design — erweiterte Gender- und Orientation-Angaben (Lesbian, Bi, Pan, Ace, Demi, Queer, Trans, Nonbinary, Genderfluid …), keine Hetero-Normativität in den Voreinstellungen
Diese Mechanik wird durch eine Kombination aus Moderation, Community-Reporting und (seit 2023) Video-Verifikation durchgesetzt. Bei der Anmeldung musst du deine Identität selbst angeben — und bestätigen, dass du Teil der Zielgruppe bist. Cis Männer, die versuchen sich einzuschleusen, werden in der Regel innerhalb von 24–72 Stunden durch Nutzer:innen-Reports gemeldet und gesperrt.
In unserem Test zeigte sich: Der Community-Ton ist tatsächlich deutlich anders als bei Mainstream-Apps. Auf HER liest man kaum “Hey Baby”-Nachrichten, keine sexuellen Übergriffe im Chat, keine Paare, die transparent nach einem Dritten suchen (diese werden in der Regel schnell gemeldet). Das Gefühl ist das einer digitalen queeren Bar — mit allen Vor- und Nachteilen: Es kennt jeder jeden, die Szene ist klein, und Gossip verbreitet sich schnell.
Registrierung und Profil-Verifikation
Die HER-Anmeldung dauert rund 8–12 Minuten und ist deutlich sensibler gestaltet als bei Mainstream-Apps. Du merkst schnell: HER setzt Identität ernst voraus — weder oberflächlich wie Tinder noch bürokratisch wie Parship.
Schritt für Schritt sieht die Anmeldung so aus:
- Login per E-Mail, Handynummer oder Apple/Google — keine Facebook-Pflicht mehr (seit 2021 entfernt, weil Facebook nicht mehr als Queer-Safe-Space wahrgenommen wurde)
- Gender-Identity — freie Auswahl aus rund 30 Optionen (Woman, Trans Woman, Non-binary, Genderfluid, Genderqueer, Agender, etc.), inkl. Custom-Feld
- Sexual Orientation — Lesbian, Bi, Pan, Queer, Ace, Demi, Questioning, Fluid, mehrere parallel möglich
- Pronouns — she/her, they/them, he/him (für Trans-Männer in der Community), Custom
- Beziehungsziel — Dating, Freundschaft, Community, neu in der Stadt, LTR, ENM/poly, casual
- Fotos — mindestens 2, empfohlen 4–6; Pride-Fahnen und queer-identifizierende Bilder ausdrücklich erlaubt
- Profilfragen / Prompts — ähnlich wie Hinge, z. B. “Ein queerer Film, den jeder gesehen haben sollte …”, “Mein Safe-Space ist …”
- Video-Verifikation (optional seit 2023) — kurzes Selfie-Video mit bestimmten Kopfbewegungen, wird per KI mit Profilfotos abgeglichen
- Community-Interests — welche Communities/Gruppen interessieren dich (Sapphic Books, Queer Parents, BIPOC Community, Outdoor, etc.)
Positiv: Die Anmeldung zwingt dich, über deine Identität nachzudenken, ohne sie in eine Schublade zu pressen. Die Gender- und Orientation-Felder sind so detailliert, wie sie eine Mainstream-App nie haben würde. Negativ: Die Anmeldung ist länger als bei Tinder, was manche abschreckt — besonders Gelegenheitsnutzerinnen.
Die Video-Verifikation hat 2023 als Antwort auf das Fake-Profil-Problem Einzug gehalten. Sie ist optional, wird aber von der Community stark gepusht — verifizierte Profile bekommen einen sichtbaren Haken und werden im Swipe-Stapel bevorzugt. In unserem Test wurden verifizierte Profile sichtbar häufiger geliked.
In den ersten sieben Tagen bekamen wir mit unserem lesbischen Testprofil (29, Berlin) 34 Likes, mit dem nonbinären Profil (26, Hamburg) 19 Likes. Die Zahlen sind deutlich niedriger als auf Tinder oder Bumble, was aber daran liegt, dass die Zielgruppe kleiner ist.
Wer darf auf HER dabei sein? Die Gender-Policy im Detail
HER hat eine klare, öffentlich dokumentierte Gender-Policy, die sich von den meisten Apps unterscheidet:
Ausdrücklich willkommen:
- Cis Frauen jeder Orientierung (lesbisch, bi, pan, ace, queer …)
- Trans Frauen (unabhängig davon, wie weit die Transition ist)
- Nonbinäre Menschen
- Genderfluide und genderqueere Personen
- Trans Männer, die sich weiterhin der queeren Frauen-Community zugehörig fühlen (z. B. weil sie dort gefunden haben, bevor sie outeten)
Nicht zugelassen:
- Cis heterosexuelle Männer
- Profile, die ausdrücklich “Couple seeking Woman” (Unicorn-Hunting) betreiben — diese werden in der Regel gemeldet und gesperrt
Der kritische Bereich: Paare. HER erlaubt technisch gesehen Paar-Profile, wenn beide Teilnehmer:innen queer sind (z. B. ein lesbisches Paar, das eine dritte Person in eine ENM/polyamore Struktur einladen möchte). In der Praxis ist die Community diesbezüglich aber kritisch — viele queere Nutzerinnen haben schlechte Erfahrungen mit hetero-Paaren gemacht, die ihre Identität verschleiern. Paar-Profile werden deshalb häufiger gemeldet und sollten sehr transparent kommunizieren.
Trans-inklusiv — eine wichtige Unterscheidung zu anderen Apps. HER ist ausdrücklich TERF-feindlich und positioniert sich als sicherer Raum für trans Frauen. Das ist nicht selbstverständlich in der Dating-App-Welt — einige andere “lesbische Apps” haben in der Vergangenheit implizit oder explizit ausgeschlossene trans Frauen, was in der Community heftig kritisiert wurde. HER steht hier klar.
Kostenlos vs. Premium vs. Pro: Was lohnt sich wirklich?
HER hat ein dreistufiges Modell: Gratis, Premium und Pro. Die Unterschiede sind größer als man auf den ersten Blick denkt.
Die Gratis-Version
In der kostenlosen Version kannst du:
- unbegrenzt swipen
- mit gematchten Profilen chatten
- an Communities teilnehmen
- Events sehen und besuchen
- den News-Feed lesen
- dein Profil verifizieren lassen
Was fehlt in der Gratis-Version:
- Du siehst nicht, wer dich geliked hat
- Keine erweiterten Filter (z. B. nach Beziehungsziel, Kinderwunsch, Rauchstatus)
- Kein Incognito-Modus
- Keine “Rewind”-Funktion
- Keine Profil-Boosts
Unsere Einschätzung: Die Gratis-Version ist gut nutzbar, aber limitierend. Im Gegensatz zu Tinder wirst du nicht komplett ausgebremst — swipen, matchen und chatten ist ohne Geld möglich. Die Quality-of-Life-Features fehlen aber.
HER Premium (ca. 14,99 €/Monat)
Premium bekommst du für rund 14,99 € im Monatsabo oder 8,99 €/Monat im Jahresabo. Preise variieren leicht nach Region und Store (iOS meist teurer als Android). Mit Premium bekommst du:
- Siehe, wer dich geliked hat (in einer Liste, nicht mehr Blind-Swipen)
- Erweiterte Filter (Beziehungsziel, Alter, Entfernung, Gender-Identity, etc.)
- Rewind (versehentlich Links-gewischtes Profil zurückholen)
- Unbegrenzte Likes (in der Gratis-Version gibt’s ein Tages-Limit)
- Keine Werbung
- Extended Profile (längere Selbstbeschreibung, mehr Prompts)
HER Pro (ca. 24,99 €/Monat)
HER Pro ist die höchste Stufe — gedacht für Power-User, die HER wirklich ernst nutzen. Für rund 24,99 € im Monatsabo (Jahresabo ca. 18 €/Monat) bekommst du zusätzlich:
- Incognito-Modus — du swipest, ohne selbst gesehen zu werden (bis du likst)
- Prioritäts-Sichtbarkeit — dein Profil wird in den ersten Positionen anderer Nutzerinnen angezeigt
- Monthly Boost — einmal pro Monat für 30 Minuten an die Spitze des Stapels
- Read Receipts (Lesebestätigungen im Chat)
- Erweiterte Such-Filter (Pronouns, Community-Interest, etc.)
- Keine Begrenzung bei erweiterten Filtern
Was bringt welche Stufe wirklich?
Aus unserem Test:
- Gratis reicht, wenn du in einer Großstadt lebst und ohnehin in der queeren Szene verankert bist
- Premium lohnt sich, wenn du aktiv Date-Suche betreibst, die Filter brauchst und wissen willst, wer dich geliked hat (besonders hilfreich in kleineren Städten)
- Pro ist Overkill für die meisten — der Incognito-Modus ist allerdings für Nutzerinnen wertvoll, die noch nicht öffentlich geoutet sind oder in kleineren Städten leben, wo sie nicht sichtbar “gesehen” werden wollen
HER Preise 2026 im Detail
HER hat seine Preisstruktur Mitte 2025 leicht angepasst. Hier die aktuellen Preise für 2026:
HER Premium
| Laufzeit | Preis/Monat | Gesamt-Kosten |
|---|---|---|
| 1 Monat | ca. 14,99 € | 14,99 € |
| 3 Monate | ca. 11,99 €/Monat | ca. 35,97 € |
| 6 Monate | ca. 9,99 €/Monat | ca. 59,94 € |
| 12 Monate | ca. 8,99 €/Monat | ca. 107,88 € |
HER Pro
| Laufzeit | Preis/Monat | Gesamt-Kosten |
|---|---|---|
| 1 Monat | ca. 24,99 € | 24,99 € |
| 3 Monate | ca. 21,99 €/Monat | ca. 65,97 € |
| 6 Monate | ca. 19,99 €/Monat | ca. 119,94 € |
| 12 Monate | ca. 17,99 €/Monat | ca. 215,88 € |
In-App-Käufe (optional zusätzlich)
- Boost (30 Min. Profil-Hervorhebung): 3,99–29,99 € je nach Paket
- Super Like (starkes Interesse-Signal): ab 1,99 € pro Stück, günstiger im Paket
- Roses (neue Gamification-Währung seit 2024): ab 4,99 € pro Paket
Wichtig zu wissen: HER erhebt dynamische Preise je nach Store, Region und manchmal auch Alter. In unserem Test sahen wir für dasselbe Monatsabo Preise zwischen 13,99 € und 16,99 € — es lohnt sich also, im Webstore, App Store und Play Store zu vergleichen.
Community-Features: Events, News, Gruppen — das Herz von HER
Das ist der Bereich, in dem sich HER klar von jeder anderen Dating-App abhebt. HER ist nicht nur eine Swipe-Matching-Plattform — es ist eine ganze Community-Infrastruktur für queere Frauen.
1. Communities (thematische Gruppen)
In den “Communities” kannst du dich Gruppen anschließen, die nach Interessen, Identitäten oder Lebenssituationen sortiert sind. Beispiele:
- Sapphic Books — queere Literatur-Empfehlungen
- Queer Parents — Community für queere Eltern
- BIPOC Queer Community — für queere People of Color
- Ace Spectrum — für asexuelle Nutzerinnen
- Neurodivergent Queers — für ADHS/Autismus/queer
- Polyamory & ENM — für ethisch-nichtmonogame Lebensmodelle
- Queer Fitness — Sport und Bewegung
- Lesbian Cinema Club — Film-Watch-Along
- Outdoor Dykes — Wandern, Klettern, Natur
- Queer in Tech — berufliche Vernetzung
In jeder Community kannst du Beiträge posten, kommentieren, Events erstellen. Der Ton ist in der Regel freundlich und unterstützend. Die Community-Moderation durch Freiwillige funktioniert in großen Gruppen gut, in kleinen Gruppen ist sie eher locker.
In DACH: Die internationalen Communities sind sehr lebendig, deutschsprachige Communities sind eher überschaubar. “Queere Berlinerinnen”, “Lesben München” und ähnliche lokale Gruppen existieren und sind aktiv — aber nicht so voll wie englischsprachige Pendants.
2. Events
HER-Events sind ein Hybrid aus Meetup und Facebook Events. Du findest:
- lokale Stammtische (in DACH vor allem in Berlin, Hamburg, München, Köln)
- Pride-Events (im Juni und im CSD-Monat massiv aktiv)
- Online-Watchparties für queere Serien (The L Word, Gentleman Jack, etc.)
- Book-Clubs
- Digitale Speed-Dating-Events (mit Video)
- Queer-spezifische Workshops (Drag-Kurse, Consent-Workshops, etc.)
In unserem Test fanden in Berlin im Testmonat (April) 14 HER-Events statt — darunter 2 Stammtische, 3 Online-Watchparties und 9 Pride-Vorbereitungs-Meetings. In Leipzig waren es 2 Events im selben Monat. In kleineren Städten oft keine.
3. News-Feed
Der News-Feed ist ein kuratierter Bereich mit queer-relevanten Nachrichten, Meinungsartikeln und Community-Geschichten. Das ist kein Newsticker wie bei Twitter/X, sondern eher ein Magazin — mit redaktioneller Auswahl durch das HER-Team. Inhalte: queere Rechte, Politik, Pop-Kultur, Coming-out-Stories, queere Medienkritik.
Unsere Einschätzung zu Community-Features: Diese Features machen HER zu mehr als einer Dating-App — und genau das ist ihr USP. Wenn du neu in einer Stadt bist, wenn du gerade erst deine Queerness entdeckst oder wenn du die queere Szene in deiner Region kennenlernen willst, ist das ein riesiger Mehrwert. Das gibt es in dieser Form auf keiner anderen Plattform.
DACH-Reichweite: Wo ist HER wirklich aktiv?
Jetzt zur harten Realität: In DACH ist HER klein. Das muss man ehrlich sagen.
Großstädte (gut bis sehr gut)
- Berlin: klar die aktivste Stadt. Im Umkreis von 10 km sahen wir im Test etwa 400–600 aktive Profile — für eine Nische beachtlich. Events-Dichte ist hoch.
- Hamburg: 200–300 aktive Profile im 10-km-Umkreis, gute Community-Dichte, mehrere regelmäßige Stammtische.
- München: 150–250 aktive Profile, konservativer als Berlin, aber lebendig.
- Köln: 200–280 aktive Profile, CSD-getrieben sehr aktive Event-Szene.
Mittelgroße Städte (ok)
- Frankfurt, Stuttgart, Leipzig, Dresden, Hannover: je 80–150 aktive Profile im 20-km-Umkreis. Die Auswahl ist begrenzt, für ernsthafte Partnersuche kann es eng werden.
Kleinere Städte und ländliche Räume (dünn)
- Städte unter 100.000 Einwohnern: hier wird es wirklich dünn. In unserem Test in einer Kleinstadt im Umland von Leipzig sahen wir unter 20 aktive Profile im 50-km-Umkreis. Die gleiche Erfahrung in Teilen Bayerns, Baden-Württembergs, Österreichs außerhalb Wien und der Schweiz außerhalb Zürichs/Basels.
Österreich: Wien ist gut abgedeckt (100–200 Profile), sonst eher dünn.
Schweiz: Zürich, Genf, Basel ok (80–150 Profile je Region), sonst sehr dünn.
Fazit zur Reichweite
HER funktioniert in DACH vor allem in Metropolen. Wenn du in einer deutschen Kleinstadt lebst, wirst du mit HER allein selten genug Optionen finden. Die Alternative ist entweder, den Suchradius massiv zu erweitern (100+ km) und Fernbeziehungs-Starts zu akzeptieren, oder HER mit einer größeren Plattform zu kombinieren, die auch LGBTQ+-Optionen anbietet.
Wer in einer Kleinstadt lebt und queere Partnerinnen sucht, ist oft mit einer diversen, LGBTQ+-friendly Plattform wie xLoves besser bedient — dort ist die Gesamt-Community größer, und der Anteil queerer Nutzerinnen im Flächenland reicht oft für den Anfang.
Das Fake-Profil-Problem: Trotz Verifikation ein echtes Thema
Kein Review von HER ist vollständig ohne ehrliche Ansprache dieses Themas: Es gibt Fake-Profile auf HER — auch nach der Einführung der Video-Verifikation 2023.
Welche Arten von Fake-Profilen treten auf?
-
Cis Männer, die sich als Frauen ausgeben. Das ist das häufigste Problem. Motivationen reichen von Voyeurismus über Ex-Partnerinnen-Stalking bis zu Fetischisierung lesbischer Beziehungen. Männer geben sich als Frauen aus, laden gestohlene oder generierte Fotos hoch und hoffen, die Verifikation zu umgehen.
-
Paare, die ein “Unicorn” suchen, ohne das transparent zu machen. Hetero-Paare, bei denen der Mann sich hinter dem Profil der Frau versteckt, um später zu überraschen. Explizit gegen die HER-Regeln — kommt trotzdem vor.
-
Scam-Profile. Klassische Romance-Scams wie auf Tinder: emotionale Bindung aufbauen, dann Geldanforderung (Notlage, Reisekosten, “Investment”-Tipp). Seltener auf HER als auf Mainstream-Apps, aber vorhanden.
-
Bot-Profile für Weiterleitung. Profile, die schnell nach Match auf Instagram, OnlyFans oder externe Sites weiterleiten wollen.
Wie schützt HER davor?
- Video-Verifikation (seit 2023) — besser als nichts, aber nicht narrensicher. KI-generierte Deepfakes umgehen sie teilweise.
- Community-Reporting — die Nutzerinnen-Community ist aktiv und meldet verdächtige Profile zügig
- Moderations-Team — reagiert in der Regel innerhalb von 24–72 Stunden auf Reports
- Profil-Abgleich — HER gleicht bei Verifikation hochgeladene Fotos mit dem Live-Video ab
- Verhaltens-Analyse — verdächtige Login-Muster (VPN, neue Geräte) werden markiert
Die ehrliche Wahrheit
Trotz aller Maßnahmen rutschen immer wieder Fake-Profile durch. In unserem vierwöchigen Test haben wir 4 Profile gemeldet, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Fake waren (ungewöhnliche Foto-Auswahl, sofortige Instagram-Weiterleitungs-Anfrage, inkonsistente Angaben). Alle 4 wurden innerhalb von 48 Stunden vom System entfernt.
Das heißt: HER hat das Problem nicht gelöst, aber die Reaktions-Mechanik funktioniert. Achte auf verifizierte Profile (blaues Häkchen), sei vorsichtig bei sofortigen Plattform-Wechseln und melde verdächtige Profile zügig — die Community dankt es dir.
Sicherheit und Safe-Space: Was HER richtig macht (und was nicht)
HER hat Safety nicht als Afterthought, sondern als Kernproduktversprechen positioniert. Die relevanten Features:
Positive Safety-Features
- Video-Verifikation mit sichtbarem Haken
- Photo-Check — AI erkennt Nacktfotos und warnt den Empfänger automatisch (ähnlich Bumbles “Private Detector”)
- Safe Messaging — Nachrichten-Filter für sexualisierte Sprache, Outing-Drohungen, Hate-Speech
- Incognito-Modus (in Pro) — wichtig für Nutzerinnen, die nicht öffentlich geoutet sind
- Panic Button — bei Dates auf den Screen drücken, schickt Standort an vordefinierte Notfallkontakte
- Zwei-Faktor-Authentifizierung
- Blockier- und Melde-Funktionen prominent platziert
- Community-Guidelines auf LGBTQ+-Bedürfnisse zugeschnitten (Anti-Outing, Anti-TERF, Anti-Conversion-Therapy-Werbung)
Kritische Aspekte
- US-/UK-Server — voller DSGVO-Schutz eingeschränkt. HER ist zwar als UK-Firma ansässig (unterliegt UK-GDPR), aber für deutsche Nutzerinnen mit sehr hohen Datenschutz-Ansprüchen nicht ideal.
- Daten-Sammlung — Standortdaten, Chats, Profilinhalte, App-Nutzung. HER teilt anonymisierte Daten mit Analytics-Partnern.
- Outing-Risiko bei Hacks — die Nutzerinnen-Datenbank von HER ist ein sensibles Gut. Ein Daten-Leak könnte Menschen outen. HER hatte bislang keinen großen Breach — aber das Risiko existiert.
- Werbung auf Basis queerer Identität — in der Gratis-Version werden Anzeigen auf Basis deiner queeren Identität ausgespielt, was ambivalent zu sehen ist.
Unsere Einschätzung
HER ist deutlich sicherer als Tinder oder Grindr für die meisten queeren Frauen, aber nicht auf dem Niveau deutscher DSGVO-konformer Plattformen. Wer in einer sensiblen Situation ist (z. B. noch im Prozess des Outings, in konservativen Familienumständen oder in einer Branche mit LGBTQ+-unfreundlicher Kultur), sollte zumindest den Incognito-Modus aus HER Pro nutzen — oder zusätzlich auf deutsche Plattformen ausweichen.
HER vs. Fem vs. Lex — der große Vergleich queerer Frauen-Apps
HER ist nicht die einzige App für queere Frauen. Die bekanntesten Konkurrenten sind Fem und Lex. Hier der direkte Vergleich:
| Kriterium | HER | Fem | Lex |
|---|---|---|---|
| Gründungsjahr | 2015 | 2013 | 2019 |
| Fokus | Dating + Community | Dating + Video | text-based, Personal Ads |
| Mitglieder weltweit | über 15 Mio. | ca. 8 Mio. | ca. 1 Mio. |
| Mitglieder DACH | 80–150 Tsd. | 30–60 Tsd. | sehr klein |
| Matching-Prinzip | Swipe + Community | Swipe + Video-Chat | textbasierte Personal Ads |
| Trans-inklusiv | Ja, explizit | Ja | Ja, sehr stark |
| Cis Männer ausgeschlossen | Ja | Ja | Ja |
| Community-Features | Events, Groups, News | Videos, Live-Streams | Only Text Posts |
| Preis Premium | 14,99 €/Mo. | 12,99 €/Mo. | kostenlos (wenige Premium-Features) |
| Verifikation | Video (optional) | Video (optional) | keine |
| Besonderheit | größte Community | Video-First-Ansatz | Old-School-Feel, text-based |
Unsere Einordnung:
- HER ist der Generalist mit der größten Reichweite — wenn du nur eine App installieren willst, ist HER die beste Wahl.
- Fem ist spannend für Nutzerinnen, die Video-First datieren wollen (Live-Streams, Videocalls direkt in der App) — hat aber einen abnehmenden Nutzerstamm.
- Lex ist eine Nische für text-liebende, vintage-feministische Nutzerinnen — inspiriert von queeren Kleinanzeigen aus den 80ern und 90ern. Sehr spezielle Ästhetik, kleine Community, aber treue Nutzerinnen.
Keine dieser Apps ist in DACH-Flächenland (außerhalb der Metropolen) wirklich groß — was zu unserer zweiten Empfehlung führt.
Für wen ist HER die richtige App?
HER lohnt sich, wenn du …
- queer, lesbisch, bi, pan, trans oder nonbinär bist und eine Dating-App in einem Safe-Space suchst
- in einer Großstadt wohnst (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Wien, Zürich)
- Community-orientiert bist — Events, Gruppen und News-Feed sind wichtig für dich
- Queer-inklusives Design schätzt (erweiterte Gender-/Orientation-Angaben)
- nicht nur Dating, sondern auch neue Freundschaften und Netzwerk suchst
- zwischen 22 und 40 bist — das ist die Kernzielgruppe
- neu in einer Stadt bist und in die queere Szene finden willst
- trans-inklusive Spaces suchst — HER steht klar
- progressiv, urban, politisch bewusst lebst
HER lohnt sich eingeschränkt, wenn du …
- in einer Kleinstadt oder auf dem Land lebst — die Community ist dort oft zu klein
- über 45 bist — die Zielgruppe ist jünger, und du wirst überproportional wenige Gleichaltrige finden
- maximalen Datenschutz willst — US-/UK-Server sind nicht DSGVO-nativ
- schnelle Hook-ups willst — HER ist relationship-affiner als Grindr-für-Frauen
- noch tief im Schrank bist und absolut nicht gesehen werden willst — dann HER nur mit Pro-Incognito
HER lohnt sich nicht, wenn du …
- ein cis heterosexueller Mann bist — die App ist nicht für dich gedacht und der Zugang ist versperrt
- ein Paar bist, das einen Dritten sucht — das ist explizit unerwünscht und wird oft gemeldet
- keine Community, sondern rein transaktionales Dating willst — dann sind Grindr-artige Apps passender
Fazit: Lohnt sich HER 2026?
Kurze Antwort: Für queere Frauen in Großstädten absolut — für den Rest mit Einschränkungen.
HER ist die beste Dating- und Community-App für queere Frauen, die es gibt. Die App hat etwas geschafft, was wenige schaffen: einen digitalen Safe-Space, der sich wirklich nach Safe-Space anfühlt. Der Community-Layer (Events, Groups, News) macht HER zu mehr als einer Swipe-App — sie ist für viele queere Frauen der erste digitale Anlaufpunkt, wenn sie in eine neue Stadt ziehen oder beginnen, ihre Queerness zu leben.
Die Preise sind fair — 14,99 € für Premium ist im Vergleich zu Bumbles 29,99 € sehr moderat, und HER Pro mit 24,99 € ist ebenfalls bezahlbar. Die Gratis-Version ist nutzbar, im Gegensatz zu Parship.
Die Schwächen sind real: In DACH ist die Community außerhalb der Metropolen klein, und Fake-Profile sind trotz Verifikation ein Thema. Wer in einer Kleinstadt lebt, wird mit HER allein kaum genug Optionen finden.
Unsere klare Empfehlung:
- In Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Wien, Zürich: HER ist die erste Wahl für queere Frauen. Hier ist die Community groß genug, die Events lebendig, und die App liefert echten Mehrwert.
- In mittelgroßen Städten: HER nutzen, aber den Suchradius auf 30–50 km erweitern und zusätzlich eine zweite Plattform ausprobieren.
- Wenn HER in deiner Region zu klein ist, schau dir die diverse Community auf xLoves an — auch LGBTQ+-Friendly. Die Plattform hat eine deutlich größere Gesamtreichweite, eine wachsende LGBTQ+-Untercommunity und funktioniert auch im Flächenland. Für queere Frauen, die HER primär aus Reichweiten-Gründen nicht zufriedenstellt, ist das eine seriöse Alternative.
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Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 19. April 2026. Preise und Angaben laut HER-Website (weareher.com), HER Support Center und öffentlichen Quellen. Herzblatt Journal ist unabhängig und erhält keine Vergütung von HER. Einige Empfehlungs-Links (z. B. zu xLoves) sind Affiliate-Links — wenn du dich darüber anmeldest, erhalten wir eine kleine Provision, für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten. Unsere Bewertung ist davon unabhängig. Der Artikel versucht, queer-aware und respektvoll zu formulieren — für Feedback und Korrekturen sind wir jederzeit dankbar.




